Einzelbild herunterladen
 

Der Jugend heiliges Jahr.

Noch schöpfen wie aus den Gnadenquellen des W. Jahres 1925, und schon steht ein neues Jubi­läum vor uns, dessen Segnungen vor allem unserer Lugend zugute kommen sollen.

Am 31. Dezember 1726, also vor 200 Jahren, wurde Aloisius von Gonzaga vom Papst Benedikt XIII. Heilig gesprochen. Der 21. Juni, sein Fest­tag, wird das Jubiläum der 2. Jahrhundertseier der Heiligsprechung einleiten, in besonders feier­licher Form in Rom in der Grabeskirche des h!- Aloisius, wo dis Gebeine des Heiligen in einem kost­baren Sarkophag unter dem Altare ruhen. Dann wird die katholische Jugend der ganzen Welt ihren himmlischen Schutzpatron verehren und seiern und gewiß die Fürsprache des Heiligen in reichem Maße erfahren, sodaß mit Recht von einem Gnadenjahr der Jugend gesprochen werden kann.

Was bedeutet der hl. Aloisius für die Tugend?

In einein ergreifende Appell beantwortet der Kölner Kardinal diese Frage, indem er sich mit fol- gendem Ausruf an seine Jungmannen wendet:

Meine lieben Freunde!

In diesem Jahre sind seit der Heiligsprechung des heiligen Aloisius, des Patrons der Jünglinge und Jungmannen, zweihundert Jahre verflossen. Alsangelus juvenis", als engeigleicher Jüngling und Jungmann ist Aloisius von der Kirche der Ju­gend zum Vorbild und Führer gegeben. In der Tat zieren den Heiligen ähnlich solche Vorzüge, wie sie gerade dem ®ngel Gottes eigen sind. Der Engel ist ein reiner Geist, und in Aloisius sehen wir das Wunder verwirklicht, daß ein junger Mensch mit Gottes Gnade vollständig die Oberhand des Geistes über das Irdisch-Niedrige errungen hat. Dieser Sieg des Geistes ist es, der jeden unverdorbenen Knaben und Jüngling mit Bewunderung und Ehr­furcht erfüllt und zur Nachahmung in den gefahr­vollen Jugendjahren so mächtig emporreißt.

Kl a r h e i t der E i n s i ch't ist das erste Kenn­zeichen des reinen Engelgeistes. Er schaut Gott und schaut die Welt wie mit einem umfassenden Seher- blick, und in dieser Erkenntnis versinkt der Wert alles Geschaffenen vor der unendlichen Größe und Güte Gottes. Ashnlich ließ die Gnade Gottes schon in frühester Jugend durchGebet u.Vetrachtung MeGröhe Gottes u.düe Armseligkeit der West u. ihrer eitlen ver­gänglichen Lust erkennen. Die ernste Frage:Was be­deutet dieses für die Ewigkeit?" wurde sein Losungs­wort. Die unendliche Wucht der Ewigkeit harte es chm angetan; so ließ er all den irdischen Tand, den er als Prinz an den Fürstenhöfen seiner Zeit vor Augen hatte, weit hinter sich und strebte mit klarer Einsicht zur Ewigkeit und zu Gott empor.

Gewaltige W i l l e n s k ra f t ist das andere Kennzeichen des reinen Engelgeistes; lesen wir doch in der Heiligen Schrift so oft, wie mächtig der Engel Gottes in die Geschicke der Welt und der Menschen zu ihrem Heile eingreift. Willenskraft, die alle Wi­derstände überwindet und kraftvoll den höchsten Zielen nachstrebt, ist das hervorragendste Merkmal im Charakterbild des heiligen Aloisius. Der sol­datische Geist seiner Vorfahren, die als Ritter sich auszeichneten, erlebte in Aloisius eine wunderbare christliche Blüte. Auch er wollte einen Kamps füh­ren und einen Sieg gewinnen. Aber keine bluti­gen Lorbeeren suchte er zu erringen, sondern seinem himmlischen König Jesus Christus treu und tapfer auf dem Kriegeszuge gegen die Welt der Sünde und der Hölle nachzufolgen. Was für ein Kampfesgeist leuchtet schon in dem Knaben aus, wenn er in hei­ligem Trotz der Weichlichkeit seiner Umgebung Wi­derstand leistete und sich mutig ein hartes entbeh­rungsreiches Leben auferlegte, wie es der Kämpfer in den Kriegsstrapazen führen muß. Es ist klar, daß dieser Heldengeist sich mächtig angezogen fühlte von der christlichen Heldentugend des Jünglings, von der vollkommen bewahrten Herzensreinheit. Eine mächtige Schätzerin und mütterliche Herrin hatte er sich erkoren, die Mutter Gottes, vor deren Bilde er schon im Knabenalter sich zu ausdauern­dem Kampfs gegen alle Verlockungen der Welt weihte. Unter ihren mütterlichen Augen wollte er streiten und siegen. Als dann Aloisius fein ihm von Gott gegebenes Lebensziel winken sah, die voll­ständige Hingabe an Gott im Ordensstande, da brannte in ihm nur noch die eine Sehnsucht, diesen Siegespreis im Wettkampfe des Lebens sich zu er- ringen. ev verzichtete auf die ihm zustehende Für-

teirkrone und führte jahrelang inmitten eines üppb «n höfischen Lebens den heldenhaften Kampf gegen sie Verlockungen der Eitelkeit und Sünde, die ihm absichtlich von feiner Umgebung bereitet wurden. Mit tiefen Seelenschmerzen, aber mit ungebeugtem Mute widerstand er dem Zorn seines Vaters, der ihn von dem gottgeschenkten Lebensziel abwendig machen wollte. Mit innerem Jubel verließ der Heilige den Prunk der Welt, erwählte die Armut Christi, und als die Stunde der Volksnot ihn rief, weihte er fein junges Leben dem opfervollen Dienste der Scuchenkranten, der ihm den Todeskeim und die stütze Vollendung brachte.

Als ein mächtiger Aufruf zu kraftvoller jugend­licher Reinheit steht der Heilige vor der katholischen Jugend unserer Tage. Auch Aloisius lebte wie ihr, meine lieben junge Freunde! in einer Zeit traurig­sten sittlichen Niederganges. Darum schaut aus ihn, wie er mit Gottes Gnade sich emporgerungen zur Heiligkeit und wie er bereits Unzählige aus der katholischen Jugend durch sein Beispiel und seinen stillen Einfluß zur Herzensreinheit inmitten aller Verführung und Unzucht mächtig angespornt hat. Nur dann wird unser sittlich gesunkenes Volk sich zu neuer sittlicher Gesundheit und Kraft erheben können, wenn sich heute eine katholische Jugend zu- samMenschart, die nach dem Beispiel des heiligen Aloisius und nach der Weisung der heiligen Kirche den Kampf gegen die eigenen Leidenschaften mw gegen die Verkommenheit der Umwell unerschrocken aufnimmt und heldenhaft durchhAt.

Gottlob, sowohl die werktätige wie die studie­rende Jugend hat sich von jeher freudig um das Lilienbanner des heiligen Aloisius geschart. Und der Ernst und Eifer, mit dem sie es heute tut, ist mir ein großer Trost wie ehedem dem Propheten, als der Herr ihm zeigte, daß doch noch gewaltige Scharen in Israel übrig geblieben waren, die nie und nimmermehr vor Baal ihre Knie beugten. Wohlan denn, meine lieben jungen Freunde! zieht im Aloisiusjahre mit verdoppeltem Ernst und Eifer in den heiligen Kreuzzug für den Sieg des Geistes über die widerlichen Größen der Augsnlust, Flei­scheslust und Hoffart des Lebens, die so entsetzliche Verheerungen in der Gegenwart anrichten. Kämpfet und sieget:Gott will es!"

Kuldaer Bekenntnis.

Das Bekenntnis wurde am Apostelfest Petrus und Paulus am 29. Juni 1924 von 400 Vertretern der Jungmännerver­eine in Fulda, am Apostelgrab des Hei­ligen Bonifatius gemeinsam abgelegt.

Wir katholischen Jungen und Inngmänner wollen katholisch sein bis ins Mark, dämm sei unser Tagewerk katholische Tat.

Wir wollen katholisch sein, Streiter des Heilandes der Wett, darum geht uns Christi Reich über jegliches Erdenreich.

Wir wollen katholisch sein, Christi junge Gemeinde, dämm trennt unsern Bund nicht Klasse und Rang.

Wir wollen jung sein, heilig und rein, darum grüßen wir Maria als unsere Mutter und Königin.

Wir wollen jung sein, demütig und wahr, darum achten wir berufener Führer Wort.

Wir wollen jung sein, frisch und froh, darum schrei­ten wir vorwärts im treuen Bruderbund.

Wir wollen Männer werden, christlichen Herdes Hort, dämm gUt uns Frauenehre und Familien- glück.

Wir wollen Männer werden, ernst und stark, da­rum ist die Arbeit uns heiliger Beruf.

Wir wollen Männer werden, deutsch und frei, und darum stehen wir opferbereit im Dienste von Heimat, Volk und Staat.

Um dieses unser Ziel wollen wir katholischen Jungen und IungmäMer ringen Seit' an Seit', dämm unsere Losung de« Bapstgarden Wort:

-" «Lapfer und Treu".

Cm Starker.

Eine wahre Geschichte.

Vor 350 Jahren lebte ein reicher Fürst.

Sein Vater war Markgraf in Italien und hatte Biete schöne Schlösser. Alle diese sollte einst der Sohn erben und die Krone dazu; er war ja der Kron­prinz.

Weil er ein geweckter, fleißiger Knabe war mit reichen Talenten, gab ihm der Vater einen tüchii- gen Hofmeister als Erzieher an d« Seite, damit aus dem Knaben einst ein recht wackerer Markgraf werde; er war ja der Kronprinz.

Was ihn aber am reichsten und glücklichsten machte, war der fromme Sinn feiner Mutter, die ihn von Kindheit auf gelehrt hatte: Reichtum und Gescheitheit haben nur dann einen Wert, wenn man sie recht benützt und damit^Gutes stiftet. Drum dachte auch ihr Aloisio, so hieß der Kronprinz, schon als Kind, er wolle recht tüchtig werden und recht Großes und Gutes schaffen im Leben.

Schon als er fünf Jahre alt war, durfte er mit= reiten zu den Soldaten. Das gab eine Freude, wenn die Soldaten so stramm vorbeimarschierten mit der Musik und Manöver hielten vor seinem Vater!

So ein fester Soldat will ich auch einmal sein", dachte sich der kleine Aloisiio und kam öfters auch heimlich zu den Soldaten. Die zeigten ilM ihre funkelnagelneuen Flinten und die kleinen Kanonen, die damals etwas ganz Neues waren; denn erst kurze Zeit vorher war das Pulver erfunden worden.

Einmal wollten sie nun dem kleinen Kronprinzen, der so neugierig war, eine besondere Freude ma­chen. Sie zeigten ihm Pulver und zündeten davon einige Körner an. Hei, das war ein lustig zischen- bete Blitzfeuer!Das muß ich auch einmal pro­bieren", ^dachte sich der kleine Aloisio.

Eines Tages schlich er heimlich in das Soldaten­quartier und dort stahl er einem Soldaten aus der Pulvertasche eine Handvoll Pulvsakörner. Kein Soldat hatte es gesehen, kein Hofmeister ,nicht Vater und nicht Mutter. Nur der liebe Gott sah, wie sein lieber, sonst braver Aloisio das siebente Ge­bot vergaß. Er wollte seinen Spaß haben mit dem zischenden Blitzfeuer und so hörte er nicht auf-' ' nen Schutzengel und ist ein Dieb geworden, ohne daß er es recht bedachte.

Nun sperrte er sich in sein Kämmerlein, machte die Fensterläden zu und zündete mit einem Kerz- lein das Häufchen Pulver an. Aber o weh! Da gab es einen Knall, daß der Hofmeister erschreckt herbeigesvrungen kam.

Aloisio gestand offenherzig, wie er alles ge­macht hatte; doch ärgerlich sagte der Hofmeister: Aber, Herr Kronprinz, haben Sie an nichts ge* dacht? Ein ordentlicher Mensch stiehlt schon gar gar nicht." Die Mutter aber sagte ihm unter Trä­nen:Kind, hast du nicht gedacht, daß du ein Christ bist? Ein Christ, der auf den lieben Gott etwas hält, wird doch nicht stehlen." Da ward dem Prin­zen weh ums Herz. Still schlich er in die Schlag- kirche und sprach vorm Tabernakel:Lieber Heft Jesus! Ein ordentlicher Mensch stiehlt nickst, guter Christ stiehlt schon gar nicht. Und ich W gestohlen. Aber nun bin ich ein schlechter Ehrst und dich habe ich gekränkt. Barmherziger Herr Jesus, verzeihe mit die große Sund ! Das soll nim­mermehr vorkommen!"

Weil aber Aloisio ein so geweckter Bub war, dachte er sich:Ein anderer Dieb wird eingesper» oder sonst gestraft. Mich aber straft der Hofens" nicht, weil ich der Kronprinz bin, und der bat« weiß nichts davon. Dafür will ich mich selber stra- . fen. Strafe muß sein!" ,

Seit jener Zeit, wenn ihn nach etwas gelult»' sagte er ja niemand diesen Wunsch.Sa e Gutes verdiene ich gar nicht", dachte er sich verzichtete. Oder wenn er gute Sachen bekam, 1 schenkte er alles fort an die Armen, besonders arme Kinder. Er wollte nie mehr den nachgeben, er wollte stärker sein als das Geim - denn er vergaß nie mehr im Leben, daß ihn starke Gelüsten damals zum Dieb gemacht yaw-

Auch wußte er, daß Diebe im Arrest aus e harten Holzpritsche schlafen müssen. Darum ,. auch er sich jeden Tag norm Schlafengehen HE ein hartes Eichenbrett ins weiche Federbett, wollte er seinen Diebstahl abbüßen. Auch v . seit jener Zeit viel eifriger gebetet ünd Mg für Tag in die Kirche. Und der liebe Gott fegn diesen festen guten Willen des keinen Aloip