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Kassel, den 50. Januar 1921

Hr. 5

Reugiöses Wochenblatt

für die kakholischen Gemeinden Kassels

Lrlcheim (eben Sonntag unb tostet monatlich Ausgabe A35 ®»lbofennig 3 40 Doldpfennig (treibt.) «ebatttons«

chluß Montag. Angetzen-Prelse: Tolonel)«»» tm Lngeizenteil 0.15 Soibmirt, Loloneigeil, tm Retlamnetl 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft anb Off -Ded. 0.10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens tm Selig der Fuiaaer Actiendrulkerei in Fulda sein.

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wochenkalenüer.

Sonntag, 30. Januar. 4. Sonntag nach Epiphanie. Martina, Jgfr., Marl., f 222.

Montag, 31. Januar. Petrus Nolaskus, Bek., t 1256.

Dienstag, 1. Februar. Ignatius, Bischof, Mart., fr 107.

Mittwoch, 2. Februar. Fest Mariä Reinig­ung (Lichtmeß).

Donnerstag, 3. Februar. Blasius, Bischof, Mart., fr 316.

Freitag, 4. Febr. Rhabanus Maurus, Abt von Fulda und Erzbischof mm^Mainz, t 8^6. Andreas Colani, Bischof, t 1373. Herz-Jesu-Frettog.

Samstag, 5. Februar. Agatha, Jgfr., Mart.

vierter Sonntag nach Epiphanie.

(Matth. 8, 2327.)

In jener Zeit, als Jesus in das Schifflein trat, folgten ihm seine Jünger nach. Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm un Meere, so daß das Schifflein mit Wellen bedeckt wurde: er aber schlief. Und seine Jün­ger traten zu ihm. weckten ihn aus, und sprachen: Herr, hilf uns! mir gehen zu Grunde Und Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, gebot den Winden und dèm Meere, und es ward eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich und sprachen: Wer ist dieser, daß ihm auch die Winde und das Meer gehorchen?

Die Abzeichen des geistlichen Standes rgegnet dir ein Herr in schwarzer, geschlossener Gewandung, einen abgeschorenen, runden Fleck auf dem Scheitel, so bist bii dir dar­über klar, daß du es mit einein Geistlichen zu tun hast. Die Ton­

sur und der schwarze Anzug, die Sutane oder ab- «ekurzte- Sutanelle, bilden die hauptsächlichsten Merkmale, die den Kleriker vom Laien schon äußer- l'ch unterscheiden.

Die Tonsur besteht in einer kahlen Stelle auf dem Hauote. Kahlköpfigkeit wird gern als Mau- 8kl betrachtet und reizt zum Sport. Bekannt ist das -Vorkommnis von Bethel, wo die Israeliten ein

«?»?lb ""beten Dahin kam einst der Pro- pyet Glijaus, wahrscheinlich in der Absicht, dem Götzendienst auf den Leib zu rücken. Ausgelas'ene 'tom ^ ihn und riefen ihm zu:KahL ÄÄÄ f°T b^aus!" Die Strafe an den lassen ^ b"k nicht lange auf sich warten heiuor uni," S-ten ^^len sich aus dem Walde es n^^ 42 Lästermäuler. Wie war weder" kam ^- ^"blköpfjgkeit des Propheten? Ent- Gründ-no° iie von einem Naturfehler oder aus unben bet Restaion. Nielleicht hat Eliiäus mit

Fleiß sich die Haare scheren und den Kopf glätt rasieren lassen, um seiner Trauer über die schmach­volle Abgötterei Au druck zu verleihen. Vielleicht ist er auch ein Nazaräer gewesen. Diese waren eine Art Mönche im alten Bund. Sie enthielten sich des Weines, der Trauben, sowohl der frischen als auch der getrockneten, und beobachteten eine Menae von Strengheiten, um sich rein zu bewahren und gegen die Genußsucht der Weltkinder ein Gegen­stück zu bilden. Hatten diese ihre Zeit als Naza­räer vollendet, so ließen sie sich das Haupt glatt abrasieren, um io ihrer Uebung die Krone auf- zusetzen. Vom Priester wurde ihr Haar abgescho- ren und dem Puer èwaâ^ das iuuei_eimu Friedopfer angezündet war.

Von den Nazaräern des alten Bundes haben die Priester und Ordensleute des neuen Bundes die Tonsur übernommen. Schon die Apostel trugen nach alter Ueberlieferung eine Tonsur. Man un­terscheidet die Tonsur des hl. Petrus und die des hl. Paulus. Erstere besteht im Abscheren des Haupthaares bis auf einen Kranz um die Stirne herum. Dieser Tonsur bedienen sich heute noch die Dominikaner, Franziskaner und andere Ordens­leute Die Tonsur des hl. Paulus besteht im gänz­lichen Abscheren des Haupthaares. Diese Art von Tonkur ist bei den Schwestern üblich, denen beim Eintritt in das Kloster die Haare abgeschnitten werden, worauf das Haupt mit dem Schleier be­deckt wird Die Veltaeisklichen tragen meist nur eine kleine Tonsur, indem auf dem Scheitel ein runder Kreis abrasiert wird. Es besteht für die Geistlichen eine Pflicht, die Tonsur zu tra­gen, und immer wieder zu erneuern, wenn nicht aus Gesundheitsrücksichten oder anderen vernünf­tigen Gründen eine Dispens gegeben ist.

Erteilt wird die Tonsur durch den Bischof in feierlicher Weise bei der Aufnahme in den geist­lichen Stand. Zunächst verrichtet der Bischof das folgende schöne Gebet:

..Lasset uns beten zu unserm Herrn Jeius Christus für seine Knechte, die aus Liebe zu ihm sich beeilen, ihr Haupthaar abzulegen, auf daß er ihnen den hl Geist gebe. Ewig möge er ihnen bas Kleid ihres hl. Berufes erhaben und ihr? fw« zen vor der Welt und ihrer Lust bewahren. Dafür, daß sie ihr Aussehen verändern lassen, werde innen Zuwachs zuteil an männlicher Tugend. Von aller geistigen und menschlichen Blindheit öffne der Herr ihre Augen und gewähre ihnen das Licht ewiger Gnade "

.Dann fingen die Sänger den Psalm 15, der die uoHige Sjtnqabe an Gott zum Gegenstand hat, die ihren Ausdruck findet in den Worten:Der Herr mein Anteil mein Erbe und mein Becher" Wahrend des Gesanges erscheinen die Kandidaten nor bem am Altar sitzenden Bischof, der ihnen an fünf Stellen des Hauptes je ein Büschel Haace abfchert. Sind alle mit der Tonsur versehen, so spricht der Bischof folaendes Gebet:Allmächtioor

Gott, wir bitten Dich, daß Deine Knechte hier, deren Haupthaar wir heute aus Liebe zu Gott niedergelegt haben, in Deiner Liebe ewig bleiben. Behüte sie ohne Makel auf ewig."

Alsdann bekommt der Kleriker noch über den schwarzen Taler das weiße Chorhemd vom Bischof angezogen. Diesem Akte geht folgendes Gebet vor. aus:Steh bei, o Herr, unsern flehentlichen Bit­ten und würdige Dich Deine Knechte hier zu seg­nen, denen mir in Deinem Namen das Kleid des heiligen Berufes anlegen. Laß sie mit Deinem Se. gen in Deinem Dienste fromm in Deiner Kirchs verharren und nach ihrem Verdienst das ewige He­ben erlangen." Indem der Bischof dem K'sri- for das Chorhemd anlegt, spricht er das Gebet: Der Herr ziehe Dir den neuen Mensck)en an, der nach Gott oei^afstn wurde in Gerechtigkeit und wahrer Heiligkeit".

So ist das Aeußere des Klerikers fertig. Woz« braucht aber der Geistliche eine besondere Klei­dung im Unterschied zum Laien? Wa-. hm das zu bedeuten? Die Tonsur bedeutet die Losschälung von der Welt. Wenn die eitlen Gecken der Weit gerade mit den Haaren und der Frisur viel Stolz und Eitelkeit treiben wie weiland der hochmütige Absa'am, so wollen die Priester und Ordensleuts mit Tonlur und kurzgeschorenem Haupt gleichem eine Absage machen an die Eitelkeiten der Welt. Der Flock, von dem die Haare aboo'chor-m sind, bildet einen Kreis und sinnbichet die Dornenfrom b^s Heilandes Soll ia der Kleriker gern an den ""rdèn und der Schmach des Heilandes teilnehmen Das schwarze Gewand aber ist ein Sinnbild der Trauer über die Sünden der Welt nach dem Wort des Herrn:Selig sind die Traurigen", ist auch ein Symbol der Einfachheit, durch die der Klerus sich auszeichnen, soll Die Abzeichen seines geist­lichen Standes, Tonsur und schwarzen Noch soll der Klerus oem und mit Standesbewußtsein fra« "en und nicht ohne zwingende Gründe oblegen. Der Katholik aber, der feine Priester und Ordens- leute an der Kleidung kennt, soll ihnen mit ge­ziemender Achtung begegnen und fi» begrüßen mit *em weihevollen Gruß: Gelobt sei Jesus Christus. Wer die Priester ehrt, ehrt die Kirche, ehrt den Heiland. ehrt sich selbst, legt ein Bekennlni' seines Glaubens ab ersinnt eine übernatürliche Ordnung, schlägt eine Brücke von der Zeit in die Ewigkeit.

Der Burgpfarrer.

Gebetsschule.

Als ich noch ein Studio war, da fiel mir ein­mal plötzlich etwas an mir auf: Die vielen ver­träumten Eebetszeiten Und das schäme ich mich gar nicht einzugestehen. Denn ich habe den gehei- men Verdacht, daß vielleicht du, mein Liebor, ebenso viele Tischgebete, Abendgebete, Morgend?« trachtunaen. Meßândachten, ia vielleicht gar die