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Wochenkalender.

Sonntag, 18. Sept. 15. Sonntag nach Pfingsten. Jo­seph von Cupertino, Bek., t 1663.

Montag, 19. Sept. Januarius und Gen., Mart.

Dienstag, 20. Sept. Eustachius, Mart., t 118. Vigil des Apostels Matthäus.

Mittwoch, 21. Sept. Matthäus, Apostel. Quatem- b ermittw ocy.

Donnerstag, 22. Sept. Thomas von Villanova, Bek., t 1553. Mauritius, Mart., t 300.

Freitag, 23. Sept. Linus, Papst, Mart. Thekla, Jgfr., Mart. Quatemberfreitag.

Samstag, 24. Sept. Fest der allerfel. Jgfr. Maria von der Erlösung der Gefangenen. Quatember- s a m s t a g.

Fünfzehnter Sonntag nach Pfingsten

(Ev. Luk. 7, 1117.)

In jener Zeit kam Jesus in eine Stadt, welche Naim hieß, und es gingen mit ihm feine Jünger und viel Volk. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter, die Witwe war; und viel Volk aus der Stadt ging mit ihr. Da nun der Herr sie sah, ward er von Mitleid gerührt, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und er trat hinzu und rührte die Bahre an (die Trä­ger aber standen still). Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Da richtete sich der Tote auf, und fing zu reden an. Und er gab ihn seiner Mutter. Es ergriff sie alle aber eine Furcht, und sie lobten Gott, und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aus- gestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht.

Lchwergewrchtsmeisterschaft.

in Schwergewicht spüren wir alle, die wir genötigt sind, mit beiden Füßen auf dem Boden zu stehen. Wie mit eisernen Nägeln sind wir Mit der Erde verbunden. Seit Jahrtausenden ringen die besten

- Meister nach der Kunst, den Erd-, boden zu verlassen und gleich den Vögeln sich in' ote Luft zu erheben. Nach unglaublichen Anstreng­ungen, Mühen und Opfern ist es endlich einigen âberwählten gelungen, mit Hilfe sinnreicher Maschinen das Reich der Lüfte zu erobern. Aber chle viele mußten ihren Forschertrieb mit dem eigenen Leben büßen. Viel Wasser wird noch den mhem hmabfließen und Berge von Papier müssen vollgeschrieben werden, bis daß unser Flug so und so natürlich wird wie bei einer Taube euer, einem Adler.

roi£nA ""^1 dann, wenn dieses herrliche Ziel er- ilht sein wird, auch dann wird das Schwergewicht, ni^'^ Erde zieht, nicht aufgehoben sein. Denn

^ ?ew, nein, auch die Seele zieht es M,,â >firei möchtest du herrschen über alles » ^'Sündhafte und Gemeine. Und dennoch: baf^T- ^'cken zieht es dich hinab ins Natur- We, Tierische und Bequeme.

Bereits in der letzten Lesung haben wir gehört vom riesengroßen Psalm 118, in welchem der könig­liche Sänger mit unversioglicher Beredsamkeit das Gesetz preist. Ich bringe heute einen weiteren Ab­schnitt, worin der Sänger im Lobe des Gesetzes fortfährt, gleichzeitig aber auch seinem Schmerze Ausdruck verleiht, daß seine Seele förmlich am Boden klebt.

Psalm 118, Fortsetzung: Vorzüge des Gesetzes und Widerstand gegen dasselbe.

1. Erweise mir, o Herr, die Gnade, Daß ich befolge deine Worte.

2. Erleuchte mir, o Herr, die Augen, Zu schauen des Gesetzes Wunder.

3. Ein Pilgrim bin ich nur auf Erden, O zeige mir den Weg zur Heimat.

4. O hätt' ich Freud an deiner Satzung Und würde allzeit darnach handeln.

5. Zum Abscheu sind dir stolze Menschen, Verflucht des Rechtes Uebertreter.

6. Verachtung nimm von mir und Schande, In deiner Rechten will ich forschen.

7. Die Großen sitzen da und höhnen, Doch zugewandt bleibt dir mein Wille.

8. Dein Zeugnis ist mir Lust und Freude, Und dein Gebot ist stets mein Ratschluß.

9. Es klebt am Boden meine Seele: Belebe mich nach deinem Wort.

11. Bekennen muß ich meine Fehler, So lehr mich wieder deine Satzung.

12. Es schläft vor Ekel meine Seele: Erquicke mich mit deinem Worte.

13. Den Weg der Sünde weit entferne, Auf deiner Satzung laß mich, wandeln.

14. Ich wähle mir den Weg der Wahrheit, Will nie vergessen deine Satzung.

15. Anhängen will ich deinem Zeugnis, Mach nicht zu Schanden deinen Diener.

16. Ich schreite des Gesetzes Straße, Wenn du befreit hast meine Seele.

Wir haben gesehen, daß der Sänger von seinem Hang zur Ebde ein aufrichtiges Zeugnis ablegt: »Es klebt am Boden meine Seele". Und abermals Bekennen muß ich meine Fehler". Und wiederum: Es schläft vor Ekel meine Seele". Damit wild der hl. Sänger seinem Schmerz Luft machen über die Widerstände gegen die Gebote und Vorschriften des Gesetzes, die sich manchmal bis zumEkel" steigern. Das Kleben am Boden ist ein Bild für die Neigung Sur Sünde. Die Begierlichkeit ist getchsam der Strick, der uns an die Erde fesselt, der Kitt, der uns an die Erde klebt, daß wir nicht mehr loskommen.Es klebt am Boden meine Seele".

Damit hat ein Vertreter des alten Bundes jene schmerzliche Wahrhest angedeutet, die Paulus, der Vertreter des neuenWundes, offen ausspricht in den denkwürdigen Worten des Romerbriefes:Das Ge­setz ist zwar geistig, ich aber bin fleischlich, verkauft an die Sünde. Was ich tue, ist mir nicht klar. Nicht

das Gute, das ich eigentlich will, tue ich, sondern das Böse, das ich eigentlich nicht will. Das Wollen des Guten liegt mir nahe, aber das Vollbringen nicht. Dem inneren Menschen nach habe ich Freuds am Gesetz, aber ich gewahre in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz des Geistes widerstreitet". Röm. 7, 14.

Wo ist nun die Lösung? Wo ist die Hilfe? Wo ist der Sieg? In der Gnade Jesu, die auch im Schwachen Großes wirkt, wenn er zur Mitwirkung bereit ist. Beweis ist ja der Apostel Paulus selber, der trotz des großen Widerstandes der Begierlichkeit sich zum Heroismus der Gottesliebe, der Feindes­liebe, der Keuschheit, der Armut, des brennenden Seeleneifers und des Martyriums aufgefchwungen hat. Er wurde Meister über das Schwergewicht des Leibes und der Sinnlichkeit.

Die gleichen Lorbeeren winken auch dir. Denn du hast die nämlichen Anlagen, die dich nieder- ziehen, aber auch die nämliche Gnadenhilfe, die dich wieder hinaufzieht. So kannst auch du und sollst auch du Schwergewichlmeisler werden. Wenn du jeden Tag einige Uebungen machst in der Ueber­windung der auffallenden Sinnlichkeit, des auf­steigenden Zornes, der aufbrausenden Ungeduld, der einschleichenden Trägheit und Bequemlichkeit, dann wirst du es sicherlich zur Meisterschaft brin­gen. Viel helfen kann uns dabei der Gedanke an den Tod, an die Krone, an die Ewigkeit. Höre dazu folgende Geschichte aus dem Leben der Alt- väter.

Ein Einsiedler, Elias mit Namen, hatte Besuch bekommen von einer frommen Jungfrau, die in einer anderen Einsiedelei wohnte. NachUhrem Weg­gang empfand er heftige Sinnlichkeit. Unwider­stehlich davon fortgetrieben, machte er sich auf den Weg zu ihrer Zelle. Plötzlich gewahrt er durch ein Gesicht die Erde geöffnet wie ein tiefes Gra' und sieht drei Leichname, die einen unerträglichen Gestank ausbreiteten. Daneben erblickte er einen Greis von sehr ehrwürdigem Aeußern, der zu ihm sprach:Siehe, das ist der Leichnam einer Frau, eines Kindes und eines Mannes. Nun magst du deine Begierde nach Wunsch befriedigen." Da er­kannte Elias feine Torheit, kehrte um in seine Woh­nung und verharrte in der alten Lebensstrenge bis zu seinem Tod. Nun denke zurück an das heu­tige Evangelium vom toten Jüngling von Naim. Denke, wenn es dich zur Erde und zur Sünde nie­derziehen will, an Tod und Gericht und befolge die Mahnung der Kirche:Seid tapfer im Streit und kämpfet mit dem alten Drachen der Begierlich­keit und ihr werdet das ewige Reich erlangen."

Der Burgpfarrer,

Erwachen:

In vielen Ländern regt sich auf Wunsch des Hei­ligen Vaters die sogenannte Katholische Aktion. Auch in Deutschland wäre es, wenn nicht unermeß­licher Schaden angerichtet werden soll, höchste Zeit, daß jeder Laie an seiner Stelle als Apostel wirkt Der Todfeind aller Religion sieht vor den Toren.