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rot. Man wendet sich hier umsomehr gegen rie Dvs- okiroyierung eines neuen Kreisschulrates, weil ine Ei­tern- und Lshrerichrft in großer Mehrheit religiös ge­sinnt ist. So befinden sich an der neu eingerichteten weltlichen Schule z. B nur sieben Lehrkräfte. Diese Schule wird von etwa 550 Kindern besucht. Der be­treffende Pcrsonald.'zernent des Ministeriums hat die Vortragung der Wünsche beim Minister zugcsagt

O2 CT Ausland. CT CO

Oesterreich.

Eine Armee von über 400 000 Menschen war in Wien auf den Beinen, als das Luegerdenkmal enthüllt wurde. Die ganze Donaustadt war von einer ungeheuren Welle der Begeisterung für den großen Bürgermeister und der Dankbarkeit für sein Werk erfaßt. Es zeigte sich auch hier, daß nur das Echte der Nachwelt unverloren bleibt. Das deutsche Volk in seinen breiten Schichten hat ein feines Gefühl für wirkliche Gröhe, und wenn es diese erkannt hat, ist es von Herzen und aufrichtig dankbar. Lueger war ein Großer. Gewiß hat er schon zu seinen Lebzeiten Dank und Anerkennung in überreicher Fülle geerntet, und sein Ruhm und sein Ruf waren schon an seinem Todestage für immer gesichert; allein es fehlte bamals die voll­kommene Uebersicht über das Lebenswerk dieses Menschen, den man heute unbedenklich in die Reihe der überragenden politischen Führer stellen muh. Bei seinen Lebzeiten war Lueger namentlich von sozialistischer Seite her heftig bekämpft worden; heute wird ihm auch von seinen schärfsten grund­sätzlichen Gegnern der Lorbeer gern gezollt.

Portugal.

Die schöne Geste, mit der Mussolini anläßlich des Franziskus-Jubiläums den berühmten Sacro Convemo zu Assisi den rechtmäßigen Besitzern, dem Minoritenorden, zurückgegeben hat, hat anscheinend Schule gemacht, we­nigstens hier in Lissabon. Es handelt sich hier um die kleine, aber geschmackvolle Kirche Santo Antonio da, d. h. um die unmittelbar bei der Kathedrale (La) gelegene Kirche des vielverehrten Amonius von Padua, der in Lissabon bekanntlich das Licht der Welt erblickte, lieber seine Geburtsstötte hatte man frühzeitig eine Kirche errichtet, die nach dem großen Erdbeben aller- __dings 1812 vollständig im klassizistischen Stile erneuert worden ist. Bei der Revolution 1910 war sie von der Regierung -'ckllv, nahmt und zu profanen Zwecken ver­wendet worden. Kürzlich hat nun die Regierung sie dem Erzbischof ron Lissabon wieder zur Verfügung gestellt. Nun wurde sie durch eine imposante kirchliche Feier für die Gläubigen wieder geöffnet. Dieser Feier, die um 12 Uhr mittags begann und zweieinhalb Stunden in An­spruch nahm, wurde eröffnet durch den Einzug des vier­undachtzigjährigen Kardinals und Erzbischofs D. An­tonio Mendes Velo, der in Cappa magna einem von seinem Generalvikar zelebrierten feierlichen Hochamte beiwohnte. In demselben würdigte Dr. Fino Beja den Akt der Regierung in längerer Rede nach seiner religiö­sen und politischen Bedeutung. Den Schluß der ganzen Feier bildete das von dem greifen Kardinal intonierte Tedeum und der sakramentale Segen. Die Wieder- eröffnung der Antoniuskirche, der eine dichtgedrängte Schar von Gläubigen beiwohnte, bildete ein wichtiges Ereignis im kirchlichen Leben der portugiesischen Haupt­stadt, von der auch die unzähligen Verehrer des hl. An- tonius in Deutschland mit Interesse Kenntnis nehmen werden.

Argentinien.

Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß der ar­gentinische Staat eins Entschließung angenommen habe, die der Regierung das Recht gibt, dis Pris- sterernennungen in Argentinien vorzunehmen. Da­mit würde auch in Argentinien der Kulturkampf be­ginnen, denn die Kirche kann niemals zugeben, daß der Staat die kirchlichen Ernennungen vornimmt.

Mexiko.

Osservators Romano" dementiert die Nach­richt einer amerikanischen Zeitung, wonach der mexikanische Minister des Innern im Einverständ­nis mit einem Bischof, jedoch im Gegensatz zu dem übrigen Episkopat eine Vorlage zur Beilegung des Konflikts zwischen Staat und Kirche ausgearbeitet hätte, wonach die Kultusfreiheit wiederhergestellt werden sollte, wenn der mexikanische Episkopat sich von Rom trennen und eine Landeskirche grün­den würde. Daß man seitens der mexikanischen Regierung gerne eineNationalkirche" statt der katholischen", d. h. allgemeinen Kirche haben möchte, ist nicht unwahrscheinlich. Denn eine Na­tionalkirche wäre ein gefügiges Werkzeug in den Händen machtlüsterner Potentaten.

Aus Mexiko wird gemeldet, daß in Tonala ' ^\ eine mit Steinen und Gewehren bewaffnete Menge

vle Wtedererdssnung der (Nrchenfelndlichely Re- gierungsschuleu verhindert habe; es seien Trup­pen dorthin gesandt worden.

Madagaskar.

Pater Karl, Prämonstratenser-Missionar auf Ma­dagaskar, schreibt an die St. Petrus Claver Sodalität: Ich schreibe Ihnen aus einer armseligen Hütte,- die der Sonne, dem Wind und dem Regen offen ist und in aller Eile aus den Trümmern der Kirche sowie des'Wohn­hauses in Jlaka erbaut wurde, die der wütende Sturm uns übriggelassen hat. Daß ich noch am Leben bin, ver­danke ich einem Wunder der Vorsehung und der Barm­herzigkeit unserer Christen. Während der 24 Stunden, die das entsetzliche Unwetter andauerte, sah ich dreimal meine Zufluchtsstätte auf mich und hinter mir zusam­menstürzen. Gestern, Sonntag, konnte ich nach einer Woche unerhörter Mühen endlich in einer provisorischen Hütte, die die Christen von Jlaka erbaut hatten, die hl. Messe lesen. Alles muß neu angefangen werden! Der liebe Gott, der uns beschützte, gibt uns Kraft und Mut: auch hoffen wir, daß unsere Wohltäter uns bald zu Hilfe kommen werden. Hier ist keinem Menschen etwas zugestoßen, aber anderwärts gab es zahlreiche Tote, die von den Wassern weggeschwemmt wurden oder unbeerdigt liegen blieben. Die Ueberlebenden befinden sich alle in derselben schweren Lage und sind zum Ver­hungern verurteilt, da alle Pflanzungen vernichtet und alle Vorräte verdorben oder verschüttet sind. Möge Got­tes heiliger Wille geschehen und sein Name gepriesen werden! Wir aber müssen allsogleich ans Werk gehen. Helfen Sie uns durch Ihr Gebet und machen Sie aller- orts unser Elend bekannt. Auch von anderen Mis­sionaren sind ähnliche schreckenerregende Nachrichten ein- gegangen. Spenden zum Wiederaufbau der zerstörten Missionen nimmt mit herzlichem Dank entgegen die St. Petrus Claver Sodalität, Köln, Maria Ablaßplatz 10a, Postscheckkonto Köln 19 440.

Ein neues katholisches Rrankenhaus in Berlin.

Am Montag ist das neue katholische St. Hilde- gard-Krankenhaus am Reichskanzlerplatz in Berlin eröffnet worden. Es ist eine Schöpfung des Deutschen Caritasverbandes und durch Um- und Ausbau eines früheren Militär­lazaretts entstanden. Zur Einweihung hatten sich zahlreiche Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden eingefunden, außerdein Abgeordnete zahl­reicher Wohlfahrtsorganisationen sowie eine Anzahl Groß-Berliner Aerzte. Der Festakt wurde einge­leitet durch ein feierliches Hochamt, das der Prä­sident des Caritasverbandes, Prälat Dr. Kreutz, zelebrierte. Dann wurden die Gäste in einem der Pavillons von Direktor v. Acken begrüßt, der einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der Anstalt gab. Privatdozent Dr. Pribram schilderte als lei­tender Arzt des Krankenhauses und Vorsteher der chirurgischen Station in kurzen Worten die Einrich­tung des Hauses. Für die Stadt Berlin sprach Professor Hoffmann herzliche Begrüßungsworte. An den Festakt schloß sich ein Rundgang durch das Krankenhaus an. Neben der mustergültigen Ge­staltung und Einrichtung aller Räume sei besonders auf die zentrale Radioanlage hingewiesen, durch die jeder Patient in die Lage gesetzt ist, an der Funkstunde teilzunehmen. Die innere Station des Krankenhauses ist dem früheren Oberarzt an der Charité, Professor Ohm, unterstellt. Die An­stalt enthält auch eine orthopädische Station. Au­ßerdem ist an das Krankenhaus die städtische Krip­penfürsorge angegliedert. Das neue katholische Krankenhaus St. Hildegard bedeutet eine wertvolle Bereicherung der bekannten und gern aufgesuchten katholischen Krankenanstalten in Berlin.

Kleine kirchliche Fachrichien

Abtei Marienstadt hn Lester wild. In Jenter Zeit haben sich an Lem Thor oer altehrwürdigen Zister­zienserkirche eine Reihe größerer Bauschäden bemerkbar gemacht. Vermutlich durch die Feuchtigkeit Hot sich das äußere Fundament der Lutgard.skapelle gelenkt. wr- hm 6) im Innern mehrere klilfende Risis im Gewölbe entstanden. Durch die Senkung wurde auch die onsto- f-ende Kapelle des hl. Alberrch in Mitleidenschaft 'gezo­gen. In Anerkennung des hohen Kunstwertes, den das Gotteshaus a's die älteste gotische Kirche Deutschlands besitzt, hat die .chegirrurig sofortige Instandsetzungsarbei­ten genehmigt, die zurzeit in vollem Gange sind. Durch den Winter werden die Arbeiten unterbrochen werden, um erst im Frühjahr 102/ zu Ende geführt zu werden Hoffentlich gelingt es, die Schäden an der Kirche, deren 700jährigen Lituveihungslag im.h'ten Lahre fesmch begangen wird, gänzlich und auf die Dauer zu beseitigen.

' VürzWrg. Der HÄhw. Herr Bischof üegdb sich nm 6. Oktober zur Einweihung der neuen Kirche in Borgen- darf bei Baunach und tritt dann am 11. Oktober eine Pilgerreise nach AM an.

Würzburg. Zum Regens im bischöflichen Klerikal, seminar wurde als Nachfolger des zum Domkapitular er­nannten Geistl. Rat Dr. Staab der bisherige Subregenz Dr. Vitus Brander vom Hochw. H. Bischof ernannt. Der neuen Regens, durch seine schriftstellerischen und wissen- schaftlichen tiefgründigen Arbeiten weitest bekannt, steht im 46. Lebensjahre und stammt aus Reistenhausen bei Miltenberg. 1904 wurde er zum Priester geweiht, war Kaplan in Alzenau, Hörstein, Ochsenfurt, im Julins- spital und dann 1908 Kurprediger in Bad Kissingen. 3m gleichen Jahre wurde er Präfekt im Kilianeuin, 1911 Assistent im Klerikalseminar und nach nur einem Monat ebenda Subregens.

Nürnberg. Die Weihe der St. Ludwigs-Krieger- gcdächtniskirche in Nürnberg erfolgte am Sonntag den 18. September durch Erzbischof Dr. v. Hauck von Bam­berg unter Mitwirkung der Hochw. Bischöfe von Speyer und Würzburg sowie des Weihbischofs von Regensburg. Der Name des Schutzpatrons der Kirche wurde zu Ehren des letzten bayerischen Königs (Ludwig III.) gewählt. Das Königshaus war darum durch Prinz Adalbert von Bayern vertreten.

Trier. Im kirchlichen Anzeiger für die Diözese Trier vom 1. September erläßt das bischöfliche Generalvikmiat folgende Aufforderung:Auf Anregung des Episkopats gab der kath. Frauenbund vor etwa Jahresfrist eine den bischöflichen Richtlinien Rechnung tragende katho­lische ModenzeitschriftBlätter für Kleid- und Hciwkul- tur" heraus, die leider nicht genügend bekannt wurde und nicht die verdiente Unterstützung fand. Wir wei­sen besonders die katholischen Frauen- und Mültervcr- eine auf diese Zet'.jchriti hin."

Bruchhausen (Krs. Arnsberg i. W.). Am 12. Sept, wurde hier die neue große Kirche durch Bischof Dr. Klein von Paderborn feierlich konsekriert. In knapp fünfzehn Monaten wurde das Gotteshaus nach den Entwürfen des Architekten Dr.-Jng. Freckmann in Arnsberg erbaut, und zwar unter tätiger Mitarbeit der ganzen Gemeinde. Diese kaum 1300 Seelen zählend und zum größten Teil aus Industriearbeitern bestehend hat sich mit dem Bau selbst das schönste Denkmal gesetzt. Für immer wird es künden vom Geiste der Einmütigkeit und ziclbe- wußten, beispiellosen Opferwilligkeit, dem jetzt die Vol­lendung des Werkes zu verdanken ist.

Oldenburg. Die Einweihung der katholischen höheren Mädchenschule in Rüstringen hat nun stattgefunden. Die kirchliche Weihe vollzog Pfarrer Pölking. Ansprachen hielten der Bürgermeister Dr. Kellerhoff, Prof. Dr. Reinke vom kathol. Oberschulkollegium-Vechta und der kath. Marine-Oberpfarrer Dr. Plinski-Wilhelmshaven. Anschließend fand noch.in der Aula eine Feier statt.

Schleswig. Am 29. August begingen unsere hiesigen Katholiken im Verein mit den Glaubensbrüdern aus den Hansestädten, aus Mecklenburg usw. den 11 Jahrhun- derttag von St. Ansgars Betreten unseres Bodens. Um unsern Bischof Berning von Osnabrück geschart, feierten wir als stattliche Festzsmeinde von mehreren Tausend Teilnhmern in der Kirche u. in festlichen Versammlun­gen den erhebenden Anlaß und freuten uns, zu sehen, daß auch hier die Diaspora sich ungeachtet mancher Schwierigkeiten kräftig entwickelt.

Frankreich. In Puligny Montrachet in Frankreich starb vor kurzem der Küster der Pfarrkirche, Ludwig Meney. Seine Familie ist als dieKüsterdynastie be­kannt, da sie seit 500 Jahren ununterbrochen die Kuster für die Kirche gestellt hat. So bezeugt es eine ununter­brochene Ortsüberlieferung. Im Archiv der Kirche jedenfalls schon 1551 ein Küster des Namens Meney er« wähnt. ,

Orleans. Der Bischof von Orleans, Kardinal ' chet, ist im Alter von 78 Jahren an Bronchialkatarrh ge­storben. Kardinal Tauchet war einer der bedeutend, Kanzelredner Frankreichs. Seinem Wirken ist esi haup- sächlich zuzuschreiben, wenn die Jungfrau von Orlea zur Würde der Altäre erhoben wurde.

Florenz. In der Nacht vom 17. auf den 18. «ep wurde in dem Bergkloster der Verna die Erinnerung die Stigmatisierung (Verleihung der Wundmale) Heiligen Franziskus mit einer durch die erlxibenbei einsamen Berghöhe und die Pracht des funkelnden - nenhimmels erhöhten Feierlichkeit begangen. acy Watutin um 1 Uhr nachts bewegte sich eure unabf -y- Lichterprozesston von mehreren Tausend Pilgern, net von den Franziskanern des Klosters, aus der zur Stigmakapelle. Die Stadtbanner von W " Florenz, umgeben von Herolden und Hellebardentr g ^ in mittelalterlicher Tracht, mit Abordnungen 6< Städte, befanden sich in dem Zuge, der die OM 8 von Florenz, eine kostbare Ampel, an ihren ^ mungsort über dem Felsen verbrachte, auf dei u