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Wochenkalender.

Sannfag, 1. Mai. 2. Sonntag nach Ostern. Philippus und Jakobus, Apostel. Walburg, Jgfr.

Montag, 2. Mai. Athanasius, Kirchenlehrer, Bek., 4373.

Dienstag, 3. Mai. Auffindung des hl. Kreu­zes ini Jahre 326. Alexander I. Mart.

Mittwoch, 4. Mai. Schutzfest des hl. Joseph. Monika, Witwe, f 387.

Donnerstag, 5. Mai. Pius V., Papst, Bek., t 1572.

Freitag, 6. Mai. Johannes (Apostels vor der lateini­schen Pforte. Herz-Jesu -Freitag.

Snmsiag, 7. Mai. Stanislaus, Büch., Ma-t., f 1070.

Zweiter Sonntag nach Ostern.

(Ev. Joh. 10, 1116.)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist, und dein die Schafe nicht zugehören, sieht den Wolf kommen, verläßt die Schafe und flieht: und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. Der Mietling flieht, eben weil er Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt, und kenne die Meinen, und die Mei­nen kennen mich, wie mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne: und ich gebe mein Leben für meine Schafe, lind ich habe noch andere Schafe, welche nicht aus diesem Schasstal!? sind: auch diese muß ich herbei- führen. und sie werden meine Stimme hören, und es wird ein Schafstall und ein Hirt werden.

Eine doppelte Krone.

ttf dem Haupte jeder Mutter, auch der ärmsten, die in einem Man­sardenzimmer wohnt, sehe ich eine Krone, eine Krone der Ehre und Würde. Ich weiß aber eine andere PS*1 Mutter, zu deren Feier heute aller- wärts die Glocken läuten, vor deren Bildnis heute Millionen beten und singen: die allerseligste Jungfrau Maria, die Maienkönigin. Und auf ihrem Haupte glänzt nicht bloß eine einfache, son­dern eine doppelte Krone. Ist sie ja nicht einfache, joitbern doppelte Mutter: Mutter Gottes und unsere

Von jeher wurde Maria von den Christen mit dolz und Freude Mutter Gottes genannt. Ich glaube, der Ausdruck und Titel geht auf die ^boftel zurück. Als nun über die Person Christi Streitigkeiten ausbrachen, wurde auch naturgemäß Alarm, seine Mutter, darein verwickelt. Nestorius, Patriarch von Konstantinopel, der erste Würden­träger nach dem Papst, ein Mann von strenger ^bensweifch ein Theologe von Ansehen, ein Red-

AE und Geist, aber stolz und neuerungs- pichtig, stone den Frieden der Kirche durch die gewagte Behauptung, man dürfe Maria nich/Got- sondern müsse sie Christusmutter titu- eren. Doch da half kein Ansehen der Person.

Der Papst in Rom verurteilte die Ansicht des Patriarchen. Das genügte aber dem Eifer der Gläubigen nicht. Zu Ephesus kam im Jahre 431 ein Konzil zustande. Nestorius wurde als Jrr- lehrer gebrandmarkt und aus der Kirche ausge­schlossen und nahm bald darauf ein schmähliches Ende. Die Bischöfe des Konzils aber wurden mit Fackeln und Gesängen zu ihrer Wohnung ge­leitet.

Welches ist aller die Begründung für die wahre Gottesmutterschaft Mariä? Da hängt alles von der Person Christi ab. Christus, der Sohn Gottes, ist auch der Sohu Mariä. Nun ist der Sohn Gottes Mensch geworden und Gott ist er geblieben. Zwei Staturen sind in ihm seit seiner Menschwerdung, die göttliche und die menschliche, jede rein und unver­mischt, aber trotzdem vereinigt zu einer einzigen und zwar göttlichen Person. Es gibt nicht zwei Christi, einen Gott Christus und einen Menschen Christus, sondern nur einen Christus, der beide Na- turen in einer einzigen und zwar göttlichen Per­son vereinigt. Diese Vereinigung geschah im Augen­blick der Empfängnis unseres Herrn im keuschen Schoß Mariens und geschah unwiderruflich für immer und ewig. Jener Christus, dem Maria bei der Geburt das irdische Leben geschenkt hat, ist Gott und Sohn Gottes. Darum wird Maria mit Fug und Recht Gottesgebärerin oder Gottesmutter genannt. Hat denn nicht schon der Prophet Jsais diese Wahrheit ausgesprochen? Lauschen wir sei­ner Frohbotschaft:Siehe, die Junfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sein Name wird genannt werden Emanuel, d. h.Gott mit uns".

Unsere heilige katholische Kirche wird nicht müde, der allerseligsten Jungfrau den TitelGot- tesmutter" zu geben. In einem uralten Meßgebet grüßt sie Maria mit folgenden kraftvollen Wor­ten:Salve, sancta parens": Sei gegrüßt, heilige Mutter, die du den König geboren, der Himmel und Erde regiert in Ewigkeit. Am Geburtstag der Gottesmutter ruft ihr die Kirche wie in einer Entzückung die schönen Worte zu:Deine Geburt, o Jungftau und Gottesmutter Maria, hat der gan­zen Welt Freude verkündet; aus dir ist ja hervor­gegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, der den Fluch gelöst und Segen uns gebracht."

Liebe Seele, bedenke, welch große, unaus­sprechliche Würde der heiligen Jungftau eignet. Bedenke, wie herrlich die Krone einer Gottes­mutter ist und fein muß. Wohl konnte der liebe Gott einen größeren Himmel und eine größere Erde erschaffen, als er tatsächlich erschaffen hat; aber eine größere Würde konnte er einem Menschen ttotz seiner Allmacht nicht geben als die Würde einer Mutier Gottes, sagt der hl. Kirchenlehrer Bern­hard. Sprechen wir immer mit der größten Ehr­furcht und mit dem größten Vertrauen die be­kannten Worte:Heilige Maria, Mutter Gottes!"

Ich sehe aber auf Mariens Haupte noch eine zweite Krone; sie ist auch unsere Mutter. Als man einst den heiligen Stanislaus fragte, ob er Maria liebe, wunderte er sich über eine solche Frage und gab zur Antwort:Warum sollte ich sie nicht lieben? Sie ist ja meine Mutter!" Du mußt nämlich wissen, daß die Kirche der mystische Christus ist. Alle Christen zusammen bilden den Leib Christi; und auch jeder einzelne Christ ist wie sein Name sagt eine Art Christus, ein zweiter Christus, ein Ebenbild Christi. Ist nun Maria die Mutter Christi, so ist sie auch die Mut- ter der Christen und die Mutter jedes einzelnen Christen. Wie hat denn der sterbende Erlöser zu Johannes gesagt? Indem er auf Maria, seine liebe Mutter deutete, sprach er und dies war eine Art Testament.Siehe da, deine Mutter!" So spricht der Herr auch zu dir:Mein Sohn, meine Tochter, siehe da deine Mutter." Begreifst du nun die Mittlerschaft der Gottesmutter? Ist es nicht ganz natürlich und selbstverständlich, daß wir in einem Anliegen uns an die Mutter wendens Daß wir sie um Vermittlung angehen? Der kürz­lich verstorbene Pater Abel, der wie ein Apostel unter den Katholiken in Wien wirkte, erzählt in dieser Hinsicht ein treffliches Beispiel. Es war eit protestantischer Prinz, der eine große Hinneigung zum katholischen Glauben verspürte. Nur ein Um­stand kam ihm noch fremd und unbegreiflich vor, daß die Katholiken sich an Maria wenden. Ei war der verschrobenen Ansicht, die Verehrung bei Mutter würde der Verehrung des Sohnes Ein­trag tun. Doch die Vorsehung brachte bald Licht in dieses Dunkel. Eines Tages fuhr er mit einem Dampfer den Rhein hinauf, in eifriger Unter­haltung mit einem katholischen Baron, wobei der Prinz wieder auf sein altes Vorurteil gegen die Muttergottesverehrung zurückkam. Da stiegen ar. einer gewissen Station Korpsstudenten dèrBor- russia in den Dampfer, die einen riesigen Neufund­länder mit sich führten. Als nun das Töchterlein des Grafen, das neben dem Vater auf einer Baut saß, den mächtigen Hund sah, besam es Singst stand rasch von ihrem Platze auf und lief vom Vater weg zu der Mutter, die auf einer andern Bank saß, und sprach zu ihr:Mania, bitte, sag doch dem Papa, er möge den großen Hund fort­schaffen, denn ich fürchte mich vor ihm." Kaum hatte der Protestant diese Bitte des Kindes gehört, so stand er auf und sprach:Dieses Kind hat so- eben meine letzten Zweifel über die Marienver­ehrung gelöst; ja, es ist wahr, es liegt in der Na­tur des Kindes, sich an die Mutter zu wen­den, wenn es vom Vater etwas haben will: ich werde katholisch." Wohlan, liebe Katholiken, wir haben die Mutter. Wetteifern wir, sie zu ehren und anzurufen. Folget dem Ruf der Glocken zur lieblichen Maiandacht. Auch in deinem Heim stelle eine Statue oder ein Bild der Gottesmutter auf und einen Busch Frühlingsblumen davor. Wie durch einen Zauberschlag wird da das ärmste Ge-