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Nr. 32,
Kassel, den 7. Kugust (927
Ausgabe B.
Religiöses Wochenblatt
für die kakholischen Gemeinden Kassels.
Lrscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35®olbpfennlg 3 40 Goldpfennig (fcelbl.) Redaktionschluß Montag. Anzeigen-Preise: Eolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,68 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Äeb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeige« müssen spätestens bis Montag morgens km Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.
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Iahrg. 37.
Wochenkalender.
Konntag, 7. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Cajetan, Stifter der Theatiner, f 1517. Donatus, Bischof, Mart., f 361.
Montag, 8. August. Cyriakus, Largus und Smaragdus, Mart., t 303.
Dienstag, 9. August. Firmus und Rustikus, Mart. Vigil des hl. Laurentius. Romanus, römischer Soldat, Mart., f 258.
Mittwoch, 10. August. Laurentius, Erzdiakon, Mart.,
Donnerstag, 11. August. Von der Oktav der Verklärung Christi. Tiburtius und Susanna, Mart., f295.
Freitag, 12. August. Klara, Jgfr., t 1253.
Samstag, 13. August. Oktav des Festes der Verklärung Christi. Vigil von Mariä Himmelfahrt. Hippolytus . und Cassianus, Mart., f 368. Wigbert.
Neunter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 19, 41—47.)
' An jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam, und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden dientl nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einfchließen, und von allen Seiten dich beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die m dir sind, zu Boden schmettern, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Und als er in den Tempel kam, fing er an, die Käufer und Verkäufer, die da- rm waren, hinauszutreiben, und er sprach zu ihnen: Es lleh geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte mguch im Tempel.
Ein Wohltäter der Menschheit. deutsche Volk schickt sich an, am 11. August die Verfassungsfeier zu begehen. Auch die Katholiken machen dabei mit. Stehen wir ja auf dem Standpunkt, daß der Staat eine Einrichtung Gottes ist zum Menschheit. Gibt es doch nach der Lehre keine Gewalt außer von Gott: lRöm"l3 i^^' W sie von Gott angeordnet, beâ« Wochen war ich in Speier und de« Ru°^"r wundervollen Dom, der an den Ufern âum Himmel reckt. Mir snrHfa^mab •m ^ Kaisergruft und ließ dols a^n Algen, an welchem Kaiser Ru- v°n b r W * welche Aufgabe ihm Wert2?®unB A^'l geworden ist. Vor ihm des Satiert,^ ^re, in welchen die Macht Mim Schatten be"rvba-'? ^uktorltat der Regierung liche Reckt ,^-,^.?dstesunken war, wo das öfsent- ^austrscht getreten wurde, wo das unecht triumphierte, wo der Kaufmann, der
Bürger, fürchten mußte, von Rittern oder Räubern überfallen, ausgeplündert, mißhandelt, ermordet zu werden. Es war „die kaiserlose, die schreckliche
Da bestieg im Jahre 1273 Rudolf den Kaiserthron, der mit starkem Arm wieder Ordnung im Lande schaffte, daß Bürger und Städte wieder aufatmeten. Seht da die Segnungen einer machtvollen Staatsauktorität.
Welches ist das höchste Gut, das ein Mensch auf dieser Welt besitzt? Das Fundament und die Quelle aller Güter? — Es ist das Leben. Und dieses erste und wichtigste Gut wird von der Staatsgewalt auf alle Weise geschützt, gesichert, „Die Freiheit der Person ist unverletzlich", sagt Artikel 114 der Weimarer Reichsverfassung. Es ist nicht gestattet, die Freiheit oder gar das Leben irgend eines Menschen und wäre es der ärmste Teufel, irgendwie anzutasten. „Du sollst nicht töten", spricht der Herr im fünften Gebot. Und der Staat ist es, der in Gottes Auftrag und in Gottes Ramen dieses Gebot überwacht. „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll wieder vergossen werden", lautet eine Vorschrift des alten Testamentes, die in fast alle Gesetzgebungen übergegangen ist. Der Staat ist es, der diesen Willen Gottes ausführt und vollstreckt, der den Mörder ausfindig macht, verfolgt, ergreift, anklagt, verurteilt, festsetzt und zum Tode befördert. Das geschieht einesteils, um ein so großes Verbrechen zu sühnen, andernteils um leichtfertige, haßerfüllte Menschen abzuschrecken. Wenn trotz Todesstrafe immer noch jedes Jahr eine ziemliche Anzahl von Morden zu verzeichnen sind, wie meint ihr denn, daß es aussehen würde unter den Menschen, wenn das Leben vogelfrei wäre? Wenn nicht ein jedes Haupt das Auge des Gesetzes zum Wächter hätte? schon das Leben der Ungeborenen steht unter dem Schutze des Gesetzes. Wer mit Absicht und Uebsc- legung einem Menschenkinde den Weg in das Da- sein versperrt, oder wer auch nur dazu rät oder mithilft, ist der Strafe des Gesetzes verfallen. Um so mehr das Leben der Geborenen von der Wiege bis zum Grab. Vom Kinde bis zum Greis, vom Proletarier bis zum Kapitalisten, vom Untertanen bis zum Regenten.
.Der Staat schützt das Eigentum. „Du sollst nicht stehlen, spricht der Herr im siebten Gebote. Der Staat ist es, der das Privateigentum in Schutz nimmt es als heilig und unverletzlich erklärt. Der Staat ist es, der jede Art von Diebstahl, Raub, Wucher und Betrug verfolgt und bestraft.
..Der ^QQt beschützt die Ehre. Greift jemand dich an deiner Ehre an, fugt er dir eine Beleidi- gung zu, sagt er Lügenhaftes über dich aus, beschmutzt er dich mit einer Verleumdung, so kannst du das Gericht anrufen, das den Schänder deiner Ehre der gebührenden Strafe übergibt und ihn zum Widerruf zwingt.
Um wie viele Errungenschaften der Bequem- üchkeit, der Bildung und Kultur verschafft dir der Staat und stine Einrichtungen. Unsere Kinder besuchen die Volksschule, die Fortbildungsschule, die
Gewerbeschule umsonst; sie erwerben sich eine Menge Kenntnisse und Fertigkeiten für das Leben. Und wo sind diejenigen, die imstande wären, ganz auf eigene Kosten hin, den Bildungsgang eines Gymnasiums, einer Mittelschule, einer Hochschule, einer Universität, eines Polytechnikums durchzu- machen und sich dadurch auf wichtige, einflußreiche Stellungen und Aemter vorzubereiten? Und wenn irgendwo durch ein Verbrechen oder durch einen Unglücksfall, durch die unheimliche Macht der Elemente, durch Erdbeben, Feuersbrunst, Ueberschwem- mung, Hagelschlag und andere verheerende Ereignisse eine plötzliche, oft allgemeine Not entsteht, wäre das nicht für die Betroffenen zum Verzweifeln, wenn nicht die Gemeinschaft des Staates für sie eintreten würde? Ist das nicht ein ganz christlicher Gedanke? Ist das nicht die praktische Verwirklichung des Heilandswortes: „Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet." Und diese Liebe, die du heute als Glied der Staatsgemeinschaft durch Zahlung der Steuer und Abgaben irgend welchen ganz unbekannten, wildfremden Menschen, vielleicht in Sachsen, erweist, — wer weiß, ob du nicht mor- gen schon diese Hilfe für dich in Anspruch nehmen mußt?---
Soll ich noch die Verkehrsmittel der verschiedensten Art erwähnen? Die Eisenbahn, die dich in kurzer Zeit und für wenig Geld nach München bringt oder nach Berlin oder nach Rom? Die Post, die für wenige Pfennige deine Mitteilungen an Verwandte, an Freunde, an Geschäfte in Gestalt eine Briefes nach Frankfurt oder Stuttgart oder in den zehnten Stock eines Wolkenkratzers in New York bringt? Soll ich an Telephon und Telegraph erinnern, die unsere wichtigen Nachrichten mit Blitzesschnelle in weite Ferne tragen? All diese Einrichtungen, von denen jeder' einzelne Nutzen hat, wären undenkbar ohne die Mithilfe des Staates.
Torheit wäre es deshalb und Sünde zugleich, die Interessen des Staates freventlich zu schädigen, seine Fundamente zu unterwühlen, auf Unordnung oder Umsturz hinzuarbeiten. Pflicht aber ist es, den gerechten Forderungen und Gesetzen des Staates nachzukommen, Steuern und Abgaben zu entrichten und für die Obrigkeit zu beten, „damit wir ein friedliches, sittsames Leben führen können in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit". (1. Tim. 2, 1). - Der Burgpfarrer.
Was ist uns das hl. Meßopfer?
Von f Bischof Paul Wilhelm von Keppler.
II.
Das ist die Lehre der Kirche über das heilige Meßopfer. Das ist unser Glaube, an dem wir unerschütterlich festhalten und für den wir bereit wären, Blut und Leben hinzugeben. Denn ei gründet im Wort des Herrn und ist bezeugt durch die heiligen Schriften, durch die ununterbrochene Ueberlieferung und das Lehramt der Kirche. Wohl ist und bleibt das hochheilige Opfer das mysierium