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Ausgabe B.

Wochenkalender.

Sonntag, 14. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Fe st der W e i h e der Kathedralkirche.

Montag, 15 August. Fest Mariä Himmelfahrt. Dienstag, 16. August. Fest des hl. Joachim, Bek.

1327U 5' Bek'' Pâon gegen Pest und Seuchen, Mittwoch, 17. August Hyazinthus, Bek. f 1275. Ged.

Oktav der Kathedralkirchweihe und des Festes Maria Himmelfahrt sowie des Oktavtages von Lau­rentius.

Donnerstag, 18. August. Wigbert, Bek. (sonst 13. Aug.) Agapitus, Mart., f 274.

Freitag, 19. August. 5. Tag der Oktav von Mariä Himmelfahrt.

Samstag, 20. August. Bernhard von Clairvaur Bek, Kirchenlehrer, f 1153.

Zehnter Sonntag nach Pfingsten.

In jener Zeit sprach Jesus zu einigen, die sich selbst zutrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen ver­achteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Ungerechten, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen gen Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott â Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging ß^^chhertigt nach Hause, jener nicht; denn ein jeder der erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst er= nledrigt, der wird erhöht werden.

Auf schwindelfreien Höhen.

ist du schon auf einen hohen Turm gestiegen? Den Turm der Peters­kirche? Den Eiffelturm? Den Feldbergturm? Schaut man von oben hinab in die Tiefe, so, fühlt man ein eigenartiges Grauen und Furcht. Es verläßt uns das wohl- Sckmind-^w ^ Sicherheit und faßt uns ein ^^ Menschen gibt es, die auf Hohe ihre volle Geistesgegenwart be- eben-m ^ dort oben sicher fühlen wie auf Boden; sie sind schwindelfrei.

über »U 'ene Heilige Frau sich aufschwingen Stern-? BCIße? , Ueber alle Wolken? Ueber alle aUe Engel? Siehst du sie hinaus- SaLM Himmelsbahn? Es ist die heilige Montaa"deren Himmelfahrt wir nächsten faßte bFéf?hAA $ ?l"gust, begehen. Und doch er= Schwindel ^m^hnrf^ nicht der geringste Anflua hLU^" »ach blieb sie bewahrt vor jedem des Hochmutes, des Stolzes, höchsten Sie blieb sich auch bei dieser

Unzulänglichkeit, ihrer Veraaß kein-» m Abhängigkeit von Gott bewußt, Augenblick. daß diese Erbebuna eine

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels, erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfenulg 3 40 Goldpfenulg (freibL) Redaktions- Montag. Anzelgen-Pretse: Tolonelzeile Im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelz-Ue tm Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Boldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens Ms Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein. D# m» Bette der Fulda« «dtenbnitfertL ...

Gnade war aus der Hand der göttlichen Güte und stimmte jenen Hymnus wieder an, den sie bei der Base Elisabeth gesprochen:Hochpreiset meine Seele den Herrn".

Auch David wandelte auf den Höhen der Menschheit. Von den grünen Triften, auf denen er tn der Jugendzeit die Schafe gehütet, stieg er empor auf den goldenen Thron und streckte sein Szepter aus über ein großes Volk. Doch Davids Herz blieb frei vom Achwindel des Hochmutes und vergaß nicht den göttlichen Wohltäter, der ihn emporgeführt und schaute auf keinen Menschen mit Verachtung, sondern erwies allen die schuldige Ehre. Ein rührender Beweis dieser demütigen Gesinnung ist der Psalm 130, der in wenigen, kräftigen Akkorden die kindliche Demut besingt, welche Davids Grundstimmung war.

Psalm 130: kindliche Demut.

1. O Herr, mein Herz ist nicht erhoben, Nicht hochgetragen meine Augen.

2. Ich strebe nicht nach hohen Dingen, Noch steht mein Sinn nach Wundertaten.

3. In Demut will ich mich vergessen Und nicht aufblähen meine Seele.

4. Zufrieden will in Gott ich ruhen Dem Kinde gleich, das man entwöhnte.

5. Der Herr allein sei meine Hoffnung, Des Volkes Zuversicht auf ewig.

Den Ursprung dieses Psalmes führen manche Erklärer auf ein merkwürdiges Vorkommnis zu­rück. Als nämlich die Vundeslade in feierlicher Prozession in das hl. Zelt überführt wurde, geriet David in eine solche Begeisterung, daß er vor der Vundeslade her tanzte und spielte. Seine Frau Michol, dis aus anderm Holz geschnitzt war. hielt dieses Benehmen für unvereinbar mit eines Königs Würde und Majestät und verspottete ihren Ehegatten. Da fand sich David vom heiligen Geiste angetrieben, dieses sinnige Lied­chen zu verfassen gleichsam als Andenken an diese Uebung der Demut und als Ausdruck und Siegel seines guten, gottliebenden, bescheidenen Herzens.

Man muß es allerdings schon mit roter Tinte anmerken, daß David in seiner Größe klein und demütig geblieben ist. Machen wir ja gar oft die Wahrnehmung, daß mit der Würde und mit dem Amte eines Menschen auch sein Selbstbewußt­sein und seineAnmaßung wächst. David aber, je höher er stieg an Würde und Erfolg, desto tiefer bückte er sich vor seinem Herrgott. Es ist nicht zu leug­nen, daß David große und berühmte Taten voll­brachte, die ihm unsterblichen Ruhm eintrugen. David war der letzte, der diese Erfolge leugnete. Im Gegenteil, er war sich ihrer bewußt; gleich­zeitig aber führte er seine Heldentaten auf Gottes Hilfe und Beistand zurück und bewahrte so im Scheine seines Herzens den köstlichen Schatz der Demut. Als David in der Jugendzeit in das La- ger Sauls gekommen war, wo der Philister täglich die Heere Israels in stolzem Uebermut verhöhnte, da entfiel seinen Lippen die Frage:Wer ist der iinbefchniftenß Philister, der dem Heere des leben­

digen Gottes Hohn spricht?" Und aus diese Worte hin ward er vor den Kommandanten geführt, zu dem er die mutigen Worte sprach:Keinem ent» sinke das Herz um des Philisters willen; ich, Dein Knecht, will hingehen und gegen den Philister strei­ten." Und Saul erwiderte:Du kannst nicht kämpfen mit dem Philister; denn Du bist jung, er aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf". Und David sprach zu Saul:Als ich die Herde hweie jiuf der Weide, da kam manchmal ein Löwe oder Bär und nahm einen Widder aus der Herde; ich aber verfolgte die Bestien, nahm den Widder aus ihrem Rachen, erwürgte und tötete sie; wahrhaftig, diesem Philister soll es nicht besser ergehen; denn der Herr, der mich gerettet hat aus der Taße des Löwen und Bären, der wird mich auch retten aus der Hand des Philisters".

Seien auch wir demütig. Du siehst ja aus dem Evangelium des heutigen Sonntags, wie gut die Demut angeschrieben ist bei unserm Heiland und wie bös dagegen der Hochmut wegkommt Was haben denn diesem Pharisäer seine Fasten und Almosen genützt? Ohne Erhörung. ohne Verzei­hung ging er wieder weg aus dem Tempel. Und was haben dem Zöllner seine Sünden geschadet? Gereinigt, gerechtfertigt, im Stand der Versöhnung und Gnade ging er aus dem Tempel? Warum? Woher der Unterschied? Du kennst die Erklärung des Heilandes: wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; wer aber sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. D a könnte einer förmliche Wunder der Tugend verrichten; das alles wird zu Staub und Asche, wenn sie geschehen im Geiste der Eigen­liebe und des Stolzes. Nach dem hl. Kirchenlehrer Bonaventura gibt es vier Stufen der Demut: Erste Stufe, die Welt verachten, das heißt gleichgistig sein gegen Reichtum, Lust und Ehre. Zweite Stufe: niemand verachten, also auch keinen Trunkenbold, keinen Verbrecher, noch weniger einen Armen oder Krüppel Dritte Stufe: sich selbst verachten, das heißt seiner Fehler bewußt sein und sich nicht an­dern vorziehen. Vierte Stufe: mit der Kritik, mit dem Urteil, ja sogar mit der Verachtung der andern zufrieden sein. Wohlan, das Feld der Demut ist groß. Uebe und tummle dich darin nach Herzens­lust. Wahre Demut macht dich zum Liebling Gottes und der Menschen.

Der Burgpfarrec.

Worte von andersgläubigen über die Marienverehrung.

Trost aller Vorurteile ihrer Umgebung und ihrer religiösen Erziehung haben sich Protestanten vielfach von dem Bilde der reinsten Jungfrau an­gezogen und sich gedrängt gefühlt, der Verehrung Mariens Ausdruck zu verleihen.

Der berühmte Konvertit Krogh-Tonning erzählt von sich, daß er bereits als Protestant lange vor seiner Konversion dasAve Maria" gebetet habeH Es war meine Ueberzeugung, keine Gewalt in der Welt habe das Recht, den Gebrauch eines«