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Kassel, den (6. Januar (927.

B.

Ausgabe

ß. Religiöses Wochenblatt

L für die katholischen Gemeinden Kassels.

èrscheint jeden Sonntag und tostet monatlich Ausgabe A 35 Doldojennig 3 40 Doldpfennig (fretbl.) Redaktions- Hlutz Montag. Anzeizen-Pretse: Lolonelzeile im Anzeigenteil 0.15 Äoldmick, Colonel,eile tm Reklam-teil 3,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft and Off.-Zeb. 0.10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätesten» bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda Seht.

iw Druck imb Bettas HM Fulda, fleitenttrutferet. , ' '

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Wochenkalender.

Sonntag, 16. Jan. 2. Sonntag nach Epiphanie. Mar­zellus I., Papst, Mart., f 3'10.

Montag, 17. Ian. Antonius, Abi, f 356.

Dienstag, 18. Januar. Stuklfeier St. Petri zu Rom.

Ged des hl. Paulus. Priska, Jgfr., Mart, tm 1. Jhrh.

Mittwoch, 19. Jan. Marius und Gen, Mart. Kanal, Köni n Mart., j- 1086.

Donnerstag, 20. Jan. Fabian und Sebastian, Mart, f 259 bezw. 288.

Freitag, 21. Jan. A nes, Jgfr., Mart., f 304.

Samstag, 22. Jan. VincentiuS. f 304, und Anastasius, t 618, Mart.

Vom 18. bis 2S. Janua r W elt » Gebets oktav

um die Einheit tm Glauben.

Zweiter Sonntag nach Epiphanie.

<Eo. Joh. 2, 112.)

In jener Zeit ward eine Hochzeit gehalten zu Cana in Galiläa:' und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit ne- laden. Und als es am Weine gebraw, sagte die Mutter J-sa zu tym: Sie haben keinen W.'M. Jesus abet sprach zu ihr: Weib, w is habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tuet. Es standen aber daselbst sechs steinerne Wasser- krü e zu den bei den Juden üblichen Reinigungen, wovon ein jeder zwei las drei Mag hielt. Jesus sprach zu ihnen: Füllet die Kcüw mit Wasser! Uua sie füllten sie bis oben. Uns Jesa^ spritz zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem speuemeuter! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speise neister das Wasser kouete, welches zu Wein geworden war, und nicht mußte, woher das wäre töte Diener, welche das Wasser geschöpft hatt n, wußten esi, rief der Speise- meister den Bräuti iam und sp ach zu ihm: Jedermann setzt zueru den guten W in ans, und dann, wenn sie genug getrunken gaben, den geringern: du aber hast den guten Wein bis jetzt ausbewahrt. Diesen Anfani der Wunder mähte Jesus zu Cana in Galiläa: und er offenbarte ferne Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Zwei Perlen der Vrautmesse.

in vornehmer, reicher Gastgeber bie­tet seinen Gästen nicht bloß Brot und Wasser, sondern auch verschie- bene Gänge Fleisch, Gemüse, Obst, Kuchen und Wein. So macht es auch die bl. Katholische Kirche, die ihrem himmlischen Bräutigam mit Schätzen ®Paken f° überreich ausgestattet wurde. Wenn mre Kinder an den Altar treten, um den Lebens- vunü ;u schließen und die Elternweihe zu erhalten, w Acht sie ihnen nicht bloß die Hauptsache, nicht nötige, nicht bloß die recht- L^'nduna und Verknüpfung für das Le- auch ker -l-ra rnng, sondern sie bietet ihm h ^?"^ T. ch von Gnaden und Ehren Vaar-e ^ ^'^ '^ 'edem neuvermählten paare gleich nach der Trauung jur Verfügung

engels Raphael gerade nach Ekbatana kam und dort bei dem Vater der Sara Absteigequartier nahm. Auf Anraten des Engels hielt er um Saras Hand an, und noch war Tobias keine Stunde im Hapse Raguels, da wurde Verlobung und Hochzeit gehalten. Der hochbeglückte Vater leiber gab sie zusammen mit den Worten, welche die Kirche in unserm Introitus zum ewigen Angedenken gesetzt hat:Der Gott Israels vereine euch."

2. Die Epistel ist die zweite Perle in der Braut­messe. Sie ist ein Erguß aus der großen Seels des hl. Paulus und gibt den Beziehungen zwi­schen Mann und Frau als Vorbild und Ideal die Beziehungen zwischen Christus und seiner geliebten Braut, der hl. katholischen Kirche:

Die Frauen sollen ihren Männer so ergeben sein, als ob sie dem Herrn selbst Gehorsam leiste­ten. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie Christus, der Welterlöser, das Haupt der Kirche. Wie die Kirche Christo unterworfen ist, so seien auch die Frauen den Männern in allen Stücken untertan. Männer, liebet eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie durch das Wort des Le­bens im Bade der Taufe zu reinigen und zu hei­ligen, sie dereinst als herrliche Braut heimzufühisn und sie ohne Flecken, Runzeln oder dergleichen in Iugendschönheit und Tugendschmuck sich zu erhal­ten. Wie Christus die Kirche, so soll der Man« die Frau lieben als seinen eigenen Leib. Wei seine Frau liebt, der liebt nicht etwas fremdes, sondern eigentlich sich selbst. Erfahrungsgemäß hat niemand je den eigenen Leib gehaßt, vielmehi hegt und pflegt man ihn, wie auch Christus du Kirche, uns, die wir wahre Glieder feines Lei- bes sind, von seinem Fleisch und seinem Gebein, Weil das Weib dem Leibe nach vom Manne ge­nommen ist, und Vicher wieder von ihm femt leibliche Vollendung erhält,darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein". Wenden ir diele Worte w^ms auf das innige Verhältnis Christi zur Kirche an, so finden wir darin ein großes Geheimnis verborgen. Die Geme-n- fchaft von Mann und Wein soll nämlich ein ge-- krsnes Abbild der unauflöslichen Verbindung Christi mit seiner Kirche also auch eine unzertrenn­liche, gnadenspendende Vereinigung sein. Barui» muß jeder Mann seine Frau lieben wie sich selber, die Frau aber erweise dem Manne die gebührend» Ehrfurcht."

Nicht wahr, das sind gewichtige Mahnungen, aufgetürmt auf einem soliden, gewaltigen Funda­ment Die Liebe unseres Heilandes soll Smege! und Vorbild fein der Liebe des Mannes zur Frau; und die Ehrfurcht und Zärtlichkeit, mit der die Kirche Christo anhängt, soll Spiegel und Abbild fein von der zärtlichen und heiligen Ehrfurcht, Bit der Frau geziemt gegenüber dem Mann. In

stellt. Diese Brautmesse ist ein wunderbares Ge­schmeide mit glänzenden Edelsteinen und blitzenden Perlen. Zwei solche perlen wollen wir hera"S- greifen, den Introitus und die Epistel.

1. Der Introitus.Der Gott Israels ver­eine euch, und Er sei mit euch, der sich der bei­den Einzigen erbarmte. Und nun, Herr, gib ihnen die Gnade, dich noch vollkommener zu prei­sen. Psalm: Selig, die den Herrn fürchten und auf seinen Wegen wandeln. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste; wie es war tm Anfänge, so auch setzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen."

Wie man einen Edelstein längere Zeit und von allen Seiten genau betrachten muß, um seine Schön­heit zu genießen und seinen vollen Wert zu er­kennen, so geht es auch mit unserm Introitus. Auf den ersten Blick scheint er unbedeutend und unverständlich Versuchen wir deshalb, etwas tu fer in seinen Sinn einzudringen. Zunächst wirst du neugierig sein zu wissen, wer denndie beiden einzigen" sind, deren sich der Gott Israels erbarmt hat. Tobias und Sara sind es, welche die einzigen Kinder ihrer Eltern mären und die beide bis in den Hals im Elend staken. Tobias war nämlich der Sohn seines gleichnamigen Vaters, der in Aus­übung guter Werke blind geworden und an den Bettelstab gekommen war. Der Sohn Tobias machte sich auf die weite Reise, um von einem ge­wissen Gabelus in der Stadt Rages eine Summe Geldes zu erheben, die sein Vater ihm geliehen.

Sora war die einzige Tochter des reichen Raguel in Ekbatana, einer Stadt der Meder. Bereits mit sieben Männern nacheinander hatte sie der Vater vermählt. Einen nach dem anderen aber tötete der Teufel Asmodäns. weil sie fiA in im^ortm 'ter Weise der Jungfrau nahten. Eines Tages mußte ^nra ihrem Dienstmädchen eine Rüge erteilen. Da öffnete diese ihren frechen Mund und platzte her­aus mit den Worten: O du Mörderin deiner Männer! Willst du auch mich umbringen, wie du deine sieben Männer ungebracht hast? Nun wußte Sara Bescheid; von der ganzen Stadt wurde sie als siebenfache Gattenmörderin angesehen. Schwer- oetroffen vom Meile vieler Verleumdung begab sich das unglückliche Weib hinauf in seine Schlaf­kammer und verharrte dort drei Tage in Fasten, Weinen und B-ten. Am dritten Tage aber kehrte Ruhe in ihr Herz und sie beschloß ihr Gebet mit folgenden Worten:Gebenedeit sei dein Name, du Gott unserer Väter; wenn du genug gezürnt hast, wirst du uns wieder anäbig lein. Ich bitte dich. Herr, du wollest die Fessel dieser Schmach von mir nehmen ober doch mich von der Erde erlösen. Du w'ißt ia, daß ich nie einen Mann begehrt und von aller Begierlichkeit wich serngebalten habe; einen Mann zu nehmen aber habe ich mir erlaubt aus Furcht vor dir."

Nun geschah es, daß der junge Tobias auf fei­ner Reise nach Rages unter Führung des Err­