Ratgeber für Landwirtschaft,
—— ~—- ■-----—: Gartenbau und Hausmesen.
I fir. 3. -*O 37. Zahrgang. or o a SraHsbeigabe zu« Jamfatiasds^La. a □ Zulüa, den 6. Zsvruar $927.
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Zur Behandlung der Grippe.
(Aus den Erfahrungen einer Mutier).
Gewöhnlich klagt der Kranke über große Müdigkeit in allen Gliedern, starkes Kopfweh, Hals- schmerzen usw. Da heißt es sofort ins Bett. Die erste Anwendung, die ich auch bei allen anderen Erkrankungen mache, ist ein lauer Darmeinlauf, der durch ergiebige Entleerung des Darmes dem Kranken schon große Erleichterungen verschafft. Gewöhnlich ist starkes Fieber vorhanden, da juche man die meist kalten Füße durch die Wärmeslajche zu erwärmen. dann aber mache man fortgesetzt kalte Wadenwickel, gewöhnlich 15 Grad. Man lege erst ein wollenes Tuch ins Bett unter die Beine, darüber breite man das nasse Handtuch .wickle erst um das eine Vein, dann das wollene Tuch darüber, und dann um das andere, das wollene Tuch muß das nasse gut bedecken. Sobald der Wickel warm wird, was die Unruhe des Kranken anzeigt, muß er wieder erneuert werden. Diese Wickel leiten von oben ab und das ist bei der Grippe d'e Hauptsache. Des Abends kann man noch einen kühlen LeibumMag machen und wenn das Fieb?»- des Nachts stärker wird öfters kühle Essigabwaschungen machen, den ganzen Körper rasch kühl abwaschen und dann wieder gut zudecken. Wenn sich dann der ersehnte Schweiß einstellt, ist der Patient gerettet.
Ein ganz ausgezeichnetes Mittel, Schweiß her- betzuführen, gibt uns der Fußdampf. Man füllt eine Wärmeflasche mit kochend heißem Wasser, schlägt ein neues Handtuch darum und wickelt die Flasche in ein dickes wollenes Tuch oder Decke und legt sie an die Füße des Kranken, achte aber darauf, daß die Füße nicht zu dicht an die Flasche kommen. Ich habe durch diese Anwendung selbst in hartnäckigsten Fällen die Kranken zum Schwitzen gebracht und ist diese Anwendung nicht so beengend wir Bettdampfbäder und andere Dampfbäder. Man lasse den Patienten schwitzen, solange er es erträgt, aber mindestens eine halbe Stunde, wasche ihn dann rasch mit überschlagenem Wasser ab, versehe ihn mit frischer, vorher etwas erwärmter Wäsche und steht dann mit Freude, wie der Kranke sich zusehends besser fühlt.
Auch laue Sitzbäder mit kühler Uebergießung bringen große Erleichterung besonders bei KopH grippe. Man seist den Kranken in etwa 20 Grad Wasser, hüllt Beine und Füße in eine Wolldecke ein und reibt den Leib des Patienten etwa 5 M«-' ' nuten lana gießt dann etwas kühleres Wasser über die gebadeten Teile und wickelt den Kranken sofort, ohne abzutrocknen, in eine erwärmte Wolldecke und d"ckt ihn im Bett gut zu. Mit diesem Rumvfreibe- sitzbad habe ich mehrere meiner Kinder bei Lungenentzündung gerettet.
Eine Hauptsache ist natürlich auch die Diät. Wo ; der Appetit fehlt, soll ja nichts aufaezwungen werden Da sündigen soviele Mütter.'daß sie meinen, ihr Liebling verhungert. Nur Milch und Obstjäfte
I alo Limonade für dm starken Durst, rohes nb.’r Sekochtes Obst keine Eier, keine Fleischsunve, selbstverständlich kein Fleisch und keinen Alkohol feil men dem Patienten verabreichen. Täalich mache man nach dem ersten ausgiebigen Einlauf einen mrzen kühlen Darmeinlauf, um die schlechten Etoste ab^uführen. ' '
Es heiht hier, wie bei allen Krankheiten, tüchtig arbeitem Davon, daß sich die Mutter ans Bett seht uno weint und jammert, wird der Kranke nicht pelund, da heißt es Taa und Nacht intensiv arbst- Arzt tatkräftig zu unterstützen, dann °.1'* durch die baldige Genesung unserer Lieben reich belohnt A K
borgt für die hungernden kleinen
Sanger! mÄ Ö horcht man im Frühling und Som- t Gebern der lieben Gäste, die jetzt frierend b m'sgeplustert auf den kahlen Zweigen bo.M
oder mit zierlichen Schritten durch den Schnee hupfen. Sie kommen ans Fenster und spähen herein anfangs ein wenig scheu, aber bald werden sie ganz gemütlich. Schließlich erlauben sie sich sogar nachdrücklich ans Elas zu klopfen, wenn sie sich schlecht bedient fühlen.
Die gefiederten Kostgänger wissen recht gut. was sie zu beanspruchen haben. Was ihnen nicht schmeckt, lassen sie beharrlich liegen, so daß man durch solchen Protest bald darauf kommen muß, was ihre Leibspeisen sind. Am schnellsten verschwinden Mandeln und Erdnüsse. Die kann man listig verstecken, oder auch weit ins Zimmer herein verstreuen, furchtlos und findig entdecken sie den kostbaren Schatz.
Wenn es unter den Kunden bekannt wird, daß an der und der Tür milde Gaben gereicht werden, so kommen sie, durch geheime Zeichen verständigt, in hellen Haufen und bald ist man von solchem Volk überlaufen. Auch unsere Bettelmusikanten haben es bald heraus, wo man ein offenes Herz für sie hat, und fliegen von weit her merkwürdig zielsicher auf unser Fenster zu. Dann freilich ist es oft recht lebhaft auf dem Borblech, es ist ein emsiges Klopfen und Zwitschern, bis die lustigen Schmauser nicht ohne Mühe die Kerne aufpicken und die Hanfkörner im hochgehobenen Schnabel zerbeißen. Kommen ihrer gar zu viele, so gibt es Streit, und die Schwächeren müssen vor den Hieben der Stärkeren weichen, bis sie dicht nebenan unter friedvolleren Genossen wieder ihr Plätz- djen finden.
Die Meisen wiegen sich währenddem lustig am schwebenden Ast oder hängen an der Mauer, in die man Futter gestrichen hat. Es ist gar nicht wenig, was sie zum Frühstück vertilgen, und die Hausfrau merkt bald die putzigen, aber doch recht gefräßigen Kostgänger.
Den Tierchen Brot zu streuen, ist nicht ratsam. Sie vertragen die Hefe nicht, und wenn der Teig gar durch Nässe feucht geworden ist, tut er ihnen nicht gut. Wenn man der hungrigen Vögel gedenkt, dann tut man nicht nur ein wohltätiges Werk an der armen Kreatur, man handelt auch zur eigenen Freude. Im Sommer werden sie es hundertfach lohnen mit fröhlichem Lied. Aber auch jetzt haben wir viel Spaß mit unseren Schützlingen. Sitzt man so bei der Arbeit und hört draußen ein Meislein klopfen und schaut ein Weilchen hinaus, wie es herum stelzt und die Augen zu uns hebt, so scheu und freundlich, dann wird uns wohler ums Herz und wir fühlen uns plötzlich mit unseren allzu hirngewordenen Gedanken und Sorgen im vertrauten Banne der Natur. Und die Vöglein draußen vor dein Fenster grüßen uns vom lieben Gott
Gbstbaukurse an der ObslbauansLalt
GberzWehren im Jahre 1927.
1. Obstbaulehrgang für Baumwärter (Gemeinde- und Vereinsbauinwärter) Frühjahrsabschnitt 5 Wochen vom 21. Februar bis 26 März. Sommerabschnitt 2 Wochen vom 20. Juni bis 2. Juli Herbstabschnitt 3 Wochen vom 26. Septem- ber bis 15. Oktober.
Für Baumwärter, welche sich für spätere Tätigkeit im öffentlichen Dienst (Kreis, Gemeinde, Genossenschaft, Verein) verpflichten. können durch die Landwirtschaftskammer Ausbildungsbeihülfen gewahrt werden. Anträge nebst Anmeldung mit de- schriftlichen Verpflichtung, daß der Antragsteller dem Kursisten die gleiche Ausbildungsbeihilfe gewährt, müssen an die Obstbauanstalt Oberzwehren eingereicht werden.
,, 2. Obstbaulehrgang für Lehrer. Frühjahrsab- sckmitt 6 Tage vom 7.—12 März Sommsrabschntit 5 Tage vom 4. Juli bis 8. Juli Herbstabschnitt 5 Tage vom 3 Oktober bis 7. Oktober. Die Anmeldung erfolgt durch die vorgesetzte Behörde.
3. Obstbaulehrgang für Landwirte und Gar- ^enfreund'e F^uhjahrsabschnitt 3 Tage vom 1 März bis 3 März. Winterbehandluna und Pflan
zung, Sommerabschnitt 3 Tage vom 21. Juni bis 23. Juni, Sommerbehandlung, Herbstavschnitt 3 Tage vom 22. September bis 24. September, Ernte und Verpackung. Kursgeld je Abschnitt 3 Mark zusammen 9 Mark.
4. Obst- und Gemüseverwertungskursus für Damen. Sommerabschnitt 2 Tage vom 2. bis 12. Juli, Frühobst September, Spätobst, Weinbereitung, Ernte und Verpackung Kursusgeld je Abschnitt 3 Mark zusammen und Gemüse, Herbstabschnitt 3 Tage 6 Mark.
Die Anmeldungen sind an die Obstbauanstait Oberzwehren zu richten.
Im Interesse Bés gesamten Obstbaues ist eine vermehrte Ausbildung von Obstbaumwärtern unbedingt erforderlich, da durch den Krieg in vielen Gegenden Lücken entstanden sind und auch von der Landwirtschaft die Nachfrage nach ausgebildeten Baumwärtern, welche die Pflege der Obstbäume in landwirtschaftlichen Betrieben übernehmen können, erheblich zunimmt.
Was der Gartenbesitzer wissen mutzte.
Daß Krankheiten und Schädlinge unserer Obstbäume vornehmlich im Winter bekämpft werden müssen! Also verbeugen! Obstbaumkar- bolineum regelmäßig anwendenl
Daß Tausende von Obstbäumen kümmern, weil sie unterernährt sind. Wasser und Dünger reichlich und wiederholt geben I
Daß die alte korkige Rinde der Obstbäume avge- kratzt und verbrannt werden muß. Dabei zerstören wir die Unterschlupfe vieler Schädlinge und diese selbst.
Daß man Winterbirnsorten nicht auf kalten Boveri pflanzen darf.
Daß Himbeere«, und Brombeeren nach dem Pflanzen auf etma 30 Zentimeter zurückgeschnitten werden müssen.
Daß man Kakteen während des Winters nicht viel gießen darf.
Daß das Pflanzen von Obstbäumen und anderen bei offenem Wetter den ganzen Winter über vorgenommen werden kann.
Für Norvimker.
Wenn man den Bau in den Strohkörbe«» nach der Auswinterung besichtigt, so zeigt sich nicht selten, daß die Wabenspitzen angeschimmelt und wohl gar schon morsch geworben sind. Läßt man sie stehen, so gehen die Bienen, weil die Spitzen gänzlich unbrauchbar geworden sind, alsbald daran, sie wegzunagen, was ihnen aber ungeheure Mühe und Zeit kostet. Dies Arbeit nimmt ihnen der Imker dadurch ab daß er die Spitzen, soweit sie unbrauchbar geworden ünb, wegschneidet.
Daabei verfährt er so. daß er den Korb auf die Seite legt und die Wabenkanten auf der einen Seite nach dem Erdboden, auf der anberen nach oben gerichtet sind. Mit einem recht scharfen Möfser, welches ab und zu in Wasser getaucht wird, schneidet man nun die Wabenspitze schräg durch und schrägt sie auch auf der anderen Seite ab, so daß die Mittelwand scharf hervorragt. Dann bauen die Bienen leicht weiter, und führen sie' Drohnen- werk auf, so ist es gut, denn dadurch befriedigt das Volk seinen Drohnentrieb unb unten an den Wabenspitzen ist der Drohnenbau gerade an seinem richtigen Platz. — Ueberläßt man den Bienen das Wegnagen der unbrauchbaren Wabenspitzen so hat man auch geraume Zeit hindurch Tag für Tag Ge» müll auf dem Bodenbrett liegen, worin sich Ungeziefer einnistet.
Falsch wäre es, »vollte man den Korb beim Beschneiden der Waben auf den Kopf stellen, weil dann ine abaeschnittenen Teile in den Bau hinein- fallen und schwer wieder herauszubekommen sind. Legt man dagegen den Korb auf die Seite, so fat* len die abgeschnittenen Spitze,» zum Korbe heraus