Einzelbild herunterladen
 

Kassel, den U Zuli (926.

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Sotbpfennlg 3 40 Goldpfennig (freibl.) Redaktions- I chluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolanelzeile im Reklamstell 0,S0 Goldmark. Bel Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

" Druck und Beflog 6er Filidu Kdtenbruiferel.

Oi^^g^^j^3^'.^,Xl.°'l»'£aL^^^g|^tL°.^

Wochenkalender.

b^"Papch Mart!' f' I57."â° nach Pfingsten. Pius 1 JKontan, 12. Juli. Johannes GualbertuS, Abt, f 1073 Nator und Felix, Mart.

Dienstag, 13. Juli. Anakletus, Papst von 7899, Mart. Eugen.

Mittwoch, 14. Juli. Bo...wentura, Kirchenlehrer, f 1274. Donnerstag, 15. Juli. Heinrich 2, Kaiser, f 1024. Freitag, 16. ^ulr. Maria vom Berge Karmel. Ska- pulierfest.

Samstag, 17. Juli. Alexius,Bek., f 417,

siebenter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matth. 7, 1521.)

-... I" jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten, welche in zu euch kommen, inwendig aber reißende

Waise sind. An ihren Fruchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man denn Trauben von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeglicher' gute

' ^rnljte j der schlechte Baum aber bringt Ein guter Baum kann nicht schlechte nnä eia schlechter Baum kann nicht ^^.r?^^âste bringen. Jeder Baum, der nicht gute fruchte bringt, wird abgehauen und in» Feuer gewor­fen werden. Darum sollet ihr sie an ihren Frühen erkennen. Nicht ein Jeder, der 3u mir

in dns ^Himmelreich eingeheu, sondern wer â vs.es Baters tut, der im Himmel ist der wild in das Himmelreich eingehen. 1'

Von der Kommunion unter zwei Gestalten.

der Monat Iuli der Monat des kostbaren Blutes ist, so darf ich auf besondere Aufmerksamkeit rech­nen, wenn ich in der heutigen Le­sung von der Kommunion unter , .. , ~ zwei Gestalten etwas schreibe, zu­mal diese Frage nicht bloß viel Staub aufgewirbelt «andern auch Ströme von Blut vergo sen und Vera- von Leichen aufgetürmt hat.

. Nachdem der Priester wie wir das letzsmal gsfehett ben Leib des Herrn genossen, schickt er Nacb 231111 E dem Kelch zu trinken.

rr Kmebeugung spricht er die Worte aus S "2utd retribuam Domino -

mir dem He»rn vergelten für alles, was er o reihn h ^Ach des Herrn will ich er= Namen des Herrn anrufen. An­sicker " will ich den Herrn, und ich werde lieber fein gegen meine Feinde" Darauf erfokt ben"in be/Ä" ^/^' beschreibt mit demT Worts Will1,, Kreuzzeichen und spricht die bewahre 5enm Jesus Christus

bann x zum einigen Leben". Als-

-t " den Kelch an die Lipven und trinkt in

Ehrfurcht das im Kelch enthaltene Blut in der Ge­stalt des Weines. Ohne weitere Danksagung streckt er den Ministranten den Kelch entgegen und läßt sich zur Reinigung des Kelches Wein in denselben gießen, den er trinkt mit den Worten:Quod ore sumpsimus . . . Was wir mit dem Munde ge­nossen, o Herr, laß uns mit reinem Herzen auf­nehmen, und aus dieser Gabe der Zeitlichkeit werde uns eine Heilmittel der Ewigkeit". Nachdem er den Wein getrunken, läßt er sich Wein und Wasser über die Finger gießen, um diese von etwa anhaf­tenden Splitterten bar konsekrierten Hostie zu reinigen mrd spricht dabei folgende Worte:Corpus tuum Domine . . .Dein Leib, o Herr, den ich ge­nossen, und dein Blut, das ich getrunken, hafte stets in meinem Innern und verleihe, daß keine Makel in mir zurückbleibe, den die reinen und heiligen Geheimnisse erquickt haben". Nachdem er den Inhalt getrunken, trocknet er mit einem Leintüchlein das Innere des Kelches aus, bedeckt denselben wieder und stellt ihn in dce Mitte des Altars wie zu Be­ginn der hl. Messe.

Du siehst, daß der Priester die hl. Kommunion unter zwei Gestalten genießt, zuerst unter der Gestalt des Brotes und darauf noch unter der Gestalt des Weines, während die Laien die hl. Kommunion nur unter einer.Gestalt empfangen, unter der ®e= freut des Brotes. So lese ich auf deinen Lippen die brennende Frage: woher dieser Unterschied? Ha­ven die Priester etwas voraus? Kommst du als Laie zu kurz? Wisse also und merke folgendes. Für den Priester ist dieser doppelte Empfang not= wâg, sofern er die hl. Messe liest. Ist ja die hl. Messe ein Opfer. Die hl. Messe ist die Er­neuerung und Wiederholung des Kreuzopfers. Da- mals wurde das Blut vom Leibe getrennt. Jetzt muß diese Trennung wenigstens bildlich dargestellt werden; das geschieht durch Trennung der Gssfal- °en. Es ist dir also klar, daß man, um die Gestal- ten zu trennen, zwei verschiedene Gestalten braucht, Brot und Wem. Indem der Wein vom Brote ae- ondert ist, wird eben dadurch die Trennung des Blutes symbolisiert, die am Kreuze wirklich stattqesim-

â bei der hl. Messe nur mehr bild-

weil Jesus nicht mehr leidet und stirbt Wenn der Priester nicht Messe liest, so emp- angt auch er wie der geringste unter den Laien und wie das letzte Arbeiterkind die hl. Kom- munion nur unter der Gestalt der Hostie. Das ist zum Beispiel am Karfreitag der Fall, weil dort .eine eigentliche Messe stattfindet, sondern nur'Die Kommunion dervorgeweihten Gaben", ferner am Gründonnerstag. Dort darf nur ein einziger Prie- 'ww ui K'ber Pfarrei in der Regel der Pfarrer die hl. Messe lesen; alle andern Priester empfan­det 9Ip0|reI ^ Kommunion aus der Hand des Msbrans, aber nur die hl. Hostie.

niemand mit der Kommunion unter einer Gestalt einen Nachteil erleidet, ergibt sich aus dem Doama von der Gegenwart des ganzen Chri-

stus unter jeder Gestalt, wie es der hl. Thomas besingt:

Unter zweierlei Gestalten

Große Dinge sinid enthalten,

Emgehüllt der Gottheit Glanz:

Blut als Trank und Fleisch als Speise,

Doch auf wunderbare Weise

Lebt in beiden Christus ganz!"

In den ersten Jahrhunderten hat die Kirche die hl. Kommunion bald nur unter einer Gestalt, bald aber unter zwei Gestalten ausgeteilt; niemals aber hat sie die Kommunion unter nur einer Gestalt verurteilt oder die Kommunion unter beiden Ge­stalten vorgefchrieben. Tatsache aber ist, daß seit dem 12. Jahrhundert die Austeilung des Kelches aufgehört hat. Seitdem bis zum heutigen Taa be­steht die Praxis der kath. Kirche darin, die hl. Kommunion nur unter Brotsgestalt auszutsilen. Das ist keine Willkür, hat vielmehr die zwingend­sten Gründe. Vor allen Dingen soll doch der Verunehrung des hochheiligen Blutes ein Riegel vorgeschrieben werden! Denn wie leicht wäre èin Verschütten? Und dann, würden nicht manche sich aus demselben Kelche zu trinken, aus dem schon 20 oder 100 andere getrunken haben? Wür­den nicht manche die Gefahr der Ansteckung von der Kommunionbank zurückhalten zumal heute, wo die Angst vor den Bazillen an der Tages, ordnung ist? 0 '

3m fünfzehnten Jahrhundert hat sich nun ge­gen die Vorenthaltung des Kelches eine wahre Re­volution erhoben; ich meine die Husikeu. Hus sel­ber, der wegen seiner Hartköpfigkeit als Ketzer zu Konstanz verbrannt wurde, hat die Forderung des Laienkelches nicht erhoben. Nach feinem Tode aber wurde der Laienkelch von den Äufrührern in Böh. men zum Feldgeschrei. Unter dem einäugigen Zieka und dem kahlköpfigen Prokop verübten die Hufuen die größten Greuel. In Prag warfen sie die an­gesehensten Gegner der Irrlehre, darunter den Vür- Mrmeister zum Fenster hinaus. Ein Kelch auf den Waffen und Uniformen durchzogen die wilden Hor» den viele Teile Böhmens und der Nachbarländer und verbrannten überall Häuser, Kirchen, Paläste, Schlößer, verwüsteten die Felder, vernichteten die. Ernte, marterten und töteten tausende und zehn- ausende ihrer Gegner. Wohl nie hat eine Irrlehre solche verruchte Orgien gefeiert.

Der Sturm ist vorüber. Die kath. Kirchs übt chre Praxis unbehindert weiter und spendet die hl. Kommunion unter der Gestalt des Brotes. Uns der Zudrang zur Komunionbank ist feit den Dekrs. ten eines Pius bald so groß wie in den Tagen der ersten Christen. Vernachlässige dabei in keiner Weise die Verehrung des kostbaren Blutes. Er­weise ihm alle Anbetung, Liebe und Ehre. Sprich gern das Stoßgebet:Jesus fei gelobt, gebenedeit, der mit feinem Blut uns hat befreit. Sei standhaf­ter gegen die Versuchungen, nimm bereitwillige,