Gottes in dieser feierlichen Stunde. Ich glaubte und fühlte das Wunder der hl. Cuchsrfftie.
In heiligem Entzücken und tiefer Ehrfurcht hingen meine Augen an der hl. Hostie, wo der liebe Heiland als Gott und Mensch unter Brotsgestalt verborgen gegenwärtig ist.
Ebenso gewiß wurde mir, daß das hl. Altarfakrament dis Quelle ist, aus der die Kirche die siegende Kraft schöpft, und die zielbewußte Sicherheit, mit welcher sie alle Zeitfragen löst, hat ihren Grund in dem konsequent aufgebauten Lehrsystem.
Ich las jetzt viel katholische Literatur, darunter die Erklärung des hl. Meßopfers und des Kultus. Je tiefere Einblicke ich in das katholische Geisteswesen gewann, desto klarer wurde mir, daß diese eine heilige, katholische Kirche, mit ihren hl. Sakramenten, ihrem unveränderten Glauben, ihren uner- schöpflichen Enadenquellen, ihrer Mystik, ihrer Lehre über Gebet und Lebensheiligung, die besonders in aszetischer Literatur wunderbar hervorgehoben wird, in ihrem inneren Bestand und Wesen seit bald zweitausend Jahren dieselbe geblieben ist und bleiben wird — die von Christus gegründete Kirche ist.
Als ich dessen gewiß wurde, entschied ich mich für sie.
Mit dem Unterricht ging es gut von statten, meinem Seelsorger machte ich keinerlei Schwierigkeiten, denn alle Zweifel und Skrupel waren aus meinem Herzen verschwunden: das, was ich las und hörte, widersprach dem, was ich früher von der katholischen Kirche gewußt habe. Es taten sich immer mehr Schönheiten vor meiner Seele auf und sehnsüchtig erwarte ich den Tag der ersten hl. Kommunion. Derselbe war auf den 24. Dezember 1923 festgelegt. Mein gütiger Seelsorger und Beichtvater hat alles getan, um meinen Gnadentâg zu einem schönen, herrlichen zu gestalten. Mit tiefer Ergriffenheit legte ich das Glaubensbekenntnis ab, beichtete und empfing sogleich die erste hl. Kommunion. Was ich in dieser heiligen Stunde empsun- den habe, vermag ich nicht in Worte zu kleiden. In dem glückseligen Augenblick, wo der liebe Heiland durch die weitgeöffnete Tür meines Herzens feinen Einzug hielt, senkte sich ein Himmelssriede in mein Gemüt.
Es war mir, wie wenn aus weiter Ferne harmonische Klänge an mein Ohr drängen und der himmlische Bräutigam mir selbst ein Kleid anlegte, das licht war wie der Sterne Prangen, mir einen Ring an den Finger streifte, gleich dem Band der Liebe, das mich unauflöslich mit ihm vereinigte.
Mein Herz war erfüllt von tiefer Dankbarkeit vor allem gegen den lieben Gott, der mich durch Kämpfe zu solcher Herrlichkeit geführt, aber auch gegen meinen gütigen Seelsorger, der mich mit Sorgfalt auf den größten Tag meines Lebens vorbereitete. Dank allen Menschen, welche mir das Seleite gaben, und mich diesen Tag erleben ließen.
Frei und treu habe ich die Wahrheit gesucht und gefunden durch die Gnade Gottes und die Fürbitte der himmlischen Mutter.
zu sollen. Es ist leichter, viel leichter, alle Dienste mit gesunden Glieder tun zu dürfen, als krank dagegen zu müssen, indes man so gerne arbeiten und schaffen, sich regen und sich rühren wollte. Darum Geduld haben und üben und bewahren.
Wie sollen unsere Kranken nicht täuschen und betrügen. Auch der Kranke hat ein Recht aus Wahrheit und Klarheit, so wie der Gesunde. Es will der Gesunde stets wissen, wie es um sein Geschäft, seine Lage, sein Einkommen steht. Was würde es ihm auch helfen, sich selber zu täuschen, oder täuschen zu lassen? Eines Tages käme die Erkenntnis ihm doch beim Zusammenbruch, und dann wäre es zu spät, — zu spät. — Kranke sollen getrost wissen, wie es um sie steht; sie haben ein Recht darauf, es zu wissen. Man meint zwar, das würde sie sehr aufregen, und dadurch könnte man ihrem Zustande schaden. Vielleicht aber ist im Innern etwas in Unordnung, was sie noch weit mehr aufregt: wird es beseitigt durch Beichte und Empfang der hl. Wegzehrung, so kommt ein wahrer Friede über die Seele, der auch dem körperlichen Befinden wohl tut. So oft tritt nach dem Empfang der hl. Oelung eine Besserung ein. Das ist nicht Zufall. Doch, selbst wenn die erste Nachricht, es stehe ernst und schwer um ihn, den Kranken etwas erregt, was schadet das? Ist es nicht heilsamer und besser, ihm zunächst einige harte, bittere Augenblicke aus Liebe und Sorge bereiten zu müssen, aus denen ihm dann der Seelenfriede geboren wird? Während umgekehrt alle Anverwandten sich später bittere Vorwürfe machen, wenn sie sich sagen müssen: „Es ist vorbei, — es ist zu spät, — einige Stunden eher, und wir hätten ihm die Wohltat und den Segen der hl. Sterbesakramente bereiten können, zum ewigen Hâ für seine unsterbliche Seele!" Wer will solche Verantwortung auf sich laden. Darum, seid ehrlich. Das kann und soll natürlich, wie alles am Krankenbett, schonend und liebevoll, zart unb sanft geschehen: im Ton für- sorgender Liebe, treuester, helfender Vorsorge.
Dann dient es dem Kranken sicherlich zum Frieden und zum Heile. Gibt Gottes Güte ihm die Genesung, so wird er diese Zeit preisen: denn mit dem Heil des kranken Körpers ist ihm mehr noch das Heil der kranken Seele. zuteil geworden, und das ist der größere Segen. Auch Jesus Christus sorgte bei den Kranken zuerst für die kranke Seele.
Das hl. klbendmahl von Leonardo da Vinci.
In so manchem Zimmer hängt das weltbe- rühuite Abendmahl, das Leonardo (geboren 1452 in Vinci bei Florenz) in den neunziger Jahren des 15., Jahrhunderts im SpÄsesaal des Klosters S Maria delle Gracie malte, als Zierstück an der Wand, so manchem Erstkommunikanten ward es bisher durch den Seelsorger als Andenken an den schönsten Tag des Lebens überreicht, so mancher hat einen guten Freund damit beglückt.
Um ein tieferes Eindringen des andächtigen Beschauers zu fördern, feien, die Ausführungen Goethes über das Werk des Italieners hier angeführt:
„Das Aufregungsmittel, wodurch der Künstler die ruhig heilige Abendtafel erschüttert, sind die Worte des Meisters: „Einer ist unter Euch, der mich verrät!" Ausgesprochen sind sie, die ganze Gesellschaft kommt darüber in Unruhe; er aber neigt sein Haupt, gesenkten Blickes, die ganze Stellung, die Bewegung der Arme, der Hände, alles wiederholt mit himmlischer Ergebenheit die unglücklichen Worte, die das Schweigen selbst bekräftigt: Ja, es ist nicht anders! Einer ist unter Euch, der mich verrät!
Die Gestalten zu beiden Seiten des Herrn lassen sich drei und biet zusammen betrachten, wie sie denn auch so jedesmal in Eins gedacht, in Verhalt- nis gestellt und doch in bezug auf ihre Nachbarn gehalten sind.
Zunächst an Christi rechter Seite Johannes, Judas und Petrus. Petrus, der entfernteste, fährt nach seinem heftigen Charakter, als er des Herrn Wort vernommen, eilig hinter Judas her, der sich, erschrocken aufwärts sehend, vorwärts über den Tisch beugt, mit der rechten, festgeschlossenen Hand den Beutel hält, mit der linken aber eine unwillkürliche krampfhafte Bewegung macht, als wollte er sagen: Was soll das heißen? Was soll das werden? — Petrus hat indessen mit seiner linken Hand des gegen ihn geneigten Johannes rechte Schulter gefaßt, hindeutend auf Christum, und zu- gleich den geliebten Jünger anregend, er solle fra-
Unsere Kranken und wir.
„ Wie viele Krankenheilungen berichtet uns doch das Neue Testament. Immer klammerte sich alles Elend der Erde, die Not der Menschenkinder an den Saum des Heilandsgewandes. Immer half er. Ein Machtwort sprach er, oder er legte« ihnen die Hande auf. Er heilte am Sabbat und an allen an- veren Tagen, denn seine segnende erlösende Heilandsarbeit war die des Arztes, der rettet und zu neuem Leben erweckt.
Wenn wir etwas von feiner Macht zur Hilfe und zum Heilen hätten! Wie oft ist dies unser sehnlicher Wunsch. Doch, das ist uns nicht vergönnt und nicht gegeben. Wir müssen in der alltäglichen Weste den Kranken dienen und sie pflegen.
Wir sollen unsere kranken lieben, das will be- sagen: nie es fühlen und empfinden lassen, daß sie uns Muhe bereiten und daß uns ihre Pflege zur Last wird. Im Kranken sollen wir Christus sehen m pflegen. Das ist das Geheim- nis der Barmherzigen Schwestern und ihrer nie er« nubenben Geduld, Liebe, Sorge am Krankenbette, bei Tag und Nacht.
Hre Eigenheiten und Schwächen "^u. Es ist leichter, viel w ? fprn^ V »3U pflegen und zu betreuen, als leichter 8U liegen. Es ist leichter, viel
)ier' Geduld zu predigen, als wie sie selber üben
’ gen, wer denn der Verräter sei. Einen Messergriff in der Rechten setzt er den: Im-. umv umuch zu.
; fällig in die Rippen, wodurch dessen erschrockene 1 Vorwärtsbewegung, die sogar ein Salzfaß um- i schüttet, lAücklich bewirkt wird. Düse Gruppe kann als die zuerst gedachte des Büdes angesehen werden, sie ist die vollkommenste.
Wenn nun auf der rechten Seite des Herrn mit mäßiger Bewegung unmittelbare Rache angedroht wird, entspringt aus seiner linken lebhaftes Entsetzen und Abscheu vor dem Verrat. Jakobus der Aelchre beugt sich vor Schrecken zurück, breitet die Arme aus, starrt, das Haupt niedergebeugt, vor sich hin, wie einer, der das Ungeheure, das er durchs Ohr vernimmt, schon mit Augen zu sehen glaubt. Thomas erscheint hinter seiner Schulter hervor, und sich dem Heiland nätjernb, hebt er den Zeigefinger der rechten Hand gegen die Stirn. Philippus, der dritte zu dieser Gruppe gehörige, rundet sie aufs lieblichste; er ist aufgestanden, beugt sich gegen den Meister, legt die Hände auf die Brust, mit größter Karheit aussprechend: *
„Herr, ich bin's nicht! Du weißt es! Du kennst mein reines Herz. Ich bin's nicht!
Und nunmehr geben uns dis benachbarten drei letzteren dieser Seite neuen Stoff zur Betrachtung. Sie unterhalten sich untereinander über das schrecklich Vernommene. Matthäus wendet mit eifriger Bewegung das Gesicht links zu feinen beiden Genossen; : ie Hände streckt er mit Schnelligkeit gegen den Meister, und verbindet so durch das unschätzbarste Kunstmitte! seine Gruppe mit der vorhergehenden. Thäddäus zeigt die heftigste Ueber- raschung, Zweifel und Argwohn: er hat die linke Hand offen auf den Tisch gelegt und die rechte dergestalt erhoben, als stehe er im Begriff, mit dem Rücken derselben in die linke einzuschlagen; eine Bewegung, die man wohl noch von Naturmenschen sieht, wenn sie bei unerwartetem Vorfall ausdrücken wollen: Hab' ich's nicht gesagt! Hab' ich's nicht immer vermutet! — Simon sitzt höchst würdig am Ende des Tisches, wir sehen daher dessen ganze Figur; er, der älteste von allen, ist reich mit Falten bekleidet; Gesicht und Bewegung zeigen, er sei betroffen und nachdenkend, nicht erschüttert, kaum oe» wew.
Wenden wir nun die Augen sogleich auf das entgegengesetzte Tischende, so sehen wir Bartholo- ntäits, der auf dem rechten Fuß, den linken übergeschlagen, steht, mit beiden ruhig auf den T'sch gestemmten Händen, seinen übergebogenen Körper unterstützend. Er horcht, wahscheinlich zu vernehmen, was Johannes vom Herrn ausfragen wird: denn überhaupt scheint die Anregung des Lieblmgsjüngers von dieser Seite auszugehen. Jakobus der jüngere, neben und hinter Bartholomäus, legt die linke Hand auf Petrus Schulter, so wie Petrus auf die Schulter des Johannes, aber Jakobus mild, nur Aufklärung verlangend, wo Petrus schon Rache droht. Und also wie Petrus hinter Judas, so greift Jakobus der jüngere hinter Andreas her, welcher als einer der bedeutendsten Figuren mit balbaufgehobenen Armen die flachen Hände vorwärts zeigt als entschiedenen Ausdruck des Entsetzens, der in diesem Bilde nur einmal vorkommt, während er in unteren meniger geistreich und gründlich gedachten Werken sich leider nur zr oft wiederholt."
Das einfache Mittel.
Vor vielen Jahren war in Bauern ein alter General, ein furchtbarer Kommißkopf, der verlangte, daß jeder Hauptmann wissen solle, wer in der Kompagnie Socken oder wer Fußlappen trage. Das wußte natürlich keiner genau, nur beim Hauptmann Braun da klappte die Geschichte jedes- mal vorzüglich. Wenn der General bei der Besichtigung fragte: „Herr Hauptmann, was trägt dieser Mann?", da sagte der Hauptmann Broun: „Der Haßelmüller, der trägt nur Fußlappen". Und richtig, der Mann zog seine Stiefel aus und die Sache stimmte. Und so war es auch mit den Socken; der General durfte Stichproben machen, soviel er wollte. Die anderen Kompagniechefs zerbrachen sich den Kopf, wie Braun das anstelle, und einmal im Kasino nach einer süffigen Pfirsichbowle entlockten sie ihm das Geheimnis. „Das ist doch so einfach", sagte Braun, „am Tage einer Besichtigung trägt jed-L Mann meiner Kompagnie an einem Fuß einen Socken, am anderen einen Fußlappen und zieht dann der Stiefel aus, der in Betracht kommt. Bei wem die Sachs nicht klappt, der fliegt drei Tage ins Loch."