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Nr. 27.

Lahrs. 37.

Kassel, den 3. Juli $927.

Ausgabe B

6t. EWeth-Ml

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Sotbpfennig B 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions- schluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzette im Reklamstell 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda jein.

" Druck und Sertag der AeSeudruckWei.

Wochenkalender.

Sonntag, 3. Juli. 4. Sonntag nach Pfingsten. Pro- zessus und Gen., Mart. Leo II., Papst,' Bek. Ged. der Oktav von Peter und Paul.

Montag, 4. Juli. 6. Tag der Oktav der hl. Apostel Pe­trus und Paulus.

Dienstag, S. Juli. Anton Maria Zaccaria, Bek., f 1539. Ged. der Oktav von Peter und Paul.

Mittwoch, 6. Juli. Oktav des Festes Peter und Paul.

Donnerstag, den 7. Juli. Cyrillus und Methodius, Bisch., 9. Jhrh. Willibald, Bischof, Bek.

Freitag, 8. Juli. Kilian, Kolonat und Totnan, Apostel der Franken, Mart., f 689. Elisabeth, Königin von Portugal, ff 1336.

Samstag, 9. Juli. Uebertragung der Gebeine des hl. Bonifatius.

vierter Sonntag nach Pfingsten.

(Cv. Luk. 5, 111.)

I" i^ner Zeit, als das Volk Jesu drängte, um das Wort Gottes zu hören, und er am See von Gsnesareth stand, sah er zwei Schiffe am See stehen: die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da trat er in Das eine der Schiffe, welches dem Simon gehörte, und bat ihn, von dem Lande etwas abzufahren. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe, und werfet eure Netze zum Fange aus. Da antwortete Simon und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen: aber auf dein Wort will ick das Netz arn^w"' d/k^ getan hatten, fingen sie eine ÖL®!"9' Asche, so daß ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Genoßen, die im anderen Schiffe waren, ® summen und ihnen helfen möchten: und sie ka- m^n, und füllten beide Schifflein, so daß sie beinahe versanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu Fußen, und sprach: Herr, geh weg von mir' denn ich bin fén fUÄr M-nsch! Denn Daunen hatteihn ergrif- Ten, und alle die bet ihm waren, über den Fischfang, und L^t hatten: desgleichen auch den Jakobus Sl*5' tue Sotjne des Zebedüus, welche Siinons M ""d ^"S sprach zu Simon: Fürchte n "un an wirst du Menschen fangen! Und Der rettende fintier. ei der Fahrt über das Meer und durch die Lüfte ist vor allem der Kompaß nötig, der mit absoluter Sicherheit die Himmelsrichtungen anzeigt.

in h Kompaß im Schiff der ist der Hl. Haier, der Papst. Er gibt dem Käsern 300 Millionen Menschen A Äk0 Kurs und die Richtung und «& s°"° -um @*»e einer M-'El fcS.Ä menigen lagen da« D-dâch,.

5 Apostelfursten Petrus und Paulus uns

stehen heute noch in der Oktav dieses Festes. Die­ses Fest ist alljährlich eine Flammenschrift, die mit Riesenbuchstaben die Worte bildet:Blicket hin zum Papst, dem Mittelpunkt der Einheit, blicket hm nad) Rom zu dem Mann, der das Steuer uno den Kompaß in Händen hat; vertraut Euch der Führung der kath. Kirche."

Um daran zu zweifeln, daß der Herr dem hl. Petrus eine Vorzugsstellung einräumte, muß man die ganze Bibel aus der Welt schaffen. Ihm al­lein hat der Heiland den Namen gewechselt.Von nun an sollst Du Petrus heißen".' Ihm allein hat er die Verheißung gegeben:Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kircke bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen; und Dir will ich die Schlüssel des Himmelreichs geben; alles, was Du auf Erden bin­den wirst, wird auch im Himmel gebunden fein, und alles, was Du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöset sein." Ihm allein hat er die Sorge für die ganze Herde anvertraut mit den Worten:Weide meine Lämmer, weide meine Schafe". So verschieden auch die Reihenfolge ist, in welcher die Evangelisten die übrigen Apostel aufzählen, immer und jedesmal nennen sie den hl. Petrus zuerst. Und siehst du nicht, wie auffallend der Heiland im heutigen Evangelium den Petrus bevorzugt? In wessen Schiff ist er denn gestie­gen? Mit einer gewissen Umständlichkeit und Ge­nauigkeit hat S. Lukas diesen Umstand angemerkt. Jesus sah nämlich zwei Schiffe am Ufer' stehen. Es hätte nun genügt, zu bemerken, daß Jesus in das eine Schiff gestiegen ist. Es war an sich gleichgültig, wem es gehörte. Der hl. Lukas hielt aber diesen Umstand für so wichtig, so entschei­dend, so bedeutungsvoll, daß er ausdrücklich hin- zuseßt:Jesus stieg in das eine Schiff,welches dem Simon gehörte". Und von welchem Schiff aus hat Jesus gelehrt? Vom Schifflein Petri. Da sißt die leibhaftige Wahrheit. Und wem hat der Herr Auftrag gegeben, weiter hinauszufahren in die hohe See? Wieder dem Petrus. Und wer ist Jesu zu Füßen gefallen? Abermals Petrus. Und wen hat er zumMenschenfischer" ausgestellt? Wiederum den Petrus. Da ist es doch sonnenklar daß nach dem Willen des Heilandes Petrus einen Vorzug haben soll vor den übrigen Aposteln, nicht bloß einen Vorzug der Ehre, sondern auch einen Vorzug der Gewalt.

Nun sieh. Ein solcher Vorzug, ein solcher Pri­mat mußte auch später sein. Die Kirche ist ja eine Familie. Da braucht sie ein Oberhaupt. Die Kirche ist ein Schiff. Da braucht sie einen Steuer-

^16 ®rd)e ist ein Reich. Da braucht sie einen Regenten. Hat ja der Heiland selber getagt: ledes Reich, das wider sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden. Das alles ist der Nachfolger des Petrus der Papst. Selbst die Feinde der kath. Kirche erkennen den Nutzen und die Notwen­digkeit des Papsttums. Capito, ein eifriger Anhän­ger der Reformation, schreibt:Ich erkenne das große Unrecht, welches wir der Kirche zufügten, daß wir so voreilig und unbedachtsam das Ansehen des

Papstes verworfen haben; das Volk ist nun ganz zügellos und verachtet die Autorität". Selbst Me­lanchthon, Luthers rechte Hand, sieht sich zu fol­gendem Geständnis genötigt:Wir erkennen vor allen Dingen, daß eine kirchliche Regierung etwas Heilsames ist; daß es, um die Hirten zu regieren, Bischöfe geben, und der römische Papst über alle Bischöfe sein muß". Der als großer Rechtsgelehrte bekannte Freiherr v. Seckenberg sagt:Es muß eine Ordnung in der Christenheit sein; sie muß ein Haupt haben, um die Ordnung aufrecht zu hal­ten. Niemand ist dazu mehr geeignet als der Statthalter Christi, der den hl. Petrus vorstellt."

Doch, was helfen solche Erkenntnisse, solche Kla­gen, wenn man dem Papsttum den Boden unter den Füßen wegzieht? Wenn man seine göttliche Einseßung leugnet? Wenn man das Papsttum nur wünscht oder duldet im Interesse der Ordnung? Ganz anders der Katholik: er erkennt im Papst­tum eine göttliche Einrichtung, ein Wesensmerk­mal der wahren Kirche, vom Stifter selber im In­teresse der Religion für alle Zeiten gestiftet.

Eine Kirche, die kein zusammenfassendes Ober­haupt, keine bindende Auktorität besitzt, verfällt unentrinnbar dem Schicksal der Auflösung, der Ver­wirrung, des,Zerfalls und trägt den Keim des Un­tergangs in sich selber. Sehen wir das nicht an den Hunderten von protestantischen Sekten in Amerika? Der Protestantismus in Amerika", schreibt ein Kenner der Verhältnisse,liegt im Sterben und offenbart die Zeichen rascher Zer­setzung. Und zwar stirbt er an gebrochener Auk­torität. Der Gottesdienst wird auf die Seite ge­setzt. An Stelle der ehemals dominierenden Pre­digt sind Vorträge, Film und Radiovorführungen getreten. Große Reklameplakate, Auftreten von Sängern und Negern sollen noch einiae neugierige Schäslein in die verlassene Kirche ziehen.' Das Verhängnis des Protestantismus besteht darin, daß er als organische Macht in den Händen weltlicher Behörden liegt, die das sinkende Schiff nicht hal­ten können, weil sie kein Interesse daran ha­ben."

Als Katholik hast du einen Kompaß, hast eine Führung, der bu in Sachen der Religion, in Sa­chen des Glaubens, in Sachen der Sittlichkeit, in Sachen des Lebens, in Sachen des Gewissens un­bedingt vertrauen kannst. Schau auf diesen K un­paß, halte dich an den Papst und seine Entshei- dungen, die auf Unfehlbarkeit Anspruch haben, halte dich an die kath. Kirche und die mit dem Hl. Vater und den Bischöfen vereinigten Priester. Es können Fehler am Haupte sein, Gebrechen und Mängel. Soll man deshalb den Kopf abhauen? Selbst an der Sonne sind Fehler und Flecken und wir begrüßen sie täglich aufs neue. Stehe keiner abseits, schließt euch aufs engste an Papst und Kirche. Dann kannst du mit dem hl. Chrisostomus sprechen:Die Stürme toben, die Fluten bran­den und rasen; aber ich fürchte keinen Untergang; denn

ich stehe auf dem Felsen".

Der Burgpfarrer.