Lahrg. »i.
6t EWkth-Mtt
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels, erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 ÄoidpjenMg B 49 Goldpfemrig (fcsibl.) Redaètions- 'chluß Montag. Anzelgen-Preisr: Tokonelzekle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolanelzelle im Reklameteil d.SS Goldt.^ack. Bei Wiederholung Rabatt. Luskunst und Off.-Zeb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda ielm ^- Bart «» Betrag »tr gutta» KdtasinnteeL ■
MochenkalenÄer.
Sonntag, 13. März. 2. Fastensonntag. Ouatemberan« bucht zum hl. Herzen Jesu um gute Priester. Quartalskollekte für das Priest ersemtnar.
Montag, 14. März. Vom Tage.
Dienstag, 15. März. Klemens Maria Hofbauer, Re- demptorist, f 1820. Zacharias, Papst, Bek.
Mittwoch, 16. März. Vom Tage. BeginndesTri- duu m s zu E. d. hl. Joseph.
Donnerstag, 17. März. Patrick, Bischof, Bek., f 493.
Freitag, 18. März. Cyrillus, Bischof, Kirchenlehrer, f 368.
Samstag, 19. März. Fest deshl. Joseph. 20. Jahrestag der Bischofsweihe des H. H. Bischofs Joseph Damian.
Zweiter Fasten-Sonntag.
(Ev. Matth. 17, 1—9.)
In jener Zeit nahm Jesus den Petrus, Jacobus und Johannes, dessen Bruder, mit sich, und führte sie abseits auf einen hohen Berg. Da ward er vor ihnen verklärt: und sein Angesicht glänzte wie die Sonne, feine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee. Und siehe, es erschie- en ihnen Moses und Elias: die redeten mit ihm. Petrus aber nahm das Wort, und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein für uns: willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, dem Moses eine und dem Elias ewe. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe: diesen sollt ihr hören! Da die Jünger dieses horten, fielen sie auf ihr Angesicht, und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhaben, sahen sie niemand, als Je- t a*tein. Und da sie von dem Berge herabstiegen, be- ?°'us, und sprach: Saget Niemanden dieses Gesicht, bis der Sohn des Menschen von den Toten aufer- standen sein wird. '
und
sinnendem
Die Mutsaat.
M Sturmschritt und unter Sturmesbrausen will der Frühling in die Lande ziehen. Auf dem frischgepflügten Acker schreitet im Sonnenschein der Bauersmann dahin und streut mit nerviger Hand „ Gemüt die Samenkörner in den erwartungsvollen Erdboden. Ringsum aber hoffen todte und Dörfer auf das Brot, das in wenigen Wochen aus dieser Saat emporschießen soll.
®r denken heute an eine andere Dluk aai. Der heutige Sonntag „Sie« " schosst mir dazu gerade geeignet Die- denke" ^ beißt nämlich zu deutsch „Ee- ®otf wollen wir damit den lieben und cr sich unserer Not erinnere se're daraus helfe, sondern auch un« wir t imt " Seelen auswecken und aufrütteln, daß 1 n ^ vergessen, sondern sorgsam wieder aus-
frischen die Großtaten, die unsere Väter, Söhne und Brüder geleistet haben vor zehn Jahren. Ja, ein Sturmwind der Erinnerung braust durch die deutschen Lande. Begehen wir ja den „Volks- krauertag" und begehen ihn mit Trauergeläute und schwarzen Kleidern und Fahnen auf Halbmast, mit Feiern und Reden in Kirchen und auf Friedhöfen und an Kriegergräben. Weitgefehlt, liebe Freunde, wenn das alles ist; wenn der Volkstrauertag fid; nur auf Aeußerlichkeiten beschränkt, hinzukom- men muß die innere Einstellung, die innere Verfassung und Bereitstellung unserer Seele. Denn zur eigentlichen Trauer ist kein Grund. Von jedem einzelnen dieser Toten gilt das Wort: „Nec misere nec omnino periit" — weder ist er unglücklich noch überhaupt gestorben. Oder dürfen wir den Tod fürs Vaterland ein „Unglück" nennen? Eilt nicht auch heute noch der stolze Satz der alten Römer: Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben? Und find diese Helden der Pflicht über.
^ahM am Primiztag der neu geweihten
Priester, in allen Kirchen und Kapellen
WHoMe W Hs
MMWsMèsWil.
Guter Leser, was tatest Du bisher zur Förderung der Priesterberufe? Ueberhörs diesmal nicht die Fastenmahnung Deines Oberhirten I
^nupt gestorben? Fürs irdische Leben allerdings. Aber nicht fürs ewige. Lies den Satz aus den Buchern her Weisheit: „Die Seelen dèr Gerechten sind in Gottes Hand und es berührt sie nicht die Oual des Todes; sie schienen in den Augen der Menschen zu sterben; sie aber leben im Frieden." . «Line Saat ist ihr Blut gewesen, das sie vergos- fen haben in Mandern, im Elsaß, in Frankreich, in Rußland, in Italien, im Schützengraben und auf offenem Feld, auf Bergeshöhe und in Wasser- tiefen. Eine Saat ist es gewesen, und eine Saat soll es heute noch sein. Eine Ernte soll daraus emporsprossen ,eine Ernte für uns. Das Blut der Märtyrer ist der Samen neuer Christen, hat es ernst geheißen. Das Blut der Soldaten ist der Samen neuer Bürger, muß es heute heißen. Bürger sollen daraus hsrvorqehen, die ihre Pflichten kennen und erfüllen bis zum Tod; Bürger, die zu- sammcnhalten in einer friedlichen Gemeinschaft, in einem geordneten Staatswesen.
Pflichtbewußtsein ist das erste, das sich uns ouf- drangt beim Andenken an die gefallenen Krieger. Nach so manchen Jahren der Sättigung, des Ueber« stusses und der Bequemlichkeit, wo die Mannes- tugenden einzuschlafen begannen, haben die Schrek-
ken des Krieges die Mannestugenden wieder zu neuem Leben erweckt. Wer kann genugsam die Schrecken der Granatenschlacht und des Trommel- feuers, die Strapazen auf Märschen und Vorposten, die Entbehrungen an der Front und im Schützengraben, das Grauen des Todes schildern? Und vor dem Tode, wir viele brennende Wunden, schmerzliche Operationen, hoffnungslose Leiden, gegen die der Tod eine Erlösung ist. Und das alles haben jene Tapferen ohne besonderes Aufheb rn in stillem Heldentum auf sich genommen und waren überzeugt, nichts anderes als ihre Pflicht getan zu haben. Das war ihr Glück, ihre Befriedigung, ihr süßer Lohn. —
Ist das nicht zwar eine blutige, aber eine herrliche, gewinnbringende Saat? Muß da nicht in jedem Deutschen das Pflichtgefühl wieder erstarken? Erfülle du wenigstens auf deinem Posten als Landwirt, als Dienstbote, als Handwerker, als Tagelöhner, als Beainter, als Geistlicher, als Laie, in der Öffentlichkeit und in der Verborgenheit deine Pflichten, große und kleine, beschwerliche und angenehme. Erfülle sie besonders als Vater und Mutter. Vater und Mutter tragen Doppelte Verantwortung und müssen die Fahne der Pflicht auch ihren Kindern durch Wort und Beispiel vorantragen.
Und wachsen muß aus dem Kriegerblut der Gemeinsinn wie eine Platane, die an Wasserbäche gepflanzt ist; also der Sinn für das Ganze; für die Gemeinschaft, für das Volk. Das Blut der Gefallenen soll wie ein Kitt das deutsche Volk verbinden und verbrüdern. Das ist eine Forderung der Klugheit. Denke an einen Obstbaum. Wenn der ganze Baum zugrundegeht, wie sollen da die Zweige Aepfel tragen? Denke an ein Haus. Wenn das ganze Haus zusammenstürzt, was nützen dann die schönsten Möbel in den Zimmern. Und wenn der Staat zusammenbricht, wenn er das Recht und Eigentum seiner Bürger nicht mehr schützen kann, wenn er dem Armen und Arbeitslosen und Krüppel nichts mehr zahlen kann, wenn er die Grenzen nicht mehr sichern kann, wenn die Feinde ins Land einfallen und verwüsten und zerstören, was nützt dann einem Kapitalisten sein Reichtum oder seine Villa? Je mehr einer besitzt, desto mehr wird er verlieren. Wenn aber einzelne Zweige des Baumes beschnitten werden, nützt es dem ganzen Baum. So sollen die Bürger nicht klagen, wenn sie zu den Pflichten und Lasten des Stâates herangezogen werden und sollen nicht hin- terlistiq ihrer Gemeinschaftspflicht sich entziehen zum Schaden des Ganzen und schließlich zum eigenen. Der Sinn für das Volksganze und für den Bruder ist auch Pflicht der Religion, Forderung des Christentums. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen; und den Nächsten wie dich selbst". Wer nur für sich selbst sorgt und nicht auch andern nach Kräften beisteht, wer sogar noch hintergeht und betrügt und auf