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Kassel, den 2. Januar 1927.
Iatzrg. 37.
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
ii ^ "" ^"â°ig°M-il 0.15 Goldmark, Sotonetjeile im R-kl-m-tett
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Wochenkalenver.
Sonntag, 2. Januar. Fest deS hl. Namens Jesu. Oktaotag des hl. StrphanuS.
Montag 3. Jan. Oktavtag des hl. Apostels und Evan- gensten Iohannes.
Dienstag, 4. Jan. Oktavtag der hl. Unschuld. Kinder.
^F^r6»3^ ^'ail des F'stes Epiphanie. Ged. des hl. Telesphorus, Papst, Mart., f 139
Donnerstag, 8 Jan. Fest der Erscheinung des Herrn. Drei Könige. 8
Freitag, 7. Jan. 2. Tag in der Oktav von Epiphanie.
Samstag, 8. Jan. 3. Tag in der Oktav von Epiphanie.
Das Fest der Beschneidung Christi.
(Ev. Luc. 2, 21.)
.^^ acht Tage um waren, und das Kind beschnitten ?Ä ?' 1?arb fem Name Jesus genannt, wie ihn impfangen w7r. ^™ ^te, ^6 " im Mutterie.be
Mein Neujahrs-Gebet.
Von Bischof Johann Michael Sailer.
„^Ä ^?«n kein Wechsel ist, Unwandelbarer, ewig derselbe Laß uns den Eintritt ins neue Jahr gesegnet sein! Wir haben diesem Jahre nicht gerufen, und es ist gekommen.
®u hast Tag und Nacht, Tage und Jahre ge- kübrt' Ä nF ^"h^hast du zu uns herange- L am Umgang dieses Jahres und wissen nicht, was uns auch nur ein einziger Auaen- ? h^^" bringen werde. Welche Freuden uns XXXXFFl wir erleben? Was wird mirfr X ^'^ ^°h^s gegeben werden, was weißt es benommen werden? Allsehender Du
<wr dir ist alle Finsternis Licht und tausend Jahre wie ein einziger Tag. Dir sind alle Begeben- unseres Lebens offenbar, und das Zukünf- J ist dir gegenwärtig. Du weißt den Aniana die Dauer und das Ende unseres Lebens. Du lei- m-5 â durch die Zeit in die Ewigkeit — 0 beiLnVh5 °n dir festhielten! Daß wir dir und SiXMolä und Treue wie gute
Ä>^ÄM ÄäÄI:^ Freude, aller Sturh ^"he, aller Kummer Schmerzes w.rden^„?^E und alle Tränen des w-nn wir dich l"b-n ^GoXX5-«™^5 werden, und damit wissen wir genug “’^ totr ^wiß,
Dein Glücksstern.
ch nehme die Zeitung in die Hand E^MW und lese auf der letzten Seite fol- gendes Inserat: Wird Ihre Zu- Eunst glücklich, erfolgreich, geseg- net sein? Sind Sie unter einem guten Stern geboren? Schreiben Sie an Ramab, den berühmten Orientalisten und Astrologen, und Sie werden durch seine Ratschläge dre Macht erhalten, Ihren Lebenslauf günstig zu andern. —
Freilich, das Glück suchen wir alle und immer- dar. Zu Beginn des neuen Jahres mehr als sonst. Der Mensch ist eben für das Glück geboren wie der Vogel zum Flug. Glücklich wollen wir fein, schreibt Sankt Augustin, der große Wahrheitsforscher und Glucksucher; unglücklich wollen wir nicht sein und können es nicht einmal wollen. — Heute will das Glück zu allen Fenstern hinein, und auf allen Gassen hörst du den Ruf: Ein glückseliges neues Jahrs
Und dieses Glück soll von einem Stern abhängig fein? Von der Stellung der Sternbilder in der Stunde deiner Geburt? Und ein Astrologe und Orientalist soll diese Konstellation erforschen und daraus dein Glück oder Unglück prophezeien?
Das ist bare Unmöglichkeit. Der Stern ist ja selber tot und ein Geschöpf des großen Geistes. Wenn die Sterne dir Glück oder Unglück bringen, dann kost du rettungslos den Launen des Zu- '^^lsgegsben, ein unglücklicher Sklave des „Geschickes . Ich weiß direinen anderen, richtigen Glücksstern. Er trügt nicht und lügt nicht; er hängt nicyt im Himmel oben und wird niemals mit Wol- ken bedeckt. Dieser Stern wird von Gott angezündet und brennt mitten in deinem eigenen Herzen und zwar unter deiner eigenen Mitwirkung. Dieser Glucksstern ist der Glaube; der Glaube an einen Gott, der Glaube an eine Vorsehung, der Glaube an eine Gerechtigkeit, der Glaube an eine Vergel- ~n.9' Glaube an ein Weiterleben nach dem Ä der Glaube an eine Ewigkeit voll Sonnen- chern und Ueberflutz.
f ? â ^°â ^anz allein ist es, der die Mengen glücklich machen kann, soweit es auf Erden i 2ÄÄ«4 ist. Oder sollte Reichtum und = ^eldsack glücklich machen? Wie kommt es dann
Vertreter des Kapitalismus durch m Und abermals lese ich in feinen Aufzeichnungen: &**■ 6=lllln bl« (Etfinbungen u„?L®f« tat mirviet ^m.' w„ gS»”m$ m/"^ ^ ^Lien der Neuzeit die Menschen glück- fühle, kann ich nicht sagen."
L Jf’ Dann müßte in unseren Stäbten oas Gluck haufenweise zu finden sein. Je größer Sie^ahpn ^ M^0 glücklicher die Bewohner, und Ä J? F Theater und Kino und Radio und Konzert, vieles davon ganz umsonst oder ge- geringen Eintritt. Sind aber die Menschen ainaâ^k^ glücklich? Ich ging diesen Sommer
SÄ @^ ?W burch dieUraßenvön
L 9d)J0^ dort viele müde, abgespannte, ab- ^n^^?"^^^ Gesichter. Sicherlich sind- auch in nSn.dterr manche glücklich und zufrieden. DerGroß-
teil aber ist verbittert und zerfallen mit Gott und der Welt. Mithin kann die sogenannte Kultur für sich allein die Menschen nicht glücklich machen. Also der Genuß? Essen und Trinken? Liebe in und außerhalb der Ehe? Dann frage den alten Salomon, weiland König von Jerusalem, der keine Lust sich versagte, dessen Tische sich bogen unter der Last ter Speisen und Getränke, der unter den schönsten Frauen die Wahl hatte. Was gesteht er am Ende seines verfehlten Lebens? Vanitas vanitatum, ruft er klagend aus, „Eitelkeit über Eitelkeit, und alles ist Eitelkeit".
Und die Wissenschaft? Ach, wie wenige können sich damit beschäftigen. Diese auserwählten Geistes- Menschen finden zwar in der Erforschung der Wahrheit viel Befriedigung und Freude. Zuletzt aber erfaßt sie Verzweiflung beim Anblick der un- lösbaren Probleme, daß sie ausrufen: Jgnoramus et ignorabimus: „Wir wissen es nicht und werden es niemals wissen."--
Es gibt nur einen Schlüssel des wahren, dauerhaften Glückes. Das ist der Glaube. Wie eine Riesensonne erleuchtet er alle Verhältnisse des Le- bens und des Todes, der Zeit und Ewigkeit. Frage den hl. Augustin, der nach vielem Forschen und Irren das unsterbliche Gebet gesprochen: „Für dich, o Gott, hast du uns erschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis daß es ruht in dir". Und übermal schreibt er: „Es gibt keinen größeren 3ieid)» htm sein größeres Glück als den hl. katholischen Glauben".
„Wie ein Gesunder die Gesundheit nicht zu schätzen versteht, so sind wir geborene Katholiken ost blind gegen unser eigenes Glück, das wir in unserm Glauben haben. Gehen wir zu den Konvertiten und lassen es uns von ihnen wieder sagen. Da lese ich vom „Rembrandtdeutschen". Iulius Langbehn, dem großen nordischen Kritiker, dec im ^ahre 1900 in Holland öffentlich in den Schoß ber kathol. Kirche sich aufnehmen ließ. In seinem Tagebuch lese ich die Verse:
Ich wandelte wie ein Trunkener ' Von Liebe trunken zu Gott.
Ich schien wie ein Wahnversunkener, Was kümmert mich der Spott?
®Qs 's* der Glücksstern, der Glaube, der katholische Glaube. Leuchtet er dir seit den Tagen der âgend in ungetrübtem Glanz, dann sinke auf die Knre und danke und vertiefe dich immer mehr in seine Geheimnisse und Freuden; ist dir der Stern erloschen oder hat sein Glanz nachgelassen, du kannst chn jederzeit wieder zum Glühen bringen. Die Parole heißt: beten. Die Parole heißt: den Sonntagsaottesdienst besuchen. Du mußt ein praktischer Katholik sein, ein Vollkatholik, kein Halbkatholik, kein bloßer Tausscheinkatholik. Ein