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Kassel, den 26. September (926

56. Iahrg

Nr. 59

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Lrscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpjenntg B 40 Äoldpfenntg (freibl.) Redaktions­schluß Montag. Anzeigen-Pretse: Tolonelzeile Im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda fein.

I - Druck und Säertag der Fulda» Lcileudruckerei.

VochenKalenSer.

Zsnntag,26.Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. CyprianuS und Justina, Mart., f 303.

Montag, 27. Sept. KosmaS und DamianuS, Aerzte, Mart., f 303.

Dienstag, 28. Sept, ßtoba, 3gft f 780. Wenzeslaus, König, Mart., t 996.

Mittwoch,29.Sept. Fest des hl.ErzengelMichael.

Donnerstag, 30. Sept. Hieronymus, Kirchenlehrer, Bek., t 420.

Freitag, 1. Okt. Remigius, Bischof, f 553. Beginn des Rosenkranz »Monats. Herz-Jesu- Freitag.

Samstag, 2. Okt. Fest der hl. Schutzengel.

munion in der Urkirche unter beiden Gestalten zu empfangen, wie wir bereits gehört. Den Anwesen­den wurden die hl. Gestalten durch den Bischof oder Diakon übergeben, den Abwesenden aber, besonders den Kranken und Gefangenen durch einen geweih­ten Diener der Kirche überbracht. Auch wurde die! hl. Euchariie von den Christen nicht nur in öffent-! lichen Oratorien, sondern auch in Privaträumen auf- bewahrt, damit sie zur Zeit der Gefahr die hl. Kom­munion sich selbst reichen konnten.Nichts ist dem Reichtum dessen zu vergleichen, der den Leib des Herrn in einem Weidenkörbchen und sein Blut in einem Glas trägt", schreibt St. LieronPnus. Doch wurde die hl. Kommunion von Anfang an nur unter einer Gestalt ausgeteilt, gewöhnlich unter der Gestalt des Brotes. Unmündigen Kindern aber gab man etwas vom konsekrierten Wein zu saugen. Infolge bestehender Gefahren und vorkommender Mißbi Luche kam die Kommunion des Kelches all­mählich in Wegfall und wurde durch die Kirche im 13. Jahrhundert ausdrücklich verboten.

Knieend empfingen die Gläubigen das geweihte Brot, das ihnen von Bischöfen oder Priestern in die Hand gegeben wurde. Dabei waren die Hände über einander gekreuzt, und die rechte, auf die linke gestützt, bildete eine Art Thron. Wäh­ren den Männer das heilige Brot auf die bloße Hand gelegt wurde, mußten die Frauen ein weißes Tüchlein um die Hand schlingen. Auch ist es wahr­scheinlich, daß die Frauen, wie überhaupt beim Gottesdienst, so erst recht beim Empfang der hl. Kommunion verschleiert waren für manche Frau, für manches Mädchen von heute, die so gern mit der Mode liebäugeln, eine ernste Gewisfenserfor- ichung. Erst allmählich hat sich die Sitte heraus­gebildet, den Gläubigen die hl. Hostie in den Wund zu geben und auf die Zunge zu legen. Der Bischof oder Priester sprach bei der Darreichung der hl. Hostie die Worte:Corpus Christi", worauf derKom- munikant antwortete:Amen". Auf dieses Amen wurde ein großes Gewicht gelegt, da man es als einen Glaubensakt und ein Glaubensbekenntnis auf- faß^s. Mit dem Ueberreichen in den Mund kam die Antwort von selbst in Wegfall.

Der heutige Kommunionritus zeigt jene Ein­fachheit und Erhabenheit, die dem großen Geheim­nis angepaßt sind. Wird die hl. Kommunion unter der Messe ausgeteilt. so geschieht es im vollen Meß- ornat; außerhlb der hl. Messe in Chorrock und Stola; letztere entweder in weißer oder in verschie­dener Tagesfarbe. Am Altar sind Lichter angezün­det. Ohne Lichter und liturgische Kleidung darf die hl. Kommunion nicht oder nur im Notfall ge­spendet werden. Der Tabernakel wird geöffnet, der Kelch abgedeckt Unterdessen beten die Ministran­ten oder Kommunikanten das Konsikeor, um durch einen Akt der Demut und Reue die letzten Sünden­stäubchen wegzublasen. Der Priester wendet sich zum Volk und sprichtMiserealur" und3nbul-

Achtzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matth. 9, 19)

In jener Zeit stieg Jesus in ein Schifflein, fuhr Aber und kam in seine Stadt (Kapharnaum). Und siehe, sie brachten zu ihm einen Gichtbrüchigen, der auf einem Bette lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und stehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gotti Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr Böses in euern Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandle um­her? Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, die Sünden zu vergeben auf Erden, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Steh auf, nimm dein B"" und geh in dein Haus! Und er stand auf und gin in sein Haus. Da aber das Volk dieses sah, fürchtete ^ sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen ge- geben hat,

Rn der Festtafel.

der Festtafel, an welcher gebildete Menschen ihre Mahlzeit einneh- L^ZjUNäd men, muß Ordnung und Anstand, Sitte und Brauch beobachtet wer- den. Selbst der geringste Verstoß gegen Sitte und Etikette wird von den Weltmenschen als schwere Entgleisung ange­rechnet.

Wie vielmehr müssen wir als Festgäste des Kö­nigs der Engel, am Tische des Herrn, an der Kom- munionbank, wo wir Christi Fleisch und Blut ge Nießen, jenen Anstand und jene Ehrfurcht an den Sag legen, welche Liebe zum Heiland und die Rück­sicht auf die Mitkommunikanten erheischen. Da gilt das Wort des Aostels:Alles geschehe in Anstand und Ordnung".

Der Ritus des Kommunionempfanges war im Laufe der Zeiten ein verschiedener.So oft ihr die- sss Brot esset oder den Kelch des Herrn trinket, ihr den Tod des Herrn verkünden." Diese Mahnung des hl. Paulus war Anlaß, die hl. Kom­

gentiam, zwei kräftige Gebete, die eine Bitte an Gott um vollkommene Reinigung enthalten. Bei Jndulgentiam" beschreibt er über die Kommuni­kanten ein großes Kreuz. Darauf nimmt der Prie­ster eine hl. Hostie in die rechte, den Kelch in die linke Hand, wendet sich zum Volk und spricht die ergreifenden Worte:Ecce agnus Dei, ecct qui tollit peccaka mundi": Siehe, das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt". Daran schließt sich dreimal:Domine, non sum dignus": O Herr, ich bin nicht würdig, daß du cingehst in mein Herz, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund". Der Ministrant gibt dazu ein Glocken­zeichen. Die genannten Worte sind dem Gebei des Hauptmanns nachgebildet, das er in seiner Demut sprach, als der Heiland sich anschickte, persönlich in sein Haus einzutreten. Ich glaube, daß diese Worte imstande sii.d, den ganzen Glauben und die ganze Liebe gegen den göttlichen Heiland aufzusrischen uni zu entslammen.

Unterdessen begeben sich die Kommunikanten mit aufgehobenen Händen, mit niedergeschlagenen Au­gen, in größter Ordnung und Sammlung mit langsamem, feierlichen Schritt zum Tische des Herrn. Dort knieen sie demütig nieder, das Haupt etwas gesenkt und ergreifen das Speisetuch. Kommt der Priester mit der hl. Hostie, so erhebe ein wenig das Haupt und biete die Zunge dar wie einen Thron, auf dem der Heiland Platz nimmt. Ziehe lang­sam die Zunge wieder zurück und senke anbetend das Haupt. Indem der Priester dir den Leib des Herrn spendet, macht er mit der hl. Hostie ein Kreuz über den Kelch und spricht die Worte:Cor­pus Domini usw.": der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre deine Seele zum ewigen Leben. >Amen." Wenn alle an der Reihe gewesen sind, kehrt der Priester zum Altare zurück unter dem Gebet:O sacrum convivium: O heiliges Gastmahl, in welchem Christus genossen, das Andenken seines Leidens gefeiert, die Seele mit Gnaden erfüllt und uns ein Unterpfand der ewigen Herrlichkeit ge­geben wird. Es folgt der bekannte Vers:,, Panenß de coelo": Brot vom Himmel hast du uns gegeben, welches alle Süßigkeit in sich enthält", samt dem dazugehörigen längeren Gebete.

Alles geschehe in Anstand und Ordnung". So bringst du dem Heiland einen Beweis der Liebe, dem Nebenmenschen aber den Tribut der Erbauung,

Der Burg Pfarrer.

von der Franziskus-Enzyklika des heiligen Vaters Pius XI.

Am 4. Oktober 1926 kehrt zum siebenhundert sten Mole der Todestag des hl. Franziskus doh' Assisi wieder. Aus diesem Anlaß trifft man über«' all ungewöhnliche Vorkehrungen, um das Andenkei