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Kassel, den 15 Zebruar (927

für die katholischen Gemeinden Kassels

Zrscheint jeden Sonntag und koftet monatlich Ausgabe A 35 Loldojennig 3 43 Dridplennig (srelbi.) Resaktions» djtuâ Montag. Angeizen-Lretse: Toknelgel!» tm Anzeigenteil 0.15 Noidmirk, Lolon»l,eile im Retlimneil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft and idii-Zeb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen jpâtestenr bis Montag morgens im BeüS »er Ful »aer Aetienaruckerei in Fulda lein.

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wochendaèender.

Sonntag, 13. Febr. Sonntag Septuagesima. Gregor II., Papst, Bek., t 731.

Montag, 14. Febr. Valent-nus, Bisch-, Mart.: Valenti» nus, Priester, Mart.

Dienstag, 15. Febr. Faustinus u. Jovita, Mart.

Mittwoch, 16. Febr. Vom Tage.

Donnerstag, 17. Febr. Vom Tage.

Freitag, 18. Febr. Simeon, Bischof, Mart., t 105.

Samstag, 19. Febr. Marien-Samstag.

Sonntag Septuagesima.

(Ev. Matth. 20, 1—16.)

, . jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern folgendes l chnès: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am frühesten Morgen ausging, um Arbeiter in fei­nen Weinberg zu dingen. Als er nun mit den Arbeitern um einen Zehner für den Tag übereingekominen lvar, sandte er sie in seinen Weinberg. Und um die dritte Stunde ging er (wieder aus), und sah andere müßig auf dem Markte stehen, und sprach zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg, so werde ich euch geben, was recht ist! Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und macht es ebenso. Und als er um die elfte Stunde ausging, fand er wieder andere dastehen, und sprach zu ihnen: Warum stehet ihr hier den ganzen Tag müßlg? Sie antworteten ihm: Es hat uns Niemand gedungen. Da sprach er zu ihnen: So gehet auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Verwalter: Laß die Arbeiter kommen, und gib ihnen den Lohn, von den letzten angefangen bis zu den ersten. Da nun die kamen, welche um die elfte Stunde eingetreten waren, empfing ein jeder eiwn Zehner Als ober auch die Ersten kamen, meinten sie, mehr zu empfangen: aoer auch von ihnen erhielt jeb^r einen Zehner. Und da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese, die Letzten, haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie'uns gleich gehalten, die wir die Last und Hitze des Tages g tragen haben. Er ober antwortete einem aus ihn-m, und sprach: Freund, ich tue nicht unrecht: bist du nicht um einen Zehner mit mir übereingekommen? Nimm, was dein ist, und geh hin: ich will aber diesen Letzten auch geben, wie dir. Oder ist es mir nicht erlaubt, zu tun, was ich will? Ist dein Auge darum schalkhaft, weil rch gut bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein, denn viele sind berufen, aber Wenige sind auserwühlt.

OHR

Seele pflegt u Seligkeit. Gibt Weinberge des

M auf der hl. Stufenleiter

r Berufsarbeiter im Weinberg wird Rebmann oder Wmzer ge­nannt. Der Arbeiter im Weinberg pes Herrn, im Reiche der Ses.eu f^r Mensch besonders der Christ der Katholik, der seine nd heiligt und reif macht für di­es aber auch solche Arbeiter im Herrn, die von Beruf aus dazu be­

stimmt sind, deren ganze Tätigkeit darin aufgeht, beim Geschäft der Seelenpflege andern zu dienen und zu helfen? Gewiß: das sind die Priester, die Diener Gottes sind und Diener der unsterblichen Seelen. Die Türe zum Priesteramt ist aber Die Priesterweihe. Es ist bezeichnend, daß die Prie­sterweihe in der Sprache der Kirche tacramenrum ordinis, das heißt Sakrament der Ordnung ge­nannt wird. Es umfaßt nämlich eine ganze Stu­fenleiter der Aemter, Gewalten und Gnaden. Es gibt vier niedere und drei höhere Weihen, die in ihrer Gesamtheit das Sakrament der Ordnung ausrnachen. Heute wollen wir von den vier unter­sten Sprossen reden, die den Zugang zu den Höhen des Priestertums bilden.

Die unterste Sprosse ist die Weihe zum Osii- arier. DfHader heißt auf deutsch Türhüter oder mit einem französischen Ausdruck, der in Hote's mit Vorliebe zur Verwendung kommt „Portier". Seines Amtes ist es gewesen, die Kirchentür am Morgen zu öf'nen und am Abend zu schließen, un­eingeweihte Personen am Eintritt zu verhindern, eingedenk der Worte des Herrn, daß man das Heilige nicht den Hunden geben darf, zum Gottes­dienst zu rufen mittels Schallbecken und Glocken. Der Bischof gab ihm bei Uebernahme des Amtes folgende Mahnung:

„Da Ihr im Begriffe seid, das Amt der Osti- arier zu übernehmen, so sehet zu, was ihr im Hause Gottes zu tun habt. Die Oftiarier müßen das, Schallbecken und die Glocke schlauen, die Kirche und den Raum der hl. Geräte aufschließen und dein Vorleser das Buch aufsch'agen. Seht zu daß nicht von dem, was in der Kirche ist, durch Eure Nach­lässigkeit verdirbt". — Heute werden die Dienste der Ostiarier vom Mesner, Küster, Sakristan oder Kirchendiener besorgt

Für uns soll diese Weihe eine Mahnung sein, ein solches Leben zu führen, daß wir allezeit wür­dig sind, in das Haus des Herrn einzutreten und zur Kommunionbank zu schreiten. —

Die zweite Sprosse ist die Weihe zum Lektoren Lektor heißt auf deutsch Vorleser. Seines Amtes ist es gewesen, gewisse Teile der Liturgie, wie Epistel und Evangelium, feierlich der versammel­ten Gemeinde vorzulesen und so auch Vorarbeit au leisten für die Predigt des Bischofs. Ich setze ein Sstick der Mahnung her, die der Bischof vor der Weib" an die Lektoren gedichtet hat:

„Dazu erlesen, teure Söhne zu sein im Hause unseres Gottes, erkennet Euer Amt und erfüllet es. Denn mächtig ist Gott, Euch die Gnade ewiger Vollkommenheit tu verschaffen. Der Lektor muß demjenigen vorlesen, der predigt, die Worte ®o*= tes und die heiligen Lesungen deutlich und t'ar ohne all" täuschende Verfälschung vortragen, daß sie die Gläubigen verstehen und sich daran er= bauen "

Für uns alle ist diese Mahnung des Bischois ein Fingerzeig, w-rne frommer Lesung obzuliegen. Sag an, lieber Christ, wann hast du zum letzten­

mal eine Bibel, eine Legende einen Goffins. ein Meßbuch zur Hand gehabt und daraus gelesen?

Die dritte Sprosse ist die Weihe zuni u^oi i'fea. Exorzist heißt auf deutsch „Beschwörer". Seines Amtes ist es gewesen, die bösen Geister aus den Besessenen zu vertreiben. „Teure Söhne", er­mahnte sie der Bischof, „lernt kennen, was ihr über­nehmet. Der Exorzist muß nämlich die Teufel aus­treiben und denjenigen, die nicht zur Gemeinschaft der Kommunion gehören, aus dem Gatteshause weisen. Wie Ihr nun aus den Körpern der ander» die Teufel austreibt, so gebt Euch Mühe, von Eu­ren eigenen Seelen und Leibern alle Unreinigkeit und Bosheit fernzuhalten."

Heute wird die Teufelsaustreibung von den Priestern vorgenommen und bedarf bei öffentlicher Vornahme der Gutheißung des Bischofs. Obige Mahnung aus dem Weihsritus ist auch für uns ein Fingerzeig, die Leidenschaften stets unter dem Dau­men zu halten, damit der böse Feind keine Ritze finde in unsere Seele einzudringen.

Die vierte Stufe ist die Weihe zum Akokythen. Seines Simtes ist es gewesen, dem Priester bei der hl. Messe Wein und Wasser darzureichen. Die wichtigsten Worte des Bischofs an die Akolythen sind folgende:

„Ihr steht davor, teure Söhne, das Amt der Akolythen zu übernehmen Der Akolyth muß den Leuchter tragen. die Lichter der Kirche anzünden. Wein und Wasser bei Feier der hl. Eucharistie darreichrn. Gebt euch also Mühe, das übernom­mene Amt würdig zu erfüllen. Denn ihr könnt Gott nicht gefallen, wenn ihr zwar in euren Hän­den das Licht vorantraget dabei aber den Wer­ken der Finsternis dienet und dadurch andern das Beispiel der Treulosigkeit gebet. Haltet es mit den Worten des Apostels Paulus, der da sagt: inmit­ten eines falschen, verkehrten Geschlechtes sollt ihr leuchen wie die Sterne des Himmels. So seien denn nach der Mahnung des Herrn eure Lenden umgürtet und brennende Lampen in euren Hän­deln Werfet ab die Werke der Finsternis und zie­hst an die Waffen des Lichtes. Einst warst ihr wohl Finsternis: nun aber seid ihr Licht im Herrn. So wandelt denn als Söhne des Lichtes. Weihe anäbig. o Herr, diste deins Zirner zum Amte der Akolythen, auf daß sie beim Anzünden des Lich­tes, bet Darreichung von Wein und Wasser, wenn wir daraus den Leib und das Blut des Herrn be­reiten, treu deinen heiligen Altären dienen. Er­leuchtet vom Glanze deines Blickes mögen sie treu in d-iner Kirche dir dienen."

Heute sind die Dienste der Akolythen an hie Meßdiener, die Ministianten. übergegangen. Dar­aus masst du die hohe Auffassung der Kirche von diesem Dienste ermessen. Ehrwürdig und heilig ist her Dienst der Ministranten, auch wenn dam Schul­knaben genommen werden. Mögen die Väter und Mütter die an das Priestertum und an die hl. Messe n’auben, es für eine große Ehre betrachten, ihre Söhne für den Altardienst zur Verfügung zu