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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Lrscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Soldpfeunig 3 49 Goldpfennig (freibl.) Redakttons- schlutz Montag. Anzelgen-Prelse: Colanelzelle Im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolanelzeile im Reklameteil 0,eo Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerel in Fulda sein.

" Druck und Verlag der Fuld« AcNendruckerei. .

Nr. 23

Kassel, den 6. Zuni }926

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Worhenkaienver.

Sonntag, 6. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten. Sonn­tag in der Fronleichnamsoktav. Norbert, Stifter der Prämonstratenser, f 1134. Oktav des hl. Bonifatius. 4. Aloysius-Sonntag.

Montag, 7. Juni. 5. Tag der Oktav von Fronleichnam. Eobanus und Gen., Mart. Ged. der Oktav des hl. Bonifatius.

Dienstag, 8. Juni. 6. Tag der Oktav von Fronleich­nam. Ged. der Oktav des hl. Bonifatius.

Mittwoch, 9. Juni. 7. Tag der Oktav von Fronleich­nam. Primus und Felizianus, Mart, f 309.

. Donnerstag, hLSunt. Oktav von Fronleichnam. Mar- gareta, Königin, f 1093. Oktav vom hl. Bonifatius.

Freitag, II. Juni. Fest des hl. Herzens Jesu.

Barnabas, Apostel, f 70.

Samslag, 12. Juni. Oktav des hl. Bonifatius. Jo- Hannes von St. Fakundo, f 1479. Basilides und Gen., Mart, f um 300.

Zweiter Sonntag nach Pfingsten.

(Eo. Luk. 14, 1524.)

<Ä ^5?^» Zeit trug Jesus den Pharisäern folgen. x01; x®tn Mensch bereitete ein großes l"d viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den SU sagen daß sie kämen, weil schon alles b^^l .ware. Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe tèv-n ^'h^0^^11^' uud mutz hin gehen, ihn zu sehen ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Und »nd n^ sprach- ^ ^be fünf Joch Ochsen gekauft, hnit, «yn ^4. fte. au versuchen! ich bitte dich,

J ^Ä^161^ Und ein anderer sprach : M habe ein Weib genommen, und darum kann ich ^."kommen Und der Knecht kam zurück, und be- r^lets dieies fernem Herrn. Da ward der Hausvater Ä r SU seinem Knechte: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gaffen der Stadt und führe k/°Elrmem Schwachen, Blinden und Lahmen hier herein, be^bl-» ^ sprach- S-rr es ist geschehen, Lie du Herr 65 no$ Platz übrig. Und der P^bS? SU feinem Knechte: Geh hinaus auf die aiXm^ an die Zäune und nötige sie, herein-

' ?aunt mein Haus voll werde. Ich sa ,e euch aber, daß keiner von den Männern, die geladen waren, mein Abendmahl verkosten soll 0

Die geheimnisvolle Uebertragung.

Nun legt sich die Kirche die entscheidende Frage vor, ob nun dieses Blut und dieses Opfer auch eine wohlgefällige Aufnahme beim himmlischen Va- ter finden wird. Soweit diese Aufnahme bedingt ist von der Person des geopferten Heilandes, fin­det unsere Frage ohne weiteres ein freudiges Ja. Ist doch der Heiland wie wir im Hebräerbrief lesen,ein heiliger Hohepriester, ein unbefleckter Hohepriester, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel. Bedenke aber, daß dieses Opfer durch die Hände des Priesters, durch die Hande der Kirche, also durch die Hände von Men- schen hindurchgeht, deren keiner sich von Sünde rein weiß. Denn wenn das Auge Gottessogar an den Engeln Bosheit gefunden hat, wie viel mehr an den Menschen, die in Lehmhütten wokmen". Sb werden wir es begreiflich finden, daß die hl. Kirche unuttelbar nach der Wandlung in drei flehentlichen Gebeten Pch an Gott wendet um wohlgefällige Auf. nähme der Opfergaben. Denn was nützt es uns, wenn zwar das Opfer auf dem Altare liegt, aber nicht zu Gott aufsteigt. Es soll deshalb einege- he,mnisvolle Uebertragung- des Leibes und Blu- tes Christi empor über die Sterne zu den Höhen des Himmels stattfinden. Ohne Bild gesprochen, es muß eine gnädige, wohlwollende Annahme des Opfers geschehen von feiten der heiligsten Dreifal- tigoeit zu ihrer Ehre und zu unserm Segen.

Die drei Gebete atmen eine majestätische Einfach­heit, Kraft und Salbung. Beim ersten denken mit an alle Geheimnisse im Leben Jesy, die ja in der hl. Eucharistie mystisch erneuert werden. Nicht wr- Niger als fünf Kreuze werden während desselben ,fer d'^ Opfergaben gezeichnet, um anzudeuten, daß alle Kraft des Opfers im Kreuze wurzelt.

Darum gedenken wir auch, o Herr, m ^ -^ ^' ? ^ Diener und Dein heiliges Volk, eben dieses Christus, Deines Sohnes, unsers Herrn, seines so s e - lrgen Leidens und nicht weniger sei­ner Auferstehung von den Toten, aber auch seiner gloreichen Himmel.

urt rP.P? bieten Deiner hochheiligen Majestät von Deinen Geschenken

as Blut des hl. Bonifatius, das er am 5. Juni des Jahres 755 unter den Händen feiner Angreifer vergoß, ist Opferblut gewesen. Freudig hat er es dargebracht aus Liebe zu sei- nem Heiland, der ja den letzten LAS54? ÄS S

und Vollendung und fand im Himmel eine wohl­gefällige Aufnahme.

Noch viel kostbarer als das Blut unseres lieben heiligen Bonifatius und kostbarer als das Blut aller heiligen Märtyrer zusammen ist dem Himm­lischen Vater das Blut seines eigenen Sohnes, des Hauptes und Königs aller Märtyrer, unseres Herrn und HeilandesJesus Christus, das er in jenem schreck­lichen, blutigen Drama auf dem Kalvarienberg ge­opfert hat und das er noch täglich auf dem Altar darbringt im unblutigen Meßopfer. Höhepunkt und Gipfelpunkt der Messe ist die hl. Wandlung, wie wir das letztemal gesehen haben.

tes Opfer, f das heilige Brotdes ewi­gen Lebens t und den Kelch des immer- währenden Heiles".

Im zweiten Gebet beruft sich der Priester auf die wohlgefällige Annahme der Alttestamentlichen Opfer und erwartet deshalb eine um so günstigere Aufnahme des Opfers des Neuen Testamentes.

Sieh auf diese Opfergaben mit gnädigem und heiterem Antlitz herab und nimm es wohlgefällig auf, wie Du einst mit Wohlgefallen aufnahm st die Geschenke Deines treuen Knech­tes Abei und das Ovfer unseres Pa - rriarchen Abraham und das heilige, unbefleckte Opfer, das Dir Dein Hohe- priester Welchifedech dargebracht hat".

Nicht willkürlich sind gerade die genannten Ty­pen aus dem alten Bund gewählt. Von Abel sagt der hl. Paulus, daß er durch den Glauben ein besseres Opfer als Kain dargebracht und die Be­stätigung seiner Gerechtigkeit dadurch erhielt, daß Gott für feine Gaben Zeugnis ablegte. Abraham hat den Isaak dargebracht und war fest entschlossen, seinen einzigen Sohn wenn es Gottes Wille wäre zu töten. Welchisedech aber brachte Gaben von Brot und Wein und war ein auserlesenes Vorbild Christi.

Das dritte Gebet endlich spricht von einem Altar, zu welchem das Opfer durch einen Engel hinauf­getragen werden soll. Sicher ist dieser Altar nicht ein körperlicher, sondern ein Bild vom Herzen Got­tes. Der Engel aber ist wohl der hl. Erzengel Michael. Zugleich enthält dieses Gebet schon einen Hinweis auf die hl. Kommunion:

Demütig flehen wir zu Dir, all­mächtiger Gott, daß dieses Opfer im Angesicht Deiner göttlichen Majestät durch die Hände Deines heiligen En­gels zu Deinem erhabenen Altar em- portragen, damit wir alle, die mir durch gemeinschaftlichen Genuß von diesem Altare den heiligen Leib und das Blut Deines Sohnes empfangen, mit allem Segen des Himmels und seiner Gnade erfüllt werden".

Dieses letzte Gebet verrichtet der Priester in ge­beugter Stellung, küßt den Altar und zeichnet über sich das große Kreuz.

Mögen wir nun alle aufs neue vom Opfer- gedanken erfüllt werden. Wenn Christus sein Blut geopfert hat, wenn er es noch täglich dem himm­lischen Vater darbietet, wenn Bonifatius und so viele Märtyrer ihr Blut geopfert haben, darf es uns dann zu viel fein, wenn wir zum Heil der Seelen, wenn wir besonders für die schreienden Bedürfnisse der Diaspora immer wieder ein Sicherstem geben, zumal es hundertfache Ernte dir einbringen wird?

Der Vurgpfarrer.