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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Lrschelnt jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Boldpfeauig 3 40 Doldpfennig (frelbl.) Redaktions- I chluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzetl« Im Anzeigenteil 0.15 Goldmark, Tolonrlzeile im Reklameteil 0,V0 Goldmark. Bet Wiedttholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzügen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aettendruckeret in Fulda sein.

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Kassel, den 2s. November 1926

WscherrkalenSer.

Sonntag, 21. November. 26. und letzter Sonntag nach Pfingsten. Opferung Mariä imzTempel.

Montag, W. Novbr. Cäcilia, Jgfr., Mart., Patronin der Kirchenmusik, f 230.

Dienstag, 23. Novbr. Clemens 1., Mart., Papst, + 100 Felizitas, Mutter von 7 Mariyrersöhnen, Märtyrin im 2. Jahrhundert.

Mittwoch, 24. Novbr. Johannes vom Kreuze, Bek. aus dem Karmelitenorden, f 1591. Chry'ogonus, Mart., + um 800. '

Donnerstag, 25. Novbr. Katharina, Jgfr., Mart., + 307.

Freitag, 26. Novbr. Silvester, Abt, 1267. Petrus, Bisch, Mart., f 311, Konrad, Bischof von Konstanz.

Samstag, 27. Novbr. Marien-Samstag.

26. u. letzter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matth. 24, 1535.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem' Propheten Daniel vorhergesagt worden, am Heiligen: Oite stehen sehet; wer das Heft, der verstehe wohl! dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge: und wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um riwas aus seinem Hause zu holen: und wer auf dem Nelde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock zu holen. Und wehe den Schwängern und Säugenden in jenen Tagen I Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe. Denn es wird alsdann eine «rotze Trübsal sein, dergleichen von Anfang der Welt lbiS letzt nicht gewesen tft, noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so wurde kein: Mensch gerettet werden: aber um der Auserwahiten willen werden jene Tage abgekürzt wer. ?â , Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, Hierj Ust Christus, oder dort! so glaubet es nicht. Denn e^ werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehZ und fi- werden orotze Zeichen und Wunder tun; so datz auch die Auserwählten, (wenn es möglich wäre) in Jrr- touröen. ®te&e, ich habe es euch vorher.^ gesagt l Wenn steeuch also sagen: Siehe, er ist in der! Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in denj Kammern so glaubet es nicht. Denn gleich wie jderj Ä Aufgange ausgeht und bis zum Untergange w,rd es auch mit der Ankunft des

Wo immer ein Aas ist, da der- sammei.. g die Adler. Sogleich aber nach der Trüb- der äJton^^ Sonne verfinstert werden und Stern- I Schern Nicht mehr geben und die Simmets Ä fallen und die Kräfte des che7 dek ^^ ^^ Und dann wird das Zei. qe« des Menschensohnes am Himmel erscheinen und KmertM^ 4 E?de we« und Wolken dès Menschensohn kommen sehen in den etS Kraft und Herrlich, den, mit großem Schâ. ^"^ mit der Posaune sen, erwählten von Tei^K sm sb ^ werden seine Aus. Himmels Big »um einem Ende des Feigenbäume aberern^t # bringen. Vom Zweig sch^n .art das Gleichnis: Wenn sein sind, so misset3 ibt die Blatter hervorgewachsen Sür^ Sm ÄÄ

Setten, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Das letzte Bollwerk.

etrachte die letzten Blätter, die der Novembersturm vom Baume wirft. Auf jedem steht dein Schick­sal geschrieben. Betrachte die letz­ten Blumen, die der Frost knickt draußen in Feld und Garten. Aus jeder steht dein Schicksal geschrieben. Betrachte den letzten und frischesten Grabhügel, der sich erst ge­stern geschlossen hat über einem Leichnam. Auf . jedem Grabhügel steht dein Schicksal geschrieben^ Und wie lautet dasselbe? Gott, der Herr hat es schon unserm Stammvater Adam auf die Stirne geschrieben, als er ihn Hinaustrieb aus dem Para­dies:Zur Erde sollst Du wiederkehren, von der Du genommen bist; denn Staub bist Du, und zu Staub sollst Du wieder werden."

Dann ist die Entscheidungsstunde, die Sterbe­stunde, die Entscheidung ohne Berufung, die Ent­scheidung für immer und ewig. Und da es eben die Entscheidung ist, so wird eben dann der Kampf am heftigsten toben, der Kampf zwischen deiner Seele und dem Satan, der Kampf zwischen Hoff­nung und Verzweiflung, und da lobe ich meinen hl. kath. Glauben, der mir in diesem Entscheidungs- kampfe ein letztes Bollwerk zur Verfügung stellt: und das ist die letzte Oelung.

. Zunächst will ich dir eine Geschichte erzählen von Pf törichten Mutter und ihrer grausamen Liebe. Dieser Tage wurde mir mitgeteilt, daß in einem Krankenhaus ein schwindsüchtiges Mädchen sich be- flndet, dessen Tage gezählt sind. Alsbald begab $ tn das Haus. Ich machte der Mutter den Vorschlag, ihr Tochterlein versehen zu lassen, da man doch nicht wissen könne, wie es komme. Da Hattest du sehen sollen, wie sie in die Höhe fuhr gleich einem gestochenen Drachen. Hochwürden, schlechtverhaltenem Zorn; mein Töchter- Ü M genug; und für ihre Sünden über- nehme ich die Verantwortung. Und da war r^T r A^mein Zureden prallte ab D^i^^aud dieses Weibes. Und was geschah? mm hauchte die Tochter ihren Geist

aus, ohne daß sie Gelegenheit gehabt hätte ihr E der Hoffnung der' ewi- gen Seligkeit zu trösten. Und wer hat ihr diese ^ar^n-^^ubt? Ihre eigene Mutter! Und M-ar eine katholische Mutter. Ist das nicht eine Rabenmutter?!! Sie wäre verpflichtet gewesen, mich cm das Krankenbett ihrer Tochter zu rufen u"d 3u bitten. Das hat sie nicht getan. Und als ich von selbst kam und mich zur Verfügung stellte, sie mich kalt abgewiesen und hat sich wie eine grimmige Löwin vor das Bett gestellt. Ist das Liebe? Nein; das ist Grausamkeit.

Ach, was doch gewisse moderne Damen eine Angst haben vor der Aufregung. Dabei sind sie selber den ganzen Tag aufgeregt und ihrer Umge-

bung zur Qual. Aber jemand auf seinen gefähr­lichen Zustand aufmerksam machen, jemand den größten Liebesdienst erweisen, daß er sorge für seine unsterbliche Seele und für eine glückliche Ewigkeit das ist Aufregung. Möge unter meinen Lesern und Leserinnen kein solcher Tor und keine solche Närrin gefunden werden.

Und überhaupt die Aufregung ist nur eine ein­gebildete. In meinen 30 Priesterjahren habe ich schon manchem Patienten die letzte Oelung gespen- det. Nicht bloß gab es da keine Aufregung, son­dern Beruhigung, Fassung, Ergebung, Zufrieden­heit. Und manche davon sind nach der letzten Oe­lung wieder genesen. Ich selbst habe mir vor zehn Jahren die letzte Oelung erteilen lassen! Und siehe, ich bin noch am Leben und schreibe heute diese Lesung.

Merke also, daß die letzte Oelung nicht bloß ein« gesHt ist zum Sterben, sondern auch zur Genesung. Sie ist eben eingesetzt zum Wohl des Kranken, zum Wohl der Seele und zum Wohl des Leibes. Das erkennen wir aus der Anweisung des hl. Apostels Jakobus:Ist jemand krank unter euch, so rufe er die Priester der Kirche zu sich; und die sollen ihn salben mit Oel und über ihn beten; und das Gebet des Glaubens wird ihm zum Heile sein; der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden hat, wer-' den sie ihm vergeben werden".

Der letzten Oelung geht in der Regel die Beichk voraus und die hl. Kommunion, die als ,Wegzeh­rung gespendet wird mit den Worten:Nimm hin, lieber Bruder, die Wegzehrung unseres Herrn Je­sus Christus, der dich behüte vor dem bösen Feinds und dich geleite zum ewigen Leben". Darauf erst erfolgt die Spendung der letzten Oelung.Letzte" wird sie genannt mit Bezug auf die früheren Oe- lungen, die Oelung» die doppelte Oelung bei der Taufe, die Oelung mit Chrysam bei der hl. Fir­mung, und bei Priestern die Oelung bei der Prie­sterweihe. Oelung aber wird dieses Sakrament genannt, weil die Sinne gesalbt werden mit dem Krantenöl, die Augen, die Ohren, die Rase, der Mund, die beiden Hände, die Füße. Dabei spricht der Priester die Worte:Durch diese heilige Sal­bung und seine mildreiche Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du gesündigt hast mit den Augen, mit den Ohren, mit der Nase, mit dem Mund, mit den Füßen". Es ist ja bekannt, daß die Sünde ihren Ausgang meist durch die Sinne machen.

Die Wirkungen der letzten Oelung werden an­gedeutet durch die Wirkungen des Oeles. Das Oel heilt, leuchtet und stärkt. So auch die Oelung. Sie heilt die Wunden der Seele, tilgt die läßlichen Sün­den, die nach der Beicht noch übrig geblieben sein sollten; die Oelung vermehrt die heiliamachende Gnade und macht die Seele schöner und Heller; die Oelung erfüllt die Seele mit Ergebung, mit Mut und Trost und mit der Hoffnung auf Barmherzig-