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Kassel, den.25 3uli (926.

36. Mrg. -

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für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Salbpfennig 3 40 Salbpfennig (freibl.) Redaktions­chluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Lolonelzeile im Reklamsteil 0,S0 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda fein.

Druck und Verlag der Fuldre Acklendruckerei.

VochenKalender.

Sonntag, 25. Juli. g. Sonntag nach Pfingsten. Ja- tobu§, Apostel. Christophorus, Mart., f 259.

Montag, 26. Juli. Anna, Mutter der seligsten Jung­frau Maria.

Dienstag, 27. Juli. Pantaleon, Mart., f 303.

Mitiwoch, 28 Juli. Nazarius, Celsus, f um 63. Vik- tot 1., Papst, f 272, Mart.

Donnerstag, 29. Juli. Simplizius, Faustinus, Beatrix, Mart., f 304. Martha, Jgfr. Felix 2., Papst, Mart, f 376.

Freitag, 30. Juli. Abdon und Sennen, Mart., f 250. Samstag, 31. Juli. Ignatius o. Loyola, Stifter der

Gesellschaft Jesu, f 1555.

neunter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Luk. 19, 4147.)

In jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam und die E-tadt sah, meinte er über sie und sprach SBenn doch auch du es erkenntest und zwar an diesem Deinem Tage, was dir zum Frieden dient! nun aber rst es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden . ^ dich kommen, wo deine Feinde dich mit emem Walle umgeben, dich ringsum einschließen und von allen Seiten dich beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern und in dir keinen Stein auf dem andern rassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht er« rannt baft. llnb als er in den Tempel kam, fing er an, die Käufer und Verkäufer, die darin waren, hinauszutreiben und er sprach zu ihnen: Er steht ne« schrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte täg. Uch im Tempel.

Ich klage an".

« Pharisäer und Schriftgelehrten hatten dem Heiland immer etwas am Zeug zu flicken. Immer hat­ten sie etwas zu nörgeln und zu kritisieren. Ob er nun mit Güte ober Strenge, in Majestät oder

Herablassung auftrat, nie konnte er es Ihnen recht machen. Wenn man eben nicht will, dann ist alles umsonst. Begreifen wir da den Ausbruch der Trä­nen aus feinen Augen und der Klagen aus feinem Munde im heutigen Evangelium? --

Ist es da ein Wunder, wenn es auch heutzutage Teufe gibt, die am Heiland, an feinen Lehren, Stiftungen und Einrichtungen so manches auszu- letzen haben? So gibt es auch Katholiken, die bas hl. Meßopfer als Ankläger auftreten.

mm es. Nicht den Anschein hat, als würden wir ^.^^lurchten und damit wir andererseits störk-n Katholiken in ihrer Ueberzeugung be- tcher ° "âen wir auf diese Anklagen in heu- nger Lesung etwas eingehen.

baueAäV^ die W- Messe zu lange PwErclw^! b-n ^"' ein feierliches Amt in der ^ad mi^ oll^er im Dom würde mit allem Gesang ^em SeremonieK zwei Stunden dauern.

v'ft das zu viel? Ist es zu viel im Vergleich mit den Theaterstücken, denen manche beiwohnen und die nicht bloß zwei, sondern manchmal drei und vier Stunden dauern? Sieh, auch die hl. Messe ist ein Schauspiel, aber kein irdisches, sondern ein himmlisches, kein menschliches, sondern ein göttliches; und kein bloßes Spiel, sondern Wirklichkeit und hei­liger Ernst, es ist die Auffrischung, die Erneuerung des blutigen Opfers am Kreuz. Und da nennst du zwei Stunden zu lang, wo doch unser Heiland drei Stunden zu seinem Kreuzesopfer gebraucht hat.

Ist es zu lang im Vergleich zum ganzen Sonn­tag? Wie jeder andere Tag, so hat auch dec Sonntag volle vierundzwanAtz Stunden. Zwei Stunden sind davon der zwölfte Teil. Ist das wohl zu viel? Dabei sind zwei Stunden eine Aus­nahme. Die gewöhnliche Sonntagsmesse oder das Sonntagsamt dauert meist nur eine Stunde und etwas darüber, während die einfache Werktagsmesse über eine halbe Stunde kaum hinausgeht. Das soll zu viel sein! Wer das behauptet, legt ein Zeugnis ab für feine Unwissenheit und Lauheit. Nicht lang ist die hl. Stesse, wohl aber langweilig für Katho­liken, die von der hl. Messe durch ihre eigene Schuld nichts verstehen. Wer aber in der hl. Messe sich andächtig beschäftigt, dem ist sie noch nie lang vor- ommen. Im Gegenteil; es geht ihm wie dem hl. Aloisius, der nach langem Aufenthalt in der Kirche nur mit Schmerz sich trennen konnte von der Nahe seines Jesus und deshalb wie zur Entschul­digung ausrief:Herr, der Gehorsam ruft."

Ich klage an, daß ich von der Messe nichks verstehe. Wieso versteht du nichts davon? Weil ich nicht auf dem Gymnasium gewesen bin, sagst du; weil ich nicht studiert habe. Ich bin ein Bauer, ein Arbeiter, ein Maurer, ein Bürger, ein Kauf­mann, ein Beamter, ein Dienstmädchen eine Mut- tor; was soll ich mit Latein anfangen?

Gewiß meine Lieben, die hl. Messe wird in Sa= tem gelesen, ich mute dir nicht zu, diese Sprache zu kennen oder nachträglich noch zu erlernen. Frei­lich will ich dabei erwähnen, daß es Männer und Frauen, sogar Kinder gibt, die im Schrveiße des Angesichts sich abmühen, das Latein aus Büchern und Zeitschriften wenigstens notdürftig zu erlernen, nur um der hl. Messe besser folgen zu können. Solch ein Eifer verdient alle Hochachtung. Aber ich verlange es nicht, und die Kirche verlangt es auch nicht. Ich habe dir aber auf deine Anklage folgendes zu erwidern:

a) Die hl. Messe wird in lateinischer Sprache ge­eiert, weil das die Sprache der Kirche ist, die Sprache des alten Roms, jener Stadt der Vor- ehung, in welcher Christi Stellvertreter feinen Sitz fak, von wo der Glaube ausgegangen ist wie Strah- en von der Sonne.

b) Diese Sprache ist besonders ehrwürdig und kräftig wohlklingend und inhaltsreich, gerade w" geschchfen, die großen Dogmen und erhabenen Ge­bete der Kircke in eine würdige Form zu gießen

c) Diese Sprache gibt der kath. Kirche Einheit und Geschlossenheit in ihrem Gottesdienst. Jeder Katholik, der über die Grenzpfähle seiner engeren Heimat schon hinausgekommen ist, hat in der Schweiz, in Italien, in Frankreich, in Spanien und überall in der Fremde mit Freuden wahrgenom­men, daß dort das Kyrie, das Credo das Sanc­tus, die Wandlung, das Benedictus, das Agnus Dei und alle anderen Teile der hl. Messe in der gleichen Weise gehalten werden wie in der Heimat.

d) Versteht man denn alles in Theaterstücken und Opern? Und wenn man sich auch mit einem Textbuch bewaffnet, was nützt das, wenn nachher dis Lichter ausgedreht werden? Und dennoch geht man für fein gutes Geld hinein und amüsiert sich vortrefflich oft bei den größten Banalitäten. Und die hl. Messe sollte man scheuen, weil man nicht alles versteht? Das ist eine faule Ausrede. Im übrigen, wenn du auch nicht jeden einzelnen Satz und jedes einzelne Wort verstehst, so verstehst du doch den Sinn im allgemeinen. Und wozu gibt es Unterrichts- und Eebetsbücher? Es gibt ja jetzt Meßbücher für Laien (Schott und Bihlmeier), wo man dem Priester Wort für Wort folgen kann. Kürzlich sah ich in meiner Pfarrkiche einen Jung- borner von etwa zwanzig Jahren, der während der hl. Messe mit größter Aufmerksamkeit in fei- nemSchott" los; neben ihm kniete wohlbehütet sein zehnjähriges Brüderlein, ebenfalls schon mit einemSchott" bewaffnet. Es war rührend, wie der ältere feinem jüngeren Bruder geholfen hat in der hl. Messe mitzukommen. Sieh, da hast du ein Stück derliturgischen Bewegung". Bedenke auch, daß die Messe keine Predigt ist, sondern ein Got­tesdienst, der auch dann einen Sinn hat, wenn kein Mensch etwas versteht. So wären denn alle Anklagen aufgelöst wie Rauch in der Luft und hell wie der blaue Himmel erstrahlt die Herrlichkeit der hl. Messe.

Der Burgpfarrer.

Vie größte Wohltat.

,,D:e größte Wohltat, die Gott einem Menschen m der Natur zuwenden kann, ist ohne "Zweifel das Geschenk einer wahrhaft christlichen Mutter.

sage mit Absicht nicht einer zärtlichen, liebe­vollen Mutter; denn wenn die Mutter selbst vom Zeche der Welt erfüllt ist, so ist ihre Liebe dem Kinde nicht nützlich, sondern verderblich. Aber eine christliche Mutter ist unter allen Gottesgaben die größte. Wenn die Mutter schon lange im Grabe ruht, der Sohn aber, von den Stürmen des Lebens ergriffen, hin- und hergeworfen wird und nahe daran ist, Glauben und Sitte einzubüßen, dem ewigen Verderben anheimzufallen, so wird die fromme, edle Gestalt seiner christlichen Mutter ihm noch erscheinen und ihn mit wunderbarer Gewalt auf die Bahn des Glaubens und der Tugend