V-N oer Fabrik nach Hanse gebracht. Ein Unglück hatte fernem Leben plötzlich ein Ende gemocht. — So geschehen nicht anno dazumal, sondern im Juni 1924 in einem rheinischen Ort.
Per Wächter.
Ein rebellischer Bonze sollte von einem Grenz- wächter zur Aburteilung nach der Hauptstadt gebracht werden. Unterwegs trank sich der Wächter einen gehörigen Rausch an, bis er umsank wie ein Sack Mehl. Flugs streifte der Gefangene seine Fesseln ab und schlang sie dem schnarchenden Wächter um den Leib. Hierauf nahm er sein Messer und schnitt ihm Bart und Kopfhaar ratzekahl herunter. Dann machte er sich spornstreichs aus dem Staub. Am nächsten Tags erwachte der Wächter aus seinem Rausch. Von seinem Begleiter konnte er keine Spur entdecken. Wohl aber bemerkte er, daß er selbst am Leibe Fesseln trug und sein Kopf kahl war wie ein Kürbis Da sprach er verwundert: „Der Bonze ist da, wo aber kann ich bloß geblieben sein?"
wer Pech hat.
Vor einem Gymnasium hält ein Wagen mit einem Esel bespannt. Der Besitzer des Fuhrwerks hat sich entfernt, und da gerade Pause ist, so vergnügen sich die größeren Zöglinge, Freund Langohr auf allerlei Art zu necken. Ein kleiner Erst- klässer steht als Zuschauer dabei und freut sich der Späße seiner Kameraden. Plötzlich kehrt der Besitzer des geneckten Esels zurück; die größeren Knaben ergreifen die Flucht, und nur der kleine, im Gefühle seiner Unschuld, bleibt ruhig stehen. Doch das Unglück schreitet schnell. Der Mann, keinen anderen Gegenstand der Rache erspähend, gibt dem armen unschuldigen Jungen eine Ohrfeige. Heulend läuft dieser in das Haus hinein, um dem Rektor sein Leid zu klagen und als Rächer der Unschuld anzurusen. In der Eile und Bestürzung rennt er jedoch an einen die Treppe gerade herunterkommenden Lehrer, und schwupp! hat er die zweite Ohrfeige. In seiner Bedrängnis eilt der arme Knabe zum Rektor. Von diesem um die Ursache seines Heulens befragt, bringt er endlich stotternd heraus: „Ach, der Herr Lehrer hat mir eine Ohrfeige gegeben und — ich habe dem Esel doch gar nichts getan!" — Schwupp, hatte er eine dritte Ohrfeige.
Mchsr.
Die hl. Hedwig, Herzogin von Schlesien. Ein Lebensbild aus dem Mittelalter von Helene Riesch. 118 Seiten Text und 15 Seiten Illustrationen. Leinenbd. 2,50 Rm. Missionsdruckerei Steyl, Post Kaldenkirchen, Rbld. Bereits in mehreren Büchern hat Helene Riesch ihre feinfühlige Kunst gezeigt, das Leben und Wirken, Wesen und Werden hervorragender Persönlichkeiten darzustellen. Da sie auf die ersten Quellen, die Urschriften, Briefe und Tagebücher selber zurückgeht, hieraus und aus den besten sonstigen Werken den Geist der Zeit und der Menschen, die irgendwelchen Einfluß
Sehr gern greift der religiöse Mensch von heute, um sich seelisch aufzufrischen und zu stärken, nach Lesungen, wie sie beispielsweise Kühnel, Mohr und Wolpert in glücklicher Form bieten. Bon Kühnels knappen, aber inhaltsreichen Merkchen scheint uns das Bändchen Von Gott und von uns (geb. 3 Mk.) am empfehlenswertesten. Mohr hat nach längerer Pause ein neues Sonntagsbüchlein Das Himmelreich auf Erden geboten (geb. 3.50 Mk.), das durch die Wärme seines Inhaltes innigen Kontakt mit der Seele des Lesers hält und sprachlich sehr sorgsam behandelt ist. Wolperts letztes Bändchen Sonntsgs- jesungen, Unterwegs zur Heimat (geb. 4.40 Mk.), das voriges Jahr vor Weihnachten erschien, liegt bereits in 2 und 3. Auflage vor. Er hat eine besondere Art, die religiösen Wahrheiten durch Bilder und Gleichnisse zu veranschaulichen und bisweilen tief in die Seele zu greifen. Sein in 4. und 5. Auflage vorliegendes Buch Die einzige Seele (geb. 3.40 Mk.) ist kürzlich in einer spanischen Ausgabe erschienen. .Als Weihnachtsgeschenk sehr geeignet ist auch fein Buch Von unsern lieben Heiligen, 52 Legendenbilder. mit Zeichnungen von Augustin Kolb (geb. 4.80 Mk.).
Henriette Breys „eucharistische Gedanken" Bon ewiger Siebe (geb. 3.60 Mk.) seien ebenfalls hier als ein ausgezeichnetes kleines Weihnachtsgeschenk in Erinnerung gebracht. Das „Buch für die Mühseligen und Bela- senen": Wenn es in der Seele dunkelt (geb. 3.40 Mk.) ton derselben Verfasserin hat schon so viele Freunde lefunden, daß es in 5. und 6. Auflage erscheinen konnte. 1s wird noch manchen Niedergebeugten aufrichten und Manchen Betrübten trösten, 2(n dieser Stelle muß
auf sie nehmen, herausarbeitet, so wird dieses sich ein-; muß man aber erwarten, daß er vorher sich gründliche lebende Nachschaffen zum lebensvollen kleinen Kunst- i Kenntnis der erörterten Fragen verschafft. Das war werk. Dieses Lebensbild der großen Heiligen des hier keineswegs der Fall, vor allem war fein Vortrag schlesischen Volkes empfehlen wir als ganz vorzüglich« voll historischer Irrtümer bezüglich der hl. Johanna- Lektüre besonders für die katholische Frauenwelt, vom kath. Priestertum gab er eine völlig im Vorurteil
Eine Handvoll Sonne. Von P. Joseph Lucas 368 entstellte Auffassung zum besten, die jeden Katholiken zu Seiten. Ganzleinenbond Preis Mk. 5.—. Verlag der einem mitleidigen Lächeln nötigt. Ebenso weiß er nichts
Lektüre besonders für dir katholisch« Frauenwelt,
Seiten.
Kongregation der Pallotiner, Limburg-Lahn. „Eine Handvoll Sonne" nennt der Verfasser allzu bescheiden sein neues Buch. Er hätte wahrhaftig nicht so beschei
den zu sein brauchen, denn eine Fülle von Licht und Wärme strömt uns daraus entgegen. Es wird einem ganz warm ums Herz beim Lesen. Die mit erlesenem Geschmack eingestreuten Erzählungen verraten den echten Dichter. Hunderttausend« schon haben die Bücher von P. Lucas gelesen. Willst du daher einem lieben, innerlichen Menschen eine wahre Weihna-btsfrende machen, dann schenke ihm dieses prachtvoll ausgestattete „Sonnenbuch". Er wird es dir von Herzen danken
Franz von Assisi und der Christkönig. Von P. Athanasius Bierbaum, Franziskaner. Kl. Oktav. 64 Seiten. 15 Bilder. Fein ausgestattet 1.— Mk. Ver- lag der Franziskaner-Druckerei in Werl i. Wests. Fünfzehn fein abgestimmte Schilderunaen. in ^ncn gezeigt wird, wie der Heilige von Assisi vom Christkönige berufen wird, für den Christkönig ritterliche Proben zu bestehen bat, ganz im Dienste des Christtönigs lebt und eifert und stirbt. Und am Schluß eines jeden Kapitelchens unaufdringlich und doch eindringlich ein kurzer Appell zur praktischen Nachfolge des seraphischen Heroldes des großen Königs. Das Büchlein wird alle
Franziskusfreund« erfreuen.
Es hat besonders der auf
ritterliche Ideale eingestellten Jugend vieles zu sagen.
Christentum und Kultur. Von Theodor Haecksr. 8°, 274 Seiten. Preis broich Mk. 5.50, in Ganzleinen Mk. 7.—. Verlag Josef Kösel u. Friedrich Pustet, München. In unserer mit Bildung übersättigten Zeit ist es heilsam, die gesunden Anschauungen Tbeod. Ho-ckers in sich aufzunehmen. Philosophen und Theologen, Geistlich« und Lehrer, ja allen, oie nach Wahrheit ringen, werden die klaren, mit innerer Leidenschaft geschriebenen Bekenntnisse ein Wegweiser fein zu Gott.
Was sind denn die »Ernsten Bibelforscher" für Leute? Zugleich eine Aufklärung über das „tausendjährige Reich" Christi. Von Prälat Dr. Max Heim- bucher, o. Hochschulprofessor, erzb. geistl. Rat und Geheimer Regierungsrat. Dritte Auflage. 5. und 6. Tausend. 8°. (88 6.) In steifem Umschlag geheftet und beschnitten Mk. 1.50. Berlaqsanstalt norm. G. I. Manz in Regensburg. — Diese vorzügliche Schrift des bekannten Bamberger Dogmatikers liegt nunmehr schon im 5. und 6. Tausend vor. Der Verfasser hat das große Verdienst, daß er al» erster den erfolgreichen Kampf gegen das Settenweten ausgenommen hat.
Die Kunst dem Hoffe. 7. Sondernummer: Romanische Malerei in deutschen Landen. Von Dr. Oskar Döring. Mtt 69 Abbildungen, dabei 10 farbigen. 1.—20. Tausend. 32 Seiten nur 8 Tafeln. Preis 2 Mark. Herausgegeben von der Allgemeinen Vereinigung für christlich« Kunst. München, Renatastraße 6. — Das Heft reiht sich würdig seinen Vorgängern an und kann rchn« Mnfchränkung empfohlen werden.
Ass der Nachbarschaft.
Gera. Hier hielt im „Christlichen Volksbund" der protestantische Hilfsprediger Bauer einen Vortrag über die Frage: „Inwieweit ist di« hl. Johanna (n. Orleans» ein Typus protestantischer Frömmigkeit und Therese Neumann (in Konnersreuth) ein Typus katholischer Frömmigkeit?" Jedermann war zu dem Vortrag eingeladen. Der Saal war voll besetzt. Von einem evangelischen Theologen, der öffentlich über den Katholizismus spricht,
ein ganz besonderes neues Werkchen erwähnt werden. Der Kapuzinerpater Otto Hophan hat während jahrelanger Krankheit Trost und Kraft gefunden in der Betrachtung des leidenden Heilandes. Nun hat er feine Gedanken für Leidensgenossin ausgezeichnet und unter dem Titel „Der Kreuzweg des Kranken" (geb. etwa 6 Mk.) herausgegeben. Das Büchlein wird ein Segen für viele Kranke und Leidende werden; denn wer selber leidet, kann am besten zu leidenden Mitmenschen sprechen. Wenn in der Weihnacht das „Friede den Menschen auf Erden" erklingt, dann mag dieses Büchlein vie- lei'. Kranken, die nicht an die Krippe eilen können, ein Friedensbringer werden.
Als prächtiges Weihnachtsbüchlein sei noch empfohlen Paul Reinelts Chronika, wie das liebe Jesuskind im Glatzer Land geboren wurde (geb. 2.60 Mk.). Diese Schilderung der heiligen Nacht auf deutschem Boden hat seit ihrem Erscheinen viele Herzen entzückt. Das weihnachtlichste der Weihnachtsbucher haben wir bis zuletzt aufgehoben; es ist Unser Weihnachtsbuch für klein und groß .herausgegeben von Helene Pages, mit Bildern von Lore Gronau (geb. etwa 4.50 Mk.) Die feinsinnige Herausgeberin, deren Name ja bekannt genug ist, hat den Weihnachtsstimmen im deutschen Schrifttum gelauscht und alles Schöne, was von unserem Volk und von unsern Dichtern zum Lob des Christkindes erdacht und gesungen worden ist, zu dem Buch zusammengefügt, das wie' kein anderes den Namen „Weihnachts- buch" verdient und für alle gedacht ist, für die das Christkind gekommen ist: für die Kleinen und die Großen.
„ nichts von der kath. Heiligenverehrung. In Gera, wo ein sehr großer Prozentsatz der protestantisch Getauften ungläubig ist, sollte ein protestantischer Prediger Wichtigeres zu tun haben, als die Katholiken in einer Weise herauszufordern, die alles andere eher ist als ein Beweis christlicher Liebe,
Er nehme sich ein Beispiel an Kaplan Fahsel, der in zahllosen Versammlungen auch vor vielen Protestanten spricht, ohne je einen solchen zu verletzen.
QD cd Scherz.
Die kleine Gustel kommt in den Bäckerladen, um frische Brötchen zu holen. Ihren Wunsch drückt sie aus mit den Worten: „Ich will Brötchen, wo krachen,"
Anzüglich. Arzt: „Die Medizin, die ich Ihnen heute verschreibe, wird bestimmt helfen, aber Sie müssen auch daran glauben"! — Patient: „Ich weiß, Sie haben ja meinen Bruder behandelt; der hat auch daran glauben müssen".
Bei einer Religionsprüfung in der Volksschule wird auch die Frage gestellt: „Wer kommt ins Fegfeuer?" Flugs meldet sich'Karlchen und spricht: „Meistens die alten Weiber". Prüfungslehrer: „Warum denn?" Kärtchen: „Meine Großmutter sagt immer: „Wenn man doch mal nicht so ein langes Fegfeuer hat."
Richtigstellung. Die komniunalpolitischen Leidenschaften schlugen in einer ungarischen Kleinstadt turmhohe Wellen. Das Lokalblatt nahm ebenfalls Stellung und schloß mit folgenden Worten den Bericht über einen heißen isitzungstag der Stadtverordneten: „50 Prozent der Stadtverordneten sind Idioten." — Darauf schlugen die Wellen noch höher, der Redakteur wurde mit Ohrfeigen und mit einem Presseprozeß bedroht, falls er den inkriminierten Satz in der nächsten Nummer nicht zurücknehmen sollte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als in die Berichtigung einzuwilligen. Und nach zwei Wochen, als die nächst« Nummer der Neuesten Nachrichten von Szilasbalhas und Umgebung erlchienen war, konnte man an derselben Stelle, mit denselben Buchstaben lesen: „50 Prozent der Stadtverordneten sind keine Idioten."
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