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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Zrkchelnt jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe ^ Z5 Goldpfennig 3 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions- chluß Montag. Anzeigen-Preifs: TolonelzeUe im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft and Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckeret in Fulda sein.

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ßr.

Maffei, den 25. September (922.

Mjrg. 51.

wochenkralender.

Sonntag, 25. Sept. 16. Sonntag nach Pfingsten. Kol­lekte für das Priesterseminar.

Montag, 26. Sept. Cyprianus u. Justina, Mart., t 303.

Dienstag, 27. Sept. Kosmas u. Damianus, Aerzte, Mart., f 303.

Mittwoch, 28. Sept. Lioba, Jgfr. u. Aebtissin, f 780.

Wenzeslaus. König, Mart., f 996.

Donnerstag, 29. Sept. Fest des hl. Erzengels M l ch a e l.

Freitag, 30. Sept. Hieronymus, Kirchenlehrer, Bek., t 420.

Samstag, 1. Okt. Marien-Samstag. Remigius, Bischof, Bek., f 553.

Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Eo. Luk. 14, 112.)

9n jener Zeit, als Jesus in das Haus eines Ober­sten von den Pharisäern am Sabbathe ging, um da zu speisen, beobachteten sie ihn genau. Und siehe, ein was­sersüchtiger Mensch war vor ihm. Und Jesus nahm das Wort, und sprach zu den Gesetzgelehrten und Pharisä­erin Ist es erlaubt, am Sabbathe zu heilen? Sie aber schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und er redete sie an, und sprach zu ihnen: Wer von euch, dessen Esel oder Ochse in eine Grube gefab len, würde ihn nicht sogleich herausziehen am Tage des Sabbaths? Und sie konnten ihm darauf nicht antwor­ten. Er sagte aber zu den Geladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze auswählten, und sprach zu ihnen: Wenn du zu einem Gastmahle ge­laden wirst, so setze dich nicht auf den ersten Platz, da­mit, wenn etwa ein Vornehmerer als du von ihm ae- laüen wäre, derjenige, welcher dich und ihn geladen hat, komme, und zu dir sage: Mache diesem Platz! und ou alsdann mit Schande untenan sitzen müssest. Son- aus"'d-7?^?" geladen bist, so geh' hin, und setze dich Platz, damit, wenn der, welcher dich ge- er hinm i/0^ Er ZU dir spreche: Freund, rücke wei- mit ^ wirst du Ehre haben vor denen, die

- Ae scheu. Denn ein jeder, der sich sei bst er- «hch'et werden"^ Ub^ ^ erniedriget, w-rd

Eiternsegen.

or einigen Tagen habe ich eine Für- sorgeanstalt besucht, in welcher Aehr als ein halbes Hundert Junglinge, die im gefährlichen Entwicklungsalter stehen, zu dem ov« ho £ KJ Zwecke untergebracht sind, um sie Umaebnn " ^u Bahn, in welche sie durch ihre ken m ssEdracht wurden, wieder herauszuren- @erejl- d chr künftiges Leben wieder ins richtige die ®er Anstaltsdirektor gab mir

tiefer ^'^s^ ^ß 90 Prozen! aller Entartung forsiben^ "Uf das Konto ihrer Eltern zu ter mancher dieser Jungen hat un-

und Tranen ausgerufen:Daran ist'

nur mein Vater schuld" oder:Das hat meine Mutter auf dem Gewissen."

Umgekehrt aber machen wir die Erfahrung, daß wohl ebenso 90 Prozent aller guten Veranla­gung, aller wahren Frömmigkeit und Tüchtigkeit unter den Menschen gewachsen ist auf dem Baume eine guten Erziehung seitens der Eltern: Elkern- fegen!----

Wir stehen noch bei der Besprechung des Psal­mes 118. Ich bringe heute davon die dritte Fort­setzung, aus welcher eine geradezu brennende Liebe zum Gesetz hervorleuchtet, deren Quelle sicherlich auf die Eltern zurückgeht.

Psalm 118, 3. Abschnitt: Liebe zum Gesetz.

1. Mach das Gesetz zu meinem Pfade, Laß mich es allezeit durchforschen.

2. Gib mir Verständnis des Gesetzes Und Gnadenkraft, es zu erfüllen.

3. Auf des Gesetzes Pfad mich leüe, Ihm hab' ich freudig mich erkoren.

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Sonntag, den 25. September,

in allen Kirchen der Diözese Fulda

Quartalskollekte

für das Priesterseminar.

*

WB Mt IM Ä lieber Leier!

4. O neig mein Ohr zu deiner Lehre, Vor Trug des Geizes mich bewahre.

5. Wend' ab mein Aug von eitlen Dingen, Belebe mich auf deinem Pfade.

6. Laß deine Furcht in mir erstarken, Dein Wort sei allzeit meine Richtschnur.

7. Laß mich der Schande nicht verfallen, Denn dein Gesetz ist meine Wonne.

8. Ich liebe herzlich deine Lehre, Erfrische, Herr, mein Tugendstreben.

9. Laß zu mir kommen dein Erbarmen, Dein Heil, o Herr, nach deinem Worte.

10. Den Spöttern will ich Antwort geben, Daß deinem Worte ich vertraue.

11. Nimm nicht von mir das Wort der Wahrheit, Ich traue fest auf dein Versprechen.

12. Und halten will ich deine Satzung

Für immer und für alle Zeiten.

13. Ich wandle frei und ohne Zagen, Denn dein Gesetz ist meine Liebe.

14. Vor Königsthronen geb' ich Zeugnis

Für dein Gesetz mit Kraft und Frohmut.

15. Durchforschen will ich deine Satzung, I Sie sei mir in das Herz geschrieben.

16. An dein Gebot leg' ich die Hände

Und übe freudig jede Tugend.

. Greifen wir aus diesem Abschnitt einen ein» zigen Vers heraus:

Ich liebe herzlich deine Wege,

Erfrische, Herr, mein Tugendstreben".

Ich frage mich, woher denn beim Verfasser un» seres Liedes diese innige, begeisterte, opfermutige Liebe herkommt I Eine Liebe, die durch kein Glück und kein Unglück jemals erschüttert wurde! Und ich habe darauf nur eine Lösung gefunden: daß diese Liebe herkommt als Stammgut von einem gottesfürchtigen Vater, der einst sein Kind auf den Knieen geschaukelt und ihm von Jehova und sei- nen Taten und Wundern erzählt hat. Herkommt als Stammgut von einer frommen Mutter, die tljrem Kinde mit der Milch die zartesten Empfin­dungen gegen Gott und seine Güte und Vorsehung eingeflößt har.

Und das war immer der Weg, eine glaubens­starke, sittenstrenge Jugend heranzubilden, die gute Erziehung durch die Eltern oder deren Stellvertre­ter. Und da meine ich nicht nur die leiblichen, sondern auch die geistigen Eltern, Männer und Frauen, die außerhalb der Familie die Jugend unterrich­ten, bilden und erziehen. Ich denke an einen hl- Benediktus, Franziskus, Dominikus, Ignatius und so viele andere Ordensstifter und Stifterinnen, die in ihren Tagen persönlich und nach ihrem Tod durch ihre Orden als Jugendbikdner sich unver­gängliche Lorbeeren gesammelt haben und noch sammeln. Ich denke an tausende von Lehrern und Lehrerinnen in der Welt und in Anstalten und Pensionaten, die ihr ganzes Wissen, ihre ganze Lebenskraft, ihre ganze Persönlichkeit in den Dienst der Jugend stellen. Ich denke an so viele edle Frauengestalten, die wahre Apostel der Ju­gend und des Frauengeschlechtes geworden sind. Ich nenne die hl. Lioba, eine Blutsverwandte des hl. Bonifatius, des Apostels des Deutschen. In richtiger Erkenntnis, daß zur Bildung der Frauen- weit die mütterlich zarten Hände einer Frau des. ser geschaffen sind, berief er die hl. Lioba aus Eng­land herüber in unser Vaterland. Hochgebildet in Religion und Wissenschaft, wohlbewandert in allen Zweigen des Frauenberufes, besonders in der schö­nen Kunst der Stickerei im Kloster zu Tauber» bischofsheim im Frankenlande, das der hl. Boni­fatius zu diesem Zweck erbaut hatte. Wegen ihrer gewinnenden Erscheinung, besonders aber wegen ihrer Liebenswürdigkeit und Herzensgute wurde sie gernedie Liebliche" genannt. Gerade die vor­nehmsten Familien vertrauten ihr und ihren Schwestern ihre Töchter zur Erziehung an. Selbst Bischöfe, Aebte, Fürsten und Kaiser liebten ihre Unterredung und holten sich ihren Rat Am 28. September 780 im Alter von 70 Jahren ver­tauschte sie ihr armes Kloster mit den Herrlich­keiten des himmlischen Jerusalem.