Kassel, den P. September P26
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für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 ©olbpfennig B 40 Soldpfenntg (ftelbl.) Redaktionsschluß Montag. Anzelgen-Preis«: Lolonelzeil« im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda sein.
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wochMkalender.
Sonntag, 12. Sept. 16. Sonntag nach Pfingsten. Fest 6es hl. Namens Mariä.
Montag, 13. Sept. Vom Tage.
Dienstag, 14. Sept. Fest Kreuz Erhöhung.
Mittwoch, 15. Sept. Fest der 7 Schmerzen der fei Jungfrau Maria. Nikomedes, Mart. Quatemberfasttag.
Donnerstag, 16. Sept. Cornelius und Cyprianus, Mart., f 258. Euphemia, Märtyrin nnd Gen.
Freitag, 17. Sept. Einprägung der Wundmale des hl.
Franz von Assisi. Quatemberfasttag.
Samstag, 18. Sept. Joseph von Cupertino, Bek., f 1663. Quatemberfasttag.
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Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 14, 1—12.)
In jener Zeit, als Jesus in das Haus eines Obersten von den Pharisäern am Sabbate ging, um da zu speisen, beobachteten sie ihn genau. Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm. Und Jesus nahm das Wort und sprach zu den Gesetzgelehrten und Pharisäern: Ist cs erlaubt, am Sabbate zu heilen? Sie aber schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und er redete sie an und sprach zu ihnen: Wer von euch, dessen Esel oder Ochse in eine Grube gefallen, würde ihn nicht sogleich herausziehen am Tage des Sabbats? Und sie konnten ihm darauf nicht antworten. Er sagte aber zu den Geladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze auswählten und sprach zu ihnen: Wenn du zu einem Gastmale geladen wirst, so setze dich nicht auf den ersten Platz, damit, wenn etwa ein Vornehmerer als du von ihm geladen wäre, derjenige, welcher dich und ihn ge- laden hat, nicht komme und zu dir sage: Mache diesem Platz! und du alsdann mit Schande untenan sitzen müssest. Sondern, wenn du geladen bist, so geh' hin und setze dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir spreche: Freund, rücke weiter hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit zu Tische sitzen. Denn ein jeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedrigt und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhet werden.
Der Saum des Speisetuches
n jeder kath. Pfarrkirche und in jeder kath. Kapelle siehst beim Aufgang vom Schiff in . Chor die Kommunionbank aus
fast du den
Stein, Holz oder Metall und daran ein weißes Tuch mit Spitzen oder Stickereien, das Speisetuch. Darauf sehe ich wenigstens im Geiste die Worte geschrieben:
Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut.
D^it komme ich zum größten und lieblichsten aller Sakramente, zur hl. Eucharistie, zur hl. Kom- mumem. Doch nicht von der Kommunion selber 'ch reden, sondern von den äußeren Umstän- C vom Spender und Empfänger, von und Zeit und vom Zeremoniell des Kommu
nionempfanges, also gleichsam vom Saum des Speiseluches.
Spender. Nicht jeder Beliebige darf die heilige Kommunion auskeilen. In den Apostolischen Zeiten ist es üblich gewesen, daß außer den Bischöfen und Priestern auch die Diakons den Leib und das Blut des Herrn austeilten. Das bezeugt jenes Gespräch zwischen Laurentius und dem Papste Tystus. Als dieser zum Martyrium geführt wurde, redete sein Diakon Laurentius ihn an mit folgenden Worten: „Wohin gehst du, heiliger Vater, ohne deinen geistlichen Sohn? Wohin, heiliger Priester, eilst du ohne deinen Diakon? Niemals pflegtest du ja ohne mich das hl. Opfer darzubringen. Hast du etwa eine Entartung an mir gefunden? Prüfe, ob du einen würdigen Diener auserkoren hast, dem du die Ausspendung des Herrenblutes anvertraut." In Zeiten der Gefahr haben die Priester sogar den Gläubigen das geweihte Brot mit nach Hause gegeben, damit sie im entscheidenden Augenblick es sich selber reichen konnten. Seit langem hat sich die jetzige Praxis herausgebildet, daß nur die Bischöfe und Priester die hl. Kommunion sowohl sich selber spenden als auch den Gläubigen austeilèn.
Empfänger. Wem darf die hl. Kommunion gespendet werden? Nicht den Ungetauften, nicht den Juden, nicht den Heiden; auch nicht Katholiken, die einer schweren Sünde schuldig sind. Denn „man darf das Heilige nicht den Hunden geben und die Perle nicht den Schweinen vorwerfen". Ungläubige, Ungetaufte und Sünder würden wohl die Speise empfangen, den Leib des Herrn empfangen, aber nicht das Sakrament, nicht die Kraft, nicht die Gnaden. Der Genuß des Himmelsbrotes würde ihrer Seele zum Gifte werden. Denn „der Mensch prüfe sich selbst und so erst esse er von diesem Brote und trinke aus diesem Kelche. Wer unwürdig von diesem Brote ißt oder aus diesem Kelche trinkt, der macht sich schuldig am Leibe und Blute des Herrn, der ißt und trinkt sich das Gericht".
Fromme kommen, Böse kommen;
Alle haben ihn genommen; Die zum Leben, die zum Tod. Was den Frommen spendet Leben, Das wird Tod den Bösen geben, So verschieden wirkt dies Brot.
Würdige und berufene Empfänger des hl. Altarssakramentes sind also die Katholiken, die im Stande der Gnade sich befinden.
Alker. In welchem Alter darf man die heilige Kommunion empfangen. In einer früheren Lesung habe ich bereits mitgrteilt, daß die hl. Kommunion schon den Säuglingen und Unmündigen gegeben wurde. Dabei war die Kirche von der Ueberzeugung geleitet, daß Unschuld und Herzensreinheit dis beste Vorbereitung ist zum Empfang der Cngelsspeiss. Auch dachte sie an dis Worte des Herrn: „Lasset die Kinder zu mir kommen und
wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Himmelreich." Jödensfalls ist diese ursprüngliche Praxis der Kirche eine Richtschnur, den Empfang der heiligen Kommunion den Kindern nicht allzulang vor- zuenthalten. Papst Pius X. hat darüber im Jahrs 1909 klare Bestimmungen erlassen. Danach sind die Kinder zur hl. Kommunion verpflichtet, sobald sie das Unkerscheidungsalter erreicht haben, also die Zeit, wo sie ihre Vernunft gebrauchen, wo sie Gut und Bös, wo sie das heilige Brot von gewöhnlichem Brot unterscheiden können. Also ungefähr das siebente Lebensjahr. Die Verantwortung über die Kommunion der Kinder obliegt den Ellern und Seelsorgern. Wenn also Eltern in einer falfchen Aufklärung ihre Kinder gegen den Wunsch des Papstes und gegen den ausdrücklichen Willen der zuständigen Geistlichen ihre Kinder über den vorgefchriebenen Termin hinaus zurückhalten vom Tifch des Herrn, so spielen sie sich als Richter über die Kirche auf, begehen einen Akt des Hochmutes und des Ungehorsams und versündigen sich am Glück ihrer Kinder.
Zeit. Die hl. Kommunion kann täglich emp« fangen werden, ausgenommen am Karfreitag, wo nur der Priester die am Gründonnerstag vorher- konsekrierte Hostie genießt. Auch am Karsamstag darf nach den neuesten Bestimmungen die hl. Kommunion gespendet werden, aber nur während der hl. Messe oder unmittelbar vor oder nach der Messe. An allen andern Tagen können die Gläubigen die hl. Kommunion empfangen in der Zeit, wo der Priester Messe lesen darf, also von bet Morgenröte bis zur zwölften Stunde des Mittags. Wie oft haben Wallfahrer bis gegen 12 Uhr ausgeharrt.
Man darf die hl. Kommunion am Tage mit einmal empfangen. An Sonn- und Feiertagen, an denen die Priester im Interesse der Seelsorge mit Bewilligung des Bischofs zweimal die Messe lesen dürfen, dürfen sie auch zweimal kommunizieren. Die Laien aber nur einmal. An Weihnachten und Allerseelen genießen alle Priester das päpstliche Privileg, die hl. Messe dreimal zu lesen und deshalb auch dreimal zu kommunizieren. Die Laien aber dürfen nur einmal kommunizieren. Es hat sich schon der Fall ereignet, daß fromme Personen im Drange des Uebereifers zweimal kommuniziert haben. Das ist eine mißverstandene, wenn auch wohlgemeinte Frömmigkeit. Die heilige Kommunion ist nur einmal des Tages erlaubt. Sollte aber jemand, nachdem er am Morgen gefunden Leibes die hl. Kommunion empfangen hat, am gleichen Tage schwer erkranken, so darf und muß er die hl. Kommunion ein zweites Mal — al? Wegzehrung — empfangen.
Nüchternheit. Nicht bloß ein reines Herz ist Vorbedingung zum würdigen Kommunionempfang, sondern auch ein leerer Magen, ein vorhergehendes Fasten, mit einem Wort die Nüchternheit, die besteht im Verzicht auf ’°be Nabruna. jeds