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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Goldpfennig B 40 Äoldpsen.,^ netbt.) Redalttonsschluß Montag. Anzeigen-Pretsr: Tolonelzetle tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätesten» bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda sein- — — Stuit ral Seltne bei Fâ» Kdtenbru«ereL - "
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Wochenkalender.
Sonntag, 23. Mai. Hochheiliges Pfingstfest.
2. Aloysius. Sonntag.
Montag, 24. Mai. Pfingstmontag. Dienstag, 25. Mai. Pfingstdienstag.
Mittwoch, 26. Mai. Pfingstmittwoch. Philippus Neri, Stifter der Oratorianer, f 1595. Eleutherius, Papst, Mart, f 192. Quatemberfasttag.
Donnerstag, 27. Mai. Pfingstdonnerstag. Beda der Ehrwürdige, Kirchenlehrer, + 735. Johannes L, Papst, Mart., f 626.
Freitag, 28. Mai. Pfingstfreitag. Augustinus von Canterbury, Bisch., f 607. Quatemberfa stta g.
Samstag, 29. Mai. Von der Psingstoktav. Maria Magdalena von Pazzi, Jungfrau, f 1607. Qua» ^ â^-^Si»«berfasttag. ---—-------------
Pfingstsonntag.
(Eo. Joh. 14, 23-31.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mich jemand liebt, so wird er mein Wort halten, u d mein Vater wird ihn lieben: wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht: und das Wort, welches ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Dieses habe ich zu euch geredet, da ich noch bei euch bin. Der Tröster aber, der hl. Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, derselbe wird euch alles lehren, und euch an alles erinnern, waS immer ich euch gesagt habe. Den Frie. den hinterlasse ich euch, meinen Frieden geb' ich euch; nicht wie die Welt gibt, geb' ich ihn euch. Euer Herz betrübe sich nicht, und fürchte nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch: wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, daß ich zum Vater gehe: denn der Vater ist größer, als ich. Und nun habe ich eS euch gesagt, ehedenn es geschieht, damit ihr glaubet, wann eS geschehen sein wird. Ich werde nun nicht mehr viel mit euch reden: denn eS kommt der Fürst dieser Welt; aber er hat nichts an mir, sondern damit die Welt er» kenne, daß ich den Vater liebe, und tue, wie mir es der Vater befohlen hat.
Sanctus!
ist in diesen Pfingsttagen, als nb We Erde Hochzeit feierte. Sie hat ihr allerschönstes Kleid angelegt, prangt im Smaragd der grünen Wiesen und Wälder, blitzt in Mil- lionen Tauperlen, in denen die Sonne sich spiegelt, hüllt sich in den Prachtmankel der wogenden Saaten. Sinnend schreitest du durch all die Herrlichkeit und lässest deine Augen schweifen über ihre bestrickenden Reize. Deine Hände aber falten sich zum Gebete, das ausklingt in die Worte des Psalmisten: „Herr, unser Gott, wie wunderbar ist dein Name rings auf Erden." Und wenn du die Erde fragen würdest und sie könnte dir Ä>itwort geben, würde sie dir erzählen von der und Güte des Schöpfers und würde rühmen feme unaussprechliche, strahlende Schönheit. —
Worin besteht sie aber, Gottes wunderbare Schönheit, da ja im Wesen Gottes weder Körper noch Gestalt zu finden ist? Siehe, die Schönheit Gottes besteht in seiner Heiligkeit, durch die er er» haben ist über jede Unvollkommenheit, durch die er alle Vollkommenheit, alle Güte im höchsten Grade besitzt. Diese göttliche Schönheit und Heiligkeit ist Gegenstand der Bewunderung für die Engel, die nicht müde werden, sie zu betrachten, zu besingen und zu verherrlichen. Und von den Engeln hat die hl. kath. Kirche dieses Lied gelernt und weiht es täglich dem lieben Gott im $. Meßopfer. Du weißt, ich meine das
Sandus, das dreimal „Heilig".
Bis dahin sind wir ja in unserer Meßerklärung gelangt. Und es trifft sich wie gewünscht, daß gerade heute an Pfingsten das „Heilig" zum Gegenstand unserer Lesung zu machen ist. Denn was für ein Fest begehen wir denn heute? Das Fest des heiligen Geistes. Gerade diese Eigenschaft bewun- dern wir an der dritten göttlichen Person am allermeisten, die Heiligkeit. Deshalb mag es auch geschehen sein, daß der hl. Geist in der Feuergestalt herabgekommen ist, um anzudeuten, daß er licht und hell ist wie eine Feuerflamme und daß es seine Aufgabe ist, die Herzen der Menschen zu reinigen wie Feuer das Metall reinigt.
Vertiefen wir uns einen Augenblickin das Sanctus der heiligen Messe. Am Schlüsse der Präfation schwingt sich der Geist des Priesters aus zu den Scharen der Engel und Erzengel, der Cherubim und Seraphim, und mit ihnen vereint stimmt er ein in ihren Hymnus: „Sanctus, sanctus, sanclus. Dominus Deus Sabaoth; pleni sunt coeü et terra gloria tua; Hosanna in exelsisl" —
„heilig, heilig, heilig, bist du Herr, Gott der Heerscharen; Himmel und Erde sind von deiner Herrlichkeit erfüllt; Hosanna in der Höhe! — Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn; Hosanna in der Höhe!" —
Nicht wahr, du hast diese Worte schon oft gehört, wenn du dem Sonntagsamt beigewohnt hast; denn da werden sie vom Chore oder vom Volke gesungen. Beim ersten Teil des Sanctus, also vom Beginn desselben bis zum Benediktus, verneigt sich der Priester in der Mitte des Altars zum Zeichen der Ehrfurcht vor der Majestät des dreimal heiligen Gottes; beim zweiten Teil, also vom „Benediktus" an, richtet er sich wieder auf und bezeichnet sich mit dem Kreuze, um anzudeuten, daß die gefallene Menschheit durch das Kreuz wieder aufgerichtet wurde.
Wie oben schon erwähnt, stammt das Sanctus aus dem Munde der Engel. Von ihnen hat es die Kirche entlehnt und als kostbaren Edelstein ihrer Liturgie eingefügt. Indem wir alle anderen Eigenschaften Gottes übergehen, preisen wir mit den Engeln nur Gottes Heiligkeit. Das „Heilig" wird
mehrmals gesagt, um Gottes unendliche Heiligkeit anzudeuten. Gerade dreimal wird es gesagt, weil in Gott drei Personen sind, deren jede heilig ist. „Gott der Heerscharen" wird der liebe Gott genannt, weil alle Ordnungen der Engel ihm ihr D ihr Glück, ihre Seligkeit zu verdanken haben. Hm... ^ Erde sind voll Gottes Herrlichkeit.
Denn die Sonn?, die Monde, die Sterne und der fruchtbare Erdboden, der Tag und die Nacht, der Sommer und Winter, der Frühling und Herbst, die Kirschen, die Beeren, die Trauben, das Obst, das Brot, der Wein, das Wasser, das Gemüse und alles, was den hungrigen Tieren und Menschen zur Speise dient, lobt Gottes Macht und Güte.
Das Benediktus, welches sich dem Sanctus unmittelbar ansctstießt, aber erst nach der Wandlung gesungen wird, war der Willkomm der Bewohner von Jerusalem, als der Herr am Palmsonntag einzog in die heilige Stadt. Jetzt übernimmt die Kirche von der Synagoge diesen Willkomm und beut ihn dem Heiland, der in der Wandlung und unter den Gestalten von Brot und Wein Wohnung nehmen will. Das Wort Hosanna bleibt besser unübersetzt. Es ist eine Ausrufung, ein Schrei der Seele, der Wunsch des Herzens, es möchte unserm Heiland Lob, alle Ehre und alle Verherrlichung zuteil werden von allen Kreaturen im Himmel und auf Erden. —
Welch herrliches Gebet, das Sanctus; wie ergreifend im Inhalt, wie schön in der Form, wie eindrucksvoll im liturgischen Vortrag, der noch verstärkt wird durch das dreimalige Schellen. Aber auch welch ernste Mahnung, welch kräftige Predigt! Denn so oft wir Gottes Heiligkeit loben, ebenso oft ist es sein Antrieb zur eigenen Heiligkeit, die uns ausdrücklich als Lebensaufgabe gestellt ist mit den Worten des Völkerapostels: „Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung". Bekomme mir doch keine Gänsehaut, wenn ich vom Heiligwerden spreche. Du brauchst nicht in die Wüste gehen und nicht ins Kloster, wenn du heilig werben willst, Noe, Abraham, Joseph und alle Apostel sind heilig geworden mitten in der Welt. Du mußt nur die Sünde fliehen, die Leidenschaften bezähmen, die Standespflichten erfüllen, beharrlich beten, fleißig die hl. Sakramente empfangen. Alles übrige macht der liebe Gott. Eines aber ist sicher: entweder werden wir Heilige im Himmel oder Verdammte in der Hölle. — Der Burgpfarrer.
Dis Herabkunft des ^L Geistes.
Apostelgeschichte 2, 1-11.
Als der Tag des Pfingstfestes angekommen, waren sie alle einmütig beisammen an demselben Orte« Plötzlich entstand vom Himmel her ein Brausen, gleich dem eines hsrankommenden heftigen Sturmes, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie.