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Kaff ei, den 20 gebruar 1927.

Nr. 8

für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe ^ZL Goldpseanig B 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions­schluß Montag. Anzeigen-Preise: Talonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetlendruckerei In Fulda jein.

- Druck und Verlag der Fulda» velleiidruckerel. ......» »

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Wochenkalender.

Sonntag, 20. Febr. Sonntag Sexagesima.

Montag, 21. Febr. Vom Tage.

Dienstag, 22. Febr. Petri Stuhlfeier zu Antiochien. Ged. des hl. Paulus.

Mittwoch, 23. Febr. Petrus Damiani, Bek., Kirchen­lehrer, t 1072. Vigil des hl. Apostels Matthias. 20. Jahrestag der Wahl des H. H. Bischofs Joseph Damian.

Donnerstag, 24. Febr. Matthias, Apostel.

Freitag, 25. Febr. Vom Tage.

Samstag, 26. Febr. Marien-Samstag.

Segagefima.

(Ev. Luk. 8, 4—16.)

Zu jener Zeit, als sehr viel Volk zusummengekom- men, und aus den Städten zu Jesu herbeigeeilt war, sprach er gleichnisweise: Ein Sämann ging aus, seinen Samen zu säen, und da er säte, fiel Einiges an den Weg, und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es. Ein anderes fiel auf steinigten Grund, und da es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Ein anderes fiel unter die Dörner und die Dör­ner, die mit aufwuchsen, erstickten es. Ein anderes fiel auf gute Erde, und ging auf, und gab hundertfältige Frucht. Als er dies gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber feine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen; den übrigen aber werden Gleich­nisse gegeben, damit sie sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das Gleichnis aber be­deutet dieses: Der Same ist das Wort Gottes. Die am Wege, das find die, welche es hören: dann kommt der Teufel, und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die auf dem stei­nigten Grunde, das sind die, welche das Wort mit Freu­den aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: sie glauben eine Zeit lang und zur Zeit der Versuchung fallen sie ab. Das, was unter die Dörner fiel, das sind die, welche gehört haben, aber dann hin­gehen, und in den Sorgen, Reichtümern und Wollüsten des Lebens ersticken, und keine Frucht bringen. Was aber auf gute Erde fiel, das sind die, welche das Wort hören, und in dem guten, und sehr guten Herzen behal­ten, und Frucht bringen in der Geduld.

Eine

etrachte ein Huhn, eine Ainjel, eine Schwalbe oder einen andern Vogel. Sie tragen als Last die beiden Flügel. Aber diese Last f§)j|§&Sgffi bringt ihnen Glück und Vorzug, rc Sie erheben sich damit frei vom

Erdboden und schwingen sich hoch in die Lüfte.

^ Ä trägt auch der Gesalbte des Loelil^?^' Qm “ ^ Priester; ich meine den

Verpflichtung zur Ehelosigkit, zu &rau, ohne Famliie, ohne Kin- SerfrS^ ^scheint diese Lebensweise als S t unnatürliche Last. In Wahr­

heit ist btr Coelibat allerdings eine Last, aber

eine glückbringende. Nicht erst mit der Priester­weihe, nein, schon mit der Weihe zum Subbiafon, übernimmt der Kleriker den Coelibat. Wir wollen daher heute über die Subdiakonalsweihe uns un­terhalten.

Wären die bisher besprochenen Weihen, dis Weihungen zum Oftiarier, Lektoren, Exor­zisten und Akolythsn zu den niederen Weihen zählen, gehören die folglenden Weihen, nämlich die Weihe zum Subdiakon, zum Diakon, zum Priester und zum Bischof zu den höheren Weihen. Die vier niederen Weihen sind keine eigentlichen Sakramente, da sie nicht von Christus eingesetzt sind. Die höheren Weihen aber gelten als Sa­krament und bilden alle zusammen das Sakra­ment der Weihe oder „Priesterweihe", weil ge­rade diese die bedeutendste ist, zu der die vorher­gehenden nur Vorbereitungen und die nachfolgen­den Fortsetzungen und gleichsame Krone sind.

Bevor der Bischof zur Subdiakonatsweihe schrei­tet, hält er an die Weihekandidaten folgende väter­liche Ansprache; in welcher er allen Ernstes auf die „Last" des Zölibates hinweist.

Liebe Söhne! Ihr sollt zum hl. Stand des Sub­diakons erhoben werden. Wieder und wieder be­achtet und bedenket, was für eine Last ihr heute erstrebet. Niemand nötigt Euch dazu. Noch seid Ihr frei. Noch könnt Ihr freien Willens über­gehen zu dem, was die Welt an Wünschen hat. Wenn Ihr aber diesen Weihegrad übernommen habt, dann steht es Euch nicht mehr frei, von Eu­rem Vorhaben abzuspringei, sondern dann heißt es, Gott auf ewig zu dienen, dessen Dienst Herr­schaft ist, und mit seinem Beistand die Keuschheit zu bewahren und der Kirche eifrig zu dienen. Des­halb denket nach, so lange es noch Zeit ist; und wenn Ihr bei Eurem heiligen Vorhaben bleiben

wollt, dann tretet in Gottes Namen näher."

Es machen dann alle Weihekandidaten die große Prostration, werfen sich, mit der schneewei­ßen Alde angetan, mit der ganzen Gestalt zur Erde nieder, um ihre Unwürdigkeit auszudrücken und in der Allerheiligenlitanei die Hilfe der Him­melsbewohner anzuflehen. Zum Schluß der Li- tanei ruft der Bischof laut und feierlich folgende Bitten über die Weihlinge aus:

Daß du diese Erlesenen gnädig segnen wolltest.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Daß du diese Erlesenen gnädig segnen und hei­ligen wollest:

Wir bitten dich, erhöre uns.

Daß du diese Erlesenen segnen, heiligen und mit göttlicher Weihe begnadigen wollest:

Wir bitten dich, erhöre uns.

Der Bischof unterweist sie dann über ihren Al­tardienst, der darin besteht, dem Priester das Was ser für die Messe darzureichen, für die Altarwäsch zu sorgen, die Korporalien zu waschen und schließt mit den kräftigen Worten:

»Seid Männer, die den göttlichen Opfern und der Kirche Gottes würdig dienen, gegründet im

wahren, katholischen Glauben. Wenn Ihr bisher solltet lässig gewesen sein gegen die Kirche, so seid von heute ab beharrlich; wenn ihr bisher schläfrig gewesen sein solltet, so seid von heute ab wach; wenn Ihr bis heute weinliebend gewesen sein solltet, so seid von jetzt an nüchtern."

Nach dieser Mahnung überreicht ihnen der Bi- schof noch die Kännchen mit Wein und Wasser und das Handtuch zum Lavabo. Darauf wendet er sich an die Umstehenden mit folgender Bitte:

„Liebe Brüder, laßt uns Gott, unseren Herrn, bitten, er möge über seine Knechte hier, die er zum Amt des Subdiakonats berufen hat, seine Gnade und seine Segnung ausströmen, damit sie treu vor einem Angesichte dienen und die Belohnungen, die )en Heiligen versprochen sind, dafür erhalten."

Zuletzt überreicht ihnen der Bischof das Schul- ertuch, den Manipel und die Tunieella, eine Art Meßgewand, das aber den Oberkörper ganz um« chließt. Als letztes Amtszeichen übergibt er jedem Ieweihten das Epistelbuch, weil der Subdiakon daraus beim Levitenamt die Epistel zu verlesen hat.

Als selbständiger Dienst existiert das Subdiako­nat heute nicht mehr in der katholischen Kirche. Nur bei einem sogenannten Levitenamt verrichtet der Subdiakon an der Seite des Diakons seine Dienste. Vom Tag der Subdiakonsweihe an neh­men die Geistlichen auch die Verpflichtung auf sich, das Brevier zu beten, jenes herrliche, wohlgeord­nete, aus Psalmen, Hymnen, Oratorien und Le­sungen zusammengesetzte Gebet, das jeden katholi­schen Geistlichen täglich eine bis zwei Stunden be­schäftigt und dessen leichtsinnige Unterlassung ihm als schwere Sünde angerechnet wird.

Noch ein Wort über den Zölibat. Die Welt erdreistet sich, über diese Einrichtung abfällig zu ur«. teilen, sie mit Hohn und L-pott zu übergießen, die Priester als Heuchler hinzustellen. Von solchen Menschen gilt das Wort der Schrift: „Sie lästern, was sie nicht verstehen". Indes handeln die Prie­ster genau nach der Weisung des Meisters, der sagt: „Es gibt Menschen, die um des Himmelrei­ches willen ehelos bleiben; wer es fassen kann, der fasse es". Die Priester haben es erfaßt. Und wenn auch einer oder der andere strauchelt, so bleibt doch im ganzen der unverletzte Zölibat das Ruh­mesblatt des kath. Priestertums, der Triumpf des Geistes über das Fleisch. Wegen des „Himmel­reiches", wegen der höheren Vollkommenheit, we, gen der ungeteilten Sorge für die Interessen Got­tes und der Kirche, wegen der größeren Unab* hängigkeit gegen feindliche Gewalten verzichtet der Priester auf die Freuden der Ehe und Familie und trägt allen, die in der Welt durch die Macht bei Verhältnisse ehelos bleiben gezwungen sind, bi( Fahne des guten Beispiels siegreich voran.

Der Burgvkarreik.