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Latzrg. 37.

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Raffel, den 3$. Juli (927.

gott gegenüber schon manchmal die Treue gebro­chen haben.

Religiöses Wochenblatt

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für die katholischen Gemeinden Kassels.

LrscheKtt leben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Goldpfennig 3 40 Goldpfennlg (fretbL) Redakttons- ichluß Montag. Aazeigen-Preif«: LolonelzeUr im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Aeb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzügen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerel in Fulda sein.

Sonntag, 31. Juli. 8. Sonntag nach Pfingst« tius von Loyola, Stifter der Gesellschaft Jes

Jen. Igna-

. . . ________ jefu, f 1556.

Montag 1. August. Petri Kettenfeier. 7 makkabäische Bruder.

Dienstag, 2. August. Alfons Maria von Liguori, Stif­ter der Redemptoristen. Stephan I., Papst, Mart., t 257.

Mittwoch, 3. August. Auffindung der Reliquien des hl. Stephanus, des Erzmartyrers.

Donnerstag, 4. August. Dominikus, Stifter des Predi­gerordens, t 1221.

Freitag, 5. August. Maria Schnee. Herz-Jesu- Freitag.

Samstag, 6. August. Fest der Verklärung Christi auf

Echter Sonntag nach Pfingsten

(Ev. Luk. 16, 19.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, und dieser kam in üblen Ruf bei ihm, als hatte er feine Güter verschwendet. Er rief ihn also und sprach zu ihm: Warum höre ich das vor dir? Gib Re­chenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht mehr Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung ab- nimmt? Graben kann ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit, wenn ich von der Verwaltung entfernt sein werde, sie mich in ihre Häu- «»»nehmen. Er rief nun alle Schuldner seines Herrn

I und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du n »errn schuldig? Dieser aber sprach: Hundert -el. Und er sprach: Nimm deinen Schuldschein, jeze geschwind, und schreibe fünfzig. Dann sprach er zu dem Andern: Wie viel aber bist du schuldiq? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sagte zu ihm: deine Handschrift, und schreibe achtzig. Und es wvte der Herr den ungerechten Verwalter, daß er klug »eyandelt habe; denn die Kinder dieser Welt sind in ihrer Art klüger, als die Kinder des Lichtes. Auch ich Machet euch Freunde mittelst des ungerech- Achtums, damit, wenn es mit euch zu Ende geht, i>e euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen.

Ein langes Sündenregister. je Veruntreuung des Verwalters im heutigen Evangelium, der mit sei- ner Vergeudung und feinem Be­trug feinen Herrn schwer ge­schädigt hat, ist nur ein schwaches ren sm- Abbild von der Treulosigkeit, de- fAitrsvtr Menschen uns dem Herrgott gegenüber machen Besonders stark in solche? Treu- tes^!-.^-"^^ $ c "lten Israeliten, die doch Got- $fa[m in^Mu ^ Lieblinge gewesen sind. Im bes und iihnen der heilige Dichter ein gro- uns diese?»ges Sündenregister vor Augen. Möge tenntnm a m "O* .bloß eine historische Er- erfortonnn°Mern "ach eine moralische Gewissens- $ ng fein, ob nicht auch wir unserm Herr-

Psalm 105: Israels Sünden gegen seinen himm­lischen Wohltäter.

1. Lobpreiset Gott, denn er ist gütig, Und ewig währet sein Erbarmen.

2. Wer kann die Macht des Herrn verkünden? Erzählen seine Wundertaten?

3. Glückselig seine treuen Diener, Die seinen Willen stets erfüllen.

4. Gedenke unser, Herr, in Gnaden, Erzeige uns dein Wohlgefallen.

5. Laß schauen uns das Heil der Frommen, Des Himmels Freud' mit ihnen teilen.

6. Wir haben allzumal gesündigt, Unrecht verübt gleich unsern Vätern.

7. Die Wunder haben sie vergessen Und nicht geachtet deine Werke.

8. Du hast verherrlicht deinen Namen, Beweise deiner Macht gegeben.

9. Das rote Meer hast du gescholten, Und seine Wogen sind vertrocknet.

10. Gerettet hast du unsre Väter, Dem Unterdrücker sie entwunden.

11. Es deckt das Wasser unsre Feinde, Nicht einer blieb aus ihnen übrig.

12. Doch schnell vergaßen sie den Retter, Verwarfen trotzig seinen Ratschluß.

13. Sie waren gierig in der Wüste, Versuchten Gott bei Wassermangel.

14. Der Herr erfüllte ihr Begehren Und löschte ihren Durst mit Wasser.

15. Das Volk empörte sich gen Moses. Verwarf den Hohepriester Aaron.

16. Da öffnet' sich der Schlund der Erde, Verschlang den Dathan samt Abiron.

17. Bald trieben Götzendienst die Väter Und weihten sich dem goldnen Kalbe.

18. Des Schöpfers Herrlichkeit vertauschten Sie töricht mit geschaffnen Dingen.

19. Vergaßen Gott, der sie gerettet Und stießen von sich ihren Helfer.

20. Das Wunderland, das er versprochen, war ihnen feil um schnöde Lüste.

21. Sie murrten laut in ihren Zelten Und trotzten seiner Vaterliebe.

22. Sie weihten sich und ihre Kinder Dem Satan und den nichtgen Götzen.

23. Sie reizten ihn mit Lastertaten, Erfanden täglich neue Bosheit.

24. Schon hob sich Gottes Arm zur Strafe Doch Moses hat ihn abgewendet.

25. Am Haderwasser sie ihn prüften, Selbst Moses wankte im Vertrauen.

26. Mit Heiden lebten sie in Freundschaft Und nahmen Teil an ihren Greueln.

27. Selbst ihrer Kinder zarte Unschuld Dem Teufel brachten sie zum Opfer.

28. Voll ihrer Bosheit war die Erde, Und abgewandt von Gott ihr Wille.

29. Darob des Herren Zorn entbrannte; Zum Ekel wurde ihm sein Erbe.

30. Er gab sie in die Hand der Heiden Und in die Dienstbarkeit der Feinde.

31. In ihrer Not zum Herrn sie riefen, Der sie so manchesmal befreite.

32. Und er gedachte seines Bundes, Erzeigt' an ihnen sein Erbarmen.

33. Er übte Langmut mit den Vätern, Gab ihnen Gunst bei ihren Feinden.

34. Herr, unser Golk, erweis uns Gnade Und sammle die zerstreuten Brüder.

35. Wir werden preisen deinen Namen, Dein Lob allüberall verkünden.

37. Gepriesen seist du, Gott der Väter, Und alles Volk soll rufen: Amen.

37. Dem Vater, Sohn und Heilgen Geiste Sei Herrlichkeit und Ruhm und Ehre;

38. Wie anfangs, so auch jetzt und immer Und bis in ewge Zeiten. Amen.

Werfen wir noch einen kurzen Rückblick über Israels Schandlaken, die in unserm Psalm «e« schildert wurden.

Die erste Schandtat war das Murren wegen Speise und Trank. Und als Gott in seiner Groß­mut ihr Geschrei erhört hatte, war die Folge Schlemmerei und Völlerei. Den Bissen noch im Munde wurden viele niedergestreckt, und zum ab­schreckenden Andenken wurde die GegendGräber der Lüsternheit" genannt.

Die zweite Schandtat war die Revolution gegen die gottgesetzten Führer Moses und Aaron. Zwei Hundert fünfzig Fürsten und Räte, an ihrer Spitze Dathan und Abiron, wurden zur Strafe vom Erd­boden verschlungen.

Die dritte Schandtat war die abscheuliche An­betung des goldenen Kalbes. als das Echo des Treuschwurs am Fuße des Sinai noch kaum ver­hallt war.

Die vierte Schandtat war der allgemeine Göt­zendienst. wobei die eigenen Eltern ihre Kinder dem Teufel und der Unzucht geweiht haben. Vier- undzwanzig Tausend bezahlten diese Greuel mit ihrem Blute.

Der Psalm endet mit einem Schrei um Er­barmen und einem herrlichen Gotteslob.

Und was sollen wir aus diesem Liede lern ent Wenn wir gefehlt haben, wollen wir nicht ver­zagen, sondern aufrichtig und reumütig gestehen und bekennen. Mit dem Priester wollen wir beim Staffelgebet an die Brust klopfen und sprechen: mea culpa: meine Schuld! Haben wir nicht schon oft Treue geschworen? Bei der Taufe? Bei der Erstkommunion, bei der Firmung, bei der Hochzeit, bei einer Mission, bei Exerzitien, bei Unglücks-