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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Doldpfennig B 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions- sthluß Montag. Anzeigen-Pceife: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklametetl 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acttendruckerei In Fulda leln.

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Wochenkalender.

Sonntag, 27. März. 4. Fastensonntag. Johannes von Damaskus, Kirchenlehrer, im 8. Jahrh.

Von heute bis zum 3. Sonntag nach Ostern dauert die österliche Zeit.

Montag, 28. März. Iohannes v. Kapistran, Bek. t 1456.

Dienstag, 29. März. Vom Tage.

Mittwoch, 30. März. Vom Tage.

Donnerstag, 31. März. Bom Tage.

Freitag, 1. April. Vom Tage. Herz-Jefu-Areitag.

Samstag, 2. April. Franz von Paula, Bek. f 1507.

statt. Mit geweihten Händen spendet dann der Neupriester den Segen und bringt zur Freude der Gemeinde und Diözese sein Erstlingsopfer, seine Primiz, dar. Betrachten wir deshalb einen Augen­blick die herrlichen Zeremonien und Gebete der Priesterweihe.

Der Bischof erscheint im vollen Ornat, begleitet von einer Anzahl Priester. Die Weihekandidaten, mit Albe angetan, das Meßgewand auf dem Arm, treten vor. Der Seminarvorsteher bittet den Bi­schof, diese Diakons zu Priestern zu weihen. Ein­gedenk der Mahnung des Apostels, keinem voreilig die Hände aufzulegen, stellt der Bischof die Frage: Weißt du, daß diese würdig sind" und erhält die Antwort:Soweit die menschliche Armseligkeit und Jrrtumsfähigkeit es zuläßt, weiß und bezeuge ich,

vierter Kasten - Sonntag.

(Ev. Joh. 6, 115).

In jener Zeit fuhr Jesus über das galiläische Meeer, an welchem die Stadt Tiberias liegt. Und es folgte ihm eine große Menge Volkes nach, weil sie die Wunder sahèip die er an den Kranken wirkte. Da ging Jesus auf den Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern nieder. Es war aber das Osterfest der Juden sehr nahe. Als mm Jesus die Augen aufhob, und sah, daß eine sehr große Menge Volkes zu ihm gekommen sei, sprach er zu Philippus: Woher werden wir Brot kaufen, daß diese essen? Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen: denn er wußte wohl, was er tun wollte. Philip­pus antwortete ihm: Brot für zweihundert Zehner ist nicht hinreichend für sie, daß jeder nur etwas weniges

osepysmonat

gib noch dein Scherflein für den

bekomme. Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat; allein was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Lasset die Leute sich setzen! Es war aber viel Gras an dem Orte. I Da setzten sich die Männer, gegen fünftausend an der Zahl. Jesus aber nahm die Brote, und nachdem er ge­dankt hatte, teilte er sie denen aus, welche sich nieder­gesetzt hatten: desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. Als sie satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Stücklein, da­mit sie nicht zu Grunde gehen. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Stücklein von den fünf Gersten­broten, welche denen, die gegessen hatten, übrig geblieben waren. Da nun diese Menschen das Wunder sahen, wel­ches Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: Dieser ist wahr­haftig der Prophet, der in die Welt kommen soll! Als aber Jesus erkannte, daß sie kommen und ihn mit Gewalt nehmen würden, um ihn zum Könige zu machen, floh er abermal auf den Berg, er allein.

Äoseyhspsennig!

Geweihte Hände.

ir sehen heute den Herrn im Wun­der der Brotvermehrung. Nicht er selbst teilt die Brote aus, son­dern die Apostel sind es, die es in seinem Auftrag tun. Glückliche Männer, welche Verwalter der göttlichen Geheimnisse und Gaben geworden sind. In dieser Rolle sind den Aposteln die Priester nachgefolgt ,von denen Sankt Paulus schreibt, daß sie Diener Christi und Ausspender der göttlichen Geheimnisse sind. In verschiedenen deutschen Diö­zesen finden in diesen Tagen die Priesterweihen

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alles, was sie segnen, gesegnet, und was sie weihen, verwandelt sein möge im Namen Jesu Christi, unsers Herrn."

Auch läßt der Bischof den neugeweihten Prie­ster Kelch und Palene berühren, auf der die Hostie liegt, und spricht dazu die gewaltigen Worte:

Empfange hiermit die Gewalt, das Opfer darzubringen für Lebende und Verstorbene".

Nach der hl. Kommunion folgt noch die aus­drückliche Uebertragung der Abfolulionsgewalt mit den wunderkräftigen Worten:

Empfange den hl. Geist; welchen du die Sün­den nachlässest, denen sind sie nachgelassen, und welchen du sie behältst, denen sind sie behalten". Zuletzt nimmt der Bischof von den Neugeweih­ten das Versprechen des Gehorsams entgegen mit den Worten: Versprichst du mir und meinen Nach­folgern Gehorsam? Freudig gibt der Neupriester zur Antwort:Ja, ich verspreche es". Gerührt von solchen Beweisen des Glaubens, des Mutes und des guten Willens, nimmt der Bischof die Priester unter die Schar seiner Freunde auf und gibt ihnen den Friedenskuß.

Eine neue, große, unbeschreibliche Würde ist dem Priester mit der Weihe zuteil geworden. Ewig ist er Priester nach der Ordnung des Melchisedech, nach der Ordnung des ewigen Hohenpriesters, Stell­vertreter des Erlösers, Mittler zwischen Gott und den Menschen, Führer zum Himmel. Der hl. Fran­ziskus von Assisi, der in seiner Demut nicht zur Annahme der Priesterweihe zu bewegen war, ge­fragt, was er tun würde, wenn ihm ein Priester und ein Engel gleichzeitig begegnen würde, gab zur Antwort:Ich würde zuerst den Priester und dann erst den Engel begrüßen". Das ist die eines Heiligen würdige Antwort. Zwar ist der Engel seiner Natur nach über dem Priester; der Würde nach aber und dein Amte nach und den Gewalten nach steht der Priester über dem Engel. Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandeln, Sün­der lossprechen von all ihren Missetaten, so daß es gilt vor dem ewigen Richter, das kann kein Engel, wohl aber der Priester. Was Wunder, wenn der Priester über den Engeln steht, daß er auch alle menschliche Größe in den Schatten stellt? Höre in dieser Hinsicht den hl. Kirchenlehrer Iohannes Chry- sostomus:Das Amt des Priesters steht über dem Amt eines Königs; rede mir da nicht von dem Purpur, der die Könige schmückt, und nicht vom Diadem, das sich um ihre Schläfen schlingt; Schat^ ten ist das alles und Frühlingsblumen; schaust im aber auf die Gewalt, so siehst du den Priester weit ' höher thronen als den König. Diesem sind ja nut! ; irdische Dinge anvertraut, dem Priester aber himm« lische". Der gleiche Kirchenvater tat folgendes ; Ausspruch:Das Priesteramt wird zwar auf Erde» = verwandelt, hat aber seinen Rang unter den Himm­

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daß diese Diakons würdig sind zum Amte des Prie­stertums". Es ist dann ein großer, überwältigender Anblick, wenn die weißgekleidete Schar sich zu Bo­den wirft und mit dem Bischof die Allerheiligen­litanei betet. Am Ende derselben spricht der Bi­schof die Worte: Daß du, o Gott, diese Auserwähl­ten segnen wollest; daß du, o Gott, diese Auser­wählten segnen und heiligen wollest; daß du, o Gott, diese Auserwählten segnen, heiligen und weihen wollest!" Jedesmal heißt die Antwort auf diese Anrufungen:Wir bitten dich, erhöre uns".

Alsdann tritt jeder einzelne zum Bischof, der ihm feierlich und stillschweigend die Hände aufs Haupt legt, eine Zeremonie, welche die anwesen­den Priester wiederholen. Nach einer feierlichen Präfation und einigen sinnigen Zeremonien legt der Bischof einem jeden das Meßgewand um mit den Worten:

Nimm hin das Priesterkleid, das Sinnbild der Liebe; Gott ist mächtig, die Liebe in dir wachsen zu lassen und dein Werk zu vollenden." Nach demVeni Creator spiritus" salbt der Bi­schof jedem die inneren Handflächen in Kreuzes­form mit den Worten:

lischen Einrichtungen".

Groß ist oberenicht bloß die Würde, sondern auH

Durch diese Salbung und durch unsern Se-I C._M

gen weihe und heilige diese Hände, o Herr, bamLLU^ Bürde des Priestertums. Unsterbliche Seeley