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Ausgabe B

KoM teil 28. MiZ »926

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kalte! monatlich Ausgabe A35 Solbpfennig 3 43 Doldpfenntz (freibk.) Redaktions­schluß Montag. Anzeigen-Pcsije: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Co'anelzeile im lleklamfiel! 9,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss.-Hsb. 0,13 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actisndruckeret in Fulda sein.

Druck uni Vertag Der Fulda« Aeltendruckerel

wochenkalender.

Sonntag. 28. März. Palmsonntag. Iohannes Don st ipiftran, Franziskanerpricster, f 1450.

Montag, 29. März. Vom Tage.

Dienstag, 30. März. Vom Tage.

Mittwoch, 31. März. Vom Tage.

Donnerstag, 1. April. Gründonnerstag.

Freitag, 2. April. Karfreitag. Herz »Jesu» Freitag.

Samstag, 3. April. Karsamstag.

- ^ Palm-Sonntag.

(Evang. Matthäus 21, 110.)

In jener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem nahte, und nach Bethphage am Ostbergs kam, sandte er zwei Iün rer ab, und sprach zu ihnen: gehet in den Flecken, der euch gegenüberliegt, und ihr werdet alsbald eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bet ihr: machet sie las und führet sie zu mir. Und wenn euch jemand etwas säst, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und so, lei t, wird er sie euch überlassen. Dies Alles aber ist geschehen, damit erfüllet wurde, was gesagt ist durch den Pwp,eten, der da spricht: Batet der Tochter- Sion: Siehe, dein König koinmt sanftmütig zu dir, und sitz.-t auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die siünier gingen nun hin, und taten, wie ihnen J^ejuâ befohlen hatte. Und sie brachten die Eselin mit dem Füllen, legten igre «Heiber auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und andere hieben Zweite von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. Und die Schafen, die voränsgingen und uachfotglen, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids; hochgetobt, dec da kommt im Namen des Herrn!

Dem König Hell!

E n seiner Liebe zu Christus und im °» Eifer für feine Verehrung hat unser Heil. Vater Pius XI. Ende vorigen Jahres eine Enzyklika herausgegeben über dasKönig- tum Christi", worin er wünscht, .... . - daß Christus, unser Herr und Er­löser, immer mehr herrsche über die Seelen, Fa- mluen, Gemeinden und Staaten. Da fommt uns nun Der heutige Palmsonntag wie gerufen, der den Komgsmantel des Herrn mit köstlichen leuchten- oen Edelsteinen besetzt. Wir wollen sie suchen und ihrem Glanze nachspüren auf den Spuren der wunderbaren Liturgie der Palmweihe.

Gleich zu Beginn der Palmweihe betet der oo-r singt der Chor eine Antiphon, die oas Königtum Christi wie mit schmetternder Fan- lare ausrust:

to° David: Hosanna, Heil dem Sochre Davids- hoch-Aobt sei, der da kommt im inTr 0 ^önig von Israel,- Hosanna

Im Evangelium zur Palmweihe wird erzählt, wie der Heiland zwei feiner Jünger abgesandt hat nach einem benachbarten Dorf, um eine Eselin bei­zuschaffen, auf welcher er seinen demütigen Einzug in Jerusalem halten wollte. Das ist geschehen, fügt der Evangelist hinzu, damit das Wort des^Pro- pheten erfüllt würde:Saget der Tochter Sions: siehe, dein König kommt zu dir in Sanftmut, sitzend auf einer Eselin."

Die uralte, kraftvolle Präfakion schildert in poetischem Schwung die Herrschaft Christi über alle Kreaturen und besingt die Märtyrer, die mit ihrem Blut Zeugnis abgelegt haben für Christus, den Kö­nig: ^Wahrhaft, würdig unü gerecht ist es, gezie­mend und heilsam, "Bag wir dich zu allen Zeiten und an allen Orten dankbar und würdig preisen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, der du verherrlicht wirst im Ratschlusse deiner Heili­gen; dir sind ja untertan alle Geschöpfe, weil sie nur dich als ihren Urheber und Schöpfer anerken­nen, und alles, was du gemacht hast, gereicht dir zum Lob, und es preisen dich deins Heiligen, dis jenen großen Namen deines Eingeborenen im An­gesicht der Könige und Gewaltigen dieser Welt mit lauter Stimme bekennen. Dir dienen Engel und Erzengel, Thronen und Mächte und mit allen Chö­ren der himmlischen Geister besingen sie deine Herr­lichkeit, indem sie ohne Unterlaß rufen: Heilig, heilig, heilig, bist du, o Gott der Heerscharen. Voll sind die Himmel und die Erde von deiner Herr­lichkeit. Hosanna in der Höhe: genriefen sei, der da kommt im Namen des Herrn; Hosanna in der Höhe!"

Die beiden Antiphonen, die bei Austeilung der Palmzweige gebetet bezw. gesungen werden, ent­halten gleichfalls das Lob Christi, des Königs.

Es folgt die Prozession. Voraus geht das Rauchfaß, welches duftende Weihrauchwolken auf­steigen läßt zum Preise des göttlichen Königs. Hin­ter dem Rauchfaß kommt Christi Wahrzeichen, das hl. Kreuz, das Szepter seiner milden Herrschaft, das er ausstreckt über Sion. Hinter ihin ziehen die Scharen der Knaben und Vrozesfionsteilnebmer, alle mit Palmen und Palmzweigen. In der Mitte schreitet die Geistlichkeit und die Ministranten in festlichen Ornatefi. Die Palinprozession ist eine uremafifebe Darstellung und Verherrlichung des Königtums Christi. Im Namen der Kirche bringt ihm per Priester oder der Sängerchor eine innige Huldigung dar in Gestalt mehrerer Antiphonen. Die erste hat folgenden Wortlaut:

Als das Volk gehört hatte, daß Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige, gin­gen ihm entgegen und riefen- dieser ist's, der zum Heils des Volkes kommt; dieser ist unser Heil und die Erlösung Israels; wie groß ist er, dem die -throne und Herrschaften entgegenfemmen; fürchte dich nicht, Tochter -Gions; siehe, dein König kommt zu dir, sitzend auf dem Füllen einer Estin, wie geschrieben steht: fei osarüßt, König und Schönfer oer Welt, der du gekommen bist, um ui & wieder zu erkaufen "

Die dritte hat folgenden Wortlaut:

Sechs Tage vor dem Osterfeste, als der Herr in die Stadt Jerusalem kam, gingen ihm die Kin­der entgegen und trugen Palmzweige in den Händen und riefen mit lauter Stimme: Hosanna in der Höhe; gesegnet, der da kommt in der Füllt deiner Barmherzigkeit; Hosanna in der Höhe."

Die fünfte heißt:

Mit den Engeln und Kindern laßt uns, ihr Gläubigen, uns vereinen und dem Ueberwindei des Todes zurufen: Hosanna in der Höhe." Dis Prozession hat indessen ihren Weg vollendet und schickt sich an, in die Kirche zurückzukehren. Allein sie findet die Pforte verschlossen, weil der Himmel durch die Sünde versperrt war. Plötzlich erschal­len im Innern des Gotteshauses Stimmen, welche den Erlöser begrüßen, der als König einzieht in das himmlische Jerusalem. Von den Außenstehen­den wird der Gesang ausgenommen und fortgesetzt, und der ganze prächtige Hymnus im Wechselgesang zu Ende geführt:

Lob und Ruhm und Ehre sek dir,

Gesalbter, König, Erlöser;

Dem die kindliche Schar

Frommes Hosanna geweiht.

Israels König bist du,

Davids erlaubtester Sprößling,

Der du im Namen des Herrn,

König, gesegnet dich nahst.

Dir lobsingt in der Höh

Die Schar der seligen Geister;

Auch der sterbliche Mensch,

i Alle Geschöpfe mit ihm.

Israel wallte in festlichem Zug

Dir mit Palmen entgegen;

Siehe mit Hymnen und Flehn

Nahen, o König, auch wir.

Jene sangen dir Lob,

Als schon zum Leiden du gingest;

Unser Jubelgesang

Preist dich als Sieger und Herrn.

Jene gefielen dir wohl;

Dir gefalle auch unsere Andacht;

König so gut und so mild,

Dem alles Gute gefällt

Lob und Ruhm und Ehre sei dir

Gesalbter, König, Erlöser;

Dem die kindliche Schar

Frommes Hosanna geweiht!"

So ist die Palmweihe und Prozession eine ae« waltige Kundgebung für den König Christus. Vie­ler Fürsten Throne sind geborsten und gestürzt. Um io herrlicher erhebe sich Christi Thron in un­sern Herzen. Darum hinaus mit der Sünde; i Christus herrsche in dir durch seine Lebre. leine j Gebote, feine Beispiele. Der Burgpfarrer. .