Einzelbild herunterladen
 

6t. AWth-AM

Ja^rg. 37

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Galdojennig 3 40 Doldpfennig (frelbl.) Redaktions- chluß Montag. Anzeigen-Preife: Eolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Lolonslzeile im Kellameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Aeb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

w I i Druck und Verlag der Fulda» Äetteudruckerel. » .

ltasset. den 12. )uni 1921

Wochenkalender.

Sonntag den 12. Juni. 1. Sonntag nach Pfingsten.

Fest der allerh. Dreifaltigkeit. Kol­lekte für das Priesterseminar zu Fulda.

Montag, 13. Juni. Bonifatius, Mart., Apostel Deutsch­lands, t 754. Antonius von Padua, Bek., f 1231.

Dienstag, 14. Juni. Basilius d. Gr., Kirchenlehrer, T 379.

Miiwoch, 15. Juni. Vitus, Modestus, Creszentia, Mart., t 303.

Donnerstag, 16. Juni. Fest des hochheiligen Fronleichnams Christi.

Freitag, 17. Juni. 2. Tag der Oktav von Fronleichnam. Adolf, Bek.

Samstag, 18. Juni. 3. Tag der Oktav von Fronleich­nam. Ephrem, Diakon, Kirchenlehrer. Marcus und

L Marzellianus, Mart., t 267.

Erster Sonntag nach Pfingsten.

(Evang. Matth: 28, 1820.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des hei­ligen Geistes: und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe: und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

Gottes Lehrlinge.

ir stehen heute vor dem Abgrund aller Geheimnisse, das jeden Ver­stand mit heiliger Ehrfurcht er­füllt, dem Geheimnis der heilig­sten Dreifaltigkeit. So wenig ein unbewaffnetes Auge in das Sonnenlicht blicken kann, ohne Schaden zu nehmen, so wenig darf der Verstand ungeschützt oder frevel­haft in dieses. Geheimnis blicken. Dennwer die Majestät erforscht, wird von der Herrlichkeit er­drückt", sagt die Schrift. Die Schutzbrille, die wir aufsetzen müssen, ist der hl. Glaube. Dieser Glaube sagt uns, daß ein Golt ist, ein erhabenes, vollkom­menes Wesen, unerschaffen, unendlich, unermeßlich, ewig, -allmächtig, unendlich selig und glücklich in sich selber, Schöpfer aller sichtbaren und unsicht­baren Dinge im Himmel und auf Erden; daß die­ses göttliche Wesen ein einziges ist ohne alle Spal­tung und Teilung; daß aber in diesem einen gött« Itajen Wesen drei Personen sind: Vater, Sohn und heiliger Geist, jede von der andern unterschieden, a»e orei gleich ewig, gleich mächtig, gleich voll- tommen unb dennoch alle drei zusammen ein ein« stoffliches Wesen. Da alle drei unsichtbar unermeßlich sind, so folgt daraus notwendig, -.?-son in der andern wehnt und thront, ^ater ist auch der Sohn und der heilige Geist: der Vater und der dl. Geist; im hl Ge-st -st der Vater und de. Uno war der

Vater tut in seinen Werken nach außen, das tut auch der Sohn und der hl. Geist, weil alle drei in der Gottheit eins und unzertrennlich und un­teilbar sind. Das hat der Heiland angedeutet mit den Worten an Philippus:Philippus, wer mich sieht, der sieht auch den Vater." Weiter stellt er an die Jünger die Frage:Glaubt ihr nicht, daß ich im Vater bin und daß der Vater in mir ist?" Abermals spricht er:Alles, was der Vater tut, das tut auf gleiche Weise der Sohn; gleichwie der Vater dis Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will." Und was den hl. Geist angeht, so spricht der Hei­land:Derselbe wird von dem meinigen nehmen und es euch geben."

In diesen drei Personen g- eine Zuneigung und Liebe, die alle Begriffe übersteigt. Der Vater liebt und verherrlicht den Sohn und den hl. Geist; der Sohn liebt und verherrlicht den Vater und

Am Dreifaltigkeitsfeste ist In allen Kirchen

KOLLEKTE

für das Mester-Seminar

am Bonifatiusgrab zu Fulda.

den hl. Geist; der hl. Geist liebt und verherrlicht den Vater und den Sohn. Jede der drei Personen ist das Wohlgefallen und die Freude der andern. Geben nicht die Worte des Heilandes davon Zeug­nis:Vater, ich habe deinen Namen geoffenbart und dich verherrlicht; verherrliche du deinen Sohn, wie dein Sohn dich verherrlicht."

Wollen wir nicht an dieser Ehrung uns be­teiligen? Oder sagt nicht der Psalmist:Den Ge­rechten ziemt Lobpreis"? Welches würdige Gebet können wir aber vor dem Angesicht der heiligsten Dreifaltigkeit darbringen? Sieh, die Kirche hat uns eines an die Hand gegeben, so schlicht und ein­fach, so kindlich und tiefsinnig, daß wir nicht müde werden sollten, es immer wieder zu beten, es im­mer mit neuer Ehrfurcht und neuem Geiste aus« zusprechen:

Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.

Du hast das schöne Verhältnis gesehen, das in Gott und in drei Personen besteht. Es läßt sich Zusammenfassen in das Wort des hl. Johannes:

Gott ist die Liebe".

Geht dir nun ein Licht auf, wohin die Ueber« läuft unserer heutigen Lesung steuert?Goffes

Lehrlinge". Nicht darin sollen wir Lehrlinge Got­tes sein, daß wir an seiner Allmacht teilnehmen, daß wir nach seinem Vorbild Sterne in das Welt­allsetzen, daß wir sichtbare und unsichtbare Wesen ins Dasein rufen, sondern daß wir teilnehmen an seiner Liebe. Gott ist der Meister der Liebe, und wir sollen seine Lehrlinge und Schüler sein. Da möchte ich mich der Worte des Völkerapostels be­dienen, die geeignet sind, auch das lauteste Herz zu ergeifen und mitzureißen:

Seid Nachahmer seid Lehrlinge Gottes und wandelt in der Liebe." Der Apostel begnügt sich aber nicht mit allgemeinen Andeutungen, nein, er steigt hinab zu den Einzelheiten des menschlichen Lebens. Hören wir seine Worte:

Laßt niemals die Sonne untergeben über eurem Zorne. Alle Bitterkeit, aller Zorn und Groll, alles Geschrei und alle Lästerung samt aller Böswilligkeit sei aus euch ausgcrotket. Seid viel­mehr gütig und barmherzig und vergebet einander wie auch Christus euch vergeben hak." (Eph. 4 und 5).

Vielleicht kommst du mir aber mit der Aus­rede: meinen Herrgott will ich gerne lieben; ist er ja gut und liebenswürdig. Wie soll ich aber die Geschöpfe und Mitmenschen lieben, die so viele Fehler und Mängel haben? Wie kannst du so sprechen, mein Christ, da doch der heilige Gott alle Lebewesen liebt, die aus seiner Hand hervor- gegangen, auch die Unvollkommenen und Bösen? Vernimm das Wort aus dem Buch der Weisheit: Du liebst alles, was da ist, unb hassest nichts von dem, was du geschaffen."

Sei also Nachahmer, sei Lehrling und Schüler Gottes in der Liebe. Liebe mindestens deine Mit­menschen ohne Ausnahme und unterhalte gegen niemanden einen Groll, eine Abneigung oder Ver­bitterung Es ist doch besser, du bist ein Lehrling Gottes als ein Lehrling des Teufels, von dem alle Feindschaft, aller Krieg und alle Mordtaten her- stammen. Habe eine gute Gesinnung gegen jeder­mann; gönne ein gutes Wort deiner Frau, dei­nem Manne, deinen Kindern, deinen Eltern, dei­nen Geschwistern, deinen Verwandten, deinen Dienstboten deinen Mitarbeitern. Bist Du Ches oder Direktor oder Betriebsleiter oder Meister oder Vorgesetzter, so vergiß nicht die Mahnung deines Heilandes:Wer unter euch der erste sein will, der sei der letzte und der Diener von allen." Wie kann man aber Herr und Diener zugleich sein? Wenn wir unser Amt als Vorgesetzte dazu brau­chen nicht um die Untergebenen und Anvertrauten zu trannisieren oder auszubeuten, sondern dazu, um ihnen leiblich und seelisch zu nützen, um ihnen Brot und Erziehung und Versorgung zu geben, um sie durch Wort und Beispiel zum Guten zn ermahnen, um aus ihnen glückliche Bürger bei Familie, des Staates, der Kirche, der Erde uni des Himmels zu machen.

S-e'' wir attpLehr-inM Gottes" und waw dein in L.: Liebe. " "Der Burgpfarrer..