Wochenkalender.
Sonntag, 13. Nov. 23. Sonntag nach Pfingsten. Di- dakus, Bek., t 1463. Erntedankfest. Kollekte für den Bonifatiusverein.
Montag, 14. Nov. Josaphat, Mart., t 1623.
Dienstag, 15. Nov. Gertrud, Jgfr., f 1302.
Mittwoch, 16. Nov. Gedächtnistag der Toten des Weltkrieges.
Donnerstag, 17. Nov. Gregor der Wundertäter, f 270. Freitag, 18. Nov. Einweihung der Kirchen St. Peter ~ und Paul zu Roni.
Samstag, ^19. Nov. Eli s a b e t h von T h ü r i n gen.
23. Sonntag npch Pfingsten.
(Ev. Matth. 9, 18—26.)
In jener Zeit, da Jesus zu den Juden redete, siehe, da trat ein Vorsteher (der Synagoge) herzu, betete ihn an und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. Und Jesus stand auf, und folgte ihm samt seinen Jüngern. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre lang am Blutflusse litt, trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Kleides; denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so werde ich gesund. Jesus aber wandte sich um, sah sie, und sprach: Tochter, sei getrost! dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. Und als Jesus in des Vorstehers Haus kam, und die Flötenspieler und das lärmende Volk sah, sprach er: Weiche, das Mägdlein ist nicht tot, sondern cs schläft. Da verlachten sie ihn. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein, und nahm es bei der Hand. Und das Mägdlein stand auf. Und der Ruf davon ging aus in derselben ganzen Gegend.
Erbarmen! Erbarmen!
Trost so wie nach Wasser, und rief sie Hilfe an-
$ ls Job in seinem unseligen stand, in Lumpen gehüllt,
Eiterbeulen bedeckt, von Schmer
Zu- mit
zen gefoltert, auf dem Düngerhaufen saß, hatte er ein großes Bedürfnis nach menschlichem dis Erde in heißer Sommersglut Da sah er um sich seine Freunde mit schmerzzerissener Stimme um
„Erbarmek Euch meiner, erbarmet Euch mei ner, wenigstens Ihr meine Freunde; denn die hand des Herrn hat mich berührt!"--
Wir stehen im Monat November, dem Aller- leelenmonat. Von den Gräbern, auf denen die letzten Astern ihren Todeskampf kämpfen, schweiß unser Blick hinüber zu jenen düsteren Gefilden, in nen em ganzes Heer von schmerzgequälten Seelen die letzten Anstrengungen macht, um seinen
^- halten in die Stadt der ewigen Herr- uchkert. Es sind die armen Seelen im Fegfeuer, fruen mir die Ohren des Glaubens, und wir
hören, wie sie ihren Schmerz und ihren Hilferuf einklerden in die Worte Jobs:
Erbarmet Euch unser, erbarmet Euch unser, wenigstens Ihr, unsere Freunde; denn die Hand des Herrn hat uns berührt!"
„Ach höret das Klagen,
Ach sehet die Plagen;
Erwäget der armen Gefangenen Leid.
Helft liebevoll retten
Aus Banden und Ketten,
Worin sie geschlagen für schreckliche Zeit".
Erbarmen rufen sie also. Ein Ruf, der uns Kunde ormgi von lyrM^ängiiAen, jammervollen Zustand, der wirklich „zum Erbarmen" ist. —
Sind es aber nicht Seelen, die Gott liebt? Freilich; aber auf sie trifft das Wort der Schrift: „Wen Gott lieb hat, den züchtigt er". Und weiter: „Wie echtes Gold im Feuer, so werden die Lieblinge Gottes im Ofen der Trübsal geprüft und geläutert".
Die Schmerzen, die sie leiden, sind entweder wirkliches Feuer. Für Gottes Allmacht ist es ja eine Kleinigkeit, mit physischem, wirklichem Feuer nicht bloß Leiber, sondern auch Seelen zu bren= nen; oder es ist ein geistiges Feuer, ein Sinnbild der schrecklichsten Schmerzen, wie wir sie größer gar nicht vorstellen können.
In Flammen und Qualen Sie müssen bezahlen Was ihnen noch übrig An zeitlicher Schuld.
Dazu kommt die Qual der Sehnsucht. Welcher Schmerz muß es für Moses gewesen sein, das heilige Land wie ein Buch vor sich offen daliegen zu sehen und dennoch seine Schwelle nicht überschreiten zu dürfen. So sehen nun die armen Seelen vom Fegfeuerberg aus die wundersame Stadt des Himmels, die ihnen Herrlichkeit, Ruhe und Frieden verheißt, können aber nicht hinein.
Mit Seufzen und Weinen Die Seelen in Peinen Inbrünstig verlangen Zur ewigen Ruh.
Halte diese Schilderung nicht für eine Uebertreibung der frommen Phantasie. Erwäge vielmehr die Aussprüche erleuchteter Gotteslehrer, die uns das Fegfeuer als ein Land des Schreckens und Grausens vorstellen. So schreibt zum Beispiel der gewichtigste aller Kirchenlehrer, der hl. Augustinus: „Jenes Reinigungsfeuer ist härter und entsetzlicher als alle Pein, die man in dieser Welt empfinden oder sich denken kann." Der gleichen Ansicht ist der hl. Papst Gregorius, der einen tiefen Blick in das Jenseits getan: „Meines Erachtens ist jenes. wenn auch ein Ende nehmendes Feuer, schmerzlicher als alle Drangsale der Welt." — Ich kannte eine Person, deren Glieder von der Wassersucht zum Zerplatzen aufgeschwollen waren und die von Hitze glühten wie Eisen im Feuer.
Solche Schmerzen sind aber im Vergleich zu denen des Fegfeuers wie eine Erquickung. Oder bist du ohne Einschläferung bei einer Operation unter dem Messer gewesen und hast qualvolle Augenblicke oder Stunden mitgemacht? Solche Schmerzen sind im Vergleich zum Fegfeuer der reinste Balsam.
Haben also diese geplagten Seelen nicht asten Grund, ihre Schmerzen uns zu klagen mit den Worten: „Erbarmet Euch unser, erbarmet Euch unser?" Ist aber eine solche Hilfe tatsächlich in unsere Hand gegeben? Daran hält unsere hl. katholische Kirche seit Jahrhunderten fest Nicht ver» geblich ist ja von den Aposteln angeordnet worden, schreibt Sankt Chrysostomus, daß man bei der Feier der ehrwürdigen Geheimnisse der Verstorbenen gedenke; denn sie haben gewußt, daß ihnen daraus viel Nutzen zufließe." Und der hl. Augustin sagt: „Adan soll nicht zweifeln, daß die Verstorbenen durch das Gebel der hl. Kirche, durch das hl. Opfer und durch Almosen, welches für die Seelen gespendet wird, Hilfe bekommen." Auch Ablässe, die gewonnen und den armen Seelen zugewendet werden, sind für sie eine Quelle des Trostes.
Erbarmet euch unser, erbarmet euch unser! Warum ertönt dieser Ruf zweimal? Vielleicht um anzudeuten, daß unser Hilfswerk für die armen Seelen zugleich ein Hilfswerk ist für unsere eigene arme Seele. Wird uns nicht durch den Gedanken ans Fegfeuer wieder die ganze Torheit und Unbegreiflichkeit der Sünde klar? Nur die Sünde und die noch nicht abgebüßte Strafe hat jene Seelen in das Feuer gestürzt. Meiden wir also mit oller Entschiedenheit die Sünde — und zwar auch die unscheinbare, die kleine, läßliche, und bequemen nur uns zu Werken der Buße. Und meinst du, daß die Werke an die armen Seelen für dich umsonst getan sind? Nein; sie schlagen zu deinem Vorteil aus. Wie bei einem Handelsgeschäft beide Teile einen Vorteil haben, der Käufer sowohl wie der Verkäufer, so auch bei den Liebeswerken für die armen Seelen. Diesen wird der Himmel geöffnet, wir aber erwerben uns einen Anspruch auf ihre Dankbarkeit und machen uns sogar Gott selber zum Schuldner. Drum möge gerade im Monat November dieses geistliche Handelsgeschäft blühen und gedeihen. Durch Gebete, Meßopfer, Almosen und Ablässe wollen wir uns Freunde machen in der andern Welt, damit, wenn es mit uns zu Ende geht, sie uns aufnehmen in die ewigen Wohnungen. Der Burgpfarrer.
Lrntedank.
Erntedankfest soll am heutigen Sonntag ge» halten werden. Im Alten Testament ward den Israeliten eine zweifache Erntedankfestordnung von Gott selber aufgestellt. Die erste lautete: „Du sollst nehmen von den Erstlingen aller Früchte des Bodens und sollst sie durch den Priester nie-