MIMMV
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfennig 3 40 Doldpfennig (freibl.) Redaktionschluß Montag. Anzeigen.Pretfe: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft and Off. -Seb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckeret in Fulda sein.
■■.....Sai «ad Batet der gutta» Kdteuiirulsnt. - - ■
|fjiMai
wochenkalender.
Sonntag, 22. Mai. 5. Sonntag nach Ostern.
Montag, 23 Mai. Erster Bittag.
Dienstag, 24. Mai. Zweiter Bittag.
Mittwoch, 25. Mai. Dritter Bittag. Vigil von Christi Himmelfahrt. Gregor VII., Papst, f 1085. Urban I. Papst, Märtyrer, t 230.
Donnerstag, 2 6. Mai. Fest der Himmelfahrt Jesu Christi.
Freitag, 27. Mai. Beda der Ehrwürdige, Kirchenlehrer, f 735 Johannes I., Papst, Mart., t 626. Be - , Sinn der neun tägigen Andacht zum hl. Geist.
Samstag, 28. Mai. Augustinus von Canterbury, Bi- , schof, t 607.
Kassel, den 22. Mai 1927
Szepter regieruen sollte. Und das Kind ward in den Himmel entrückt; der Drache aber verfolgte das Weib. Das Weib wurde in die Wüste geführt, um dort eine Zeit zu leben. Die Schlange aber schleuderte dem Weibe Wasser nach wie einen Strom. Aber die Erde kam dem Weibe zu Hilfe. Sie öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschleudert
Fünfter Sonntag nach Ostern.
(Ev. Joh. 16, 23—31.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, sag' ich euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, io wird er es euch geben. Bisher habt ihr um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf daß eure Freude vollkommen werde. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet: es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, sondern offenbar vom Vater euch verkünden werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde: denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und geglaubt habet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen: ich verlasse die Welt wieder, und gehe zum Vater. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Siehe, nun redest du offenbar und sprichst kein Gleichnis mehr. Jetzt wissen wir, daß du alles weißt, und nicht nötig hast, daß dich jemand frage: darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.
Das Weib und der Drache
as Fest des hl. Papstes Gre- gor VII., das wir am 25. dieses Monats begehen, dieses gewaltigen Vorkämpfers für die Freiheit der Kirche von unwürdigen Staats- fesseln, erinnert mich an den symbolischen Kampf zwischen dem Weibe und dem Drachen. den der Seher Iohannes mit folgenden Worten beschreibt:
Ein großes Zeichen erschien am Himmel: em Weib, bekleidet mit der Sonne, den Mond zu ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von 12 Sternen. Sie war gesegnet und schrie in ihren Wehen. Und da war ein feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Kronen auf seinen Köpfen. Der Drache stellte sich vor das Weib, um ihr Kind zu verschlingen. Sie gebar einen Knaben, der alle Völker mit eisernem
JaQtg. 37
der nicht gewillt ist, irgend einen Widerstand zu dulden. Die Kardinäle stutzten, als sei bei der Wahl irgend ein Irrtum unterlaufen. Sixtus aber erwiderte: „Es ist alles in Ordnung; da wir noch Kardinal waren, gingen wir gebeugt einher, um die Schlüssel des Himmelreiches auf Erden zu suchen; jetzt, da wir sie gefunden haben, blicken wir zum Himmel empor, da wir auf Erden nichts mehr nötig haben. Der mir die Schlüssel gegeben hat, wird mir sie tragen helfen." Sixtus wurde ein Papst von einem Schaffensdrang und einer Un-
hatte." —
Zunächst ist das Weib ein Sinnbild der Gottesmutter, die den großen König geboren hat, ber Himmel und Erde regiert, der nach seinem Tod und beugsamkeit wie wenige, nach seiner Auferstehung in den Himmel entrückt '“—— ^- *'-
wurde, wo er zur Rechten des Vaters herrscht und regiert bis in Ewigkeit. Im weitern Sinne ist das Weib auch ein Sinnbild der Kirche, die mit Kindern gesegnet ist, die unser Heiland als seine Brüder und Schwestern anerkennt. Der Drache aber ist ein Sinnbild des Teufels und seiner Avner, der Großen und Mächtigen der Erde, welche die Kirche gern bedrängen und bedrücken. Blutrot ist der Drache, wegen seiner Grausamkeit. Millionen von Märtyrern hat er auf dem Gewissen.
Sieben Köpfe sind ihm gegeben zum Zeichen sei-1 zur L)urcyormgung uuer «nun um ^,^.^... ner Gefräßigkeit. Hörner sind ihm eigen wegen Geist. Vor allem sollten Christi Offiziere und seiner unheimlichen Kraft; sieben Kronen trägt er' -1------- s:- -"^ Poster frei von
wegen unbändigen Hochmuts. Das Weib wurde in die Wüste geführt: denn der göttliche Heiland schützt seine Kirche und verleiht ihr immer wieder Sicher- ,„.„.,, ... ........... . .....
heit und Ruhe. Der Drache aber hört nicht auf, ten, führte er einen unerbittlichen Kampf, die Kirche auf mancherlei Weise zu drangsalieren, nächst gegen die Laieninveslitur. Weltliche Fürsten Darum der Wasserstrom, den er dem Weibe nach- hatten sich nämlich angemaßt, Bischöfe und Aebte sendet: ein Bild der Verfolgungen, Bevormundun- " — t”s“t'— ""^ '" if'r 9rmf
gen und Unterdrückungen, die er zu jeder Zeit durch den Unverstand herrschsüchtiger Regierungen oder eifersüchtiger Sekten und Parteiungen anzettelt. Doch die Erde kommt der Kirche zu Hilfe, indem sie den Verfolgern ein Grab schaufelt und sie unrühmlicher Vergessenheit oder traurigem Ruhme überantwortet. Waren nicht so manche Kaiser, Potentaten, Staatsmänner, Philosophen wie schillernde Seifenblasen, die prächtig aufstiegen, aber wie ein schmutziger Tropfen zu Boden fielen? Die Kirche aber blüht wie ein Kirschbaum und steht unerschüttert da wie ein Fels im Meer, geliebt von vielen, gehaßt von manchen, bewundert
HfUHUVU »VIV U-vmgv.
Unser Gregor, der heilige Papst dieser Woche, war vorher Mönch im Kloster Cluny. Einstimmig wurde er zum Papste gewählt, trotzdem er unter Tränen die Kardinäle gebeten hatte, von seiner Person Abstand zu nehmen. Run entwarf der Papst ein großartiges Programm, an dessen Verwirklichung er mit Kraft und Zähigkeit arbeitete bis zum letzten Atemzug. Wie eine Sonne sollte Christus, vertreten durch das Papsttum, leuchten und glänzen in der ganzen Welt. Der Kaiser und die Fürsten sollten der Kirche ihren Arm leihen zur Durchdringung aller Völker mit christlichem
Kerntruppen, die Bischöfe und Priester, frei von weltlichen Banden und irdischen Bindungen sein. Hauptsächlich gegen drei Uebel, die sich wie ein Krebs in die Glieder der Kirche eingeschlichen hat- ~ r Zu-
von allen.
Die Helden der Kirche waren zu allen Zeiten die Päpste und Bischöfe, unerschrockene Verteidiger der vom Heiland garantierten Rechte und Pflichten. Sogar solche Männer, die vor der Erhebung zu kirchlichen Würden schwach und gebrechlich erschienen, wuchsen nach der Erhebung wie Palmen empor. So war es beim berühmten Papst Sixtus V., der vorher Felix genannt wurde. Mit 60 Jahren fing er an zu husten und ging wegen seiner Gebrechlichkeit an einem Stocke. Die damals weltlich gesinnten Kardinäle hätten gern einen Papst gehabt nach ihrem Geschmack, der nach ihrer Pfeife tanzte. Da war ihnen der scheinbar schwindsüchtige, gebückte Pater Felix gerade recht. Doch siehe, kâum war er gewählt, warf er die Krücken weg, ging aufrecht und bandelte m*» ein Mann,
5/uirvsi |IUJ HW»»«.VW/ Ml,nv,^r„vv —,,„,_ , .
mit Ring und Stab zu belehnen und in ihr Amt einzuführen. Dieses Recht sollte hinfür einzig und allein der kirchlichen Obrigkeit zustehen. Zum zweiten gegen die Simonie, jenes abscheuliche Laster, kirchliche Aemter und die damit verbundenen Ekn- nahmen käuflich zu erwerben. Gregor kämpfte da- gegen bis auf Blut. Der dritte Uebelstand war das Konkubinat der Priester, die ihres Zölibates überdrüssig, mit einer Frauensperson zusammen- lebten. Rein und jungfräulich sollten die Diener Gottes an den Altar treten, um den Herrn der Engel zu empfangen. Bekannt ist des Papstes Auftreten gegen den gewalttätigen, unsittlichen und hinterlistigen Kaiser Heinrich, der in Kanossa falsche Buße tat und gleich darauf gegen den Papst das Schwert zog. Gregor starb nach vielen Kämpfen und Siegen in der Verbannung und wird als Heiliger verehrt. — Treten wir bei jedem Kampf stets und entschieden auf die Seite der Kirche. Dann ist der Sieg unser.
Der Vurgpfarrer.
Felix genannt wurde. yJhr zu husten und ging wegen
Gottes Wille.
Von T. Pesch 8. J.
1. Darin besteht die edelste Wissenschaft de» Menschen, zu erkennen, daß, wie er durch nichts ist, er alles durch Unterordnung unter Gott werden kann.
Gottes Wille also über alles! Gott konnte dir n-ck>t ein» Unabhängigkeit zuerkennen, welche gegen