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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint [eben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe ^ ZS Goldpfennig B 40 Galdpfemüg (srelbl.) Redaktions- schluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklametell 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.
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Wochenkalender.
Sonntag, 18. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Ca- millus v. LelliS, Ordensstifter, f 1614. Sympho- rosa und ihre 7 Löhne, Mart, im 2. Jahrhundert. Montag, 19. Juli. Vincenz v. Paul, Stifter der Lazaristen und Vinzentinerinnen, f 1660.
Dienstag, 20. Juli. Hieronymus Aemilianus, Bek., t 1537. Margareta, Jgfr., Mart., | 275.
Mittwoch, 21. Juli. PraxedeS, Jgfr., f im 2. Jahrh.
Donnerstag, 22. Juli. Maria Magdalena, Büßerin.
Freitag, 23. Juli. Apollinaris, Bischof, Mart., t 81. Liborius, Bisch., f 397.
Samstag, 24. Juli. Vigil des Festes des hl. Jakobus, Apostel. Christina, Jgfr., Mart., f 303.
Achter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 16, 1—9.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern dieses Gleichnis: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, und dieser kam in Übeln Ruf bei ihm, als hätte er seine Güter verschwendet. Er rief ihn also und sprach zu ihm: Warum höre ich das von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht mehr Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich: WaS soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung abnimmt? Graben kann ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit, wenn ich von der Verwaltung entfernt sein werde, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. Ec rief nun alle Schuldner seines Herrn zusammen und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Dieser aber sprach: Hundert Tonnen Oel. Und er sprach: Nimm deinen Schuldschein, setze dich geschwind und schreibe fünfzig. Dann sprach er zu dem Andern: Wie viel aber bist du schuldig? Er sprach: Hundert Dlalter Weizen. Und er sagte zu ihm: Nimm deine Handschrift und schreibe achtzig. Und es lobte der Herr den ungerechten Verwalter, daß er klug gehandelt habe; denn die Kinder dieser Welt sind in ihrer Art klüger, als die Kinder des Lichtes: Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mittelst des ungerechten Reichtums, damit, wenn es mit euch zu Ende geht, sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen.
Der würdige Schlußakt.
reu seid ihr mir in der Erklärung der hl. Messe gefolgt und habt mich begleitet auf dem blutigen Pfade zum Kalvarienberg. Wir r haben gesehen das Stasfelgebel, . _‘ den Introitus, das Kyrie, das Gloria, je Kollekte, die Epistel, das Evangelium, das Credo. Alle diese Teile zusammen heißen Vor- messe. Dann sind wir eingetreten in das Tor der eigentlichen Meßfeier mit ihren Hauptteilen, der Opferung, Wandlung und Kommunion. Wir haben vetrachtet die Opfergaben und die Opferhandlung mit ihren Zeremonien und Gebeten, die Präfation, Lie Torbereitung zur Wandlung, die zweifache hoch, herrliche Wandlung, die Gebete nach der Wandlung, ^ster, das Agnus Dei, die Vorbereitung die hl. Kommunion selber unter 3 .l Gestalten. Nun seid beharrlich und begleitet
mich noch zum würdigen Abschluß des gnadenreichen Dramas.
Da ist zunächst die „Eommunio" oder der Kommunionvers, meist eine Stelle der hl. Schrift oder ein Erguß des hl. Geistes durch den Mund der Kirche. Die heutige „Communio" ist dem Psalm 33 entnommen und lautet: „Eustate et videte" — „Kostet und sehet, wie süß der Herr ist; selig der Mensch, der auf ihn vertraut". Das ist offenbar I eine Anspielung auf das vorausgegangene Liebes- mahl. Kein Honig ist so süß, kein Trunk so köstlich ' wie der Leib und das Blut Christi für die Seele.
„Nichts süßeres gesungen wird, nichts lieblicher zu denken ist,
Als Du, Sohn Gottes, Jesus Christ".
Darauf wendet sich der Priester zum Volk mit dem bekannten Gruß: Dominus vobiscum und spricht oder singt dann die „Postcommunio", eine Art Schlußgebet, das in Ritus und Zahl der Kollekte entspricht. Meist bezieht sich dieselbe auf die Wirkungen der hl. Kommunion. So lautet zum Beispiel die heutige Postcommunio: „Es sei uns, o Herr, eine Erquickung für Leib und Seele das himmlische Geheimnis (der hl. Messe und Kommunion); laß uns die Wirkung der Feier wahrneh. men, die wir begehen. Durch Christum, unsern Herrn".
Es folgt: Dominos vobiscum und das bekannte und beliebte „Jte miss« est" mit den manigfachen, reichen und knappen Melodien. Was heißt aber „Jte missa est?" Es wird verschieden gedeutet. Der Sinn ist aber der: „Geht, es ist die Entlassung". Mit diesem Gruße hat ehemals der Diakon im Auftrag des Bischofs die Gemeinde in liturgischer Form aus dem Gotteshaus entlassen. In Ferial- und Bußmessen wird Jte missa est ersetzt durch: „Dene- dicamus Domino" — Laßt uns den Herrn preisen; damit ist wohl angedeutet, es möchten die Gläubl- gen mit Rücksicht auf den Bußgeist noch etwas im Gebete verharren. In der Tat wurde früher unmittelbar nach gewissen Messen oder Aemtern in Kathedral- und Konventualkirchen von der Geistlichkeit die „Landes" gesungen und das Volk angefeuert, dieser Gebetstunde möglichst beizuwohnen. In schwarzen Messen wird „Jte" ersetzt durch „Re- quiescant in pace" — laß sie ruhen in Frieden, um anzudeuten, daß die Hauptfrucht der Seelenmessen den Verstorbenen zugute kommen soll.
Tief gebeugt spricht dann der Priester in aller Stille folgendes flehentliche Bittgebet: „Es gefalle Dir, heiligste Dreifaltigkeit der Dienst meiner Knechtschaft und gewähre, daß dieses Opfer, das ich unwürdiger den Augen Deiner Majestät dargebracht, Dir wohlgefällig und mir und allen, für die ich es darbrachte, durch Deine Güte versöhnungskräftig fet. Durch Christus, unsern Herrn". Dann küßt der Priester den Altar, breitet die Hände zum Himmel, wendet sich zum Volke, und spricht, indem er ein großes Kreuz in der Luft zeichnet: „Es segne Euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der hl. Geist", Nimm den Segen auf, christliche Seele,
wie das dürre Land den Tau und bezeichne Dich ehrfurchtsvoll mit dem hl. Kreuz.
Mit dem Segen hat früher die Messe geschlossen. Auf Wunsch vieler Gläubiger ist es aber zur Gewohnheit geworden, den Prolog zum Iohannesevangelium noch beizufügen. Deshalb begibt sich der Priester nach dem Segen auf die Evangelienseite und liest dort das sogenannte letzte Evangelium, den Anfang des Iohannesevangeliums mit dem wunderbaren Zeugnis für die Präexistenz des Sohnes Gottes und seine Menschwerdung in der Fülle der Zeit. Nach der Ansicht des hl. Augustinus verdiente dieser Prolog, in goldenen Buchstaben geschrieben und an den hervorragendsten Plätzen der Kirchen angeschlagen zu werden.
Verlasse also nicht vorzeitig die Kirche; harre aus solange der Priester nicht am Altare seines Amtes waltet. Geht denn jemand von einem Feste weg, bevor die Preise verteilt sind? Jede hl. Messe ist ein Fest der Gnade, und denjenigen, die dabei in Andacht ausharren, werden Preise ausgeteilt.
Der Segen des Priesters geleite dich dann durch alle Stunden, Arbeiten, Freuden und Leiden des ganzen Tages.
Eib, Herr, uns deinen Segen, Um den wir zu dir flehn. Daß wir auf deinen Wegen Durchs Leben freudig gehn; Daß nimmer wir ermatten, Daß über unserm Haupt Nicht lagert Todesschatten Und uns dein Antlitz raubt.
Der Burgpfarrer,
Belohntes vertrauen.
Nach einer wahren Begebenheit von L. M.
Der schöne Junimonat war angebrochen. Seit allersher wurde er in der Bergpfarrei besonders festlich begangen. Jeden Abend scharten sich die Andächtigen um das schön geschmückte Herz-Jesu- Bild in der Pfarrkirche. Eben war die feierliche Eröffnung der Herz-Jesu-Andacht vorbei; herrlich hatte der Pfarrer gesprochen von der Liebe des Herzens Jesu, mit welcher er die armen Sünderherzen an sich zu ziehen versuchte, und von dem festen Vertrauen, das die Gläubigen zum Herzen Jesu haben sollten.
„Heiligstes Herz Jesu, ich vertraue auf Dich"« so war sein Schlußwort verhallt.
Im Garten der Kaplanei, wo der Rosendust sich mit dem herben Gerüche des Buchsbaumes oer* mischte, saßen am anderen Tage in einer lauscht gen Grotte die Schwester des Kaplans und ihr jün- gerer Bruder in ernstem Gespräch vertieft. Zu ihren Füßen hatte sich „Slava", der, prachtvolle Hund, der einem Eisbären nicht unähnlich sah, hm- gestreckt. Es war die Vorbereitungszeit auf die erste heilige Kommunion, die der kleine Quintaner Hans noch in diesem Monat empfangen sollte. Wie