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Ausgabe B.

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Kafid, den 29. Mai (927.

Nr. 22

lvochenkalender.

Sonntag» 29. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Maria Magdalena von Pazzi, Jgfr., t 1607. Ged. der Oktav von Chr. Himmelfahrt.

Montag, 30. Mai. 5. Tag der Oktav von Christi Him­melfahrt. Felix I., Papst, Mart., f 274. Ferdinand, Bek., t 1325.

Dienstag, 31. Mai. Angela Merici, Jgfr., Stifterin der Ursulinen, f 1540. Petronilla, Jgrf., 1. Jhrh.

Mittwoch, 1. Juni. 7. Tag i. d. Oktav von Christi Him­melfahrt. Beginn des Herz-Jcsu-Monats.

Donnerstag, 2. Juni. Oktav des Festes Christi Himmel­fahrt. Marzellin u. Gen., Mart., t 304.

Freitag, 3. Juni. Vom Tage. Herz-Jesu-Frei- t a g. Klothilde, Wwe., f 545.

Samstag, 4. Juni. Vigil des Pfingstfestes. Vigil- f a st t a g Franziskus Karaceiolo, Bek., f 1608.

Sechster Sonntag nach Ostern.

(Ev. Joh. 15, 2616, 4.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Tröster kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, derselbe wird von mir Zeugnis geben. Und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr vom Anfänge bei mir seid. Dieses habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch aus den Synagogen ausftoßen: ja, es komnit die Stunde, daß jeder, der euch tötet, Gatt einen Dienst zu tun glauben wird. Und das werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. Aber ich habe euch gesagt, damit, wenn die -stunde kommt, ihr euch daran erinnert, daß ich es euch gesagt habe.

Drei Stufen auf derScala Santa".

er kennt nicht dieScala Santa" in Rom, jene so hochgeehrte Steinreliquie, jene hochheilige Treppe, über welche das Gottes­lamm geführt wurde, um oben

dem Volk als Augenweide vor- tzestellt zu werden, die Dornenkrone auf dem Mipt, die Purpurfetzen um die zerschundenen Schultern? Dreimal in meinem Leben habe ich selbst das unverdiente Glück gehabt, diese heilige ^ueae zu besteigen, oder besser gesagt- hinaufzu- rutschen. Ist j? ja durch Gewohnheit geheiligte rfliege nicht etwa leichten Fußes zu berschreiten, sondern auf den Knieen Stufe für «ruse hmaufzurmschen unter Anmutungen der Be- üb^^t"^ ,9efu Leiden und der Beschämung ^/lchtsmn. Was fromme Seelen bei m 'Hrutfd) empfinden, das will ich dir mit-

t-tt'e-, 1 N - ^> empfinden, das will ich dir mit- tenführer, wütend darüber, daß Petrus eine Menge opii-hrioV5 Brief den eine Pilgerin kürzlich Häretiker wieder in den Schoß der wahren Kirche "Nur ein Erlebnis möchte ich s zurückführte, schlugen ihn auf dem Wege zwischen oan- » l^n aus Rom. Vor Müdigkeit war ich Komo und Mailand tot. Und nun höret: noch in ÜariPi* UUm^ ^ M'ch noch auf den Füßen I seinen frischen Wunden betete Petru--' mit lauter

Mari-, Nun waren wir in der Kirche S. Stimme das Glaubensbekenntnis. Als aber die

1 aggiore. Da hieß es auf einmal: im «Kräfte itjni schwanden, tauchte er seinen Finger

für die katholischen Gemeinden Kassels

Lrschstnt jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Solbpfennig B 40 Goidpfennig (fceibl.) Kedakttons- chluß Montag. Anzeigen-Preife: Tolanelzeile im Anzeigenteil 0,15 Aoldmark, Colonelzelle tm Reklamsteii 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ged. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen Ipäteftens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein.

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fchnellften Galopp zur heiligen Stiege; doch wie ich ankam und die Höhe sah, da flehte ich aus Herzensgrund: lieber Heiland, wenn ich da hinauf soll und hinauf möchte ich unbedingt aber wie du siehst, geht es fast niinmer; es kommt mich so hart an, wie ehemals dich; komm mir doch zu Hilfs. Und, Hochwürden, es ging jetzt so leicht, ohne alle Anstrengung und Beschwerden; leicht wie ein Vöglein kam ich oben an, und bin doch sonst ein rechter Bleivogel. Meine beiden leichtfüßigen und elastischen Nachbarinnen keuchten und waren ganz in Schweiß gebadet". So viel von der hl. Stiege in Rom.

Ich weiß noch eine andere heilige Stiege, und sie schwebt mir vor Augen im Angesicht des lieben Festes der Himmelfahrt unsers Herrn und Erlösers. Es ist die Stiege zum Berg der Seligkeit, die Stiege zur ewigen Herrlichkeit, die Stiege zum wonnigen Himmel. Oder will etwa der Heiland allein im Himmel wohnen? O nein; kennst du denn nicht sein gutes, edles Herz, das alle Men­schen will teilnehmen lassen am Glück der Him­melsherrlichkeit? So höre doch die Worte, die er im Erdenleben einst gesprochen:Ich will, daß auch Ihr da seid, wo ich bin" undin meines Vaters Haus find viele Wohnungen, und ich geh; hin, Euch eine zu bereiten". Aber eine große Stiege führt zum Himmel empor, die noch viel schwieriger zu begehen ist als die Scala Santa in Rom. Denn es ist nicht eine Treppe aus Stein oder Holz, vielmehr eine Stiege aus Tugenden und Verdiensten.

Drei solcher Stufen will ich im Geist vor euch ausbreiten und euch einladen, dieselben mutig zu betreten.

Die erste Stufe heißt: glauben. Da standen meine Füße vor drei Wochen vor einem richtigen Glaubenshelden. Das war in der Kirche S. Eu- storgio im sonnigen Mailand. Es war gerade der 29. April, und die Kirche feierte eben das Fest des hl. Märtyrers Petrus von Mailand, der in dieser Kirche begraben liegt. Viel Volk, Männer und Frauen, Ordensleute und Laien, sah ich am Marmorsarg vorüberschreiten, die mit sichtlicher Ergriffenheit die Handfläche auf den kalten Mar­morstein legten und dann mit dieser Hand das Kreuzzeichen machten, als wollten sie den hl. Pe­trus bitten, von seinem Glaubensgeist in ihr Den­ken, Reden und Handeln zu übertragen. Denn dieser Petrus war ein richtiger Glaubensheld. Als siebenjähriger Knabe schon freute er sich seines ka­tholischen Glaubens und litt und stritt für densel­ben. Als Mann trat er in den Predigerorden

und zog als Missionär durch die Lande. Die

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Als aber die

in sein eigenes Blut und schrieb auf den Boden: Credo": ich glaube! Ihm ist zuteil geworoen die Verheißung des Herrn:Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben".

Die zweite Stufe auf der Scala Santa heißt beten Dafür kann ich mich auf den Heiland be­rufen, der da spricht:Bittet und Ihr werdet emp= fangen, suchet, und Ihr werdet finden, klopfet an, und es wird Euch auf getan." Womit haben denn die Apostel jene zehn Tage zugebracht, die von des Herrn Himmelfahrt bis zur Sendung des hl. Geistes verflossen? Mit beten, beten, beten! Das G'bet hat den Hunmei j^nnet und bin hi Geist hernieder gezogen Das Gebet wirb auch dir den Himmel offnen, day du eingehst ou ch seine lichten fierten zur ewigen Anoening und a-> den ewigen Liedern

Die dritte Stufe auf der Scala Santa hesißt leiden. Ich will dir nicht verschweigen, daß sie mit spitzen Scherben übersät unb von Dornen um­rankt ist. Es läßt sich nicht so leicht darüber schrei­ten. Gern würde ich davon dispensieren, deinen Fuß darauf zu setzen. Aber kann ich denn ein Rezept aufstellen, das mit den Lehren und Bei­spielen unseres Herrn und Meisters im Wider­spruch steht? Unmöglich. Und was sagt nun der Heiland?Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Ist da von Schmausereien und Tanzereien die Rede? Von Geldverdienen und Genießen? Nein, sondern von Arbeit und Pflichterfüllung, von Schwierig­keiten und Leiden. Das alles versteht der Heiland unter demKreuz". Sd)au, jene bevorzugten Seelen, die^ der Herr mit Süßigkeiten und Tröstun- een überhäufte, auf deren Haupt hat er auch eine Dornenkrone gelegt. Zu diesen Seelen rechne ich die hl. Magdalena v. Pazzis. Lies doch ihre Le- gende am 27. Mai. Ihre Seele war so rein wie die Flügel einer weißen Taube. Und dennoch, fünf Jahre lang litt sie die abscheulichsten Ver­suchungen gegen die Reinheit und gegen den Glau­ben. Ihre Schwestern im Kloster fingen an, sie für verrückt zu halten. Dann waren wieder Kopf­weh, Brustbeschwerden und Blutspucken ihre täg­lichen Gäste. Magdalena aber erklärte ihre helden­mütige Leidensbereitschaft mit den Worten:Nicht sterben, sondern leiden". Ertrage wieder, liebe Seele, dein tägliches Kreuz mit Ruhe und Würde. Du wirst sehen, das Kreuz geduldig getraaen, ver- wandelt sich in einen Himmelsschlüssel. Die Stu- fen auf der Himmelsstiege sind gelegt: glaube standhaft, bete beharrlich, leide herzhaft.

Der Burgpfarrer.

Der Herr ist mit dir.

Im Anschluß an die Beüachülna de» Bildes im Mailänder Kloster stell! Alban St olr das Lob der Gotte-mutter also dar:

Wenn nun das stille Bild im Mailänder Klo­ster schon einem innerlich predigt und einen ruhig und still macht, wie ein sanftes Lied das tränte