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Halset den 5. Juni M7.

Latzrg. 37.

M. 23

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

rcscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe L ZS Doldpfennig 3 40 Doldpfennig (fcelbl.) Redaktions- chluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklamsteil 9,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen Spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda fein.

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Wochenkalender.

Sonntag, 5. Juni. Hochheiliges Pfingstfest. Bonifatius, Apostel der Deutschen, f 754. Kol­lekte für den Bonifatiusverein.

Montag, 6. Juni. Pfingstmontag. Norbert, Erz­bischof, t 1134.

Di nstag, 7. Juni. Pfingstdienstag. Robert, Abt, ch 1159. Mittwoch, 8. Juni. Pfingstmittwoch. Quatember- fast tag.

Donnerstag, 9. Juni. Von der Oktav. Primus u. Feli­zian, Mort., t 300.

Freitag, 10. Juni. Von der Oktav. Margareta, Köni­gin, Wwe, f 1093. Quate m b erfasttag.

Samstag, 11. Juni. Von der Oktav. Barnabas, Mart., t 70. Q u a t e m b e r f a st t a g.

Pfingstsonntag.

(Ev. Joh. 14, 2331).

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mich jemand liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben: wir werden zu ihm kmn- men, und Wohnung bei ihm nehmen. Wer nach nicht liebt, der hält meine Worte nicht: und das Wort, wel­ches ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Dieses habe ich zu euch geredet, da ich noch bei euch bin. Der Tröster aber, der Heil. Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, derselbe wird euch alles lehren, und auch an alles erin­nern, was immer ich euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden geb' ich euch; nicht wie die Welt gibt, geb' ich ihn euch. Euer Herz betrübe sich nicht, und fürchte nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch: wenn ihr auch liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, daß ich zum Vater gehe: denn der Vater ist größer, als ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehedem es ge­schieht, damit ihr glaubet, wann es geschehen sein wird. Ich werde nun nicht mehr viel mich euch reden: denn es kommt der Fürst dieser Welt; aber er hat nichts an mir, sondern damit die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und tue, wie mir es der Vater besohlen hat.

Pfingstbrand.

-n denBlümlein" des hl. Franzis­kus lese ich eine ergötzliche Ge­schichte, die deine Seele wie auf einen Zauberschlag in die rechte Pfingststimmung versetzen wird.

Hatte da die hl. Schwester Klara den Wunsch durchblicken lassen, einmal ihr armseliges Klösterchen S. Damian zu verlassen und in der Gesellschaft des viellieben Franziskus und feiner Gefährten das Mahl einzunehmen. In einer Anwandlung von Strenge wollte der fönst so gütige Herr Franziskus von diesem Vorschlag nichts wissen. Das verdroß feine Brüder, und sie sprachen zu ihm:Uns scheint diese Strenge nicht ver göttlichen Liebe gemäß, zumal in einer so kleinen Sache, da doch die Schwester Klara nur mit uns speisen will, die doch auf dein Zureden hin die Pracht der Welt verlassen und den Schleier

genommen hat. Wahrhaftig, hätte sie eine grö­ßere Gnade als diese erbeten, du hättest sie ihr gewähren müssen." Da antwortete Franziskus: Scheint euch wirklich, daß ich sie erhören soll?" Die Brüder erwiderten:Ja, Vater, es ist recht und billig, daß du diese Gnade und Tröstung er­weisest."

So stieg denn Sankt Klara von ihrem erhöhtn Kloster S. Damian mit einer Schwester nieder in die Ebene zur Kapelle unserer lieben Frau von den Engeln und zur Behausung der Brüder. Als die Mittagsstunde gekommen, ließ Sankt Fran­ziskus seiner Gewohnheit gemäß einen Tisch auf den platten Erdboden stellen und die Speisen auf­tragen. Franziskus und Klara und die Brüder und Schwestern alle setzten sich rings um den Tisch. Bei der ersten Schüssel hub der ehrwürdige Sankt Franziskus so anmutig und wundersam vom lie-

Boienleser,

gedenket am 5. Juni in der Liebe des HI. Sei« __ ........ Mette

ser großen Wiegen des öonWus -Meins!

ben Gott zu reden an, daß alle im Gebet entzückt wurden. Da sahen die Leute von Assisi und Bet- tona und aus der ganzen Gegend ringsum, daß die Kapelle unserer lieben Frau von den Engeln und das ganze Klostergebäude und der benach­barte Wald lichterloh brannten, wie wenn ein gro­ßes Feuer alles ergriffen hätte, also daß die Leute in großer Sorge und Hast hinabliefen, das Feuer zu löschen. Und da sie zum Kloster kamen und kein Feuer fanden, so gingen sie hinein in das Gebäude und fanden Sankt Franziskum und Sankt« Klara und die ganze Gesellschaft der Brü­der in Gott verzückt an der Tafel sitzen. Somit war ersichtlich, daß dieses Feuer kein sichtbares und irdisches, sondern ein übernatürliches und göttliches gewesen ist, das Feuer der Gotte-liebe, von dem die Herzen der Brüder und Schwestern brannten, und alle gingen mit großem Trost von dannen. ---

Waren das nicht Strahlen von jenem Feuer, das der hl. Geist aus Himmelshöhen am ersten Pfingsttag niederwarf? Denn es erschienen Zun­gen wie von Feuer und ließen sich auf alle nieder, die im Saal zu Jerusalem versammelt waren, und alle wurden mit dem hl. Geiste erfüllt Es ist das Feuer übernatürlicher Erleuchtung, übernatür­licher, heiliger Liebe, übernatürlicher, himmelstür­mender Kraft, das Feuer frohen Mutes und ju­gendlicher Begeisterung. Dieses Feuer hat die Her­zen der Apostel nicht verbrannt, sondern erleuch- I tet, getröstet, erwärmt und gestärkt. , Hat ia der

Heiland schon vor der Geistessendung gesagt: Wenn ihr vor Richter und Tyrannen geführt werdet, so besinnet euch ja nicht und überleget nicht, was ihr ihnen sagen oder antworten wer­det; denn der hl. Geist selber wird es zur rechten Stunde euch eingeben." Und abermal spricht der Herr:Der hl. Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe".

Darum kannten die Apostel keine Angst und keine Furcht, wenn die Interessen Gottes in Frage standen. Vom hohen Rat gewarnt, nicht mehr im Namen Jesu zu predigen, erwiderte Petrus freimütig:Gott muß man mehr gehorchen als den Menschen, und es ist uns unmöglich, von dein, was wir gesehen und gehört, nicht zu pre­digen." Drum selbst bei Hunger und Durst, bei Verfolgungen und Leiden, bei Schmerz und Schmach dieser ungebrochene Mut, diese unerklär­liche Freude. O wie wunderbar ist jenes Sätzchen, das der hl. Lukas in seiner Apostelgeschichte nie­dergeschrieben hat:Die Apostel gingen freudig weg vom Angesicht des hohen Rates, weil sie ge­würdigt wurden, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden". Und dieses Feuer erblicken wir auch in den Nachfolgern der Apostel. Mit dem roten Feuer des Pfingstfestes vermählt sich heute das rote Blut des hl. Bonifatius, des gro­ßen Apostels der Deutschen, des glorreichen Mär­tyrers, dessen Andenken wir gerade heute feiern. Warum blieb er denn nicht in seiner Zelle im stil­len Kloster zu Exeter? Warum behielt er nicht das ehrenvolle Amt eines Abtes in Neutschalling? Warum verließ er den Umgang mit seinen Brü­dern und die Wonnen des Gottesdienstes und der Liturgie und griff zum Wanderstab und reifte un­ermüdlich nach Friesland, nach Thüringen, nach Sachsen, nach Bayern, nach Franken? Warum nahm er eine solche Last von Sorgen und Mühen auf sich? Weil das Feuer des Geistes in chm glühte und ihn forttrieb zu den Heiden, um ihnen das Glück des wahren Glaubens und die Quellen der Kultur zu erschließen. Selbst als Greis von 79 Jahren wollte er nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen,Bereite, was zur Reise nötig ist", schrieb er seinem Lieblingsschüler Lullus,und vergiß nicht, unter die Bücher ein Linnentuch zu legen, in welchem ich begraben werde".

Seine Ahnung wurde zur Wirklichkeit. Wenige Tage, nachdem er in Friesland angekommen war, wurde er von den erbitterten Götzendienern er­mordet. Das geschah am 8. Juni des Jahres 754, am Mittwoch nach Pfingsten.

Einen Pfingstbrand möchte die Kirche auch in unsere Herzen legen. Darum das Gebet, das die Kirche heute und in der ganzen Pfingstoktav unter Kniebeugung verrichtet:Veni, sancte Spiritus komm, heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer der ner Liebe".

Oeffne dein Herz, um dieses übernatürlich, Feuer aufzunehmen. Siehe, die Welt steht it Flammen. Die einen werden verzehrt vom un heimlichen Feuer der sinnlichen Liebe, Darum jd