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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfennig B 40 Äsldpfennig (freibl.) Redaktions- jchluß Montag. Anzeigen-Pretse: TolonelzeUe im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle im Reklameteil 0,S0 Goldmatt. Bei Mederhânz Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein.
— Druck uad Arrlaz der Fulda« AeÜendruckerri. -. m ■
Wochenkalender.
Sonntag, 15 August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Fest Maria Himmelfahrt.
Montag, 16. August. Fest des hl. Joachim, des Vaters der seligsten Jgfr. Maria. Rochus, f 1327.
Dienstag, 17. August. Hyazinth, Bek., f 1257.
Mittwoch, 18. August. Wigbert, Bek. (sonst 13. 8)
Agapitus, Mart., f 274. '
Donnerstag, 19. August. 5. Tag der Oktav von Mariä Himmelfahrt.
Freitag, 20. August. Bernhard b. Clairvaux, Bek, Kirchenlehrer, f 1153.
^ttav des Festes der Weihe der Witwe ^"löll' S°^anna Franziska von Chantal,
Zwölfter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 10, 23—38.)
— sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Selig sind die Augen, welche sehen, was ihr sehet - Denn ich sage euch, daß viele Propheten und Könige sehen wollten, was chr sehet und haben es nicht gesehen und Horen, was ihr Hort und haben es nicht gehört. Und siehe, ein Gesetzgelehrter trat auf, ihn zu versuchen und sprach: Meister, was mutz ich tun, um das ewige Leben zu erwerben? Er aber sprach zu ihm: Was steht geschrieben im Gesetze? Wie liesest du? Jener ariiwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, heben von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften und aus dei- selbit ""d. deinm. Nächsten wie dich
selbst. Da sprach er zu ,hm: Du hast recht geant- wortet; tu das, so wirst du leben! Jener aber wollte sich als 8-recht zeigen und sprach zu Jesus' Wer ist
Mitleid gerührt E? trat § und ward von
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dem gew-sen scheint dir der Nächste von
war? Jener aber svra^ -^ ^^^^ ?^ Räuber gefallen an ihm getan hat ^ Und Ema^»^^ Barmherzigkeit hin und tu desgleichen 31 fpra^ 3« ihm: Geh
nteine Telephonnummer.
iefer Tage habe ich mir das Tele- Ä K?"e"Achten lassen. Als der nSK °uf dem Tische ausgestellt war, erblickte ich auf einem eingelegten Papierstreifen wer mch -§ AnstbluE^ ^54; ®5 '^ die Rum- : mates Anschlusses. Sonst habe ich für Zah° (
len ein schlechtes Gedächtnis. Diese Nummer aber prägte sich mühelos, von selbst, ohne Anstrengung meinem Gedächtnis ein. Und warum? Es ist ; eine Marianische Zahl, eine Zahl Marianischer Auszeichnung und Ehre, eine Zahl, die auch mit dem heutigen Festgeheimnis Mariä Himmelfahrt 1 in engster Verbindung steht.
Und was für eine Bewandtnis hat es denn mit dieser Zahl 1854? Wisse und bedenke, daß es das Jahr 1854 gewesen ist, in welchem Pius IX., der Marianische Papst, der Papst von Mariä Gnaden, welcher der Himmelskönigin Gesundheit und Leben und Priestertum und Mitra und Tiara zu verdanken hatte, die gläubigen Ohren beglückte mit dem Dogma der „Anbefleckken Empfängnis". Die Lehre, daß die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria mit Rücksicht auf die Verdienste des Erlösers, ihres göttlichen Sohnes, von jeder Makel der Erbschuld bewahrt geblieben ist, ist eine von Gott geoffenbarte und muß als Glaubenslehre von allen Christen festgehalten werden.
Verstehst du auch den Sinn dieses Glaubenssatzes? Schau, seit Adams Schuld herrscht unter oen Menschen eine schreckliche Vererbung, eine unheilbare Ansteckung, eine Ansteckung der Seele. Von Adam geht die Erbschuld auf alle Menschen über, ein Gesetz, das keine Ausnahme kennt. Nur allein bei Maria hat das Bollwerk dieses Gesetzes eine Bresche erlitten. Satans Giftpfeil, gegen Maria abgesandt, ist abgeprallt am göttlichen Wil- len. Als künftige Mutter des Erlösers, ist Maria unbefleckt, makellos, vor der Sünde bewahrt.
Und siehst du nicht den Zusammenhang mit dem heutigen? Unzertrennlich von der Sünde ist der Tod.
.. Denn „durch einen Menschen ist die Sünde in Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod," schreibt Paulus. Unzertrennlich vom Tode aber , Verwesung. Maria hat nun zwar den Tod geschaut, nrchl aber die Verwesung. Ihr Leib wurde begraben, blieb aber unverwest. Ihr Leib wurde begraben, ist aber nicht im Grabe geblie- ^. Genau so wie bei ihrem göttlichen Sohn hat Èder mit dem Leibe vereinigt, Auferstehung gefeiert schon vor der allgemeinen Auferstehung, schon vor dem jüngsten Dabei ist zwischen Jesu und Mariä Auferstehung ein wesentlicher Unterschied. Christus ist auferstanden aus eigener Kraft. Maria wurde auferweckt durch die Kraft und den Willen ihres göttlichen Sohnes. So ist Christus auch aus eine- S 'N den Himmel sufgefahren. Ma?ia aber wurde in den Himmel ausgenommen durch Des^u? J^ göttlichen Sohnes.
Unterschied in der Benennung Der iHte, wenigstens in der Sprache der Kirche. Die Himmelfahrt Mariä heißt nämlich in der Optüche der Kirche: „Assumptio", d. h. Himmel-
„Aufnahme". Und das ist nun das Geheimnis, der Inhalt, die Festfreude des heutigen Tages.
„Maria ausgenommen ist, Alleluja,
Zum Himmel vom Herrn Jesus Christ, Alleluja.
Gar hoch der Herr erhöht sie hat, Alleluja;
Des freuet sich die Gottesstadt, Alleluja." —
Wie schön muß dieser Tag gewesen sein, der Tag des Einzugs der heil. Jungfrau in den Himmel. Welches Leben herrschte da unter den Chören der Engel. Es grüßte der Engel der Verkündigung Gabriel und rief: „Ave Maria". Und all die Himu-elsbewohner wiederholten: „Ave Maria". Kein Komponist auf Erden, kein noch so erwählter Sängerchor hat je ein so schönes Ave Maria zuwegegebracht, als es damals durch die weiten Räume des Himmels hallte.
„Die Mutter muh beim Sohne sein, Alleluja:
Fliegt hin, fliegt hin, ihr Engelein, Alleluja.
Viel tausend Engel flogen hin, Alleluja
Und führten ihre Königin, Alleluja."
Es nahten zum Glückwunsch Adam und Eva, ihre Stammeltern, Joachim und Anna, ihre leiblichen Eltern, Elisabeth, ihre fromme Base, Iohannes, der Wegbereiter ihres Sohnes; es nahten die unschuldigen Kinder mit ihren Palmen, es nahte mit der Lilie Joseph, ihr reinster Bräutigam; es nahten mit ihren Kronen Petrus und Paulus, Johannes und Jakobus, und die Apostel alle samt den Märtyrern und Bekennern, Bischöfen und Kirchenlehrern, Jungfrauen und Ehefrauen und riefen wie aus einem Munde: „Salve Regina".
Und Jesus selber, ihr göttlicher Sohn, kommt ihr entgegen, er, die Augenweide und der Him- mel aller Auserwählten, und all die Engel und Heiligen treten ehrfurchtsvoll zurück, und er begrüßt sie mit unaussprechlicher Freude: „Maria, meine Mutter". Und es ruft Maria in unnennbarem Glück: „Jesus, mein Sohn".
Sollen nicht auch wir dieser Freude uns anschließen? Sollen wir nicht die schwachen Tropfen unserer Freude vereinigen mit dem Meer der Himmelsfreuden?
■ »D große Freud', 0 Seligkeit, Alleluja;
Stimm ein, 0 ganze Christenheit, Alleluja. Wir haben hoch im Himmelreich, Alleluja, Nun eine Mutter allzugleich, Alleluja."
Telephon 1854!^ Möge uns das Telephon oft verbinden mit Maria. Es braucht gerade nicht dis Nummer 1854 zu sein. Es braucht gerade nicht dis dern Nummer. Es geht sogar ohne jedes Telephon. Es braucht keinen Apparat, keine Kurbel, kein Mundstück, kein Hörrohr. Es braucht bloß einen freundlichen Gedanken an Maria; ein frohes Vertrauen auf Maria, eine zärtliche Liebe zu Maria, einen stillen Ruf des Herzens, ein Gebet der Lippen zu Maria. Sie wird dich hören, sie wird dich erhören, Vor vielen Jahren bin ich einer