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Nr. 17

Kassel, den 25, april 1926

56. Iatzrg

Religiöses Wochenblatt für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Frfcheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A35®oföpfennig 8 40 Goldpfennlg (freibl.) Redaktions- !chluZ Montag. Anzeigen-Prskse: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Tolonelzeile im Reklam-teli S,S0 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Seb. 0,10 Goldmark. Porta extra. Anzeigen müssen spStestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.

- ®tut und Verlag der Fuldae Actiendruckerei. s» a

WochenkalenSer.

Konnlag, 25 April. 3. Sonntag nach Ostern. Markus, Evangelist.

M°â«'rt^^' apriL Kletus und Marzellinus, Päpste,

Dienstag,' 27 April. Petrus Canisius, Bek., Kirchenlehrer.

®Ä?Ä ^^ festes des hl. Joseph.

Donnerstag, 29 April. Petrus, Mart, zu Mailand, f 1252. Robert, Bek., f mo. wreiinn, 30. April. Katharina von Siena, Jgfr., + 1380 ©amstafl 1. Mai. Philippus und Jakobus, Apostel Walburgls, Jgfr. Beginn der Maiandachlen

Dritter Sonntag nach Ostern.

(Ev. Joh. 16, 1622 )

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nocy eine klerne Weile, so werdet ihr mich nicht mehr sehen: und wieder eine kleine Weile, so weidet ihr mich wieder sehen ; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen einige, von seinen Jüngern unter einander: Was ist

U"ssagt: Noch eine kleine Weile, so "'âü mehr sehen: und wieder eine kleine Weile so werdet ihr mich wieder sehen, und: i?te^atdh b^ Sum Vuter? Sie sprachen also: Was ist das, daß er spricht: Noch eine kleine Weile? wir wissen nicht, was er redet. Jesus aber wußte, daß sie ?XrtaS^aten, und sprach zu ihnen: Ihr frage, kleine ^h sch gesagt habe: Noch eine iieine so werdet ihr mich nicht mehr seben- m K ?nek!e-ne Weite, so werdet ihr mich wieder seyen. Wahrlich wahrlich, fa/ ich euch, ihr iverdet StnVh^ weheklagen: aber die Welt wird sich freuen, ^zhr tverdet Irctuitg fein: ober eure ^rnurtifprt ^; rs 'N Freude verwandelt werden. Das Weib,'wenn es gebart, ist traurig, weil ihre Stunde gekommen if± Wenn sie aber das Kind geboren hat so denkt sie nirb» mehr an die Angst wegen der Freude, daß ein Mens^b zur We.t geboren worden ist Auch ihr ELf zwar Trauer, aber ich werde euch wieder und eure xxreude wird niemand von euch nehmen. '

EE^Aufgabe für Lebenszeit.

Schritt für Schritt müden mir die Erklärung der hl. Messe weiter­führen. Staffelgebet, Kyrie, Glo­ria, Kollekte, Epistel, Graduale, Evangelium und Credo, die ** nur ^^^ behandelt habe, bilden Sum 3ur eigentlichen Meßfeier.

t b ganze Teil von Beginn der Siirefip" /'"schließlich Evangelium bzw. Credo Apostolischen^^""? ' ^11 ^'"hèren, besonders in den lG'wüni?? ^üen, wo noch die Arkandisziplin è?nttrt d» man nach

L^5 HcrrnDas Heilige nicht den nen, das Keifn 't bie Katechume­der Messe c-mnh^ nur diesem Teil bzw nach m ? wurden nach dem Credo 0 ber Predigt durch den Diakost aufgefor­

dert, das Gotteshaus zu verlassen. Deshalb heißt die Vormesje auchKakechumenenmesse".

Jetzt erst, also nach dem Evangelium oder nach dem Credo beginnt die eigentliche Opferhandlung, deren erster Teil die Darbringung von Brot und Wein ist und deshalbOpferung" genannt wird.

Nun wurden in früheren Jahrhunderten die Gaben von Brot und Wein, die für die Konsekra­tion und Kommunion bestimmt waren, von den Gläubigen in Gestalt von Naturalien mitgebracht und der Kirche geschenkt. Zum Teil dienten diese Naturalien von Brot, Wein und Lebensmitteln dem Gottesdienst und zum Teil zum Unterhalt der Geistlichkeit und der Armen. In wohlgeordnetem Zug begeben sich die Teilnehmer zum Altar und legen ihre Gaben an dem bezeichneten Plabe nie­der. Man kann sich denken, daß diese Prozession, besonders bei starker Beteiligung, eine geraume Zeit in Anspruch genommen hat. Damit aber die­ser Opfergang nicht zu einem bloß weltlichen Ge- oahren oder zu einer leeren Zeremonie herabsinke, wurde sie begleitet und gehoben durch den Vor­trag von Psalmen in den reichen Melodien des Chorals. Dieser Opfergesang wurdeOffertorium" genannt. Da später die Opfergaben und der Opfergang in Wegfall kamen, so ist dieser Opfer­gesang immer mehr zusammengeschrumpft und be­steht heute nur noch aus einem kurzen Text der Bibel oder der Kirche.

Gehen wir nun zumOffertorium" des Heu- llgen Sonntags über, so entdecken wir da eine herr­sche Lebensaufgabe: das Gotteslob. Der Tert lautet folgendermaßen:

Lauda, anima mea Dominum. Laudabo Do- mmum in vita mea. Pfallam Deo meo, auam- idu ero. Alleluia." Zu deutsch:Lobe den Herrn, meine Seele. Ich will den Herrn loben in meinem Leben. Lobsingen will ich meinem Gott, solange ich lebe. Alleluia."

. Dieser Text ist der Anfang des 145. Psalmes, /"^T^wungvollen Liedes, in welchem der könig- liche Zanger seiner Begeisterung für Gott frei die oiigel schießen läßt. Ich hoffe, dir eine Freude zu machen wenn ich den ganzen Psalm in sinn­gemäßer Uevertragung dir vorlege.

Psalm 145: Lob fei Gott.

11 Dech Herrn lobsinge, meine Seele;

JJiem Leben lang will ich ihn preisen.

2- Zertrauet ja nicht auf die Fürsten - <iuf Menschen, die nicht helfen können.

3. Entweicht der Geist dem morschen Körper, Zerreißen ihre stolzen Pläne.

4. Doch selig, die auf Gott vertrauen, Des Herren Hilfe fromm erwarten.

5- ®r f$wf den Himmel und die Erde, Das Meer und was darin sich tummelt.

6. In Ewigkeit hält er die Treue, Läßt seine Diener nicht im Stiche.

7. Er hilft zum Recht den Unterdrückten, Versorgt die Hungrigen mit Speise.

8. Er löst die Fesseln der Gefangnen Und schenkt das Augenlicht den Blinden.

9. Er richtet auf die Tiefgebeugten Und zärtlich liebt er die Gerechten.

10. Er schützt die Witwen und die Waisen Und läßt die Sünder untergehen.

11- Der Herr, dein Gott, regieret ewig, Sein Reich hat nimmermehr ein Ende.

Lobe, meine Seele, den Herrn". Verweile» wir einen Augenblick bei diesen kernhaften Wor­ten. Zunächst wirst du bemerken, daß der Pfal- mist nicht von einem andern aufgefordert wird, den Herrn zu loben, sondern daß er sich selber dazu ermuntert.Lobe den Herrn, meine Seele". War- ten also auch wir nicht ab, bis ein Priester oder die Mutter oder ein Freund uns auffordern zum Gotteslob, sondern treiben wir uns selbst dazu an. Hast du nicht gehört, daß manche Menschen durch dieAutosuggestion" sich hinwegsetzen über so manche Schwäche und Unzulänglichkeit und sich ausrafsen zu Höchstleistungen? Machen wir es auch so auf dem Gebiet der Religion. Sprich öfter zu deiner Seele:Du, meine Seele, lobe deinen Gott und Herrn. Wozu hast du denn von ihm das Gedächtnis erhalten? Doch um dich feiner zu erinnern bei Tag und Nacht. Wozu hast du von ihm den Verstand erhalten? Doch dazu, um nach- zudenken über Gottes Wesen, Macht und Größe? Wozu hast du von ihm den Willen erhalten? Doch dazu, um ihm anzuhängen in treuer, opferwilliger Liebe!"

Nicht den Leib, sondern die Seele ermunterk der Psalmist zum Eotteslob. Zwar soll auch der Leib mittun; er ist auch ein Gebilde Gottes. Die Knie sollen sich beugen, die Hände sich falten, die Zunge sich regen zum Gebet und Gesang. Aber das eigentliche Organ des Gotteslobes ist die Seele- Sie ist, sagt Sankt Augustin, kostbarer als der Leib; sie ist rein geistig und körperlos, der Wesen­heit Gottes nahe verwandt.

Meine" Seele soll den Herrn loben. Wenn also, deine Nachbarn, deine Bekannten, deine Kol­legen nichts wissen wollen vom Lobe Gottes, wenn manche sogar Gott lästern in Worten und ent­ehren durch die Tat, was kümmert es dich? Du lobe den Herrn ihn gerade darum umsomehr, weil manche sein Lob vernachlässigen.

Lobs den Herrn. Wie kann das geschehen? Wenn du die Wahrheiten der Religion in demü­tigem Glauben annimmst im Vertrauen auf die Wahrhaftigkeit Gottes, dann hast du Gott gelobt; wenn du dein Morgen-, dein Tisch-, dein Abend­gebet verrichtest, wenn du dich in die göttliche Liebs versenkst bei ber hl. Meise und Kommunion, dann