Nr. 19
Kassel, den 9. Mai 1926
36. Latzrg
Augen unverwandt aufwärts gerichtet, folgendes
6t ElWeth-Natt
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Lrscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35 Boldpfennig S 40 Doldpseaulg (ffsibl.) Redaktions» 'chlutz Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzrile im Reklamsteil 0,ö0 Goldmark Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendr uckerei In Fulda sein.
^“ "—““ Druck und 8 erlag der Fuld« AcNeudruckerei. —
Wochenkânder.
Sonntag, 9. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. (Bittsonn, tag.) Gregor von Aazianz, Kirchenlehrer, f 391. Montag, 10. Mai. Antoninus, Bisch., f 1459. Gor. dianus und EpimachuS, Mart,, + 362. 1. Bittaq Dienstag, 11. Mai. 2. Bittag. Mamertus, Bisch., f 447. Mittwoch, 12 Mar. 3. Bittag. Vigil des Festes Christi Himmelfahrt. Nereus, Achilleus, Mart. Bankra- trus, Mart., f 304.
Donnerstag 13. Mau Christi Himmelfahrt. «ervatiuS, Bisch., f 964. *
Freitag, 14. Mai. Von der Oktav. Bonifatius, Mart, zu Tarsus, t 307. Beginn der ^tägigen An» ^_- dacht zum hl. Geist. . . .. .. Samstag, 15. Mai. Johann Baptist de la Salle, Stif. ter der Schulbrüder, f 1719.
Muster Sonntag nach Ostern.
(Ev. Joh. 16, 23—31.)
£^ sprach Jesus zu seinen Jüngern; Wahrlich, wahrlich, sag ich euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird Es ®“$ beben. Bisher habt ihr um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf ^ffiiÄeU e vollkommen werde. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet: es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, vom Vater euch verkünden werde
^rdet ihr tn meinem Namen bitten: ^L^J x x“4 nicht, daß ich den Vater für euch ^ÄJ™ der, Vater selbst liebt euch, weü ihr mich geliebt und geglaubt habet, dah ich von Gott ausgegangen dm. Ich bin vom Vater ausge, armen und in die Welt gekommen: ich verlasse die Welt wieder, und gehe zum Vater. Da sprachen seine Jünger ieVsieic&meT "Fest du offenbar und sprichst rein «Äleichnls mehr. Jetzt Waffen wir, dah du alles weitzt, und nicht nötig hast, dah dich jemand frage: darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist!
„Mit süßem Wohlgeruch".
ls Nos aus der Arche gestiegen war und Gottes wunderbare Führung überdachte, die ihn aus allen Wassern der Sündflut errettet, brachte er dankbaren Sinnes dem Herrn r . cin Opfer dar. Wie wohlgefällig dieses Opfer dem lieben Gott war, deutet dis
Wmten: „Und es roch der Herr den Wohlgeruch und sprach: „Nimmermehr will rcy die Erde verfluchen um der Menschen willen".
Fr ^- Messe werden auch dem lieben und darsebracht. Statt der Stiere, Lämmer 3UM Opfer genommen, A"ar des Neuen Bundes aus- SÄ“ Gabenvon Brot und Wein, welche bei uÄ?ä in®W Leib und Blut übergehen
CjtaS“ *)«< »«I toWl und die rgcbete. Nachdem der Priester das „Offer-
torium" gesprochen, deckt er den Kelch ab, wobei zumeist ein Zeichen mit der Schell« gegeben wird, um anzudeuten, daß nun die eigentliche Opferhand, lung ihren Anfang nimmt Die Ministranten be- geben sich zum Kredenztisch und holen Wein und Wasser in den Kännchen und knieen sich rechts an die Altarstufen. Der Priester nimmt nun die „Pa- tene", das heißt den weiten flachen, goldenen Opferteller, auf dem die schneeweiße Hostie liegt, in beide Hände und hält sie in die Höhe, wobei er gleichzeitig die Augen himmelwärts richtet, um die Hostie Gott anzubieten und sein Wohlgefallen herabzuflehen. Im Bewußtsein seiner eigenen Armseligkeit senkt er aber den Blick alsbald wieder und verrichtet das folgende kräftige Gebet:
„Nimm auf, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, diese unbefleckte Opfergabe, die ich, dein unwürdiger Diener, dir, meinem lebendigen, wahren Gotte darbringe für meine unzähligen Sünden, Beleidigungen und Nachlässigkeiten und für alle Umstehenden, aber auch für alle Christgläubigen, lebendige und abgestorbene, damit sie mir und ihnen zum Heil gereiche fürs ewige Leben. Amen".
Darauf beschreibt der Priester mit der Patene ein Kreuz über dem Altar und läßt die hl. Hostie auf das Korporale gleiten. Jetzt begibt er sich auf die Epistelseite, gießt Wein in den Kelch, segnet das Wasser und gießt — meist mit einem Löffelchen — einen Tropfen Wasser In den Wein. Das Gebet, welches der Priester dabei verrichtet, hat folgenden Wortlaut:
„O Gott, der du die Würde der menschlichen Natur wunderbar gegründet und noch wunderbarer wtederhergestellt hast, gib uns durch dieses Wassers und Weines Geheimnis der Gottheit desjenigen tellhaft zu werden, der sich herabgelassen hat, unserer Menschheit teilhaft zu werden: Jesus Christus, dein Sohn, unser Herr, der mit dir lebt und regiert in Einheit des hl. Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen."
Du siehst, daß in diesem herrlichen Gebet die Symbolik der Vermischung des Weines und Was- sers amtlich erklärt wird. Der Wein bedeutet näm. bei) Christi Gottheit, das Wasser feine Menschheit. Wie nun das Wasser mit dem Wein sich vermischt 3U Omer einzigen Wesenheit, so waren und find 'N Christus dir göttliche und die menschliche Natur ^Esoe^oar und unzertrennlich vereinigt zu einer gotilidjen Person. Diese Vereinigung wird uns als Ideal ausgestellt. Mit Hilfe der göttlichen Gnade, mit Hilfe des hl. Opfers, mit Hilfe der hl. Eucharistie, mit Hilfe der hl. Kommunion und mit Hilfe unserer eigenen Anstrengung und Bemühung fall unsere, obwohl schwache und sündige Natur, immer mehr in Christus übergeleiten: „Ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus in mir!" J r Hat er dieses Gebet still gesprochen, so begibt sich der Priester in die Mitte, nimmt den Kelch in berde Hande, hebt ihn gen Himmel und spricht, die
„Wir bringen dir, o Herr, den Kelch des Heiles dar, indem wir deine Güte bitten, er möge im An- gesicht deiner göttlichen Majestät für unser Heil und für das Heil der ganzen Welt
mit süßem Wohlgeruch emporsteigen".
Nun stellt er den Kelch, nachdem er mit msel» ben ein Kreuz beschrieben, auf das Korporale unmittelbar vor die hl. Hostie, bedeckt ihn mit der Palla — viereckiges steifes Leinen — verneigt sich etwas und spricht die folgenden Worts:
„Im Geists der Demut und mit zerknirschtem Herzen mögen wir von dir o Gott, ausgenommen werden, und unser Opfer werde heute vor deinem Antlitz so kraftvoll, daß es dir, Herr Gott, wohl, gefalle". __
Dann breitet er weit die Hände gen Himme), als wollte er allen Segen von dort herabholen, legt die Hände wieder zusammen und macht mit der Rechten ein Kreuz über Hostie und Kelch, indem er folgendes Gebet spricht:
„Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne dieses Opfer, das deinem heiligen Namen gewidmet ist."
_ Bei einem feierlichen Amt werden an dieser Stelle die Opfergaben mit Weihrauch gesegnet un. ter den Worten: „Dieser von dir gesegnete Weihrauch möge zu dir, o Herr, aufsteigen, und herab- steigen möge über uns dein Erbarmen." Auch beim Jnzensieren des Altars wird ein Gebet gesprochen, das dem Psalm 140 entnommen ist.
Da früher der Priester die Opfergaben von Brot und Wein eigenhändig von den Gläubigen empfangen hat, so war es geziemend, die Hände darnach zu reinigen, bevor man zur Wandlung schritt. Diese Händewaschung ist auch jetzt noch bestehen geblieben, nachdem die Einsammlung von Opfer- gaben aufgehört hat. Jetzt hat sie nur noch sym- bolischen Charakter. Im übrigen werden die Hände nicht eigentlich gewaschen, sondern nur mit Wasser begossen; auch werden nicht die ganzen Hände der gossen, sondern nur je zwei Finger an jeder Hand, der Daumen und der Zeigefinger, mit denen die hl. Hostie gehalten wird; und von diesen beiden Fingern werden nur die Spitzen mit Wasser berührt. Ist das nicht eine laute Predigt für Priester und Laien, daß wir mit absoluter Reinheit dem hl. Opfer und der hl. Kommunion uns nahen müssen?,
Tief geneigt spricht dann der Priester in der Mitte des Altars ein größeres Gebet zur hl. Dreifaltigkeit, kehrt sich dann zum Volk und bittet um sein Gebet mit den bekannten Worten: „Orale fraies" — Betet, Brüder. Darauf schließt die Opferhandlung mit der „Sekret", einem Stillgebet, das nach der Zeit verschieden ist und am heutigen Sonntag folgendermaßen lautet: „Nimm auf,' o Hrrr, die Gebete der Gläubigen samt den Opfer-