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Kassel, den 7. Nsvsmder (926.

Ur. §5.

Druck und Sersas 6er Fuld» IKdletibrntfereL

Int (eben Sonntag und tostet monatlitt) Ausgabe A 35 Solbpfennig 3 40 Daldpfennlg (freibl.) Redaktions- Montag. Anzeigen-Pcetse: Tolonelzeile Im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Lolonelzeile tm Reklamsteil Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Zeb. 0,10 Goldmark. Porto extra, gen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acttendruckerei in Fulda sein.

die katholischen Gemeinden Kassels.

WoHenKalenver.

Sonntag, 7. November. 24. Sonntag nach Pfingsten.

Geo. der Oktav von Allerheiligen. Kirchweihfe st im Fuldaer Land.

Montag, 8. Novbr. Oktav von Allerheiligen. Ged. der vier gekrönten Brüser, Mart.

Dienstag, 9. Novbr. Fest der Weihe der Erlöser. Basilika (San Salvatora) zu Rom. Theodor, Sol­dat, Mort., f 303.'

Mittwoch, 10. Novbr. Andreas Avellinus, Bek., f 1608. Trvphon zu Gen., Mart.

Donnerstag, 11. Novbr. Martinus, Bischof von Tours, Bek., f 400. Memeas, Mart., f 304.

Freitag, 12. Novbr. Oktav des Festes der Kirchweihe. Martinus, Papst, Mart., f 655.

Samrtag, 13. Novbr. Didakus, Bek., + 1463. StaniS. laus Kostka, Bek., f 15i>8.

24. Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matth. 24, 1535.)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am heiligen Orte stehen sehet; wer das liest, der verstehe es wohl! dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge: und wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen: und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock zu holen. Und wehe den Schwängern und Säugenden in jenen Tagen I Bittet aber, datz eure Flucht nicht im Winter

oder am Sabbate geschehe. Denn es wird alsoann eine (to^e Trübsal sein, dergleichen von Anfang der WeA

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bis jetzt nicht gewesen ist, noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tae nicht abiekürzt wurden, so würde kein Mensch gerettet werden: aber um der Auserwäh.ten willen werden jene Tage abgekürzt wer­den. Wenn alsdann jemand zu euch fa it: Siehe, hier ist Chriüus, oder dn>t! so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und sie werden groze Zeichen und Wunder tun; so datz auch die Auserwählten iwenn es möglich roa-ei in Irr­tum geführt würden. Sieqe, ich ha^e es euch vorher- pesagt! Wenn sie euch also faten: siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus: siehe, er ist in den Kammern, so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz vom Aufgan ie ausgeht und bis zum Untergänge leuchtet: ebenso wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da ver­sammeln sich die Adler. Sosieich aber nach der Trüb­sal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben und die Sierne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Z.-i. chen des Menschensohnes am Himmes erscheinen und dann werden alle Geschlechter der Erde weheklagen und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels, mit großer Kraft und Herrlich- ieine Engel mit der Posaune sen- erwäblten^nnn^ Schalle: und sie werden seine Aus- Limmeis $en "'" W nden, von einem Ende des Feigenbäume anöern zusammen bringen. Vom Gleichnis: Wenn sein sind, so wisset ihr "ak ^"er heroorgewachlen wenn ihr dies aNea «ommer nahe ist. So auch, der Türe ist SBabrlicb ha& es nahe vor

1 ^agrii^, sag t^ eu^. Dieses Geschlecht

unserer Straße stehen und wissen, daß dort einer sich in den Schleier eines erstaunlichen Geheimnisses gehüllt hat, um immer bei uns zu sein; dort steigt Tag um Tag einer unserer Brüder in unserem Namen in festlicher Gewandung die heil. Stufen hinauf, um Gott von neuem immer wieder aus den Altar herabzurufen, um ein Opfer darzubrin­gen von solcher Kraft und Majestät, von solchem Wert und solcher Geltung, daß jedesmal die Welt dadurch erlöst würde, wenn sie noch nicht erlöst wäre. Und mehr noch: Dort ist stets Abendmahl; der weiße Tisch ist bereit und der goldene Kelch, um allen Himmelsspeise zu reichen, die nur kommen wollen und nehmen. :

Hätten wir nur ein Bretterdach und einen ar­men Tisch, es wäre so viel wie der herrlichste Mar­mordom, sobald eine Priesterhand das heilige Brot bricht und den Becher Gottes segnet. Darum ist unser Gotteshaus das kostbarste Fleckchen Erde, die wahre Heimat unserer Seele, das auserlesenste un­ersetzliche Haus, das Gottes Liebe uns erbaut an der Straße unjerer Wanderschaft im Tal der Tränen. i

Kein Wunder, daß die hl. Kirche eine überreiche Fülle entfaltet in Gebeten, Segnungen, Salbungen und Zeremonien, wenn sie in frohem Jubel ein Zell Gottes einweiht, wenn sie unaufhörlich den neuen Altar in immer neue Weihrauchwolken hüllt, wenn sie dem menschgewordenen Gott eine Heimstätte gibt unter den Menschen.

Wenn andere an das glaubten, was wir in un­seren Kirchen bergen, und doch so leicht vergessen und nicht achten, sie würden mit Freudentränen an den Türen des Heiligtums liegen und in from­mer Erschütterung an den Stufen des Altares knien. Wir müssen unser Gotteshaus von neuem lieben und ehren lernen. Daher sind unsere schön­sten Freuden und größten Gnaden gekommen. Da­hin trug man uns zum Brunnen der Wiedergeburt, dorthin ging die Mutter ihren Tempelgang mit der hi. Jungfrau unseretwegen. Dort war ja viel Erbarmen für uns beim Herrn und sein heili­ger Fronleichnam war dort unsere Speise an vielen sihönen Tagen Dorther wird man uns den letzten. Trost holen, den Herrn im Sakrament zu unserer Wegzehrung und das hl. Del zur letzten Salbung. Wie innig ist unser Leben mit dem Zelt des Herrn verwachsen.

Aus alter Zeit, da nur ein Tempel stand mit rauchenden Schlachtopfern, klingt frommer Sang zu uns, der uns die höhere Weihe und unendliche Gnade unseres Gotteshauses empfinden läßt: Wie lieblich find Deine Wohnungen, Herr der^Heerfcha- ren. Es fehnt sich und schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn. Taube und Sperling finden ihr Nest; ich Deine Altäre, Du mein Gott, O daß ich wohnen könnt' im Hause des Herrn auf lange Tage. Schrecklich ist dieser Ort, hier ist Gottes Haus und des Himmels Pforte. Herr, ich

wird nicht vergehen, bls Dies alles geschieht. Himmel und Erde vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen __^

Gottes Zeit.

s lst eine wahre, große und schone Anschauung, die große Welt als Gottes Zelt zu betrachten. Erheben /|S||^ wir uns gegen Himmel: Gott ist öo; steigen wir in die Abgründe hinab, dort ist er; könnten wir Flügel ausbreiten und über das Weltmeer schwe­ben, Gott würde uns führen. Der wundervolle Abendhimmel, ist er nicht die leuchtende Decke am Zelt des Herrn, ist die Sonne nicht seine herrliche Leuchte und die Erde nicht sein bunter Teppich? Alles spricht von Gott, von seiner Pracht und Schönheit. Sollen wir nicht in diesem grandiosen Gotteszelt ein Loblied singen, daß die Chöre der Engel Antwort geben? Und hat nicht der Stamm­vater der neuen Menschheit im Angesicht der aus der Sintflut neu erstandenen Welt unter dem ver­söhnten Himmel sein Dankopfer dargebracht? Ist nicht der Herr selbst draußen auf der Höhe, unter der Finsternis des Himmels, mitten im Krachen der Felsen gestorben?

Heute fragen die kirchenscheuen Geister: warum ein Gotteshaus?! Dem unendlichen Gott steht der Welttempel besser an, als der enge Raum zwischen den Mauern. Und draußen läßt sich stiller beten in der Waldeinsamkeit, das Herz fühlt Gottes Nähe in dem Schauern der Bergbäche, in der Weite der Flur. So reden viele, die das Gotteshaus fliehen, um auch draußen nicht zu beten. Und das Ge­bet in der verschlossenen Kammer wird vom Heiland selbst empfohlen, sagen sie. Aber doch ist auch er oft zum Tempel gepilgert, um dort zu beten und zu feiern.

Unser katholisches Gotteshaus ist notwendig, nicht Gottes wegen. Ihm genügte in den Christen­verfolgungen und im Weltkrieg ein Baumstumpf, ein Felsblock, um seine Geheimnisse zu feiern. Aber unseretwegen muß es Gotteshäuser geben. Es liegt in unserer leiblich-seelischen Natur, daß wir eines festen Platzes, eines engeren Raumes be­dürfen, um ganz bei Gott zu sein, wie als wenn wir dort erst seiner habhaft werden könnten. Der Herr hat seine Gegenwart in ein steinernes Haus geborgen, damit unsere suchende, tastende Seele einen Ruheplatz finde, und einen stillen Winkel in der Welt, um zu sagen: Hier bist Du, mein Gott, hier finde ich Dich.

Wären unsere Kirchen nur Gebetshäuser, sie wären schon unentbehrlich. Andere haben nichts anderes, als schöne Gebäude der bildenden Kunst, darin klingen Gesänge und Gebete der Gott dienen­den Gemeinde und das Wort des Predigers. Aber unser Gotteszelt hat wahrlich einen anderen Sinn und Gehalt. Wir haben den Abendmahlssaal an