6t. WMH-Mtt
Kagel, »en so. entlobet <92Z.
5Z. Zahrg
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzelgen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzetle im Reklametetl 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein.
- Druck und Verlag der Fuldaer Actlendruckerei. Verlagsart Fulda. ..
l»tell>lll
......
Wochenkalender.
Sonntag, 30. Okt. 21. Sonntag nach Pfingsten. Fest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs.
Montag, 31. Okt. Vigil von Allerheiligen.
Dienstag, 1. Nov. Fest Allerheiligen.
Mittwoch, 2. Nov. Gedächtnis Allerseelen.
Donnerstag, 3. Nov. 3. Tag der Oktav von Allerheiligen.
Freitag, 4. Nov. Karl Borromäus, t 1584. Vitalis und Agricola, Mart. Herz-Iesu-Freitag.
Samstag, 5. Nov. 5. Tag der Oktav von Allerheiligen. Gedächtnis der Kirchweihe.
Letzter Sonntag im Oktober.
Fest des Königtums Christi.
Epistel. Kolosser 1, 12—20.
Brüder! Wir danken Gott dem Vater dafür, daß er uns fähig gemacht hat, teilzunehmen am Erbe der Heiligen im Lichte. Er hat uns aus der Gewalt der Finsternis errettet und in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild Gottes des Unsichtbaren, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen, was im Himmel und auf Erden ist: Sichtbares und Unsichtbares, Throne, Herrschaften, Fürstentümer, Mächte: alles ist durch ihn und für ihn erschaffen worden. Er ist auch das Haupt seines Leibes, nämlich der Kirche. Er ist der Anfang, der Erstgeborene unter den Toten. So sollte er in allem den Vorrang haben. Denn es gefiel Gott, in ihm die ganze Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles wieder mit sich zu versöhnen, alles auf Erden und alles im Himmel, indem er durch sein Blut am Kreuze Frieden stiftete, in Christus Jesus, unserm Herrn.
Evangelium.
Johannes 18, 33—37.
In jener Zeit richtete Pilatus cm Jesus die Frage: »Bist Du der König der Juden?"
Jesus antwortete: „Sagst Du das aus Dir selbst, oder haben es Dir andere von mir berichtet?"
Pilatus erwiderte: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben Dich mir überliefert. Was hast Du getan?"
Jesus antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Anhänger schon kämpfen, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von
^..^v^sprach Pilatus zu ihm:
„Du bist also doch ein
Jesus erwiderte: „Ja, ich bin ein König. Ich bin vzu geboren und bin dazu in die Welt gekommen, d°r Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus Wahrheit ist, hört auf meine Stimme."
Gebel der Kirche.
,, .^Echtiger, ewiger Gott, Du wolltest in deinem ge- m^ ^ ®°^5 dem Könige des Weltalls, alles erneuern, gnädig, daß alle Völkerfamilien, die durch die .,^rwundet und auseinandergerissen sind, sich sei- nulden Herrschaft unterwerfen. ' Der mit Dir lebt...
I. N. R. L
as sind die merkwürdigen Buchstaben, die wir regelmäßig an die Spitze des Kreuzesbalkens geschrieben sehen. Ohne Punkte gelesen ergeben die Buchstaben das Wort Jnri. Da ist einmal ein Ignorant
auf den Einfall gekommen, hinter diesem Wort den Namen des Kunstlers zu wittern, der das betreffende Kruzifix gemalt, gemeißelt oder geschnitzt hat. Somit stellte er eines Tages die witzige Frage: „Was ist denn das für ein famoser „Jnri", der -
Doch das ist wohl nur ein Scherz. Wissen wir ja, daß obige Buchstaben die Abkürzung sind für die Kreuzesinschrift, die der Landpfleger Pilatus dem Heiland hat setzen lassen. Die Buchstaben bedeuten folgende vier Worte:
Jesus Nazarenus Rex Judaeorum: zu deutsch: Jesus von Nazareth, König der Juden. Wir wissen auch, daß diese Inschrift die Juden baß verdrossen, so daß sie in voller Aufregung dem Pilatus auf die Bude gerückt sind mit den Worten: „Schreibe nicht: König der Juden, sondern daß er gesagt habe, er sei der König der Juden." Doch diesmal hat Pilatus Rückgrat gehabt und stramm erklärt: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben." Und dabei ist es geblieben- und so prangt diese Inschrift I. N. R. I. heute noch an allen Kreuzen zur Ehre und Verherrlichung des wahren und glorreichen Königtums unseres Herrn und Heilandes. —
Und von diesem Königtum wollen wir uns heute unterhalten. Ist ja heute das Fest Christi, des Königs, das „Christkönigsfest". das allen guten Katholiken bereits ans Herz gewachsen ist, obwohl es das jüngste aller Herrenfeste darstellt und erst seit dem vorigen Jahre das Kirchenjahr ziert.
Pilatus war also überzeugt, daß Christus ein König ist. Das Gespräch, das er über diesen Klagepunkt mit dem Heiland geführt hat, ist Gegenstand des heutigen Festevangeliums.
In jener Zeit ging Pilatus in das Gerichts- gebäude, ließ Jesum rufen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?" Jesus antwortete: „Fragst du das aus dir selber, oder haben andere dir über mich berichtet?" „Bin ich denn ein Jude?" erwiderte Pilatus. „Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir übergeben. Was hast du getan? Jesus antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Anhänger gewiß darum kämpfen, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber meiiH Reich ist nicht von hienieden."
Pilatus fragte weiter: „Bist du also doch ein König?" Jesus erwiderte: „3a, ich bin ein König. Dazu bin ich geboren und dazu in die Welt gekommen, um der Wahrheit Zeugnis zu geben.
Jeder, der aus der Wahrheit stammt, hört meine
Stimme." —
Erhellen wir das Evangelium durch einige Strahlen der Erklärung. „In jener Zeil". Das war nämlich der größte Tag der Weltgeschichte, der Karfreitag Eben hatten die Juden die schwersten Geschütze der Verleumdung gegen den Heiland aufgefahren. Höhnisch gab ihnen Pilatus den Bescheid, den verhaßten Nazarener durch den Tod aus der Welt zu schaffen. Knirschend vor Wut gaben die Juden zur Antwort: „Uns ist es nicht erlaubt, einen Menschen zu töten " Da begab sich Pilatus in das Gerichtsgebäude und stellte an ihn die Frage „Bist du der König der Juden?" Bor der Anwort stellte Jesus eine Zwlschenfrage: „Fragst du das aus dir selber oder haben andere dir über mich berichtet?" Jesus veranlaßt also den Pilatus, sich darüber auszusprechen, wie. er auf seine Frage kommt. Unumwunden gibt Pilatus zu, daß Jesu eigene Landsleute, die Juden, ihn bezichtigt haben, er mache sich selbst zum König und verbiete, dem Kaiser Zins zu geben. Pilatus wollte nun wissen, wie Jesus sich zu seinem Königtum stelle. Darum die Frage: „Bist du der König der Juden?" Nun gab Jesus Bescheid über die Art seiner KLnigsherrschast: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Was versteht Jesus wohl unter einem Reich „von dieser Welt"? Ein irdisches Reich, an dessen Spitze ein König steht, auf dessen Befehl ein Heer ausmarschiert gegen den Feind, der für Recht und Gerechtigkeit, für Wohlstand uni! Ordnung sorgt, der Steuern und Abgaben erhebt, der die Verbrecher mit Kerker und Tod bestraft. Pilatus merkte mit Scharfsinn heraus, daß Jesus allerdings das irdische, nicht aber jegliches König- tum ablehnt. Darum seine Frage: „Bist du also doch ein König?" Darauf gab Jesus die entscheidende und feierliche Antwort: „3a, ich bin ein König; dazu bin ich geboren und dazu in die Welt gekommen, um der Wahrheit Zeugnis zu geben." Das ist die herrliche Antwort, die über dem heutigen Feste weht wie eine goldstrahlende Fahne, die in das heutige Fest hineintönt wie ein Trompetenstoß.
Christi Reich ist also das Reich der Wahrheit. Christus ist ja selbst die Wahrheit, die persönliche, göttliche Wahrheit; eine Wahrheit, die nicht bloß Theorie und Erkenntnis umfaßt, sondern auch Praxis und Leben. Wir haben ja die Lehre Jesu und das Beispiel Jesu, um danach zu handeln und dadurch heilig zu werden. Mit der Wahrheit ist verbunden die Gnade, das Licht, die Wahrheit zu erkennen, die Kraft, nach der Wahrheit zu handeln. So wird dann Christus zum Leben, zum unsterblichen, ewigen Leben, das den Tod überwindet und wie ein rauschender Strom fortfließt von einer Ewigkeit zur andern.
Welches Glück ist deshalb den Heiden aufgegangen, als sie in Christus die Wahrheit und das Leben erkannten. Gerade am heutigen Tage begeht die Kirche das Andenken an den hl. Mär»