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Ausgabe B
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Jahrg. 37..
Wochenkalender.
Sonntag, 27. Febr. Sonntag Quinquagefinm. Leander, Erzbischof v. Sevilla, f 601.
Montag, 28. Febr. Vom Tage.
Dienstag, 1. März. Vom Tage.
^Ettwoch, 2. März. Aschermittwoch. Beginn der 40tagigen Fastenzeit und der geschlossenen Zeit für Hochzeitsfeiern. 1 "
Bonnerstag 3. März. Kunigunde, Gemahlin Kaiser Heinrichs II., f 1040.
Nrâag, 4 März. Kasimir, Bek., t 1484. Lucius, Papst, 'Jtart, t 2-554. H erz -I esu»Freitag.
Samstag, 5. März. Vom Tage.
Sonntag (Ymnquagesima.
(Eo. Luk. 18, 31—43.)
In jener Zeit nahm Jesus die Zwölfe zu sich, und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles in Erfüllung gehen, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist. Denn er wird den Heiden überliefert, mißhandelt und angespieen werden: und nachdem sie ihn wer- den gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber verstanden nichts von diesen Dingen: es war diese' Rëde vor ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt ward. Und es geschah, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder an dem Wege und bettelte. Und da er das Volk vorbeiziehen hörte, fragte er, was das wäre? Sie aber sagten ihm, daß Jesus von Nazareth vorbeikomme. Da rief er und sprach: Jesu, Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und die vorangingen, fuhren ihn an, daß er schweigen sollte. Er aber schrie noch vielmehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Da blieb Jesus stehen, und befahl, ihn zu sich zu führen. Und als er sich ge- nährt hatte, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr^ daß ich ^hend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen! Und sogleich ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott, alles Volk, da es solches sah, lobte Gott.
Und
Zwei Gesichter.
in Brief! Der Absender ein Zuchthäusler! Die Adressatin eine junge, abgehärmte Frau, die, seit einem Jahre von ihrem Manne getrennt, bei ihrer funden " n Schwester eine Zufluchtsstätte ge- xdenhat. Und die Frau lieft den Brief ihres Mannes aus dem Gefängnis mit klopfendem Her- Blib in th ba4ri^ ie auf die Stelle, die wie ein leuchtet. „Denkst Du noch an f wo Du gesagt hast' fâ*«* i* mir einen «ntan’ö n, uni magst Dir eine andere suchen? — — _ nüh babe es wirklich getan!" - - -
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint leben sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfennig B 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions- !chluß Montag. Anzeigen-Preise: Lolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle tm Reklametest 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0.10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.
DruS mrd BrrAZ der Flâ» Letieadmckerei.
Kaffd, den 27. Zebruar <927.
Und wie verlockend, wie verzaubert, wie märchenhaft hatte der Plan ausgesehen. Wohl keines von beiden hat zunächst im Ernst an die Sünde gedacht. Ich suche mir einen andern, und du magst dir eine andere suchen. Es war in einem übermütigen Spaß so dahingesagt, ohne rechte Ueber- legung, ohne bösen Willen. Die Sünde hatte noch ihr erstes, scheinheiliges unschuldiges Gesicht. Cs war erst ein Spielen mit der Sünde, ein oberflächlicher Gedanke daran. Wer hätte gedacht, daß die Sache einen so schrecklichen Ausgang nimmt? Der Gedanke an die Sü . e hat für den Menlchen immer etwas gleißnerisches, etwas bestreckendes. Der Teufel versteht die letzten Ziele und Folgen zu verhüllen. Er ist eben ein Meister der Verstellung und Vermummung. Sagt ja der hl Pau- lus ausdrücklich: „Satan kleidet sich in einen Engel de- Mes". (Kor. 11, 15). Satan ist nämlich an und für sich, seinem Wesen nach, ein Geselle her Finsternis. In seiner wahren Natur ist er
.Bosheit, Schlechtigkeit, Abscheulichkeit und Gemeinheit. Würde er in einer Ge- erscheinen, die seiner Natur entspricht, — der Mensch würde von ihm fliehen ärger als vor der leibhaftigen Pest. Das weiß Satan. Deshalb „klei- det er sich in einen Engel des Lichtes", nimmt selber oder in feinen Werkzeugen eine Gestalt, eine tJorm ein Gesicht, eine Stimme an, die einnehmend find für den Menschen. Satan liebt die Verkleidung und Vermummung und die Maskeraden. Das mußten zu ihrem Schaden unsere Stammeltern ^fahren. Wäre Satan der Mutter Eva in einer Malt erschienen, die seinem Wesen entsprochen hatte, wurde sie ihn keines Blickes gewürdigt ha- ben. So aber hat Satan sich diè Maske der Schlange umgelegt, die damals — vor dein Sün- denfall — überaus anmutig, einnehmend, schillernd und bezaubernd fein mußte, und so ließ Eva sich berücken. Wlf die Vorstellung der Schlange hin ist der törichten Eva der Apfel des verbotenen Baumes nicht bloß unschuldig und harmlos, son- ,.™ a-ucb F höchsten Grad begehrenswert und glückbringend vorgekommen. Doch kaum hatte sie ^rLUm LÂ^n Frucht genossen, da zerrann das unb ^ zinste sie an das zweite, das Augenblicklich spürte sie ^'ifchenschlag des bösen Gewissens und fühlte âden des Friedens und des Glückes unter machen. Wie ein von Schlangen umflattertes Medusenhaupt starrte ihr das Gesicht der Sünde entgegen.
So ist es auch unserem Ehepaar gegangen, das tnh Sn wohnte, verhätschelt von Glück und Sonnenschein. Der Mann hatte auf der Bank einen erstklassigen Vertrauensposten, eine angesehene Stellung und einen einträglichen Gehalt. . Frau hatte ein nettes Hauswesen, und beioe ein liebes Kmd. ' -
ein riehen @inh mn^!^ sj« 7 'i »y^iiuuu ein lucmy y>eicu|u)u|r, wenn in Der xtraje
Rechnuna ohne hon & »? Seeleute Rotten tijre Betstunden und Sühneandachten stattfinden. Dann SÄ °^c. die Fust-.wird dir die Asche am Aschermittwoch auf eine
andere luÄn" "bâ ^ ^ uns zur Abwechslung reme Stirne gelegt werden, und du wirst ohn« ndere suchen , hatte die Frau tm Scherze gesagt, I Schrecken an den Tod denken. Der Burgpfr, '
Und es ging der Mann maskiert zum Ball, und die Frau maskiert auf einen anderen Ball. Während nun die Frau ohne schweren Verlust ihrer Frauenehre wieder nach Hause kam, machte der Mann mit dem Vorschlag seiner Frau bitteren Ernst. Aufgepeikcht von Musik, von Alkohol, vom «mnenrausch brach er den Ring der Treue und kehrte als Ehebrecher und Verführer in sein Heim zuruck.
Der lustige Karneval ging vorüber; das „erste Gesicht" zerrann wie eine Fata Morgana, und es kam „das zweite" Die Liebe zur Frau und zur eigenen Familie nahm ab. Die Verpflichtungen gegen „die Geliebte" häuften sich immer mehr. Das Einkommen reichte dem Ehebrecher nicht mehr aus Er griff zum Betrug, zu falschen Buchungen, zu Unterschlagungen, zum Eingriff in fremde Konten und Gelder. Doch „der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht". Wie eine Bombe schlug eines Tages die Verhaftung des Mannes in die Familie und in die ganze Stadt. Einige Monate Gefäng- nis war das Ende vom Lied. Die Frau härmt sich unterdessen ab und lebt mit ihrem Kinde in Entbehrung und Sorgen. Und wie diese Ehe in der Zukunft sich gestalten wird, das weiß der Himmel allein! —
Das ist die wahre Geschichte einer Fastnacht. Und wie viele andere „Fälle", die vielleicht noch schrecklicher sind, hat oft die abscheuliche Fastnacht, die Vermummung und die Gewissenlosigkeit und der Leichtsinn auf dem Konto. Hier trifft das Wort des hl. Chrysostomus zu:
„Etwas entsetzliches ist der Leichtsinn!"
Man will ursprünglich nichts Schlimmes. Man stellt sich die Sünde harmlos und lieblich vor Augen. Und wenn man nach einer halben Stunde vom Sinnentaumel erwacht, so liegen die Scherben am Boden. So hat die Sünde „zwei Gesichter".
Drum fort mit den Masken! Die Vermum-
mung ist eine Erfindung des Teufels. Ein ehr- licher, wohlmeinender Mensch braucht keine Maske. Dein vom lieben Gott dir erschaffenes, lebendiges Gesicht soll dir lieber sein als eine Maske, die manchmal einer Teufelsfratze oder einem Totenkopf nicht unähnlich sieht. Hüte dich vor dem Leichtsinn; warne auch die unerfahrene, abenteuerliche Jugend; warne deine Söhne; warne deine Töchter.
Gehe ihnen als Vater und Mutter mit gutem Beispiel voran. Zeige ihnen, daß dir solche Vergnügungen zum Ekel sind. Will man aber durchaus ein Vergnügen haben, so sei es nur im Kreis! der Familie oder in einem gesitteten Verein, mir offenem Visier, mit anständigem Programm, unten Ausschaltung aller Rohheit, Unflätigkeit, Unsittlichkeit Unmäßigkeit, Gemeinheit. Leiste auch dem Heiland ein wenig Gesellschaft, wenn in der Kirche