Kassel, den 2. Mai 1926
56. Iatzrg
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wird,
«A»«»"^!^! ®“&e" und ein „vollkommenes Ge- 'lE auch die Opfergabe, die Gott dem Herrn dargebracht und geheiligt wird in der hl. Messe.
l-nd in der Erklärung derselben fortgeschritten Eeoâa»^ ferung. Dieselbe bildet für heute den X $ "Ö unserer Betrachtung: Gaben von Brot B™™ .werden dem himmlischen Vater Large- Kaiidln^? übergeben. Die überaus sinnvolle Opfer- will ar‘n *^ren Erbeten und Ceremonien den T "einer Darstellung ausschei-
mit den "opfergä^ “^ ^" ^*11 ^"«st bekannt, wirst du sagen.
d^lst die Hostie und der Wein. Ganz J1*g- ^udes bleibt über die Beschaffenheit. Be-
^Die Gpfergaden.
^^>ede gute Gabe und jedes vollkom- Mm mene Geschenk stammt von oben, ifeg vom „Vater der Lichter", schreibt der hl. Jakobus in dem Teil seines Briefes, der im Meßbuch am heu- tigen Tag als „Epistel" verlesen
reitung und Bedeutung dieser Gaben noch einiges zu sagen übrig, was geignet ist, dein religiöses Wissen zu vermehren und deine Ehrfurcht vor der hl. Messe zu steigern.
Es ist klar, daß die hl. Messe nur mit jenen Stoffen gefeiert werden kann, deren Christus selber bei der Einsetzung der hl. Eucharistie sich bedient hat. Und was schreiben nun einstimmig die Evangelisten? Jesus nahm Brok in seine heiligen und ehrwürdigen Hände und darnach den Kelch mit Wein. Da nun das letzte Abendmahl nur zwei Tage vor dem jüdischen Osterfest gehalte wurde, also zu einer Zeit, wo nach strengstem Brauch und ausdrücklichem Gesetz nur ungesäuertes Brot gebraucht werden durfte, jo ist es über jeden Zweifel gewiß, daß auch Christus zur Feier der hl. Eucharistie sich des ungesäuerten Brotes bedient hat. Da ferner bei festlichen Gelegenheiten zur Bereitung des Brotes nur das feinste Weizenmehl verwendet wurde, so ist weiterhin anzunehmen, daß auch Christus beim Abendmahl Weizenbrot gebraucht hat. So ist es seit den Apostolischen Zeiten üblich, zur Verwendung für die Eucharistie ungesäuertes Weizenbrok zu gebrauchen, wovon nur die griechische Kirche eine Ausnahme macht.
Dis Form dieses Brotes war zu verschiedenen Zeiten eine verschiedene. Ursprünglich bediente man sich eines großen Kuchens, aus welchem kleinere Teile ausgestochen wurden. Die Bereitung der Opferbrote war ein Privileg der Priester, Diakone und geweihten Kirchendiener. In der Praxis der Opserbrotbereitung war die Ehrfurcht der Kirche geradezu erfinderisch. Zu deiner Erbauung will ausführlich beschreiben, wie in dem berühmten Schwäbischen Benediktinerkloster Hirsau diese Bereitung vor sich ging.
Korn für Korn wurde der Weizen ausgelesen, gewaschen und an der Sonne getrocknet. Einer der gewissenhaftesten Brüder von ehrwürdigem Alter wurde erkoren, in einem eigenen, reinlichen Sack den Weizen zur Mühle zu tragen. Mit Humerale und Albe bekleidet, das ganze Gesicht bis auf die Augen mit weißen Tüchern verhüllt, mahlte er den Weizen und siebte das Mehl in einem frischgewa- schenen Sieb. Zum Backen der Hostien wurden vcer Brüder bestimmt, unter denen drei Diakone oder Priester sein mußten. Nach Abbeten der Ma- tutm wuschen sie Hände und Gesicht, begaben sich für die hl. Handlung bestimmten Ort und bekleideten sich mit Schultertuch und Albe. Einer aus ihnen besprengte das Mehl mit Wasser und tnetete es alsdann mit aller Kraft auf einem reinen - r®5 am ^"nd eine Erhöhung hatte, damit
Wasser herabfließen konnte; er nahm nur kaltes Wasser, damit die Hostien um so weißer wür- Zwei übrigen Mönche formierten nun die Hostien, wozu der vierte, ein Laienbruder, das Hoftleneisen hielt; derselbe hatte zu diesem Zweck Handscouhe angetan. Nur durchaus vollkommene, fehlerfreie Hostien wurden genommen, fehlerhafte aber ausaeschieden. Während der ganzen Verrich-
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
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tung bewahrten die Mönche Stillschweigen, damit nicht einmal der Hauch ihres Mundes die Hostien berühren konnte.
Söst dem 12. Jahrhundert sind als Opferbrot» die Hostien üblich, schneeweiße, ungesäuerte, runde Brote, von größerer Gestalt für die hl. Messe, und etwas kleiner für die hl. Kommunion. Diese kleineren Hostien, auch Partikel genannt, werden iin Speisekelch aufbewahrt, der mit einem seidenen Ve- lum umhüllt ist. Die Zubereitung dieser Hostien liegt in den Händen unserer ehrwürdigen Schwestern, die dazu alle mögliche Ehrfurcht und Sorgfalt verwenden. Beachte auch die Symbolik der Hostie. Nach der Konsekration enthält sie Christus; aber sowohl nach als auch vor der Konsekration ist sie auch ein treffendes Bild Christi. Das blendend« Weiß bedeutet die Reinheit und Heiligkeit des göttlichen Heilandes. Die runde Form aber sinnbildei seine Gottheit. Die Brotsgestalt sagt uns, daß Jesus Christus die- Speise unserer Seel« ist, und zwar die wesentliche und wiederholte, am liebsten tägliche. Vergiß dabei niemals die große Wahrheit, daß die hl. Hostie nach der Wandlung Christum, unsern Herrn, nicht bloß sinnblldet, sondern auch umschließt und enthält. O große, unerforschliche Geheimnisse, die aus der hl. Hostie hervorbrechen wie eine strahlende Sonne.
Die zweite Opfergabe ist der Wein. Naturwein muß es sein, Wein von der Rebe. Vorschrift ist vergorener Wein wegen der größeren Helligkeit und Reinlichkeit. Obwohl an sich wegen der Aehn- lichkeit mit dem Blut Rotwein vorzuziehen wäre, so wird doch fast regelmäßig Weißwein verwendet, um die Altarwäsche vor Flecken zu bewahren. In kleinen Meßkännchen von Metall oder Glas wird der Wein zum Altar gebracht und vor dem Eingies. sen in den Kelch mit einem Tropfen Wasser vermischt. Eine solche Mischung hat nämlich auch der Heiland vorgenommen. Ueberdies ist diese Vermischung mit Wasser auch ein Hinweis auf die geheimnisvolle Tatsache, daß bei der Oeffnung der Seite Jesu nicht bloß Blut, sondern auch Wasser hervorfloß, das Blut als Symbol der hl. Eucharistie, das Wasser als Symbol der Taufe. Auch wird bis Vereinigung der menschlichen mit der göttlichen Natur angedeutet und endlich werden wir ermahnt, uns mit Christus immer inniger zu vereinigen.
Ich schließe mit dem Hinweis, daß in früheren Jahrhunderten die Gläubigen es als Pflicht und Ehre betrachtet haben, die Gaben von Brot und Wein mitzubringen. Heute haben wir dafür einen Ersatz in Geldopfern. Wenn also beim Gottesdienst der Klingelbeutel oder Opferteller herumgeht, so betrachte das nicht als einen Angriff auf den Geldbeutel, sondern ein Packen am Ehrenzipfel. Und sei mir in der Kirche kein Pfennigspalter, sondern ein Mensch, der das Wort der hl. Schrift zur Richtschnur nimmt: du sollst vor deinem Herrgott nicht mit leeren Händen erscheinen.
, » ..Der Burgpfarrer,
Wochenkalender.
boN'Uag, 2. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Athanasius, Bischof, Kirchenl., f 373.
Montag, 3. Mai. Fest der Auffindung des hl. Kreuzes. Alexander 1, Papst, Mart
4 Mai Monika, Mutter des hl. Augustinus, T 387. Godehard, Bischof.
A'ttwoch, 5. Mai. Pius V., Papst, Bek., f 1572. Donnerstai, 6. Mai. Johannes (Apostel) vor dem la. teinischen Tore.
Freitag, 7. Mai. Stanislaus, Bischof, Mart., f 1079 Herz. Jesu- Freitag. ' ' '
Samstag, 8. Mai. tër| Meinung des Erzengels Michael.
. vierter Sonntag nach Ostern.
(Ev. Luk. 16, 5—14.)
^tJ^t Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: "un zu dem hin, welcher mich gesandt bat, und Niemand von euch frägt mich: Wo gehst du hin? ^^ gesagt habe, hat Traurig. ^Ptt-6^ â "füllt. Aber ich sage euch die Wahr, h'igehe: denn wenn ich der Tröster nicht zu euch kommen: hm, so werde ich ihn zu euch senden.
dieser kommt, wird er die Welt überzeugen Geriwle. L"" 5°-" ?C Gerechtigkeit und von dem ^erichle. von der Sunde nämlich, weil sie nicht an wich geglaubt haben; von der Gerechtigkeit aber weil 'ch su-ii Vater gehe, und ihr mich Nicht mehr sehen ""d von dem Gerichte, weil der Fürst dieser ^hor6?^ 'si- Ich habe euch noch vieles zu geigen, über ibt tonnet es iehf nicht trimmn «UeWahrh »E der Wahrheit kommt, der wird euch alle Wahrheit lehren; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern, was er hört, wird er reden und was zukünftig ist, euch verkünden. Derselbe wird mich der-