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Lahrg. 57.

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Kassel, den 28. August (927.

Religiöses Wochenblatt

für dle katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Goldpfennig 3 40 Goldpfennig (freibL) Redaktion-. IW Montag. Anzeigen-Preis«: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklameteil 0,00 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendrulterei In Fulda sein.

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wochenkalen-er.

Sonntag, 28. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Augustinus, Kirchenlehrer, Bischof, f 430. Hermes, Mart., f 132.

- Mv nag, 29. August. Enthauptung des hl. Jöhânnes â. T. Sabina, Mart., f 126.

Dienstag, 30. August. Rosa von Lima, Jgfr., t 1617. Felix und Adauctus, Mart., f 303.

Mittwoch, 31. August. Raymundus Nonnatus, Bek., "1240.

Dm -stug, 1. September. Aegidius, Bek., f 700. Zwölf - '"der von Benevent, Mart.

September. Stephan, König von Ungarn, f 1038. Herz-Jesu. Freitag.

Samstag, 3. September. Marien-Samstag.

Zwölft er Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Luk. 10, 2338.)

_ 3n jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Selig sind die Augen, welche sehen, was ihr sehet! Denn ich sage euch, daß viele Propheten und Könige sehen woll­ten, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und l ö» ren, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Und siehe, ein Gesetzgelehrter trat auf, ihn zu versuchen, und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu er» gerben? Er aber sprach zu ihm: Was steht geschrieben im Gesetze? Wie liesest du? Jener antwortete, und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von dei­nem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften, und aus deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst. Da sprach er zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben! ar wollte sich als gerecht zeigen, und sprach zu -st denn mein Nächster? Da nahm Jesus das Lort, und sprach: Es ging ein Menschen von Jeru. imem nach Jericho, und fiel unter die Räuber. Diese zv- aus, schlugen ihn wund, und gingen hinweg, achdem sie chn halb tot liegen gelassen hatten. Da daß ein Priester denselben Weg hinabzog: uno er sah ihn, und ging vorüber. Desgleichen auch ein v ? lam ~n den Ort, sah ihn, und ging vorüber. ^ ubnder Samaritan aber kam zu ihm, sah ihn, ^-tleid gerührt. Er trat zu ihm hin, ver-

S funden, und goß Oel und Wein darein; -hn auf sein Lasttier, führte ihn in die Her- trug Sorge für ihn. Des andern Tages zog ^'Denars heraus, gab sie dem Wirte, und sprach: wendet tge für ihn, und was du noch darüber auf- mtf -ch dir bezahlen, wenn ich zurückkomme. Bnn nun ?on diesen dreien scheint dir der Nächste mnrs ^"^sen zu sein, der unter die Räuber gefallen an ihm t6r <der sprach: Der, welcher Barmherzigkeit und tu desgleichen! ^ ^ 3 ^' ^ ^

Ein

erlhaftes Vergnügen.

ir leben im Zeitalter der Vergnü­gungen. Jeder einzelne wird von diesem Vergnügungstaumel mitgerissen. Sind aber all diese Vergnügungen wirkliche Erho­lungen? Schlagen sie nicht oft'

zum Schaden und Nachteil aus für Leib und Seele? Hinterlassen sie nicht ost Leere des Beu­tels und Gemütes und drücken Arbeitsunlust und Unzufriedenheit wie einen Stachel in die Brust?

Ein Vergnügen weiß ich aber, das frei ist von solchen Schädigungen, das von Natur edel und heilig ist und die besten Früchte wie köstliche Trau­ben hervorbringt. Welches ist dieses vorteilhafte Vergnügen?

Das Lob Gottes in Wort und Tat, in Gedanke und Musik. Von solchem Gotteslob fließt der Psalm 134 über, den wir uns heute zu Gemüte führen wollen.

Psalm 134: Lob fei Gott und seinem Namen.

1. Lobt Gottes Namen, Alleluial Lobk Gott, den Herrn, ihr seine Diener.

2. Die ihr im Heiligtums stehet

Und die ihr weilt im Tempelhofe.

3. Lobt Gott, den Herrn, denn er ist gütig, Lobt seinen Namen, der so lieblich

4. Er wählte Jakob sich zum Erben, Erkor sich Israel zum Liebling.

5. Ich selbst erfuhr die Größe Gottes, Vor dem erbleichen alle Gößen.

6. Den Himmel schuf er und die Erde, Das Meer mit seinen tiefsten Gründen.

7. Vom Horizont bringt er die Wolken Und holt aus dem Versteck die Winde.

8. Er schlug die Erstgeburt Aegyptens Vom Königssohne bis zum Haustier.

9. Viel Zeichen tat er in Aegypten An Pharao und feinen Knechten.

10. Er schlug so manche Heidenvölker, Hieb nieder ihre stolzen Fürsten;

11. Verteilte ihre Königreiche Dem Volke Israel zur Beute.

12. Dein Name, Herr, soll nie erlöschen, Dein Angedenken ewig währen.

13. Huldvoll wird er sein Volk regieren Und sich erbarmen seiner Diener.

14. Der Heiden Götter sind Gebilde Von Gold und Silber, Menschenwerke.

15. Stumm ist der Mund und kann nicht reden, Ihr Auge blind und kann nicht sehen.

16. Taub ist ihr Ohr und kann nicht hören, Und kein Geruch dringt durch die Nase.

17. Gleich ihnen werden ihre Bildner Und alle, die auf sie vertrauen.

18. Volk Israel, dem Herrn lobsinge, Lobsingt ihm, alle seine Priester.

19. Lobsingt ihm, alle seine Diener, Lobsingt ihm alle, die ihn fürchten.

20. Der Herr sei hochgelobt auf Sion Und hochgelobt in Himmelshöhen.

Das Gotteslob ist also der Inhalt dieses schö­nen Liedes. Der Psalmist lobt Gott, indem er seine Allmacht, seine Güte, seine Liebe, seine Vorsehung,

I seine Wohltaten betrachtet, indem er mit Ekel sich von den nichtigen Gößen abwendet und dem wah»

I ren Gott allein Herz und Leben schenkt. Damit nicht zufrieden, ruft der königliche Sänger wie mit einem mächtigen Trompetenstoß Priester und Laien und das ganze Volk zum Love Gottes auf.

Das Gotteslob ist für uns eine Pflicht. Wie der Vogel zum Fluge, so ist der Mensch zum Lobe und zur Verehrung Gottes erschaffen. Wir loben Gott, wenn wir an ihn glauben, wenn wir seine Wesenheit, seine Vollkommenheiten, seine Fü­gungen, seine Wohltaten fromm betrachten, wenn wir zu Gott beten, wenn das Gebet sich aufschwingt zum Gesang und zur Musik, wenn wir ihm opfern, wenn wir ihm dienen, wenn wir seine Gebote hal­ten, wenn wir ihn lieben nach den Worten der heutigen Evangeliums:Du sollst den Herrn, Dev nen Gott lieben aus ganzem Herzen, aus ganzem Gemüte und aus allen Kräften".

Das Lob Gottes ist unser Vergnügen, unsert Lust und Wonne. Wenn wir nur das Lob Gotter von andern hören, empfindet unsre Seele Trost uni Freude. Willst du für diese Wahrheit eine Be­stätigung, so denke an den Heiligen des heutige« Tages. Es ist jenes große Kirchenlicht, der hl Augustinus. Was hat zu seiner Bekehrung de« Ausschlag gegeben? Die Liturgie, der herrliclX Gottesdienst und besonders der ergreifende Psab mensang, den er in der Kathedrale des hl. Am­brosius hörte. Sein Herz wurde fortgerisien zur Reue und zur Liebe Gottes und so wurde der Boden bereitet zum endgültigen Sieg der Gnade. Aber, wirst du fragen, was hat denn der liebe Gott davon, daß wir ihn loben? Dazu schreibt eben Str genannte Kirchenlehrer Sankt Augustin in der Erklärung unseres Psalmes folgendes:Nicht Gott wächst und gewinnt durch unser Lob, sondern wir. Gott wird weder besser, wenn Du ihn lobst, noch schlechter, wenn Du ihn nicht lobst, wenn Du ihn schimpfest; akier Du wirst besser, wenn Du ihn lobst, und Du wirst schlechter, wenn Du ihn schimp­fest."

hören wir deshalb gern das Lob Gottes. Woh­nen wir gern dem hl. Gottesdienst bei in der ka­tholischen Kirche. Begnüge dich dabei nicht immer mit einer Frühmesse. Dâs ist auf die Dauer eine Hungerkur. Manche gehen in den Städten regel­mäßig an Sonntagen in der Frühmesse oder in eine kurze Spätmesse. Manche aus Notwendigkeit, weil sie Dienstboten sind und unter der Herrschaft stehen oder als Mütter, weil sie Kinder und Fa­milie zu verwalten haben. Manche aber aus pu­rer Bequemlichkeit, damit sie bald fertig sind. Solche bekommen keine Ahnung von den Herrlich­keiten einer feierlichen Liturgie, eines feierlichen Gotteslobes. Darum ist es ratsam, wenigstens von Zeit zu Zeit dem Hauptgokkesdienst beizuwohnen in der Pfarrkirche oder in der Domkirche oder in einer Abteikirche, zumal bei den Benediktinern, de- neu die Pflege des Gotteslobes in der Liturgie und besonders im Choralgesang über alles geht Das Beiwohnen einer solchen liturgischen Handlung ist eine Verjüngungskur, ein Seelenbad. Höre aber