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Kassel, den 28. November |926.
Nr. §8
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Ausgabe B
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels rscheini jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Soliwemiig 3 40 cSslbpsennig (fceibl.) Redaktion».
chluh Montag. Anzeigsn-Preise: Tolonelzrile im Anzeigenteil 0.15 Goldmark, Eoloarlzelle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerek in Fulda sein. Druck und Verlag 6er Fuld« Actteadruckerei.
Mochenkalender.
Sonntag, 28. Novbr. 1. Adventssonntag. Kollekte für den Franziskus-Xaverius» Verein.
Montag, 89. Novbr. Viiil des hl. Apostels Andreas. Saturnip, Bischof, Mart., ch 2 -0.
Dienstag, 30. Novbr. Andreas, Apostel, Mart.
Mittwoch, 1. Dezbr. Weihe des HI. Bischofs Bonifatius Donnerstag, 2. Dezbr. Bibiana, Jgfr,, Mart., -h 343*
Freitag, 3. Dezbr. Franziskus Xaverius, Patron des Werkes der Glaubensverbrei- t u n g, f 1552. Herz. Jesu »Freitag.
Samstag, 4. Dezbr. Petrus Chrhsolozus, Bischof, Bek. Kirchenlehrer, f 450. Barbara, Jgfr., Mart., -f- 233,
Erster Kdvents-Zonntag.
(Ev. Luk. 21, 25-33.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern Es werden Zeichen an der So.ine, an dem Monde und Sternen sein, und auf Erden grotze Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten, und die Menschen werden verschmachten vor Furöst und vor Erwartung der Dinge, die über den aanzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschernohn in der Wolke kommen sehen mit Ojofeer Macht und Herrlichkeit. Wenn nun dieses anfängt zu geschehen/ dann schauet nur und erhebet eure Häupter; denn es nahet eure Erlösung. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie schon zum Fruchtbringen aus. schlagen, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso erkennet auch, wenn ihr dies geschehen sehet, dah das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, sag' ich euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dies ge. fâneht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Die Vußglocke.
s ist etwas schauerlich Schönes, wenn beieiner Mission die Bußglocke ertönt. Ist das „Amen" der ernsten Bußpredigt des Missionärs verklungen, so setzt sich die Glocke in Bewegung. Das klingt sc wehmütig, so
ergreifend, so vorwurfsvoll, und doch wieder so einladend, so vertrauenerweckend. Das Erz der Glocke scheint lebendig zu werden. Von der Höhe Des -uirrnes öffnet die Glocke ihren stummen Mund und wiederholt mit eindringlicher Stimme die Predigt des Missionärs.
abe^bw '-' unb gewaltig und heilig; du Mendes, erbärmliches Würmchen. hast du dich angemaßt, deinen Nacken ^„^heben und zu sprechen: ob du auch ein großer • * bist, so frage ich dennoch nichts nach dir und deinen Geboten. — O Mensch, was hast du getan? Verlassen und vergessen Kast du SSMs Ä®01” i»™™ KÄS " de-nen Erlöser und Richter. und Kast dein
Herz an die Geschöpfe gehängt. Aber glücklich bist du deshalb nicht geworden; im Gegenteil enttäuscht und unglücklich. Deshalb kehre um. Denn siehe, Gott ist gut. Seine Arme sind ausgebreitet, dich zu empfangen; sein Mund ist geöffnet, das Wort der Verzeihung zu sprechen; sein Priester ist bereit, das Werk der Versöhnung zu vermitteln; seine größte Freude wird es sein, dich verlorenes Schäfchen an das Herz des guten Hirten zurückzuführen."
Das ist die Sprache der „Bußglocke". Die Menschen aber, die in der Kirche sind, sind versunken in tiefes Schweigen und neigen das Haupt und hören die ernste Glockenpredigt, und manche sind erschüttert und aus manchem Auge stürzt eine bittere Bußträne. —
Horch! Tönen nicht auch heute Vuhglocken? Seit gestern und vorgestern hat sich die Zeit geändert. Es ist Advent geworden. In violettem Vußge- wand siehst du den Priester am Altare stehen. Ver-
Heute Kollekte für den MMHeMneiB
Leser, gedenke durch Gabe und Gebel der Heldsrrwslt.
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geblich wartest du auf das traute Gloria; denn es wird nicht gesungen. Die Tage sind angebrochen, in denen die Losung des hl. Johannes gilt:
„Tuet Butze; denn das Himmelreich ist nahel" Nun gibt es in der kath. Kirche eine Einrichtung, in welcher alle Strahlen der Buße zusammenlaii- fen wie die Lichtstrahlen in der Sonne. Ich meine das Sakrament der Buße. Da geht der Mensch in sich, da denkt er nach über sein Verhältnis zu Gott, über seine Uebertretungen, Sünden und Fehler; da
durchzuckt ihn der Schmerz über seine Armseligkeit *[ e5 '^ um eine Frage der Wissenschaft, so und Treulosigkeit: da ergreift ihn heilige Furcht ^«" zu einem Professor. Willst uu aber Ord- ö . „ ; ' Hinirr hrmnpn hyrno Wmiarmrtpf phph
vor dem göttlichen Strafgericht und erklärt sich bereit, sich zu bessern und Genugtuung zu leisten. —
Von diesem herrlichen Gefäß der göttlichen Er- barmung, von dieser wunderbaren Einrichtung der Bekehrung und Heiligung, vom Lußsakrament zu sprechen, dafür ist gerade der Advent die richtige Stimmung und der richtige Termin, wo ohnehin leder strebsame Katholik das hl. Buß'akrament empfangt. —
Eingesetzt hat dieses Sakrament — wie auch
Sa gemeiner AufÄstehung ttch^ Anstatt^ daß Ä^r Kirche erfüllen, die in Diesen Adventstägen u^ die Gläubigen Auferstehung feiern können, geistige i öuruft: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist naye"- Auferstehung, Auferstehung aus dem Grabe der! De r B u r g p f a r r e r,^
Sünde, Auferstehung zu einem neuen Leben, einem Leben der Gnade, des Friedens und treuer Pflichterfüllung. Drum hauchte er die Apostel an und sprach zu ihnen: „Empfanget den hl. Geist: welchen ihr die Sünden Nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten."
Träger, Organe, Verwalter der Sündenvergebung und des Bußsakramentes sind mithin die Apostel und deren Nachfolger die Bischöfe samt ihren Gehilfen, den Priestern. „Allen Büßern verzeiht Gott, wenn sie sich zur Wiedervereinigung mit Gott an den Bischof wenden", schreibt der hl. Märtyrer Ignatius. Das Aufblühen und Erwachen der Kirchengemeinden bedingte die Anstellung von Gehilfen im Bsichtvateramt: das find die Priester. Sündenvergebung gehört zu wesentlichen Ausstattung bei der Priesterweihe. Dadurch besitzt der Priester höhere Gewalt als selbst ein Engel. So heilig, so mächtig, so weise ein Engel sein mag, sa turmhoch er durch seine Natur über dem höchsten Priester steht, so kann doch der Engel keine Sünden vergeben; das ist vielmehr ausschließliches Vorrecht des Priesters. Wäre es aber vielleicht nicht doch passender und besser, wenn Luget das Beicht- vatsramt versehen würden? Ich denke, es wird so am besten sein, wie unser Heiland, der beste Menschenkenner und Seelenarzt es angèordnet hat Für den Menschen i;1 das Mne Demütiguna und so gleichzeitig eine Strafe für den Hochmut, der die letzte Wurzel jeder Sünde bildet. Der hl Paulus nennt noch einen anderen Grund. Nicht Engel hat Gott zu Priestern bestellt, sagt er im Hebräerbrief, sondern Menschen die mit Schwachheiten umgeben sind Wozu? Damit sie Mitleid haben mit den Irrenden und Fehlenden, da sie ja selber als Menschen mit Fehlern behaftet sind. —
So bist du denn, mein Christ, bezüglich der Sündenvergebung auf die Priester angewiesen. Bist du krank an Lunge oder Nieren, so wendest du dich an den Arzt; willst du Aufschluß in Rechtsangelegenheiten, so gehst du zu einem Juristen-
nung bringen in deine Gewifsensangelegenheitsih
willst du vom Aussatz deiner Sünden los werden., willst du Nat holen über ein .wohlgeregeltes, tugendhaftes Leben, so ist der Priester zuständig Wenn er die Hand erhebt zur hl. Lossprechung, st ist gleichsam alles rein menschliche von ihm abge.
streift, und es erscheint vor dir Gottes Bots Gottes Stellvertreter.
Wohlan, so laszt uns die Bußglocke hören verstehen. Durch Buße, Beichte Reinigung,
uni
und Er.
Neuerung und Besserung laßt uns dis Absichten