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Religiöses Wochenblatt für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Lrschelnt leben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfennig B 40 Goldpfennig (frelbl.) Redakttons- ichluß Montag. Anzeigen-Preise: Lolonelzekle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzelle im Reklamstell 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actleudruckerei in Fulda sein.

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wochenKalender.

Sonntag, 21. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Franziska von Chanthal, Witwe, t 1641.

Montag, 22. August. Oktav von Mariä Himmelfahrt. Thimotheus, Hippolythus, Symphorian, Mart. des 2. u. 3. Jahrh.

Dienstag, 23. August. Philippus Benitius, Bek. f 1285. Vigil des Apostels Bartholomäus.

Mittwoch, 24. August. Bartholomäus, Apostel.

Donnerstag, 25. August. Ludwig, König, Bek. f 1220. Freitag, 26. August. Zephyrinus, Papst, Mart., f 219. Samstag, 27. August. Joseph von Calasanza, Bek. t 1648.

Elfter Sonntag nach Pfingsten.

In jener Zeit ging Jesus weg von den Grenzen von Thyrus, und kam durch Sidon an das galiläische Meer, mitten ins Gebiet der zehn Städte. Da brachten sie einen Taubstummen zu ihm, und baten ihn, daß er ihm die Hand auflegen möchte. Und er nahm ihn von dem Volke abseits, legte feinen Finger in feine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, sah gen Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm:Cphpheta, das ist: Tue dich auf! Und sogleich öffneten sich seine Ohren und das Band seiner Zunge war gelöst und er redete recht. Da gebot er ihnen, sie sollten es niemand sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr breiteten sie es aus und desto mehr verwunderten sie sich und sprachen: Cr macht alles wohl, die Tauben macht er hörend und die Stummen redend.

Versinke

Ein gutes Gehör.

in gutes Gehör wird als große Wohltat betrachtet. Wie gedrückt, wie unbehaglich, wie unglücklich kommen sich so manche vor, deren Gehör nicht in Ordnung ist, die unter Taubheit zu leiden haben. . ticb ni doe heusiae Evangelium und du wirst erkennen, welch großes Mitleid unser -ei- solchen Menschen gehabt hat OTan ° nämlich einen Taubstummen mit der ' ^1] 3Ur ^'^n. Der -eiland nahm ihn bei- ^'.ne Finger in dessen Ohren, als welche die Ohren seitdem gegen den Schall verstopften, auf einmal beseitigen, das allmächtige Wort:Epheta, öffne strömt V°Wsrmarra alle Pforten geöffnet, es Schallwellen ungehindert durch die Hör ' Ahnten sich einen Weg bis zum Ge- bisher »Gehirn und zur Seele, so daß die batte und^er^ be5 Schalls sich ihm offen- scheu nprLtl? e Kimmen und Worte der Men- gleich^eitiö"^ ""^ verstand. Und da der Heiland her früher £ ^^ge des Kranken löste, so daß brach bei de^B^^ nichtig sprechen konnte, so fteruna ^o!ksmenge ein Sturm der Begei- Meeres ertönt», ""ler als die Brandung des ertönte der Ruf:Ausgezeichnet macht

er alles; den Tauben schenkt er das Gehör, den Stummen die Sprache."

Da gibt es nun gedankenlose Menschen, die allerhand gottlose und schlechte Reden führen und sich mit dem Gedanken schmeicheln, der liebe Gott würde nichts hören und nichts merken. Die rechte Antwort auf solche Verkehrtheit gibt der königliche Sänger im

Psalm 93: Gott hört, sieht und weiß alles.

1. Gerecht sind Gottes Strafgerichte; Er schaltet frei des Richteramtes.

2. Wohlan, erheb' dich, Weltenrichter, Dem Uebermute setze Schranken.

3. Wie lange sollen denn die Sünder Sich ungestraft der Bosheit rühmen?

4V Wie lange das Volk noch unterdrücken? Bedrängen Gottes Auserwählte?

5. Sie töten Fremdlinge und Witwen, Ermorden arme Waisenkinder.

6. Sie sagen: Gott wird es nicht sehen, Und Jakobs Herrscher wird's nicht merken.

7. Der Ohren Schöpfer sollt' nicht hören? Der Augen Bildner sollt' nicht sehen?

8. Der alle lehrt und unterrichtet, Dem sollte es an Wissen fehlen?

9. Verblendete, seid doch verständig, Ihr Toren, werdet einmal weise!

10. Es kennt der Herr der Menschen Trachten, Er weiß, wie eitel unser Sinnen!

11. Der Mann ist glücklich, den du lehrest, Und den du führst auf rechtem Wege.

12. Nicht wird der -err sein Volk verstoßen, Sein Erbe nicht im Stiche lassen.

13. Du bist ihm Trost an bösen Tagen, Bis daß die Gruft verschlingt den Sünder.

14. Gerechtigkeit wird dann erblühen, Der Fromme sich in Gott erfreuen.

18. Wer hilft gen Missetäter kämpfen? Wer hilft, die Bösen zu besiegen?

16. Wär' nicht der -err mir beigestanden: Schon längst wär' ich ins Grab gesunken.

17. Doch, als mein Fuß zu wanken drohte, Da hat mich Gottes Huld gerettet.

18. Ganz nach dem Maße meiner Schmerzen -at mich erfreut, -err, deine Tröstung.

^- Ait Bosheit hast du nichts zu schaffen: Gerecht ist dein Gebot und heilsam.

20. Verfolgt wird oftmals der Gerechte, Unschuldig wird sein Haupt verurteilt.

21 Der Herr ist immer meine Zuflucht, Er ist die Stütze meiner Hoffnung.

22. Der Sünder Bosheit wird er strafen Und ihre Missetaten rächen.

23. Verwerfung ist des Sünders Schicksal; Doch ewrg blüht das Glück der Frommem ^È? geheimnisvolle Einrichtung bas Schovfers. Der Telluriten artindet und baut

I Trompeten, Posaunen, Geigen, Zithern, Gitar­ren, Harfen, Orgeln, Klaviere, Harmoniums, Glok-

I ken, Grammophone, Telephone, Membrane, Ra­dios, Antennen und tausend andere Instrumente, mit denen er den Ton hervorbringt, fortpflanzt, aufnimmt, festhält, aufbewahrt, verringert und verstärkt. Wenn aber l Menschen das Gehör

fehlt, wer kann ihn, ms .i? Kein Techniker,

kein Erfinder, kein a ör ist eine Gabe

Gottes. Hast du, , ^ uch schon daran

gedacht, Gott zu d . in ou über ein gutes Gehör verfügst? W.nr j ohne alle Anstren­gung, zum Genuß und . Freude deiner Seele eine herzerhebende Predigt, eiye packende Rede, eine fortreißende Musik, ein stimmungsvolles Konzert, ein ergreifendes Lied zu hören bekommst? Wie viele Anstrengungen macht der Redner, der Musiker, der Sänger, um dich zu belehren, zu bil­den, zu erheitern, zu erfreuen! Die Lust kommt durch den Ton in Bewegung, trägt ihn in blitz­schnellen Schwingungen bis zu deinem Ohr urib vermittelt ihn deinem Verstand, deinem Gemüt, deiner Seele. Danke Gott für diese Himmels­gabe.

Bewundere auch die Allmacht und Güte Gottes, die uns das Gehör geschenkt hat. Vergessen wir dabei nicht den Gedanken unseres Psalmensängers, daß unser Herrgott, der jedes Ohr gebildet hat, selber das feinste, das zuverlässigste, das beste Ge­hör besitzt, daß er alles hört und sieht und merkt und weiß. Alles, was auf der Welt geredet und getan wird, gelangt zu Gott, und zwar ohne Lei­tung, ohne Luftschwingung, ohne Antenne, ohne Telephon, ohne Radio, ohne irgend eine Maschine oder Vorrichtung. Sein Gehör ist die Allwissen­heit.

Zu ihm gelangte das Todesröcheln des gemor­deten Abel, zu ihm das stolze Prahlen der Turm- bauer von Babylon, zu ihm die Unzucht der Be­wohner von Sodoma und Gomorrha, zu ihm Mo- ses Klage in der Wüste, des Joseph Flehen im Ge­fängnis, des Petrus Gebet im Kerker, des Za­charias Anliegen im Tempel, der Ruf Daniels aus der Löwengrube, der Notschrei der bedrängten Judith, der Hilferuf der verfolgten Susanna.

Seien wir so wahrhaft, so ehrlich, so offen» so höflich, so vorsichtig, so liebevoll in unsern Re­den, daß wir sie alle einmal vor Gottes Richter- stuhl verantworten können und lassen wir all un­sere Anliegen immer wieder vertrauensvoll zu ihm emporsteigen. Der Burgpfarrer.

Sei deines Lebens Steuermann.

Halte fest das Steuer deines Lebens! Lenkt, dein Auge, damit nie die ungestüme Woge der Begierde durch deine Augen in dein Herz dringe, das Ohr, die Zunge, daß jenes nichts Schädliches aufnimmt, diese nichts Verbotenes rede! Laß dich nicht vom Sturm des Zornes niederwerfen, nicht von den Erschütterungen der Furcht überströmen, nicht von der Last der Taurigkeit versenken. Die Leidenschaften sind Wellen: halst du dich über ihnen.