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Religiöses Wochenblatt für die kakholischen Gemeinden Kassels.
Lrschelnt jeden Sonntag und koket monatlich Ausgabe A 35 Doldpfennig 3 40 Soldpfeaniz (freibt.) Redaktionschluß Montag. Anzeizen-Preise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonslzeils im Reklameteil
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LW Kassel, den H. November 1926. W Iatzrg. 5j.
Wochenkalenver.
Sonntag, 14. November. 25. Sonntag nach Pfin uien. Josaphat, polnischer Erzbischof, Mart., f 1623. Erntedankfest. Kollekte für de» Boni- fatiuüberein.
Montag, 15. Novbr. Gertrud die Große, Aebtissin, t 1302. Leopold b. Oestreich, f 1535.
Dienstag 16. Novbr. Bom Tage.
Mittwoch, 17. Novbr. Gedâch tniStag der Toten des Weltkrieges. Grewr der Wundertäter, -f 270.
Donnerstag, 18. Novbr Einweihung der Kirchen St. Peter und Paul zu Rom.
Freitag, 19. Novbr. Elisabeth von Thüringen, Landgräfin f zu Marburg 1231. Pontianus, Pap t, Mart., f 235.
Samstag, 20 Novbr. Felix von Valois, Abt, Stifter der Trinitarier, f 1212.
25. Sonntag nach Pfingsten.
(Eo. Matth. 13, 31-35)
In jener Zeit legte Jems dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senskörnlein, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säete. Dieses ist zwar das kleinste unter allen Samenkö nern: wenn es aber gewachsen ist, so ist es das größte unter allen Kräutern und es wird zu einem Baume, so daß auch die Vögel des Himmels kommen und in fernen Zweigen wohnen. Ern anderes Gleichnis sprach er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß Mehl verbarg, bis alles durchsäuert war. Alles dieses redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volke und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit erfüllet würde, was durch den Propheten gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was vom Anbeginne der Well verborgen war.
von den Totenmessen.
edesmal durchrieselt mich ein
hei
liger Schauer der Freude und Be
wunderung, wenn ich im goldenen Büchlein der „Nachfolge Christi" die Segnungen des hl. ^H) Meßopfers ausgezeichnet finde in den herrrlichen Worten: „So oft der Priester die hl. Messe liest, ehrt er Gott, erfreut die Engel, erbaut die Kirche, hilft den Lebenden, verschafft Rube den Verstorbenen und macht sich selbst aller Güter teilhast". —
Wir sieben noch im Allerseelenmonar, im Totenmonat November. Wenn wir draußen stehen auf dem Friedhof, wo auf den Grabhügeln die etzten Astern verwelken, so umschweben uns wie di? Seelen unserer Abgestorbe- als würden sie aus den Abgründen
Erbarmet SHmme prüfen;
ancSSifS große Werk der Erbarmung
liest, PertoatfV°er° ben^Ti^ die hl. Messe! aber besitzt der Priester das Privilegium der To- erichasst er den Verstorbenen Ruhe.« -Itenmesse. Diese Tage sind der Begräbnistag, der
Es ist nun jedes Meßopfer gut und wirksam, das für die Verstorbenen aufgeopfert wird. Ja, selbst jene Messen, die für die Lebenden gehalten werden, sind nicht ohne Nutzen für die Verstorbenen. Wird ja in jeder Messe, mag. sie auch in weißem oder rotem Meßgewand, mag sie auch zur Verherrlichung Gottes, zur Ehre seiner lieben Heiligen oder zur Erhörung eines Anliegens, zur Genesung von einer Krankheit, zur Erlangung einer Bekehrung dargebracht werden, nach der hl. Wandlung ein Memento für die Verstorbenen eingelegt. Erfinderisch, wie nun einmal die Liebe ist, hat sie aus dem Schatz der Liturgie noch eigene, besondere Messen von eigenartiger Prägung hervorgezaubert, die Seelenmessen, auch Totenmessen oder schwarze Messen genannt, weil sie in schwarzem Meßgewand gehalten werden. Nach dem Anfang des Introitus, wird eine solche Messe auch Requiem genannt. Entweder werden diese Messen
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„Man kann dem liebenswürdigen Er- | I löjer der Weit nichts Angenehmeres, für e
1 das eigene Heil aber nichts Dienlicheres $ I tun, als wenn man die in ihren ewigen I a Z-elen bedrohten Seelen der Mitbürger ■ 5 und Brüder aus der Gefahr beseelt und D
* sie sicherem Schutze unterstellt."
I (Päpstl. Breve vom 3. Juni 1914.)
Dazu ist heute Gelegenheit bei der BonifatiuskoMte! | asaBaaaBasaBBBsasBBBBiisasaBaaQasBBB
still gelesen oder es wird dabei vom Priester und Chor gesungen. In diesem Fall haben wir es mit einem „Seelenamt" zu tun. Gewiß hast du selbst schon bei den Seelenmessen gewisse Besonderheiten und Eigentümlichkeiten bemerkt, die von andern Messen abstechen und auf die ich noch extra hinweisen möchte. Sie zeichnen sich aus durch eine auffallende Kürze und besitzen eine wohltuende Mischung von wehmütigem Ernst und froher Hoffnung. Beim Staffelgebet fällt der ganze Psalm „Judica" aus. Auch das liebliche „Gloria" und das gewaltige „Credo" bleiben unbarmherzig weg. Der Segen des Priesters am Ende der Messe wird ausgelassen. Statt „Jte missa est" heißt es: „Re- quiescant in pace". Wie ein roter Faden zieht sich durch das ganze Meßformular die ergreifende Bitte: „Requiem asternam dona eis Domins et
lux Perpetua luceat eis". — D Herr gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.
Solche Requiem darf der Priester nicht nach Belieben halten, sondern nur an gewissen Tagen nach den Rubriken der Kirche. An besonderen Tagen
dritte, siebente, dreißigste und der Jahrestag des Todes. Uralte Sitte ist es, gleich am Tage der Beerdigung ein Seelenamt zu feiern. Auch jetzt noch besteht dieser Brauch in vielen Gemeinden und sollte möglichst gepflegt und erhalten werden. Früher wurde dieses Requiem in Gegenwart des Leichnams gehalten, der im Chor der Kirche aufgebahrt war und nach vollendetem Requiem zu Grabe getragen wurde. In Stadt und Land hat man diesen schönen Brauch mit Rücksicht auf die modernen Verhältnisse vielfach abgeschasst. Nur den Geistlichen wird noch diese Ehre zuteil. Kann das erste Seelenopfer aus irgend einem Grunde nicht mit dem Begräbnis verbunden werden, so nimmt man den nächsten freien Tag. Ein zweiter Seelengottesdienst soll gehalten werden am dritten nach dem Tode, ein dritter nach einer Woche, ein vierter nach einem Monat, ein fünfter nach einem Jahr. All diese fünf Opfer sind mit besonderen Privilegien ausgestattet. Was bezweckt die Kirchs mit diesen Terminen? O sie kennt sich aus in den Schwachheiten der Menschen! Aus schmerzlicher Erfahrung weiß sie, daß der Toten Andenken rascher verwelkt als die Astern auf dem Grab. Aus den Augen — aus dem Sinn!--Darum gibt sie den Gläubigen in den genannten Terminen einen Rippenstoß und ruft ihnen gleichsam zu: „Drei Tage sind um, eine Woche ist um, ein Monat ist um, ein Jahr ist um; vergesset doch eure Toten nicht; seid ihnen dankbar, habet Mitleid mit ihnen und schicket ihnen ein Opfer nach!"
Eine besondere Art von Totenmessen sind die sogenannten „Gregorianischen« Messen, die entweder 30 oder wenigstens 6 Tage hinter einander gelesen werden. Gregorianische werden sie genannt nach dem hl. Papst Gregorius, der in einem seiner Bü-^r "'-,-nde Geschichte erzählt:
Bei h namens Justus im Kloster
St. Andreas zu Rom fand man nach seinem Sterben drei Goldstücke, die er im Widerspruch zur Ordensregel heimlich besessen hatte. Um ein abichrecken. des Beispiel aufzustellen, ließ Gregor nach dem (Tobe des Mönches keinen Psalter für ihn beten, keine Totenmesse, keinen dritten und siebenden Tag für ihn halten. Dreißig Tage nach dem Tod? des Unglücklichen Mönches erklärte Gregor: „Wir müssen nun, nachdem er schon so lange im. Fegfeuer gezüchtigt wird, ihm unsere Liebe beweisen und ihm so viel als möglich helfen, daß er befreit werde." Von diesem Tage an wurde nun dreißig Tage hintereinander für ihn das hl. Meßopfer dargebracht, Nach der dreißigsten Opferfeier erschien Iustus seinem leiblichen Bruder Koproms und sagte 'ihm, daß er nunmehr nach langer Pein zur Vereinigung mit Gott gelangt sei."
Wie wirksam ist also das hl. Meßopfer, daraebracht für die Seelenruhe der Abgestorbenen. Kein Wunder, daß die Katholiken es für ihre Pflicht hatten, ihren Lieben gerade durch das
beigufpringen. In einer ©m&^^ cam ein junger