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Wochenkalender.

Sonntag, 11. Sept. 14. Sonntag nach Pfingsten. Pro- tus und Hyazinthus, Mart., f 257.

Montag, 12. Sept. Fest des hl. Namens Mariä.

Dienstag, 13. Sept. Vom Tage.

Mittwoch, 14. Sept. Fest Kreuz-Erhöhung.

Donnerstag, 15. Sept. Fest der sieben Schmer­zen Mariä. Nikomedus, Mart.

Freitag, 16. Sept. Kornelius und Cyprianus, Mart., t 252. Euphemia, Mart.

Samstag, 17. Sept. Einprägung der Wundmale des hl. Franziskus von Afsifst.

vierzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matt.h 6, 2433.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen, und den andern lieben; oder cr wird sich dem einen unterwerfen, und den an­dern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen werdet, noch für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Klel- dung? Betrachtet die Vögel des Himmels; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheu­nen: und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer unter euch kann mit sei­nen Sorgen seiner Leibeslänge eine Elle zusetzen? Und warum sorget ihr ängstlich für die Kleidung? Be­trachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht und spinnen nicht: und doch sage ich euch, daß selbst Salomon in all' seiner Herrlichkeit nicht be­kleidet gewesen ist, wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde, welches heute steht, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen! Sorget also nicht ängstlich, und saget nicht: Was werden wir essen, was werden wir trinken, oder womit werden wir uns be« reiben? Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Denn euer Vater weiß, daß ihr alles dessen bedürfet. Suchet also zuerst das Reich Gottes und seine Gerech­tigkeit: so wird euch dieses alles zugegeben werden.

Huf der Suche.

ie die Kinder im Frühling auf der Suche sind nach den ersten Veilchen, wie die Bergsteiger auf der Suche nach dem herr­lichen Edelweiß, wie die Jäger auf der Suche sind nach Hasen

wie die Reisenden auf der Suche sind Kunden, so sind die Menschen aller

und Rehen, nach neuen tu |mu wie widimjcii uuer fetten, aller Zonen, aller Stände, aller Lebens- der Suche nach dem Glück.

Der hl. Augustinus hat Recht, wenn er schreibt: »-niemals hat es einen Menschen gegeben, nie- als gibt es einen Menschen, und niemals wird Menschen geben, der nicht das Glück L® .. ^ß die Menschen das Glück suchen, dar- wer sind sie alle einig. Worin aber das Glück

besteht, und welches der Weg zum Glück ist, dar­über gehen die Meinungen wie die Straßen an einem Kreuzungspunkte.

Wenn wir es aber gut mit uns selber mei­nen, so werden wir das Glück auf den Wegen suchen, die der unendlich weise, gütige Gott selbst gewiesen hat. Und diese Wege sind seine ewigen, unumstößlichen Satzungen und Gebote. Nun weiht das Psalmenbuch den längsten, größten, fruchtbar­sten aller Psalmen, den Psalm 118, dem gött­lichen Gesetz, seiner Verherrlichung und Empfeh­lung. Von den meisten Bibelkennern wird als Verfasser Daniel betrachtet, der schon als Jüngling am Königshof zu Babylon mit außerordentlicher Weisheit erleuchtet war. Dieses ebenso wunder­bare als leichtverständliche Lied ist alphabetisch; es besteht aus 22 Strophen, die dem hebräischen ABC entsprechen; eine jede Strophe umfaßt acht Verse. Im römischen Brevier sind je zwei Stro­phen, also 16 Verse zusammengenommen.

Beginnen wir heute mit dem ersten Teil, der uns in die Geheimnisse des Glücks mit sicherer Hand einführt.

Psalm 118, 1. Strophe: vom wahren Glück.

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Glückselig, wer ohn' Makel wandelt, Auf des Gesetzes Pfaden schreitet.

Heil dem, der forscht in Gottes Rechten, Mit Eifer sucht nach seinem Gotte.

Die boshaft sich der Sünde weihen, Die wandeln nicht auf seinen Pfaden. Aufs strengste hast du, Herr, befohlen, Mit Sorgfalt dein Gesetz zu halten.

O möchten alle meine Taten, Nach deinem Willen, Herr, sich richten. Dann werd' ich nicht, o Gott, erröten, Wenn dein Gebot ich treu gehalten.

Ich will dich preisen reinen Herzens, Mir wohlbekannt ist deine Satzung. Behüten will ich deine Rechte, Verlaß mich nicht mit deiner Gnade. Was führt auf rechtem Weg den Jüngling? Wenn dein Gesetz er nimmt zur Richtschnur.

Ich suche dich von ganzem Herzen, Stoß vom Gesetz mich nicht zurücke. Dein Wort ich berge tief im Herzen, Daß nimmer ich in Sünde falle.

Gepriesen seist du, Herr, Jehoval In deinem Recht mich unterweise.

Laut will ich aller Welt verkünden Die Worte, die dein Mund gesprochen. Dein Zeugnis ist mir Lust und Wonne, Wiegt mehr als Gold und Edelsteine. In deiner Satzung will ich wandeln Und fromm bedenken deine Wege. Betrachten will ich deinen Willen Und deine Worte nie vergessen.

Wie uneins sind die Menschen über das Glück, nach dem sie doch so hungrig sind! Anders der Psalmist. Bei ihm gibt es kein Besinnen, kein

Schwanken, kein Raten. Den Weg zum Glück kennt er mit absoluter Sicherheit:

Glückselig, wer ohn' Makel wandelt,

Auf des Gesetzes Pfaden schreitet.

Der Weg der Sünde ist also ein Abweg, den Sümpfen vergleichbar, über denen ein Irrlicht huscht. Wer ihm nachgeht, sinkt in Schlamm und geht jämmerlich zugrunde. Der Weg der Sünde ist der Weg des Fleisches und zugleich der Weg des Unglücks. Trefflich schreibt darüber der hl. Paulus in der Epistel des heutigen Sonntags:

Als Werke des Fleisches sind offenkundig: Unzucht, Unkeuschheit, Wollust, Götzendienst, Zau­berei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Zwie­tracht, Spaltungen, Parteiungen, Neid, Mori^ Trunksucht, Schwelgerei. Die derartiges treibe«, werden das Reich Gottes nicht besitzen."

Frage den König Salomon, ob er auf den Wegen der Welt, aus den Wegen des Fleisches, auf den Wegen der Sünde glücklich geworden ist. Glücklich von den Weibern, an die er sich weg­warf; glücklich von den Trinkgelagen, die er so oft veranstaltete; glücklich von den Luxusbauten, die er so protzig aufführte; glücklich von Götzen Astarte und Moloch, denen er in abscheulicher Ver­blendung opferte? Im Gegenteil. Sein Herz wurde allmählich von Ekel erfüllt, sodaß er aus-

rief:Eitelkeit über Eitelkeit und alles ist feit!"

Anders der hl. Nikolaus v. Tolentino, Andenken wir gerade begehen. Eines ges hörte er einen Mönch mit flammenden

Eitel"

dessen

Ta-

Wor-

ten die Eitelkeit der Welt schildern. Und die Pre­digt hat bei unserm Nikolaus eingeschlagen. Als der Prediger von der Kanzel stieg, trat Nikolaus zu ihm mit den Worten: Mein Entschluß, die Welt zu verlassen, steht fest. Und er hat Wort gehalten. Nikolaus trat bei den Augustinereremi­ten etn und wurde das Vorbild eines weltabge­wandten Ordensmannes. Seine Strengheiten wa­ren fo'groß, daß erleuchtete Männer ihn baten, davon etwas abzustehen. Er aber sprach:Ich bin nicht ins Kloster gegangen, um ein bequemes Leben zu führen " Dabei war seine Freude weit größer als die der Weltkinder. Gott lieben, ihn verherrlichen durch Gebet und ein heiliges Leben, Sünder bekehren, Gerechte zur Vollkommenheit führen, das war feine Freude. Seiner Seligkeit war er gewiß. Seinem Ende nahe, sprach er mit dem hl. Paulus:Ich verlange aufgelöst zu wer­den und bei Christus zu fein."

Mein Christ! Der Weg des Glückes liegt hei­ter und sonnenbestrahlt vor dir. Es ist der Weg der Gebote Gottes. Er führt zu einem Glück, des­sen Glanz so wenig erbleicht wie der Glanz des echten Goldes. Geh diesen Weg mit neuer Ent­schiedenheit, mit neuer Sicherheit, mit neuer Freude. Es ist der Weg des Glaubens, der Fröm­migkeit, der Reinheit, der Demut, der Zufrieden­heit, der Wohltätigkeit. So wirst du ein "wahrer Gottsucher", ganz nach der Weisung des Heilandes: Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerech­tigkeit, und alles übrige wird euch dazugegeden werden." Der Burgpfarrer.