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Religiöses Wochenblatt

für die kalholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R. -Pfennig B 45 R.-Pjennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst und Osf.»Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. Verlagsort Fulda. ---..,.,

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Nr. §v

Kassel, den 2. Oktober 1927.

D 37. Zahrg. D

vom 30. April 1926 den ganzen Erdkreis aufgefor­dert, das 700jährige Jubiläum des Todestages dieses großen Heiligen allüberall festlich zu begehen.

Nun folf auch die Bonifatiusstadt ihre Franzis­kus-Jubiläumsfeier haben. Bonifatiusstadt und Frauenberg, das sind zwei Namen, die zusammen­gehören. Auf dem schönen Berge, der die Kirche unserer lieben Frau trägt, hat der Apostel des Hessenlandes und der Glaubensvater der deutschen Katholiken, St. Bonifatius, zu seinen Lebzeiten seine Hütte aufgeschlagen, Hat dort gebetet und ge­arbeitet und Gottes Segen auf das Kloster und die Stadt in der Ebene, die dort erstehen sollte, herab­gefleht.

Auf dem Frauenberge hat dann auch der Arme von Assisi, der hl. Franziskus, feinen Wohnsitz auf- geschlagen und feit mehr denn 300 Jahren haben des Heiligen Kinder, die im Fuldaer Land so wohl­bekannten braunen Söhne des hl. Franziskus ihren Wohnsitz aufgeschlagen und wollen getreu den Fußtapfen dieser beiden großen Heiligen St. Bo­nifatius und St. Franziskus dem Fuldaer Land und den Bewohnern der Stadt ein Wegweiser zum Himmel sein, indem sie täglich den armen, leid­gequälten Menschen unseres Jahrhunderts das königliche erhabene Beispiel des Armen von Assisi im Beispiele zeigen und vorleben.

Ein Beispiel sein den Gläubigen, dem Volke St. Franziskus zeigen, das ist die hehre und ernste Aufgabe der Minderen Brüder droben auf dem Frauenberg. O möge der heilige Vater Fran­ziskus den Berg und alle, die auf ihm wohnen, segnen, beim Throne Gottes für sie flehen, daß sie stets dieser ihrer Aufgabe eingedenk sein! Daß sie in heiliger Liebesglut zu ihrer Herrin, der hl. Ar­mut, in treuer Pflichterfüllung nach der Regel St. Franziszi und in täglich größerer Opferbereitschaft, in stetem Gebete Tag und Nacht allen, die den Berg hinaufmallen, ein Beispiel seien, das sie zum Himmel ruft, dorthin, wo nun ihr hl. Stifter und Vater schon 700 Jahre lang sich in der Anschauung Gottes freut!

Das wundersame Beispiel des Heiligen uach- ahmen, das sie nun in den Predigten der Jubel­woche neu erschauen, das ist die Aufgabe der Gläu­bigen rings im schönen Fuldaer Lande. Nicht Ju­belfeiern mit äußerem Pomp und Glanz sollen die Hauptsache sein, nein, Herzenserneuerung und hl Begeisterung, das prächtige Beispiel dieses Heiligen auf dem Wege zum Himmel nachzuahmen, das ist der Sinn unserer Jubelfeier:

Daß Ihr, Ihr Christgläubigen der Bonifatius- diözese, gleich St. Franziskus, in heiliger Glau­benseinfalt Euch um die Kirche, den Felsen Petri, charet, demütig ihrem Worte lauschet und keinen Zoll breit abweichet von der Liebe und wahren Ehrfurcht vor dieser gottgesandten Lehrerin und Führerin auf dem Himmelswege,

daß Ihr, Ihr Christen des Hessengaues, wie St. Franziskus,mit unglaublicher Entschlossen­

Wochenkalender.

Sonntag, 2. Okt. 17. Sonntag nach Pfingsten. Ged. der hl. Schutzengel. Aeußere Feier des Rosen- tran^f eftees.

Montag, 3. Okt. Theresia vom Kinde Jesu.

Dienstag, 4. Okt. Franziskus von Assissi, Bek., f 1226.

Mittwoch, 5. Okt. Placidus u. Gen., Mart., f 546.

Donnerstag, 6. Okt. Bruno, Stifter des Karthäussror. dens, t 1101.

Freitag, 7. Okt, Fest des hl. Rosenkranzes. Ged. des hl. Markus, Papst, Bek., und der H. H. Sergius u. Gen., Mart., f 336.

Samstag, 8. Okt. Brigitta, Wwe, f 1373.

Liebzehnler Sonntag nach Pfingsten

(Evang. Matth. 22, 3546.)

Zn jener Zeit kamen die Pharisäer zu Jesus; und Einer von ihnen, ein Lehrer des Gesetzes, fragte ihn, um ihn zu versuchen: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetze? Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen Gemüte. Dies ist das größte und das erste Gebot. Das andere aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. An diesen zwei Ge­boten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus, und sprach: Was glaubet ihr von Christo? Wessen Sohn lst er? Sie sprachen zu ihm: Davids. Da sprach er zu ihnen: Wie nennt ihn aber David im Geiste einen Herrn, da er spricht: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße gelegt habe. Wenn nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antwor­ten: und niemand wagte es von diesem Tage an, ihn noch um etwas zu fragen.

3um 70V jährigen Zranziskus- Zubiläum.

700 Jahre sind verflossen seit dem Tage, an dem der Patriarch der Armen, Franziskus, am Vorabende des 4. Oktober 1226 in einer ärmlichen Jelle bet Portiunkula, in der Ebene von Assisi, den Flug zum Himmel nahm. Singend und betend seiner einfältigen Seele, dem ewigen Vater im mel entgegenjubelnd, ließ er seinen weinenden ^^ und ersten Jüngern die irdische Hülle sei- seinLeibes auf Erden zurück, um für

Lebennach der Form des hl. Evan- qSle ber Heilige zu feinen Lebzeiten so Seithol? u 'x ben ewigen Himmelslohn zu erhalten, ziaorn^ « bis Kirche nicht aufgehört, dieses ein- LmAen Heiligen Lob zu singen. Hat doch kein glaub^J?6 Hostel ausgenommen, auf unsere druck und liebearme Zeit solchen Ein- biqe mi^r^' 1° bst auf Ungläubige und Jrrgläu- ber 'cCn ^t Franziskus von Assisi. Darum hat

' -Mater in einem eigenen Rundschreiben I

heit" daran gehet, mit Gott und seinen Geboten in Eurem Leben ganz ernst zu machen, ohne jeden Hinterhalt, ohne jede Einschränkung,

daß Ihr, Ihr alle, die Ihr in diesen Tagen zu den Jubelfeiern eilet, gleich St. Franziskus in übernatürlicher Liebe zu Gott und Euren Mit­menschen entbrennet, und aus Eurem Herzen ver­bannet jeden Haß und jede bewußte Abneigung ge­gen eure Mitmenschen, sei es, wer es seil

Das fei Eure Jubelfeier, ihr lieben treuen Ka­tholiken des Fuldaer Landes, das fei Euer Ge­löbnis in diesen Festtagen!

Ahmet ihn nach, den großen, stillen und doch so lieben Vater Franziskus, wie erein Nachahmer Christi war". (1. Kor. 11, 1.)

P. Ewald Müller O. F. M; }

Gedanken eines Zrauenbergpilgers.

Freudig biegt der Pilger in die Frauenberger Anlagen ein, die sich zum Dome wölben, den unser Herrgott selbst geschaffen hat. Erdensorge, Erden- leid wird allmählich abgestreift beim Anblick der Baumkronen, die sich zum mächtigen Kirchen­gewölbe weiten. Es stockt der verlangsamte Schritt beim Anblick der auf dem wuchtigen Mauereck thronenden freudenreichen Gottesmutter. Das ist die Ueberschrift zu dem Lobhymnus auf die Got­tesmutter, der auf dem Berge erklingt:Freu dich, du Himmelskönigin!" Aufwärts führt der Weg. Lichter wird es um uns, freier. Fast möchte ich sagen erdenferner. Es geht an den Stationen der sieben Freuden Mariä vorbei, die in Mauernischen den Wanderer aufwärts zum Heiligtum der freu­denreichen Mutter geleiten wollen. Freilich waren diese Freuden im Leben der Mutter so manchmal auch mit Opfern durchglüht. Aber wie könnte Himmelsfreude, wahre Seelenfreude, ohne Opfer und Leid zu erreichen sein. . . .

Wie schön liegt die Stadt und das Fuldaer Land zu den Füßen des Pilgers, wenn er höher schreitet, das gesegnete Fuldaer Land, dem Gott den hei­ligen Glauben in schweren Zeiten des Abfalles erhielt auf die Fürbitte derKönigin vom Berge"!

Ein stiller Blick ins Armenseelenhäuschen hin­ein. Denk dann, du Erdenpilger, an des Psal- misten Wort:Wer wird hinaufsteigen den Berg des Herrn oder stehen an seiner hl. Stätte?"Wer chuldlos ist an Händen und reinen Herzens!" . . , Da stehst du vor der Kirche aus der Spitze des Berges: St. Franziskus und St. Antonius heißen )ich willkommen und von hoher Fassade grüßen die unbefleckt empfangene Jungfrau und Königin des Berges, und die lieben Fuldaer Heiligen St. Bonifatius und St. Sturmius.

Schüchtern tritt der Pilger ein ins Heiligtum, in den herrlichen Thronsaal, den ein begeisterter, gottbegnadeter Künstler tm Franziskusgewande, ein schlichter Laienbruder des Klosters, vor bald