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für öie katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Auszabe A35 Salb »sonnig 3 43 Drldpsennlz (freibl.) Redaktion-schluß Montag. Anzeizen-Pcelse: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Iold mark, Lolonrlzeile im ste'lim-tell 9,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Aurkunst und O^-Zrb. 0,1) Gold mark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im 3eüä der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda «ein.
Druck und Beitag der Fuld« «cnendruckeret
Nasse!, den 4, April {926.
wocheirkalenüer.
Sonntag, 4. April. Fest der glorreichen Auf' e r st e h u n a U. H. Jesus Christus.
Montag, 5. April. Zweiter Osterfeiertag.
Dienstag, 6. April. Dritter Osterfesttag.
Mittwoch, 7. April. Von der Oktav. Hermann Joseph t 1236.
Donnerstag, 8. April. Von der Oktav,
Freitag, 9. April. Von der Oktav.
Ea nstag, 10. April. Von der Oktav.
G/Ler-Zonntag.
(Ev. Mark. 16, 1—7.)
In jener Zeit kauften Maria Maidalena, Maria, des Jacobus Mutter, und Salome Sp'geretcn, um hmzuaehen und Jesum zu salben. Und sie kamen am ersten Ta.,e der Wo he in aller Frühe zum Grabe, bi die Sonne eben aufgegangen war. Und sie fprachen zu einander: Wer wud uns wohl den Stein vor bei Türe des Grabes wegwälzen? Als sie aber hinbUckten, sahen sie, baß der Stein we riew uzt war: er war nämlich sehr groß. Und da sie in das Grab hinein, gingen, sahen, sie einen Jüngling zur Rechten sichen, «n.etan mit einem weißen Kleide, und sie erschraken. Dieser aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! ^zgr suchet Jesum von Nazareth den Sefreu^i den er ist auferstanden, er tit nicht hier; sehet den Ort wo sie ihn hingelegt hatten. Gehet aber hin, sa,ei seinen Jün irrn und dem Petrus, daß ec euch voian» gehe nach Galiläa: daselbst werdet ihr ihn jenen, wie er euch gesagt hat.
Osterblumen in der Metzliturgie.
- ENN wir heute in unserer gewohn- E^MM^W? Een Erklärung der hl. Messe ge* rade da welterfahren, wo wir ^°2 letztemal stehen geblieben ßvd, so stoßen wir zu unserer . Freude auf prächtige. duftende Osterblumen in der Gestalt herrlicher Gebelsterte aus der Jeftmeffe des Ostersonnrages.
In der Beschreibung der hl. Meße sind wir bis zur Epistel einschließlich fortgeschritten. Auf die Epistel »olgt nun unmittelbar das Graduale oder der „Stufengesang". Um gleiche den Namen zu erklären, so bemerke ich, daß die betreffenden Gebete früher „gesungen" wurden, und zwar auf den „Stufen" ^"bo das heißt der Kanzel im Chor, -oers für Vers wurde vom Vorsänger Dorgelum ?/" vom Volke „respondierl" oder beamwor- “ . ^enn aud) heute die „Stufen" und vielfach weggefallen sind, so ist doch der „ °^"EraduaIe oder „Stufengesang" geblieben, bit^n m6 h ^ter und Die Macht der Tra- in der Kirche.
3n meitans den meisten Fällen ist das Graduale en Psalmen entnommen unv meist h n gut das j „ Ten Abschluß bildet d. - irohbe-
^g.. „allelum , Das zweimal, dreimal und vier
mal gesprochen wird je nach der Festzeit, und in der Advents- und Fastenzeit sowie beim „Requiem" ausfällt.
Das heutige Graduale ist nun eine richtige Osterblume, anmutig und kraftvoll im Ausbau, wohlriechend und salbungsvoll in seinem Inhalt. Vernehmen wir den Tert:
„Das ist der Tag, den Ler Herr ge» macht hat; laßt uns frohlocken uns fröhlich sein an ihm. Preiset den Herrn, den er ist gut und ewig währet sein Erbarmen. Alleluia, Alleluia. Unser Osterlamm Christus i ft, geopfert worden."
„Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat". Aber sind denn nicht alle Tage von Gott gemacht? Ohne Zweifel. Indes ruht auf dem Ostertag in besonderer Weise die Hand der göttlichen Allmacht und Vorsehung Nicht der Tag an sich ist so groß, sondern das Geschehnis, das an diesem Tag sich ereignet, das Wunder, das an diesem Tag sich zugetragen hat: die Tatsache der Auferstehung des Herrn, welche über die andern Denkwürdigkeiten unserer Religion emporragt wie eine Burg aus der Ebene. Frohlocken und Freude wogen deshalb in, Herzen wie rauschende Wasser bei der Schneeschmelze. Ist ja die Auferstehung Jesu die Gewißheit unseres Glaubens, die Gewißheit unserer eignen Auferstehung lind ewigen Herrlichkeit. Waren nicht die Jünger auf dem Weg nach Emaus von Traurigkeit beschwert wie von einem dichten Nebel? Und die Ursache ihrer Traurigkeit? Der Zweifel am Schicksal des Heilandes; die Möglichkeit, es könnte jener gewaltige Prophet im Grabe geblichen und damit alle Hoffnungen für immer begraben haben. Doch eine Sonne der Freude ging über ihrem Antlitz auf, als sich ihnen Jesus geoffenbart hatte und als sie erkannten, daß der Herr wahrhaft aufer-standen ist. In der Tat, wäre Christus nicht auferstanden, so hätte er sei Versprechen gebrochen und damit aller Welt sich selbst als Lügner und Betrüger entlarvt. Doch fort mit einem solchen Gedanken. Jesus hat es gesagt, er werde auferstehen — und er hat es gehalten. Er ist auferstanden und den Aposteln erschienen und hat mit ihnen gesprochen und gegessen. Drum
Weg Sorgen, weg Klagen; Ich will euch nur sagen: „Mein Jesus ist da".
„preiset den Herrn, denn er ist gut und ewig wahret kein Erbarmen". Siehe, die Auferstehung des Herrn ist nicht nur ein Beweis seiner Allmacht und Gottheit, sondern auch seiner Güte und Treue. Uno bieie wird niemals erlöschen. sondern in unvermindertem Glanz fortstrahlen. In Ewigkeit wird einst Cer Auferstandene uns lieben und uns weiden auf des Himmels Auen und Dort den Gegenstand unsers Lobes und unserer Liebe bilden. Im Voll
gefühl der Freude schließt deshalb das Graduale mit zwei klingenden „Alleluia".
An gewissen Tagen erhält das Graduale eine Bereicherung oder Ergänzung durch die „Sequenz", d. h. Fortsetzung. Während das Augsburger Meßbuch vom Jahr 1555 noch 98. das Kölner von 1487 noch 73 Sequenzen aufweist, enthält das Römische Meßbuch in seiner heutigen Gestalt nur noch fünf Sequenzen: die Ostersequenz, tue. Pfingstsequenz, die Fronleichnamrsequenz, Die Sequenz von der schmerzhaften Mutter Gottes und die Sequenz der Totenmessen.
Unsere heutige Sequenz ist wieder ein feines, ; duftendes Osterblümlein, reich in seinem Inhalt, anmutig in feiner Form In glaubensmächtigen Worten schildert sie die Auferstehung Christi, verwickelt die Seele in ein ersri'chendes Zwiegespräch mit Magdalena und schließt mit einer flammenden, kernhaften Anrufung des großen Siegers von Äol. gotha. x
Der Wortlaut der Sequenz in deutscher Sprache ist folgender:
1. Dem Osterlamme Preisgesang Weihet, ihr Christen!
L Das Lamm erlöste die Schafe; Christus versöhnte dem Vater, Selbst unschuldig. Die Sünder.
_3.JIqb Jini) Leben gerieten
In wunderbaren Streit;
Der Fürst des Lebens war tot;
Er lebt und gebeut.
4. Maria. sag, was geschehn.
Was hast du auf dem Wege geschaut?
5. Ich sah Christi Grabstatt, vom Leben
Und Glanz des Auferstandnen umgeben.
Sah himmlitme Boten. --
Das Schweißtuch von Linnen und Toten. ;
6. Erstanden ist Christus, meine Hoffnung, Er geht euch voran nach Galiläa.
7. Nun wissen wir. Christ ist erstanden
Wahrhaft vom Tod.
Du. Sieger. König,
Sieh unsre Not!
Amen. Alleluia.
Das die Blumen aus dem Ostergärtlein der Meßliturgie. Pflanze sie in dein Herz in Der Gestalt eines lebendigen Glaubens an die Tatsache der Auferstehung und einer feurigen Liebe zum auferstandenen Osterlamm. Als Fruchte sollen aus der Osterblume sprießen ein Leben n der Gnade und Tugend, in Fröhlichkeit und unverwüstlicher Hoffnung.
Der Burgpfarrrr.