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Kassel, den zy. Dezember 1926
Religiöses Wochenblatt
für die kalholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und tostet monatlich Ausgabe A35 Solbpfennig 3 40 Soldpfennig (freibt.) Redaktions- ichluh Montag. Anzeizen-Pretse: Tolonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Lolonelzelle im Retlam-tel! 0,60 Goldmark; Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft and 0[f.-3eb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen Spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda ein
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VoHenLalender.
Zonitiag. 19. Dez. 4. Adventssonntag. Kollekte für das Priesterseminar.
Montag, 20. Dez. Vigil vom hl. Apostel ThomaS. Christian, Bek.
Dienstag, 21. Dez. Thomas, Apostel.
Mittwoch, 22. Dez. Vom Ta e.
Donnerètaa, 23 Dez. Vom Tage.
Freitag, 24. Dez. Weihnachtsvigil. Vigil fast tag. Adam und Eva.
Samstag, 28. Dez. HochheiligesWeihnachtS- feft. Kollekte für das Bischof l. Konvitt und die Lateinschulen. Anastasia, Märtyrin, f 304.
Vierter Advents-Lonntag.
(Ev. Luk. 3, 1—7).
Im fünfzehnten Jahre der Neuerung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa, Herodes Vicrfürtt von tÄaliläa, Philipp, sein Bruder, Vierfürst von Jturäa und der Landschaft Lrachonitis, und Ly amas Bierfürst von Avilene war, unter den HoqeupcleUern Annas und Kaiphas, erging das Wort des Herrn an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Ge uns am Jordan und predigte die Taufe der Butze zur Vergebung der Sünden, so wie geschrieben steht im Buche der Reden Jjaias, des Propheten: Die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Pfade. Jedes Tal soll ausgefallt, und jeder Berg und Hügel abgetragen werden: was trumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alles Fleisch wird das HeU Gottes sehen.
den die üblichen Adventslieder gesungen: „Tauet, Himmel, den Gerechten" und „D Heiland, reiß die Himmel auf". —
Ich aber machte mir meine eigene Gedanken, ob dieser merkwürdige Lichtapfel ein leerer Brauchst, von einem müßigen Kopfe zum Zeitvertreib er- mnden, oder ob man vielleicht einen verborgenen Sinn herauslesen könnte. Die Lösung, die ich fand, betrachte ich keineswegs als verbindlich oder als einzig richtige; aber immerhin dürfte sie begründe: und sinnvoll sein.
Oder sollte nicht vielleicht der Apfel ein Symbol der Sünde fein?, Wird nicht die Schlange, die im Paradies der Eva sich nahte, gewöhnlich mit einem Apfel dargestellt?" Warum hat Gott Euch geboten", fragte die Schlange, „nicht zu essen von den Bäumen des Gartens?" Eva entgegnete: „Wir
Der Lichtapfel.
u Beginn der hl. Adventszeit habe ^ ich im Kreis froher und frommer Jugend aus dem Quickborn und Jungborn eine Adventsfeier mitge- macht. Zuerst mußten alle Teilnehmer den Saal des Jugendheimes verlassen. Draußen sangen sie mit gedämpfter Stimme Adventslieder in die dunkle Nacht hinaus, hinüber zu den schweigenden Tannen, hinab in das nebelgefüllte Tal. Indessen rüsteten fleißige Hände drinnen die Festtafel und legten vor jeden Teilnehmer einen Apfel, der oben etwas ausgeschnitten war; und in dem Ausschnitt steckte ein brennendes Kerzenlicht. Die elektrischen Lichter waren sämtlich ausgedreht. Nun wurden die draußen harrenden Gäste eingelassen. Welches Aufstrahlen in ihren Augen, welches Aufleuchten in ihren Zä- gen, als sie nun in den Saal traten, der in einem magischen Suntel schwamm und nur durch die etwa Kerzenlichtlein spärlich erhellt war. Wahrhastig. es war ein zauberhafter Anblick. Schweig- 4 und lumm letzten sich alle um den Tisch und ue ich- n • gehnmnisvollen Lichl-pstl. Unterdessen au* JtimmungsDolle Adventsbetrachtung d»ner Bsomu ^°^elesen, und unter bescheidner Begleitung einer Geige und Gitarre wur
Licht ist in den Apfel hineingesteckt und wächst gleichsam aus demselben hervor. Haben wir da nicht wieder ein passendes Gleichnis für die organische Beziehung, die obwaltet zwischen Sünde und Erlösung? Wie das Licht aus dem Apfel kommt, so kommt die Erlösung aus der Sünde. Wäre die Sünde nicht gewesen, so wäre eine Erlösung nicht notwendig geworden. Die Ankunft des Sohnes im Fleisch wäre wohl unterblieben. Auf keinen Fall hätte der Sohn Gottes leiden und sterben brauchen. Nun aber hat Adam, haben die Stammeliern gesündigt, schwer gesündigt. So war nach dem Ratschluß der hl. Dreifaltigkeit die Menschwerdung und das Leiden des Sohnes nötig geworden. Mithin hat die Sünde den Erlöser hervorgebracht. Nicht aus ihrer Natur. Denn ihrer Natur nach und in ihren Folgen ist sie nicht genug zu beklagen uni) zu bedauern. Nachdem sie nun aber einmal geschehen, hat die Weisheit Gottes es verstanden, den Teufel zu beschämen und das Unglück zum Gmen zu wenden. Aus der Sünde sproßt die Erlösung, wie aus dem Apfel das Licht hervorwächst. Unsere hl. Kirche weist selber in ihrer Liturgie auf diesen geheimnisvollen Zusammenhang hin. Arn Karsamstag betet der Priester im Lob der Osterkerze:
„O felix culpa" — O glückbringende Schuld, dis einen so großen, so herrlichen Erlöser heroorzubrm- gen verdiente".
Bedenke außerdem, daß der Apfel vom Lichte durchbohrt ist. Das will uns sagen, daß Jesus Christus das Reich Satans und der Sünde vernichtet, bezwungen und zerstört hat. Wenn wir wollen, können wir alle Berechnungen Satans und alle Lockungen der Welt zu Schanden machen. Wu müssen nur die Erlösung uns persönlich aneignen. Wir müssen zum Erlöser in persönliche Beziehung treten. Wir müssen an seine Menschwerdung glau-i ben, wir müssen die Person des Erlösers ehren und lieben, seine Lehre annehmen, seine Gebote beooach- ten, seine Enadenmittel gebrauchen, feiner Kircho uns anschließen und in ihrer Gemeinschaft wirken und schaffen. Sieh, gerade das ist unsere Aufgabe im Advent, zumal in der letzten Adventswoche. Mächtiger als zu Beginn der Adventszeit ertönt am Schluß derselben die Parole des Völkerapostels: „Brüder, es ist höchste Zeit, vom Schlafe aufzustehen; nicht in Bequemlichkeiten, nicht in den Lüsten des Lebens, nicht in Schmausereien und Unlauterkeiten laßt uns wandeln, sondern ehrbar wie am Hellen Tag; ablegen laßt uns die Werke der Finsternis und anziehen die Waffen des Lichtes^
Liebe Christen! in diesem Geist laßt uns Weihnachten entgegenziehen. Alles Sündhafte wollen mie überwinden, mit Gott im Sakrament der Buße uns versöhnen und eins werden mit unserm Heiland, der da spricht: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." So werden wir an der Krippe und im Tabernakel die Wasser des Lebens, des Friedens und der Freuds schöpfen. Der Burgpfarrer. ,
heute in allen Kirchen
Kollekte
für das Vriesterseminar am Bomfatiusgrab zu Fulda.
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essen von den Bäumen des Gartens; nur vom Baume in der Mitte hat uns Gott geboten, nicht zu eßen, damit wir nicht sterben". Da lachte Satan aus vollem Hälfe und sprach: „Keineswegs werdet Ihr sterben; vielmehr werden Euch dis Augen aufgehen und Ihr werdet Gott gleich sein". Die Hl. Schrift macht nun die feine Bemerkung: „Da erhob das Weib seine Augen und sah, daß die Frucht schön und gut sei. Sie nahm davon und ah und gab auch ihrem Manne, der ebenfalls aß." Ist es nun nicht wahrscheinlich und ist es nicht uralte Ueberlieferung, daß diese schöne, verlockende Frucht ein Apfel war? Ein Apfel von besonderer Größe und Güte, ein Apfel von reizendem Aussehen und außerordentlichem Wohlgeschmack? Dadurch nun, daß Eva und Adam in den verbotenen Apfel bissen, kam die Sünde zustande. Somit ist der Apfel ein Sinnbild der Sünde.
Und das Licht im Apfel? Du kennst das Wort des Herrn: „Ich bin das Licht der Welt; wer nur nachfolgt wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben". Du kennst das Wort des hl. Johannes über Christus: „Dieser ist das wahre Licht, der jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt". Kein geringerer als Christus selber ist das Licht der Welt, die Sonne der Gerechtigkeit, unsrschaffenes Licht, unvergâng- stchss Lichfl Lickst der Gottheit, Licht der Wahrheit, Licht der Heiligkeit.
Nun kommt aber die Hauptsache: Licht und Apfel bilden ein zusammengehöriges Ganzes; das