Einzelbild herunterladen
 

Grüne Tomaten gebraten. Die Tomaten wer­ten in zentimeterdicke Scheiben geschnitten. An­fang und Ende der Frucht wird wegen der dicken Schale weggelassen. Die Scheiben werden gesalzen, in Mehl gewendet und in heißer Butter auf beiden Seiten schön knusperig gebraten. Noch warm wer­den sie mit geriebenem Schweizerkäse bestreut und zu Salat gereicht.

Gefüllte Tomaten. Dazu verwendet man mög­lichst gleichgroße, feste Früchte, von denen man einen Deckel abschneidet. Man höhlt das innereWeich- fleisch mit dem Lössel aus. Dieses Tomatenmark mischt man nun entweder feingewiegten Braten- resten, gekochtem und rohem Schinken zu gleichen Teilen oder Rind- und Schweinegehacktem zu glei­chen Teilen, fügt als würzende Zutat Salz, Pfeffer (noch besser Paprika), eine Messerspitze Kümmel (auf 2 Pfd. Tomaten rechnet man ^ Pfund Fleisch), eine walnußgroße, geröstete Zwiebel, eine feinge­wiegte Sardelle hinzu und bindet die Masse mit einem Ei und einer eingeweichten Semmel, die man trocken ausdrückt. Damit werden die Tomaten ge­füllt, mit den Deckelchen bedeckt, diese mit kreuzweise überbundenem Baumwoltfaden gehalten und darauf in Mehl gewendet und in Butter von allen Seiten schön angebraten und mit genügend Wasser 20 Mi­nuten gedämpft. Die Soße wird wie gewöhnlich ge­macht unter Beigabe von saurem Rahm. In diese Tomaten kann auch eine Fülle aus gedämpften Pil­zen, Champignons, Steinpilze oder Pfifferling ge­füllt werden.

Verschiedenes.

= Großenbach, (Kreis Hünfeld). Am Sonntag hielt Oer Raiffeisen Spar- u n d Darlehnskassen- verein unter seinem Vorsitzenden, Herrn Bürgermei­ster Brehler, eine außerordentliche Frühjahrsversamm- lung ab, zu welcher sich fast sämtliche Mitglieder ein-- gefunden Hatetn. Der Rechner, Herr Lehrer Gies, gab einen ausführlichen Bericht über die Verbandstagung in Eschwege, welche trotz Verlusten und Sanierungs- attionen freudige Schaffensbereitschaft bei den vielen hundert Erschienenen für die Raiffeisensache auslöste. Herr Direktor Hügel, gewissermaßen mit Herrn Dr. Thole, der landwirtschaftliche Beirat unserer Vereine, sprach auf Wunsch über Drainage und Pflege der Wie­sen. An beide Vorträge schloß sich eine lebhafte Erörte­rung an. Es wurde empfohlen, jetzt nach dem Schnitt der Wiesen mit Mischdünger, z. B. Kaliamonsalpeter die Wiese zu düngen. Bezüglich der Drainage der Wiesen soll Herr Direktor eine Begutachtung der fraglichen Wie­sen vornehmen. Der Liauptzweck der Generalversamm­lung war aber, einen Mann zu ehren, der sich um bte Raiffeisensache und damit um die ländliche Bevölkerung große Verdienste erwarben hat. Das ist Herr Geistlicher Rat Pfarrer L o in b von hier. Seit 1888 gehört er bet Raiffeisensache als eifriges Mitglied an, zuerst in Spahl, wo er den dortigen Verein gründen half, und jetzt bald 25 Jahre in Großenbach. Eine zeitlang war Pfarrer Lomb als Nachfolger des Herrn Dechanten Schmelz auch Unterverbandsdirektor. Unser jetziger Unterver- bandsbirektor, Herr Pfarrer Hannig, war vom Ver­band beauftragt, Herrn Geistlichen Rat die Ehrenurkunde des Verbands zu überreichen. Er tat es, indem er unter ehrenden Worten grundsätzlich auf die Wichtigkeit und ideale Bedeutung des Raiffeifenvereins hinwies. Der Raiffeisenverein ermöglicht es dem Landvolke, selbst dem geringsten Mann auf dem Lande, ohne große Ko­sten, Aktien oder Haftsummen sich mit seinen Standes- genossen wirtschaftlich zusammenzuschließen. Er be­wahrt das Landvolk am Besten vor Zersplitterung. Die­ser Aufgabe hat Herr Pfarrer Lomb sein Leben lang ge­dient. In das Hoch auf den Geehrten stimmte die Ver­sammlung freudig ein. Nachdem noch durch Herrn Pfar­rer Lomb auf die Spartätigkeit sowie auf die Cntwässe- "wg der Wiesen hingewiesen war, die genossenschaftlich -u geschehen hätte, sammelte Herr Rechner Gies Ver- einsbestellungen und Herr Bürgermeister Brehler schloß die vierstündige Versammlung mit Dankesworten an die Herren Redner.

Das Beschneiden des Fsrmobstss. Durch das Ab- schneiden der Spitzentriebe zu den Spalier- und Form­obstbäumen in Gärten und an den Hauswänden will der Baumzüchter, erreichen, daß sich die unteren Blattknospen an den heurigen Trieben in Fruchtknospen umwandeln. Wenn dieser Zweck erfüllt werden soll, so muß jetzt das Entspitzen der genannten Bäumchen vorgenommen werden. Denn durch diese kleine Operation wird die Fruchtbarkeit der Bäume gefördert, weil nämlich die oberste Spitze den größten Anteil an Saft für sich in Anspruch nimmt und nur durch ihre Entfernung auf die zurückbleibenden unteren Blattknospen verteilt wer­den kann. Wenn die neuen Triebe auf ungefähr 810 Blättern stehen, was jetzt der Fall ist, so werden sie über dem 5. Blatt entspitzt. Sollte sich aus der Blatt­achsel des letzten Blattes noch ein neuer Trjeb ent­wickeln, so wird dieser wieder unter dem 3. Aug; ent­fernt. Wenn sich nach diesem Eingriff auch nicht sofort

im nächsten Jahre Blütenknospen bilden, so erhalten wir doch im übernächsten Jahr bestimmt Früchte. Und dies ist doch letzten Endes der Zweck des Eingriffes, den wir am Spalierobstbaum vornehmen.

Einer der schlimmsten Schädlinge im Garten ist die Blattlaus. Im Mai beginnt diese die jungen Triebe zu befallen. Sobald man dies beobachtet, muß mit der Bekämpfung begonnen werden. Geeignete Bekämpfungs­mittel sind: 2030 Gramm Schmierseife in 1 Liter Wasser, Quassiabrühe oder Tabakbrühe. Entweder wird gespritzt/ oder noch besser die befallenen Trieb­spitzen werden mit obigem richtiggehend abgewaschen. Auf jeden Fall muß schnell zugegriffen werden, sonst rollen sich die Blätter zusammen, und die Pflanze stockt im Wachstum. Pflanzennahrung und nicht wieder ein« zuholende Zeit zum Wachsen werden vergeudet, wenn man säumig ist.

Oft hört man Klagen von Gartenbesitzern: Meine pfirsichbäume sind eingegangen, und ich hatte diese doch mit soviel Sorgfalt gepflanzt. Zurückgeschnitten sind sie natürlich nicht, denn davor scheuen sich die meisten Gar­tenfreunde. Für das ausgegebene Geld möchte man doch auch eine schöne Pflanze sehen, die schnell fruchten soll. Hier liegt der Fehler .Die durch das Verpflanzen stark verkümmerte Wurzel ist in der ersten Zeit nach dem Pflanzen gar nicht in der Lage, das gesamte Astgerüst zu ernähren. Daher ist es zumal beim Steinobst dringend erforderlich, die Triebe um die Hälfte ihrer Länge zu kürzen. Die Wurzeln hingegen werden nur leicht angeschnitten bezw. die schadhaften Stellen mit scharfem Schnitt entfernt. Häufiges durchdringendes Gießen und Bespritzen der Pflanze wirkt ebenfalls sehr wachstnmfördernd.

Große Mengen ausländischen Obstes werden Jahr für Jahr bei uns eingesührt, ein Beweis, daß die deutsche Obsterzeugung bei weitem nicht in der Lage ist, den Eigenbedarf zu decken. Dabei stellen die eingeführten Acpfel z. B. eine im Verhältnis zu den unseren wenig schmackhafte Qualität dar. Die amerikanischen Apfel- sorten zeichnen sich durch eine wunderbare Färbung und Duft aus, was durch das dortige Klima bedingt wird. Das gleiche Klima läßt aber die Säure des Fleisches nicht zur rechten Entwicklung kommen, und nur durch das richtige Verhältnis von Säure und Zuckergehalt wird dem Apfel der angenehme Geschmack verliehen, den wir so schätzen. Daher kann der amerikanische Apfel der Edelfrucht aus unseren Breiten im Wohlgeschmack nie gleichkommen. Viel mehr Obstbäume müssen bei uns gepflanzt werden, damit wir uns nicht nur von der Einfuhr freimachen, sondern auch den wirtschaftlich Schwächeren Gelegenheit gegeben ist, das gesündeste aller Nahrungsmittel billig zu erwerben.

Welchen Wert der Obstgenuß für die Volksgesund­heit hat, ist noch lange nicht hinreichend bekannt. Die furchtbaren Zahlen der Kindersterblichkeit in den Groß­städten stehen in krassem Gegensatz dazu, daß in der berühmten Obstbausiedlung Eden bei Oranienburg in 22 Jahren von den 300 Ebener Kindern kein einziges ge­storben ist! In der Ebener Siedlung kommen auf einen Einwohner 30 Obstbäume, der Verbrauch der Ebener an Obst beträgt pro Kopf jährlich 200 Kilo­gramm! Dort wächst ein gesundes Geschlecht.

So bekannt das köstliche Quittengelee ist, so wenig ist doch der Baum verbreitet, trotzdem feine Anpflan­zung und Pflege gar keine Schwierigkeiten bereitet. So­gar in Gehölzgruppen oder auch im Halbschatten gedeiht die Quitte noch gut und bringt auch hier reiche Erträge. Irgendwelchen Schnitt verlangt sie überhaupt nicht und erfreut mit ihren schönen hellrosa Blüten wie auch durch ihren reichlichen Fruchtbehang jeden, der sie in feinem Garten besitzt. Zur Geschmackverbesserung von Obst­marmeladen und als ein vorzügliches Kompott mit kräftigem angenehmen Geschmack ist die Quittenfrucht eine erwünschte Bereicherung für den Speisezettel der Hausfrau.

Rankenlose Monatserdvecren! Als vor Jahren die erste Anpreisung dieser Pflanzen austauchte, zuckten die Allwissenden" verächtlich mit den Schultern, denn so etwas könnte es ja gar nicht geben. Und doch, zum Trotz aller überlieferten Anschauungen hat es deut­scher Züchtcrgèist verstanden, uns hier eine aromatische Erdbeere zu liefern, die allen Anforderungen in jeder Weise entspricht. Die rankenlosen Erdbeeren lassen sich, da sie tatsächlich keinerlei Ausläufer bilden, vortrefflich als Beeteinfassung verwenden und tragen mit ihrer zierlichen Belaubung und dem reichen Fruchtbehang wesentlich zur Verschönerung des Gartens bei. ____

Erbsenschalen trocknet man im Backofen und erhält so einen wohlschmeckenden Zusatz zur Fleischbrühe. Die gerösteten. Schalen machen nicht allein die Suppe wohl­schmeckender, sie geben ihr auch eine schöne, goldgelbe Farbe.

Hülsenfrüchte und getrocknetes Obst müssen am Abend vorher in Wasser eingeweicht werden. Sie werden in dem Einweichwasser aufgesetzt und gekocht.

Rudeln ergeben mannigfaltige und wohlschmeckende Gerichte, wenn man sie mit Gemüsen mischt, z. B. Spinat, Wirsing, Tomaten, Kartoffeln, Möhren usw.

Sahne schlägt sich leichter, wenn man sie vorher kalt gestellt hat.

Wie kann man den Putzlappen sparen? Indem man zum Aufträgen der Flüssigkeit nur ein kleines Stück­chen älterer Leinwand verwendet, dann aber zum Nach­reiben und Putzen Zeitungspapier nimmt. Das Kupfer- unb das Mesfinggeschirr wird schön glänzend, auch Zink­

badewannen, mit Papier geputzt, werden blank und sauber.

Fleisch läßt sich einige Tage frisch erhalten, wenn man es in ein Tuch einhüllt, das mit Essigwasser ae- tränkt wurde.

Ungesäuerte und fauergeroorbene Milch soll nicht fortgeschüttet werden. Es lassen sich aus Sauermicb wohlschmeckende Suppen bereiten. Man rührt ein obr zwei Eßlöffel Mehl mit Milch an, rührt dies unter b;« saure Milch, setzt sie auf und schlägt sie mit der Schnum- rute bis zum Kochen. Mit Salz und Zucker würzen.

Gummimäntel müssen in nassem Zustande über einen Bügel gehängt werden, sie dürfen auch nicht dem war­men Ofen zu nahe kommen, um das Brüchigwerden za verhindern. Sie sauber zu halten, dunkel- und hellfa-- bige von Flecken zu befreien, erfordert nur wenig Mühe. Selbstverständlich müssen dabei scharfe und ätzende Mittel vermieden werden, da diese den Gummi angreifen wür­den. Am besten ist zum Reinigen eine verdünnte Sal­miaklösung. Diese wird kalt mit einem Schwamm strich­weise aufgerieben. Dann wird der Mantel mit reinem kaltem Wasser mehrere Male nachgespült.

Rasse Schirme trocknet man am besten, wenn man sie mir halb öffnet und mit der Spitze nach unten auf­hängt.

Beim Färben von Kleidungsstücken vergesse man nicht, Flicken mit einzufärben, damit man später etwas zum Ausbessern hat.

Das zu häufige Aufbügeln der Damenkleider ist durchaus nicht anzuraten. Ist ein Kleid zu häufig ge­bügelt, neigt es immer mehr dazu, sich rasch zu zer­drücken. Ebenso ist es gut, ein frisch gebügeltes Kleid erst ein paar Stunden nach dem Plätten anzuziehen. Samtkleider müssen natürlich dem Bügeleisen fernge­halten werden. Heiße Dämpfe und frische feuchte Luft ersetzen das Bügeln und nehmen jede Druckstelle fort.

Das laute Geräusch der Nähmaschine kann man durch Gummiplättchen mildern, die man unter die Maschinen- sühe klebt. Die Gummiringe von Bier- und Selters­flaschen lassen sich hierzu verwenden.

Entfernung von Gerüchen aus Flaschen ist leicht zu zu bewirken. Man spüle Flaschen und Krüge mit schwarzem Senfmehl und lauwarmem Wasser und lasse sie mit dieser Flüssigkeit einige Zeit stehen, dann wer­den die Flaschen tüchtig gespült und geschüttelt, der In­halt wird ausgegossen, und es wird mit warmem, später mit kaltem Wasser nachgespült. Der dumpfe Ge­ruch verliert sich vollständig, wenn nicht beim ersten­male, dann gewiß bei Wiederholung des Mittels.

Farb- und Fettflecke sind, auch wenn der Flecken schon älter ist, mit Terpentin leicht aus Stoffen zu entfernen. Man befeuchtet den Fleck mit Terpentin und läßt dies eine Weile wirken, dann reibt man den Stoff vorsichtig. Die Farbe bröckelt dann von selbst ab.

Die Schnüre von Rolljalonsien und Gardinen sollte man alle halbe Jahr mit einem mit Oel getränkten Tuch tüchtig abreiben. Das Auf- und Zuziehen wird leichter gehen und das Zerreißen verringert.

Um das Anbrennen der Milch zu verhüten, spült man den Topf mit kaltem Wasser aus, gießt dann die Milch hinein und rührt sie vor dem Kochen einige Male mit einem Löffel um, damit sie sich nicht an dem Boden festsetzen kann.

Fort mit den Federbetten! Kann ein Säugling, wenn man ihn auf den Bauch legt, ersticken? Es ist leider tatsächlich schon beobachtet worden, daß ein Kind mor­gens unvermutet tot im Bett gefunden worden ist und es wurde in solchen Fällen angenommen, daß das Kind in seinen Kisten erstickt ist. Der Säugling fühlt sich keineswegs tief in den Federn gebettet wohl. Man be­trachte nur einmal die Säuglinge in den Heimen, wie wohl sie sich auf ihren verhältnismäßig harten, ebenen Matratzen fühlen. Auf diesen Matratzen ist es nicht möglich, daß das Kind erstickt. Auf ihnen kann man ote Kinder getrost eine Weile auf den Bauch legen. Duje Bauchlage ist auf geeigneter Unterlage sogar sehr emp­fehlenswert. Das Kind lernt bald seinen Kopf er­heben und seinen ganzen Oberkörper, auf die Händchen gestützt, aufrichten.

Eiweiß läßt sich schneller zu Schnee schlagen, wenn man ihm vor dem Schlagen eine Prise Salz zusetzt.

Bratwürste platzen beim Braten nicht, wenn man sie vor dem Braten einen Augenblick in kochendes Wasser taucht. Dreht man sie dann in ein wenig Milch um, so bräunen sie leicht und schön.

Rährstofsentnahme. Es werden einem Hektar (10000 Quadratmeter = 4 preuß. Morgen) Ackerland entzogen bei Weizenbau bei einer Ernte von 3000 Klg. Körnen und 45 000 Klg. Stroh 88 Klg. Stickstoff, 57 Klg Kali, 33 Klg. Phosporsäure und 15 Klg. Kalk, bei Roggen bei einer Ernte von 2800 Klg. Körnern und 4200 Hm- Stroh, 78 Klg. Stickstoff, 58 Klg. Kali, 36 Klg. Ph^ phorsäure, 15 Klg. Kalk, bei Gerste, bei einer Ernie von 3000 Klg. Körnern und 4500 Klg. Stroh, 82 HS- Stickstoff, 75 Klg. Kali, 32 Klg Phosphorsäure, 18 W Kalk, bei Hafer bei einer Ernte von 3000 Klg Korner und 4000 Klg. Stroh, 83 Klg. Stickstoff, 75 Klg. Kam 26 Klg. Phosphorsäure, 20 Klg. Kalk, bei Kartm- seln bei einer Ernte von 24 000 Klg. Knollen im 3000 Klg Kraut, 81 Klg. Stickstoff, 170 KlgKali, Phosphorsäure, 32 Klg. Kalk, bei Futterrüben einer Ernte von 50 000 Klg. Rüben und 18 000 Blade, 144 Klg. Stickstoff, 185 Ria. Kali, 44 Klg. phorsäure. 43 Kla. Kalk.