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Wochenkalender.

Sonntag, 1. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Petri Kettenfeier. 7 makkabäische Brüder.

Montag, 2. August. Alfons Maria von Liguori, Stif­ter der Redemptoristen, + 1787. Stephan 1., Papst, Start, f 257. Portiunkula.

Dienstag, 3. August. Auffindung der Reliquien des hl. Erzmartyrers Stephanus.

Mittwoch, 4. August. Dominikus, Stifter des Prediger- Ordens, f 1221.

Donnerstag, 5. August. Maria Schnee.

Freitag, 6. August. Fest der Verklärung Thristi auf Tabor. Herz- Jesu. Frei tag.

Samstag, 7. August. Kajetan, Stifter der Theatiner, t 1547. Donatus, Bisch., Mart., f 361.

Zehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Luk. 18, 914.)

In jener Zeit sprach Jesus zu einigen, die sich selbst zutrauten, daß sie gerecht seien und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin, wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Ungerechten, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen gen Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht; denn ein jeder, der sich selbst erhöht, wird er­niedrigt und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Rn vollbesetzter Tafel.

althassar schwelgte einst an vollbesetz­ter Tafel. Er und seine Großen und die Weiber seiner Großen saßen bei den Platten und schlürf­ten die köstlichen Weine. Da er- ----scheint eine Geisterhand:Mane, Thekel, Phares". Die Türe springt auf, der Feind dringt ein, und alle werden niedergemetzelt.

Dieses Gastmahl war ein Todesmahl. Ich weiß eine andere Tafel; vollbesetzt. Sie bringt Leben: ewiges Leben. Das ist der Altar, das ist die auf Cem Altar dargebrachte Messe, das ist das nom Elitär ausgeteilte Himmelsbrot. Und es ist einLab- al für Himmel und Erden, für Gott und Menschen, jur Zeit und Ewigkeit.

Einst stieg ein Wohlgeruch zum Himmel. Wohl­geruch vom Opfer des Abel. Wohlgeruch für Gott, âohlgeruck vom Opfer der Lämmer. Aber hier wird Christus selbst geopfert, Chii- L Lmnm Gottes, Christus, welcher hinweg- n-mmt die Sunden der Welt. Da steigt Woh-- an^tUt^^ geistiger Wohlgeruch: Lob Dank, Sühne und Abbitte werden ihm geleistet;

Bitten steigen zu ihm empor. Rede nicht von den Hekatomben von Böcken, Widdern, Schafen, Rin­dern, Tauben, welche die Israeliten im Tempel zu Jerusalem dargebracht haben. Reben ein einziges Meßopfer gehalten sind sie alle wie ein Johannes- würmchen gegen die Sonne; wie ein Sandkorn ge­gen das Riesengebirge; wie eine Tannennadel ge­gen den ganzen deutschen Wald. Dazu kommt, daß die alten Opfer Sinn, Bedeutung und Kraft nur hatten mit Bezug auf das Opfer des neuen Bundes, das Kreuzopfer, das Meßopfer. Denn wie konnte das Blut von tRinb^n und Kühen die Seelen reinigen? Den himmlischen Vater versöh­nen? Friede und Versöhnung stiften? Alle jene Opfer haben dem lieben Gott nur dadurch ge­fallen, daß sie Vorbilder des späteren Opfers wa­ren. Durch die Teilnahme an diesen Opfern, durch den Glauben an einen künftigen Eröser konnten die Juden Verzeihung finden. Nicht durch die Opfer als solche wurden die Israeliten gerecht­fertigt, sondern durch den Glauben an den künf­tigen Messias.

Unsere Aufgabe auf dieser Welt ist, daß wir unsern Gott und Schöpfer ehren und loben. Jedes Gebet ist ein Lob Gottes. Jede Tugend, Gott zu- lieb geübt, ist ein Lob Gottes. Das höchste Lob Gottes ist aber das Opfer, das Meßopfer. Wenn Petrus und Paulus, Jakobus und Johannes, Lau­rentius und Sebastianus, Benediktus und Bern- Hardus, Dominikus und Franziskus, Aoisius und Alphonsus, Klara und Theresia, wenn alle Apostel und Märtyrer, alle Bischöfe und Bekenner, alle Ordensstifter und Jungfrauen, wenn alle Heiligen und Auserwählten des Himmels samt allen Chö­ren der Engel und Erzengel, der Cherubim und Seraphim, und an ihrer Spitze die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria Gott loben würden, so wäre doch ein einziges Meßopfer, dargebracht vom jüngsten Priester, der keine an­dere Würde als seine Ordination, wohlgefälliger vor Gott und wirksamer an Gnade. Und warum? Ganz einfach deshalb, weil beim ersten Lob Men­schen es sind, Engel es sind, Geschöpse es sind, Kreaturen es sind, die Gott loben. Beim hl. Meß­opfer aber ist es der Sohn Gottes, ist es Jesus Christus, welcher der göttlichen Majestät ein eben­bürtiges Lob darbringt.

Das gleiche ist zu sagen vom Dank. Wir leben. Dafür schulden wir Gott Dank. Wir atmen, wir essen und trinken; dafür schulden wir Dank. Wir haben die Güter der Seele, Wahrheit und Gnade. Dafür schulden wir Gott Dank. Wir haben die Anwartschaft auf die ewige Seligkeit. Dafür schul­den wir Gott Dank. Der würdigste Dank ist jener, den Christus erweist bei der hl. Messe, und den wir selbst mit ihm darbingen in eben diesem Ge­heimnis.

Von dieser vollbesetzten Tafel genießen auch die Menschen. An dieser Tafel sitzen die Priester und

die Laien. Satt essen und trinken kannst du da deine Seele, trinken Gnade und Segen. O sacrum convivium, o hl. Gastmahl, in welchem Christus genossen, das Andenken seines Leidens gefeiert, die Seele mit Gnade erfüllt und uns ein Unterpfand der ewigen Seligkeit gegeben wird. Alleluial

Was nützt aber das reichste Mahl, wenn man nicht davon kostet? Wenn man daneben verhun­gert und verdurstet? Wenn man nur sich unterhal­len würde, ohne einen Bissen zu kosten? So nützt auch die hl. Messe denen nichts oder wenig, di«, anstatt Gnaden aufzunehmen, sich ausgießen in Zerstreuungen, in Torheiten und Albernheiten, in weltliche Gespräche und Unterhaltungen. Zwei Menschen siehst du heute im Tempel. Beide beten. Und dennoch: der eine ging gerechtfertigt nach Hause, der andere nicht. Er ist umsonst im Tem­pel gewesen. Er hat seinen Zweck nicht erreicht. Er hat seine Zeit verschwendet. Denn sein Gebet war Hochmut. Sein Gebet war Verletzung der Nächstenliebe sein Gebet war Aergernis über den Zöllner. Geh nicht in den Fußtapfen des Phari­säers. Bete im Tempel, bete in der hl. Messe. Bete aber ohne Verletzung der Demut und gib kein Aergernis und nimm kein Aergernis. Das Aer­gernis ist Mehltau, ist Rost und Gift für die An­dacht. Herzlich gern ginge ich in die Kirche, höre ich manchen sagen. Aber da muß ich mich jedes Mal ärgern. Ich sehe da manchen, der schwätzt wie aus dem Markte: ich sehe da manche, die sich auf« putzt wie ein Pfau, die der schlechten Mode huldigt, die ihr Fleisch zur Schau trägt. Was soll ich dir da sagen? Daß all diese bedauernswerten Zustände in der Kirche für dich keine Entschuldigung sind weg. zubleiben, keine Entschuldigung, es auch so zu ma­chen. Schreibe in dein Gebetbuch mit großen Let­tern die Worte: Mensch, ärgere dich nicht. Kehre aber den Stiel um. Gib ein gutes Beispiel. Geh nach ehrfurchtvoller Kniebeugung still an deinen Platz. Bewaffne dich mit Gebetbuch. Lies dar­aus, indem du bisweilen am Altar dich orien­tierst. Bete zwischen hinein meinetwegen auch ein Gesetzlein Rosenkranz. Auch eine geistliche Lesung zur Abwechslung. Mach keine Pause der Zer­streuung, des Müßiggangs. Denn das ist eine Bresche, durch die der Teufel einzieht und deine

Seele aus

plündert.

Der Vurgpfarrer.

Es

Portiunkula.

war eine gewaltig bewegte Zeit, voll der

größten Gefahren und brodelnder Gärung neue­rungssüchtiger Geister, eine Zeit des erschütternd­sten Gegensatzes zwischen reich und arm, Sünde und Heiligkeit, irdischem Sinn und himmlischer Liebe, als ein armer Einsiedler im schattigen Tale von Spoleto in Italien sich abmühte, ein zerfallenes.